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EVANGELIA , war ein fest, welches die einwohner derLadt Ephesus einem hirtm zn ehren hielten. Denn als ste dentempel der Dianä bauen wollten, und den marmor darzu mit„rossen kosten weil her verschrieben hatten, zeigte ihnen ein Hir-te, nahmens Pixodorus, daß sie denselben auf ihrem gründund boden graben könnten. Er hatte solche marmor - steineselbst vhngefchr entdecket; indem eine geiß von seiner heerde,als sie auf eine andere gerennct, und mit dem Horn stossen wol-len , bey deren ausweichung einen seifen getroffen, so, daß eingantz weisses stück davon abgefallen. Dieserwegen bekam erden nahmen Evangelus , und hatte nach seinem tobe die ehre,daß ihm alle monate geopfert, und zu dem orte, wo er denmarmor gefunden, eine proceßion angestellet wurde. Sonsthieß auch dasjenige ausserordentltche fest also , welches ge-ftyert wurde, wenn man eine angenehme post erhalten hat-te. Alsdenn pstegte» sie zu opfern , und ihren freunden et,was davon zu schicken. Vitruo. üb. X. c. 7. Plut. in Ages.Jul. Vollux. lib. I. c. 1$. Xen. rer. Grac. üb. I. Isocr. in Areop.Arißopb, Equit. Polyanus , strat. lib. II. Meurs Grase, feriata.fajoldus , de fest. Grase. *
EVANGELIA , heißen in der kirche diejenigen texte,welche man an sonn-und fest-tagen erkläret. Sie sind nachund nach aufgekommen, und jederzeit in besonderer ehrer-bietung gehalten worden, wie man sie denn in aissehnlichenkirchen gar sauber und kostbar abgeschrieben, mit einem schö-nen band und edelgesteinen gezieret, und manchmal in einemkostbaren kästlein verwahret hat. Wenn der Diaconus dasEvangelium verlesen sollte , so führte man ihn in proceßionzum pult, und trug ihm wachs-kertzen nebst einem creutzevor. Wenn es verlesen wurde, stund das volck auf, undlegte aus ehrerbietigkeit den stock von sich; die Polen aberzogen mittlerweile ihre säbel, und hielten sie blos in den Hän-den, anzuzeigen, daß sie bereit wären, das Evangelium mitdem schwerdt zu verfechten. Wenn einer schwören muste, solegte er die finger auf das Evangelium. Man brauchte esauch, wicwvl aus aberglauben, daraus zu sehen, ob manin feinen Verrichtungen glücklich seyn werde, und geschahediß also, daß man das buch ohngefehr aufschlüge, und so-dann aus den Worten, die zum Vorschein kamen, eine deu-tung aus die vorgehabte fache machte. Wenn ein feuer ent-stund, so trug man es dahin, und fieng an zu bäten, rc.Schmid. de cult. Evangelior. Hammerich . de usu codicisEvangel. *
EVANGELIARIUM , oder EVANGELISTARIUM ,hieß in der alten und Griechischen kirche das buch, dareinman die Evangelien geschrieben hatte. Du Frejke , gloss.Grase.
* Evangelus, ein reicher Tarentiner, welcher einen preisin dm Pythifchen spielen davon zu tragen wünfchete, und die-weil er nicht krafft genug hatte, in den rennspielen und bey denhand-und Waffen - gefrchten etwas zu hoffen, so wollte er inder muste eines wagen. Er kam demnach aufDelphos, durchseine schmeichlet darzu angetrieben , und zeigte sich in demschaufpiel in einem güldenen rock und einem lorbeer-krantz » da-von die blätter von dichtem und gediegenem gold verfertigt wa-ren , die früchten aber aus grossen schmaragden bestunden;seine leyer war auch mit gold und edelgesteinen , und figuren,welche Apvllinem und Orpheum vorstelleten, ausgezieret; die-ser prächtige aufzug zöge die äugen aller zuschauer auf ihn,und machte jederman hoffen , daß man wunder von diesem sowohl gezierten mann hören würde. Da er aber anfieng zusingen, und seine leyer zu schlagen , hörte man nichtsals eine elende falsche stimme, die noch über das nicht mit deminstrument harmonirte , welches er über diß so ungeschicktangriff, daß er auf einmal, fast ehe er ansieng , drey säi.ten zerrisse; dieses machte das gantze volck lachen, anstattdenselben, wie sie zuvor gehoffet hatten, zu bewundern, undnachdem man seiner genug gespottet, wurde er endlich vonden Präsidenten des schauspiels, als ein unwürdiger mitruthen von dem theatro gesiäupet. Also zog er gantz scham-roth ab, und zeigte, daß das gold, ob es schon die, so esansehen, verblenden kan , dennoch, wann sie keinen genuß da-von haben, wenig würckung für die Hochachtung eines reichenthut.
* Evans, (Cornelius) ein betrüger, der sich um das jähr1648. während der bürgerlichen unruhe in Engelland bekanntmachte. Er war von Marseille gebürtig, und daselbst von ei-nem Engelländer aus der provmtz Wallis gezeuget. Weil erdem ältesten Printzen Königs Caroli I. in etwas gleich sahe,faßte er den entschluß, sich für denselben auszugeben, und be,redete das gemeine volck in Engelland, daß er Franckreich des-wegen verlassen hätte, weil ihn die Königin seine mutier mitglst hinrichten wollen. Den 1;. may gedachten jahrs kam erw einen gast-hof zu Sandwich , da ihm der Bürgermeisterdieses vrtü alle ersinnliche ehren-bezcugungen erwiese, und ihnm das Haus des Capilains Forstal, eines von den Äldermän-nern dieser (labt, führte, woselbst er seinem vermeynten ständegemäß bewirthet wurde. Des folgenden sonntags ließ er sich,als er zur kirche gieng, das blosse schwerdt vortragen, und vonder lcib-wache mit blossem Haupt begleiten. Das gerächte von
Histor. Lexicon in. Theil.
ferner gegenwart war kaum ausgekommen, als sich so bald einemenge adelicher Personen von beyderley geschlecht zum Hand-küsse emfanden , und ihm mit kostbaren geschencken aufwarte-ten. Er spielte seine person gantzer 8. tage glücklich, bis end-lich der Ritter Dishinton, welchen der rechte Printz vonWallis kurtz zuvor aus Franckreich nach Engelland gesandthatte, bey seiner durchreife zu Douvre mit Verwunderung er-fuhr , daß sich der Printz zu Sandwich aufhielte. Er begabsich deswegen ungejaumet dahin , und da er aus der mit demvermeynten Printzen gepflogenen Unterredung den betrug satt-sam mercken konnte, fuhr er denselben mit derben schelt-worten an. Unterdessen breitete sich das geschrey von die-ser fach immer weiter aus , und wurde beschlossen den be-truger bey dem köpf zu nehmen. Er retirirte sich zwar aufdie instil Thanet, wurde aber daselbst betreten , und anfangsnach Canterdury , von dar aber nach Londen in Newgatc ge-bracht ; aus welchem gefängnis er dennoch mitte! bekommenzu entfliehen. Salmonet , bist. des troubles de 1a Gr. Bre-tagne.
* Evanthes , der nähme drey gelehrter manner; der erstewar von Mileto , von welchem Diogenes Laertius in dem le-ben des Weisen Thaletis Meldung thut; der zweyte war vonSamos gebürtig, und Plutarchus qedencket desselben in sei-nem Solone. Des dritten vatter - stadt ist Cyzicus gewesen ,wie zum theil aus St. Hieronymo in seinem zweyten buch con-tra Jovinianum zu ersehen ist. Endlich gedencket noch Pli-nius eines vierten Evanthis in seiner historia naturali lib.VIII. c. 22.
Evaricus, Euricus, oder Ericus, ein König der Go-then in Spanien , war Theodorici I. söhn, und Theodoricr ILbruder, welchen letztem er tobten lassen , um ihm in der re-gierung zu folgen. Er verwüstete gantz Portugal ! , verheertegantz Ober - Spanien und Navarra , und bekam das meistedavon, sonderlich Pampelonne und Saragossa , in seine ge,walt, nahm auch in Gallien Arles und Marseille weg, giengdarauf in Auvergne, belagerte Clermont , schlug auch denKayser Anthemium, ohngeachtet Reothinus, der König inBritannien, auf desselben feite war, und sttzte gantz Auvergne ,Bercy , Touraine und Provence, in das groste verderben,starb endlich zu Arles um das jähr 484. oder 485. seinen söhnAlaricum zum Reichs - Nachfolger hinter sich lassend. Jir~
nand. de reb. Get. Ißdor. & Idatius, in chron. Sidon. ApoUlinar. lib. VII. ep. 6. lib. VIII. c. 9 . Gregor. Turon. lib. II.c. 24. *
Evaristus , von geburt ein Grieche, und eines Juden söhn,waVder fünfte Papst nach St. Petro , succedirte Anacleto an.ho, unter des Kaysers Adriani regierung , und wurde zu dessel.den zeit, wegen Vertheidigung des glaubenS, zum Märtyrer-tode gebracht , nachdem er 9. jähr und;. monate auf dem Päpst-lichen stuhl gesessen. Epipban. hasr. 27. Iren. lib. III. c. ;. Au-gujiin. ep. 164.
Evap, ein König in Arabien, der sich in der Medicingrosse wissenschafft zuwege gebracht, und in dem I. fasenlo gele-vet. Er schrieb einen tractat von den Simplicibus , und dedicir-te ihn dem Kayser Neroni. Man sagt auch , daß er dem Kay,fer Tiberio ein wcrck von der krafft der edelgesteine zuge-schrieben. Plinius , lib. XXV. c. 8· VtJJtus, de Phil. c. 12.S· 9·
EÜB AGES, oder, nach den ältesten manuscripten sowol alsdem ausfpruch der Griechen,besser EUDAGES waren neben denDruiden und Barden eine art Priester bey den alten Galliern, sokünftige dinge vorher verkündigen wollten. Sie legten sichhauptsächlich auf die erforschung der natürlichen dinge underkänntnis der gestirne. Strabo , lib. IV. Ammian . Marceütn,lib. XV. Dupleix , mem. des Gaul. liv. I. c. 16. *
Euboea , eine instil bey Livadia, siehe Negroponte.
* Euböa, eine alte stadt in Sicilien , deren eigentliche lägeman bey den Alten nicht angezeiget findet, doch wollen einige,daß sie im that di Noto an dem Sicilianischen meer gelegen.Marcianus Heracleota , p. 12. Schon zu Strabonis zelten lagsie wüste. Strabo , VI. p. 418. Cellarius , not. orb. ant. II.12. §. n 6. Nach dieser Muthmaßung soll also heut zu tagedaselbst die vestung Casteüazzio stehen. EazeUus , descr.Sicil.
Euboicus , (Nicolaus) ein gelehrter mann, welcher dieGriechische und Lateinische spräche verstanden, und in dem XV.steculo gelebet. Er scheinet aus der insul Euboea oder Ne«groponte gebürtig zu seyn, auch daher den nahmen zu haben.Er war mit aus dem Goncilio zu Florentz , als Epifcopus Sa.guntinus , wie er sich selbst nennet, (welches von Sagona in der«nsul Corsica verstanden werden muß,) und erwarb sich daselbstgrossen rühm. Er hat eine genealogie von den Türcken hinter-lassen , die aber nur in etlichen blättern bestehet, und am endedie form eines briefs hat, datirt aus Napoli vom 20. jul. an.1476. Das Latein ist ziemlich schlecht, und der auszug dergenealogie oder Historie der Türckischen Kayser hat auch garnichts besonders ; sie findet sich in collectione scriptorum Tur-cicorum , welche Herold an. l;z6. zu Basel ausgegeben. Spo ».da», annal. *
Hh; Eub-