Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

i'il

jȣ

i»S

»

"»in?

(a^y x

&*&$

«*^

N»·

Äk>

itfegj

'0i Mj'

Sisj

® jaiijj

wiÖB t '

SiSim

**

siaimj

Ulli*;

fa*|

Itt 3 :|;

Säe»

taun

wuiEC

fcW!

»te

I BtJ

rars»

^tEil

um»:

]ln);o

*t

V fitfeilifeii*

sii

tj»«

55 itej:« 1fSJIi;*«»»jii»MS*!tÜK* 1Ah»

m

iNi»

lissi»

i,«)*

«Eiiii I

,**

\0

BiP*

$ 5 /

-ipi f

;>>

a

-F

i>;

ip:

0 r.

$

fty

jitK

?,>

f» r

!>'

i,

e r tt

.4 an l«ly. p. 504. Lucä Grafen -faal. p. ? 4 o. feg. Gpcktt-amb. Schaumb. chron. Iib.V. c. 5;. p. - 8 s. sei-LunigsReichs-Archw / ksrt. fpec. contin. 2. von Holstein p. s8. 61.

Ernestus, Grafzu Mannöfeld , Marggraf zu Castelnuovound Boutigliere, war Grafen Petri Ernesti von Mannsfelb,Gouverneurs von Lützenburg, natürlicher söhn, den aber Kay-ür Rudolphus II. legittmiret. Er wurde an. i;8?. gedohrcn,und in feiner lugend an des Ertz-Hertzogs Ernesti, Gouver-neurs in den Niederlanden , Hose auferzogen, auch, da ernoch sehr jung war, zu seinem bruber, Graf Carl» von Manns-seld, nach Ungarn gesendet, die kriegs-kunst zu erlernen. Erchal auch in dem Ungarischen und Niederländischen kriege demtzavstr und Könige von Svanien gute dienstc, befand sich aberendlich wegen abgekürtzter besoldung oder mangel weiterer be-jörderuttg beleidiget; daher er abdanckte, und stets einen gros-sen haß gegen die Spanier trüge. Er nahm zwar an. 1609.wiederum unter dem Ertz-Hertzvge Leopolds dienste, und be-kleidete die stelle eines Obersten, begab sich aber bald darauf»1 der Union, und diente nachgehends dem Hertzoge Carl Ema-nuel von Savoven , wider Spanien , welcher ihn zum Marg-arafen von Castelnuovo machte. Nach geschlossenem friedenkam er mit 2000. inann nach Teutschland , dem Churfürstenin der Pfaltz Friderico und der Union dienste zu leisten , derihn an. 1618. nach Böhmen schickte, denen, die sich widerOesterreich empört harten, hülffe zu leisten. Die Böhmen machten ihn zu Prag zum General-Feld-Zeugmeister und Ober-sten zu fusse, worauf er die stadt Pilsen einnahm, und deswe-gen von dem Kayser Matlhia an. 1619. in die Reichs-acht er-klärt , im g gentheil von den Böhmen unter die Land-Ständeausgenommen wurde. Vorhero aber mußte er von dem Kay-serlichen General Bncquoy bey Rötelitz etwas einbüsscn, errachete sich aber gar bald wiederum. In dem jetzt besagtenjähre kam es auch in Böhmen zu einer neuen wähl, dabey erals ein Böhmischer Land-Stand auf den Hertzog von SavoyenVolute, und von demselben versicherte, daß er alsdann diePrvtcsticende religion annehmen würbe , gleichwie auch derGraf selbst sich zu derselben bekannt hatte, da er doch in derCalholischen war auferzogen worden. Eben um diese zeit wur-de ihm von den Böhmen das kloster Codiscbau samt 2. städt-lein und einigen dörfern gegeben, daraus er jährlich eine an-sehnliche summe gelbes nehmen konnte. Unterdessen wurde derChurfürst von der Pfaltz zum Könige in Böhmen erwehlt, ver-kehr aber dieses Reich gar bald durch die an. 1620. bey Prag gehaltene schlacht, welcher Ernestus nicht deygewohnet. Nachderselbigen vertheidigte er zwar Pilsen und Thabor eine zeit-lang, und wurde von dem Könige Friderico zu seinem Gene-ral-Feld-Marschall in Böhmen bestellet, da hingegen der Kay-ser Ferdinandus ein grosses auf ihn setzte, wer ihn lebendigoder todt liefern würde. Doch Pilsen gieng an. 1621. verloh-ren, und der Graf befand sich nicht starck genug, dem Gene­ ral Till » zu widerstehen , wich also mit seiner armer in dieLber-Pfaltz, und schlug an den grentzen etliche Tillysche undWürtzburqischc völcker. Der General Tilly wandte sich mitder Kayserlichen und Bayerischen armee auch nach der Ober-Pfaltz, worauf Ernestus nach der Unter-Pfaltz, und dem Stif-te Svever gieng. An. 1622. verwüstete er das Elsaß, belager-te Elsaß -Zadern vergeblich, und ward von dem Kayser Fer-diuando II. zum andern mal in die acht erklärt. Dem allenohngeachtet, gieng er wieder in das Stift Speyer , und nach-dem kurtz vorher der König Friedrich bey ihm und seiner armeeangelanget, schlug er die Bayerischen bey Mingelsheim, ero-berte Ladenburg mit stürmender Hand, und entsetzte Hagenau .Durch diesen glücklichen fortgang wurden seine trouvpen, dienicht viel geld von ihm bekanien , angefrischet, daß sie ihin ge-schwind und willig folgten. Dieser nun überfiel gantz unver-mulhet den Landgrafen von Hessen-Darmstadt, Ludwig, deres mit dem Kayser hielte, und nahin ihn nebst seinem söhn Jo-hanne gefangen - r doch wurden sie auf gewisse bedingungen wie,derum los gegeben. Hierauf conjungirte er sich mit Christia-nv, Hertzoge zu Braunschweig und Bischoss zu Halberstadt ,zog durch Elsaß , Lothringen und Hennegau nach Brahant,nachdem die fachen für die Union schlecht stunden, und er nebstdem Hertzoge vergeblich seine kriegs-dienste dem Kayser ange-boten, zuförderst aber die aushebung der Reichs-acht gesuchthalte. Der marsch nach den Niederlanden war gantz unver-muthet, und also auch ungehindert, dabey aber den örtern,die es betraf, sehr beschwerlich, weil sich seine soldaten nurblos vvm rauben und plündern erhalten musten. Es wolltesich zwar der Hertzog von Bouillon dieser gelegenheit bedienen,«nd demuhete sich Ernestum nebst dem Hertzoge Christian zubereden, bey der Reformirten partey in Franckreich dienste zunehmen, wie dann auch der König in Franckreich durch an«Näherung dieser beyden Generale in nicht geringe surcht gesetztwurde, ja es bemühtte sich auch dagegen zu gleicher zeit derHertzog von Revers, sie zu bereden, bey dem Könige in Franck-mch dienste zu nehme». Der Mannsfelder aber, nachdem erleinen Vortheil ersähe, gieng gerade nach den Niederlanden fort,nnb traf den 29. aug. an. 1622. unverhofft den Spanischen General Don Gonsalvo äe Cordova bey Fleun hinter einemverge m voller schlacht-ordnung an, der ihm den paß streitigmachen wollte. Nun warm die Mannsfeldischm soldaten i»vistor. Lexicon ui. Theil,

ern 327

io. Wochen unter kein dach gekommen, viel hatten auch in 14.tagen kem brobt gesehen, sondern sich mit obst beholffen, wa-ren also ziemlich viel kranck und matt. Dem allem ohngeach-tet , wagte man ein treffen, darinnen die Spanier völlig ge»schlagen wurden, und alle ihr geschütz und bagage im stich«lassen musten, wiewol sie dennoch, weil man sie im sriedenabmarschieren liesse, sich den sieg zuschrieben. Doch weil esdem Mannsfelder am Proviante mangelte, eilte er in die verei-nigten Niederlande, und büßte durch den geschwinden marschviel leuthe und bagage ein, da er dann auch dem glücklichenentsatz der stadt Bergen op Zoom , die der Spanische GeneralSpinola belagert hatte, mit beywohnte, und sich an. 162;.nebst dem Printzen von Oranien bey dem vergeblichen anschla-ge auf Antwerpen befand. Er kam noch in selbigem jähre,nachdem er vorher in grosser wassers-gefahr gewesen, wiede-rum in Teutschland , nahm Dorsten und andere örter in West-phalen weg, und legte sich in die Grafschafft Ost-Frießland.Unterdessen aber wurde Hertzog Christian von Brannschwcigvon dem General Tilly geschlagen, und dessen armee zerstreuet,davon die Holländer einen theil in dienste nahmen. Weil sieaber des raubens und stehlens gewohnt waren, und die Hol-ländische kriegs-disciplin nicht vertragen konnten, wurden siebald abgedanckt, diejenigen aber, so in dienste» blieben, vonGraf Hermann Otto von Styrnm zu dem Mannsfelder nachOst-Frießland geführet, der ihnen allen muthwillen verstattete.Nun wollte der General Tilly denselbigen in Ost-Frießland an-greiffen, er hatte sich aber bey Stückhausen so wohl verschantzet,daß er ihm nicht beykommen konnte, wurde auch mit etlichen1000. Franzosen verstärcket, die ihm der König aus Franck-reich zu hülffe schickte. Dieweil aber zu deren dezahlung nichtgeld genug vorhanden , entstund bey der armee grosse unord,nung, welcher man nicht abhelffen konnte, ob gleich das landmit contribution geplagt wurde. Die Ost-Frießländer wurdenendlich der fachen überdrüßig, und nachdem sie es vergeblichin der güle versucht, wollten sie die Waffen ergreiffen ) dochkam es durch Vermittelung der General-Staaten dahin, daß Er-nestus versprach, gegen empfang 3 00000. gülden das land zurärimen, und seine armee abzudancken, welches er auch that,doch so, daß er noch einige völcker vor sich in dienste» behielt,wiewol auch diese endlich zerstreuet wurden. Er gieng hieraufnach Franckreich, allwo man die Oesterreichische 'macht je län-ger je mehr förchtete, und bat den Kbnic;, sich des Pfaltzgra-fen anzunehmen. Nachdem er gute Vertröstung erhalten, gienger eilendö nach Engelland, woselbst er von allen sehr wohlempfangen, reichlich beschenckt, und zum General-Feld-Mar-schall zu diesem kriege verordnet wurde, worauf er auch zusortfetznng desselben allerhand anstalten machte, auch einigeEngelländische völcker init sich nach Holland brachte, die er demPrintzen von Oranien überließ, sich deren zum entsatz der stadtBreda zu bedienen. Da er zum andern mal nach Engellandsegelte, gerieth er durch schiffbruch in abermalige todes-gefahr,so, daß er mit dein General - Major Carpezan und etlichenwenigen das leben davon brachte, da hingegen 129. Personen,darunter auch einige von condition waren, solches einbüßten,doch litte er damals an seiner bagage grossen schaden. Imfolgenden jähre, nemlich an. 162;. kam er wieder in Teutsch-jand, ruinirte das Ertz - Stift Cöln, lag eine zeitlanai zwi-schen Hamburg und Lübeck , und nahm seinen zug in Nieder-Sachsen, allwo er sich mit dem Könige von Dänemarck con-jungirte. An. 1626. suchte er die scharche bey Dessau wegzu-nehmen, ward aber von dem General Wallenstein mit grossemVerlust zurück getrieben. Nichts destoweniger erholte er sichein wenig in der Marck Brandenburg, und faßte darauf denschluß, in Schlesien und Mähren bis gar in Ungarn den Kay-serlichen eine diversion zu machen. Hierzu bewog ihn insonder-heit Bethlen Gabor , Fürst in Siebenburgen, der sich gegenden Kayser in Verfassung stellte. Ernestus bekam ;ooo. Schot-ten von dem Könige in Engelland, und 2000. zu fuß von demKönige in Dänemarck, auch lief ihm viel volck von den vertrie-benen aus den Kayserlichen erb-lanben zu, so daß er mit einerziemlichen macht nach Schlesien , und ferner nach Mähren gieng, welches nicht ohne ruin dieser länder geschahe, indemseine völcker keinen andern sold bekamen, ausser was sie vonden Kayserlichen ländern erpreßten. Die Kayserlichen folgtenihnen zwar unter dem General Wallenstein auf dem fusse nach,er wußte aber seinen marsch also einzurichten, daß er Jadlonka,den paß aus Mähren durch das qebürge in Ungarn , glücklicherreichte, als ihn die Kayserlichen schon in dem garne zu habenvermeynten. Hierauf wurden ihm 4000. mann zu pserde vonden Ungarn entgegen geschickt, und der Hertzog Johann Ernstzu Sachsen-Weimar , Königlich-Dänischer General -Feld-Mar-schall, kam gleichfalls mit einer armee von 12000. mann zuihm. AIs er aber bald darauf inerckte, daß sich der Fürstvon Siebenbürgen mit dem Kayser in tractaten einließ, über-ließ er sein geschütze diesein Fürsten , dem Hertzoge JohannErnsten und dem General Carpezan aber die völcker , undwollte durch die Türcktschen länder nach Venedig , und so wei-ter , wohin ihn daS glück führen würde, gehen. Wie er abernach Uracovitz, einem schlechten ort in Bosnien , kam, überfielihn eine kranckheit, an welcher er den 20. nov. an. 1626. ster-ben muste. L>ein leichnam wurde in das Venetianische gebiethgebracht, und zu Spalatro begrabe«» Es hat sich dieser Ge." Er » neral