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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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gelegen. Sie hat, nach einiger meynung, ihren nahmen vondem klänge der eisen-hämmer, welche vor diesem allda gar häu-fig im schwänge gienqen, wiewol man davon heut zu tagekein veüigium mehr findet. Daß es eine uralte stadt sey , istdaraus abzunehmen, daß Kayser Carolus M. einem Abt der da-selbst befindlichen St. Dionysti - kirche, Bolrado genannt, in ei-nem sammel-patent die erlaubnis gegeben, sowol in selbiger stadtwelche darinn Cella Ezzelinga genennet wirb, als auch zuGmünd, einige deysteuer vor verschiedene klöster zu sammlen.Hierauf hat sich diese stadt dergestalt vermehret, daß KayserHeinrich IV. allda an. 1077. ein Reichs - Convent gehalten,weswegen Kayser Friedrich II. anlas genommen, solche an.1215. mit thürnen zu umgeben , worauf dieselbe immer besserangebauet worden, so daß man nachher zeit verschiedene Reichs-krers-und städt-täge, wie auch gar viele turniere mehr fast alsan einem ort allda gehalten, wie dann auch an. i;;;. dasKayserliche Cammer-Gericht, wie auch das Regimentum Im-perii dahin transferirt worden. Die bürgerschasst, und inson-derheit der Rath, ist der Evangelisch-Lutherischen religion zuge-than. Die gegend uin die stadt ist sehr angenehm und frucht,dar, insonderheit wächst allda herum, zumal in der sogenann-ten Neccar-Hallden, ausbündig guter wein. Die hauvt-kircheder stadt ist zu St. Dionysto, neben welcher das Hospital ste-het , so in ältern zeiten gar reich gewesen, jetzo aber wegen dervielen ausgestandenen grossen kriegs-fatalitäten in grosses abneh-men gerathen , sonst aber wegen seines ansserordentlich grossenkellers weit und breit bekannt ist. Die St. Marien - kirche istauf einem Hügel erbauet, daraus ein gesunder brunnen entsprin-get ; so sind auch verschiedene klöster sowol in der stadt als denVorstädten, darunter das Dominicaner - klöster zu erziehunqder findel-kinder qewiedmet ist. Ausser diesen befinden sich auchdarinnen viele Höfe, so theils dem Hochwürdigen Dom-Capitulzu Costantz, den respective unmittelbare» Reichs-Gottes-Häu-sern Kaysersheim und Fürstenfeld in Bayern , die meisten aberdem Hochfürstlichen Hause Würtemberg zugehören, die aberalle unter der jurisdiction der stadt stehen, wie dann dieselbeerst in an. 1721. ein Kayserlich Eelcriptum in contradickoriodahin erhalten, daß man die stadt in der wohlhergebrachten pos.lelsione vel quasi jurisdictionis unangefochten lassen solle. Un-ter den weltlichen gebänden ist das Rathhaus das vornehmste,welches zwar an. 1701. nebst 200. Häusern abgebrannt, nach derHand aber wiederum also wohl gebauet worden, daß daraufgar füglich allerley conventen oder conferentzicn von grossen Mi-nistern können gehalten werden; Diesem ist nicht unähnlich,das von dem Ritter Canton Kocher gleich darneben aufgebauete,und gleichfalls unter der stadt jurisdiction stehende Haus, alswelches zu Haltung seiner Conventen und der Cantzlcy dienet,und gar commod ist; so ist auch die Universität zu Tübingen zuzweyen malen, nemlich in an. 1567. und 1571. in diese stadtwegen der pest auf eine zeitlang transferirt worden. Sonsten istvon dieser stadt zu mercken, daß sie schon von vielen jähren indes benachbarten Hochfürsilichen Hauses Würtemberg schützund proteckion stehe, wiewol selbiger nicht perpetuirlich, son-dern gemeiniglich zu gewissen jähren erneuert wird, deswegenauch verschiedene vertrüge zwischen beyden theilen errichtet wor-den , darunter vornemlich der vertrag von an. 1477. merckwür-dig, als wodurch sich die stadt in purxsto des zolls gar wohl pro-spiciret hat, wann sie ausser schirm sollten gefetzt werden. Hie-bevor hat diese stadt zu dem Römischen Reich und dein Schwä-bischen kreise vor einen einfachen Römer-zug bis auf an. 1691.mit 146. fl. 20. kr. concurriret, ist aber a Caesare & Imperio inerstbemeldtem jähre bis auf 90. fl. in ihrem matricnlar-fuß mo-deriret, und darbey durch unterschiedliche Kaystrliche relcriptamannteniret worden; übrigens so hat diese stadt auch verschie-dene schöne privilegia in anlehnng der appellationen, derausträgen, als worinn diese stadt zu Auskräg-Richtern hat diestädte Ulm , Rentlingcn und Heilbronn , ferner was die aus-nahm von fremder Gerichts-Herrlichkeit, und endlich auch diefreye messen und die Jüden detrift. An. i;üo. hielt Caro-lus IV. allhier einen Reichs-tag, es erregten aber die bürger ei-nen solchen aufstand , daß sich der Kayser mit genauer noth zudem Grafen von Würtemberg salviren konnte. Diesen schimpfzu «chen trug der Kayser dem Grafen die execution auf, wel-cher auch durch eine belagerung 100000. gülden erzwäng. Balddarauf entstunden ihrer im Würtcmbergischen gelegenen gütherhalber neue Händel, welche durch Vermittelung des Churfürstenzu Trier dahin verglichen wurden, daß Würtemberg ein stückarid nahm, und von den güthern fürohin nichts zu fordern ver-sprach. Doch zerfielen sie bald wieder, als der Graf an. 1,72.mit Reutlingen in streit gerieth, deren sich unter andern bun-des-städten, auch Eßlingen annehmen muste, dabey aber dieseswegen der Würtembergischen nachbarschafft fast für alle gebüs-set. Ob nun wol dieser streit an. 1,78. durch den Kayser bey,geleget wurde; so entspann sich doch ein neuer, dem aber diestadt durch einen vergleich ein ende machen muste, als sie an.1391. in den Egerischen bnnd eingenommen seyn wollte. Nachdiesem ist Eßlingen samt andern , und auch allein, mit Wür-temberg in bündnis getreten. An. 1449. entstunden des zollshalber neue Händel, darein sich der Schwäbische Adel aufWür«tembergischer feite mengte. So bekam auch an. 144t- derMarqgraf zu Baden streit mit der stadt, wobey dieses merckwür-dig ist, daß die decken-bnben zu Baden ihr besonders absagenliessen. An. 1488. wurde allhier der grosse Schwäbische bunderrichtet, darein die Eßlinger nicht eher treten wollten, biS

Würtemberg und Baden sich darein begaben; Massen sie sich an1454. auf üc> jähr in des Marggrafen schütz versprochen hattenWiewol die stadt auch bey diesem Hunde mcrcklich zu kurk ae.kommen, weil Ulrich von Würtemberg, der durch den Sckwabijchen bund vertrieben worden , nach seiner restitutio» den er',sten zorn den Eßlingern empsinden ließ; weShalden diese nacb.aehends m keinen bund mehr willigen wollten. Endlich habensie auch in dem Teutschen kriege viel erdulden inüssen. De-Bischoff zu Speyer hat noch jetzo den zehenden zu heben, wel-chen rhm die stadt abzupachten pfleget. Conradus Ursp führtsolches von Kayser Friedrichen II. an. 1208. her. So hak sieauch Kayser Friedrich von fremden Gerichten befreyet, undwird unter die 12. deputirten Reichs-städtc gezehlet. Es ist auchdieses nicht zu vergessen, daß sie niemals unter einem andernHerrn gestanden, vocmnenta raonaster. Würtemb. BrnkoiamConstant, in append. ad Herm. Contract. Bunhardus Jun deCasibus S. Galli apud. Goldast. tora. I. rer. Alemann. C,ustmannal. P. 111 . p. 208. Reüssier. de urb. Imp. 'Zelter. topogr.Suevise. Ephemerides Wurtemb. ad an. 1449. Eünigs Reichs-archiv, sub docum. Wurtemb. Limnau J. P. tora. sV. lib.Vll.c. 1;. n. 6 . Knipscbild , de civ. Imp. Datt , de pace miblRelat. Lips. ad an. 1701. *

Estadilla , eine stadt nebst einem castell in der GrasschafftRidagorqa in Aragonien , an dem fluß Cinea. An. i7io.qjeasie an Philippum V. über. 8

Estagel, lat. Stagellum , eine kleine stadt in der Graf -schafft Roußillon, am fluß Eqli, an der grentze von Languedoc nicht weil von Perpignan gegen norden.

* Eftaire , lat. Stegra, eine kleine stadt am fluß Lis in Flan­ dern , an den grentzen von Artois zwischen Aire und Armen,tiers , hat viel einwohner.

* Eftakre, eine stadt in Persien , in der provintz Fars , et.wan .10. oder 12. Meilen von Chiras unter dem 78. grad ;o. mi.nuten longitud. und ;o. grad 1;. min. latitud. gelegen. Ehe.mals wurde sie Persia genannt, und war die vornehmste imgantzen lande, wohl gebauet, und mit hohen mauren umge.den. Die einwohner treiben starcken Handel mit den datteln.Taverniers Perf. reif. III. 1 j.

Eftampes, lat. Stamps, eine stadt in Franckreich, in derlanbfchafft Beausse, mit dem titul eines Hertzogthums. Sieliegt an dem fluß Iuine, zwischen Paris und Orleans , in ei.ner sehr fruchtbaren gegend. Sie hat ein Land - Gerichte, einBann-Gerichte, ein Steuer-amt, ein Kriegs-Gerichte, einensaltz-speicher und zwey Collegial -kirchen von Königl. fondakion,eine zu Unser Lieben Frauen, die andere zum H. Creutz, fünfkirch-spiele und verschiedene klöster. König Robert legte dengründ zu dein schlösse, welches unter Heinrich IV. wieder nieder-gerissen worden. Diese stadt gehört zu dem alten domaine derCrone. König Carl IV. machte es zu einer Grasschafft seinemvekter Carl d'Evreux zum besten. Carl Vll., dem es wieder zu-fiel , gab es an. 14*1. Carl von Bretagne, und nachdem es abn,mal mit dem domaine der Crone vereiniget worden, gab es Lud-wig XI. Iohanni von Foix an. 1498. Allein als Gaston vonFoir, Iohannis söhn, in der schlacht bey Ravenna blieb, mach-te Ludwig XII. seine gemahlin die Annam von Bretagne zurGräfin von Estampes an. 1; i j. und nach deren tobe stammte esan ihre älteste tochter, Claudiam von Franckreich, welche sichan Franciscum I. damaligen Hertzog von Valots, vermählte.Nach dieser Printzeßin tobe gab es Franciscus 1 . an Jean de hBrosse de Bretagne, und Anna de Pisselcu dessen frau, so desKönigs maitresse gewesen, und davon Hcrtzogin d'Estampes istgenennt worden, erhub es also zu einem Hertzogthum. Heiwrich II. nahm es ihnen an. i;;;. wieder, und gab cs Dianävon Poitiers , des Louis von Breze Groß-Seneschalls von derNormandie gemahlin. Carl IX. restituirte es an Jean de laBrosse an. i; 6 i. und als er ohne erben starb, gab es Hein­ rich III. an. 1570. dem Hertzog Johann Casimir , der renun.cirte ein jähr darauf, da es denn die Hcrtzogin von Monlvcn-sier innen hatte, bis der König es seiner schwester der Mar,garetha von Valois, Königin von Navarra, einräumte, diees nach einigen jähren an Gabriele d'Estree, Hcrtzogin vonBeaufort, abtrat, von der es ihr söhn Cäsar, Hertzog vonVendome, den sie mit König Heinrich IV. erzeuget, erhaltm,und dessen posterität cs bis diese stunde besitzet. An.;r. ver-fiel diese stadt durch verrätherey in die Hände der Printze», wor-auf sie von der Königl. armer sechs wochen lang belagert ivurde,aber vergebens, indem der Hertzog von Lothringen mit 9. oderiooov. mann im anzuge war. Es sind verschiedene Provincial-und National-Concilia hier gehalten worden, und zwar was dieletztere anbetrift, so fällt das erste an. n;o. ein, darinn berath-schlaget wurde, ob man Innocentium II. oder Pctrum von Leo»vor den Papst erkennen sollte, da man denn aus Innocentiumfiel, dem der H. Bernhardus daö wart redete. Das andere an.1160. entschiede eine gleiche streitigkeit. Alexander III. und derCardinal Ockavianus, stritten um den Römischen stuhl, Franck«reich aber fiel Alexandrv bey. Raste, Diction. p.3083. DuChtve,rech. des villes. Majson. descript. flutn. Thuanus , hist. lib.XXIV. Du Pui , droits du Roi. Iva Carnolenf. ep.22. ad Urban.ep. 78· ad Phil. Tricassm. & ep. iji. &c.

Estampes. Das geschlecht der Herren von Estamves wird mzwey linien getheilet, und hat seinen Ursprung aus Bcrry. Ro-bertuS I. von Estampes, Herr von Sallebris und Roches, lebte