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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Franckreich, um desto eher von ihm hulffe wider Carolum Mar-tellum zu erhalten, ihn für souverain erklärte. Eudo fammletehierauf feine trouppen, und stieß mit zu den Königlichen, al-lein Carolus Martellus erhielte dennoch an. 719. den sieg. Alsnun der König sich hierauf nach Aquitanien zu Eudvne rctirirte,wollte ihn Carolus Martellus von diesem letzter» durch seineGesandten einige zeit hernach ausgeliefert haben; allein er ver-stattete solches nicht, als unter Versprechung , daß der Konigseinem stände gemäß sollte tractiret werden. Zwey jähr hernacherwies er wider die Saracenen vor Toulouse grosse tapferkeil.Inzwischen begab sichs , daß sich Munuza, der SaracenenGeneral, in des Eudonis tochter, wegen ihrer schonheit, ver-liebte , und nichts unterließ , wodurch er selbige erhalten konn-te. Weil nun Eudo gern sahe, daß die Saracenen in inner-liche unruhe nwchten verwickelt werden, so versprach er ihmselbige, unter dem bedinge, wenn er sich wider die Sarace-nen aufwiegeln würde. Gleichwie nun dieser solches so gleichins werck gestellet; also fiel Eudo in Neustrien ein , waren aberbeyde so unglücklich , daß Eudo von Carolo Martello überwun-den ward, Munuza aber gar umkam. Der Saracenen KönigAbderamus that darauf in Aquitanien einen einfall, wider wel-chen Eudo , so Caroli Martelli hülfs-völckcr, um welche erbey ihm qngehalten, nicht erwarten wollte, abermals un-glücklich föchte. Allein, nachdem er seine zerstreuete armeewiederum zusammen gebracht, und sich mit Caroli Martellisuccurs conjungiret, ließ er sich an. 732, in ein neues treffenein , darinnen Abderamus das leben verlohr. Gleichwol konn-te er sich nicht enthalten, aufs neue in Neustrien einzufallen;allein, nachdem er gehöret, wie Carolus Martellus immit-telst so grausam in Aquitanien verfuhr, starb er an. 7;;.von bekummernis. Sein söhn und Nachfolger war Hunal-

dlls. Gregor. Turon. in append. c. 106. 107. Otto Fripngens.lib. V. c. 16. Vates. hist. Franc, Audigier, origine des Fran-cois tom. II. p. 226. 23?. Catel, memoir. de lhist. du Langue-doc p. 524. Bedeforec , chron. de France. Cordemoi , hist. deFrance. Buy'e.

Eudo , der jüngste söhn Roberti Königs in Franckreich ,war als ein appanagirter Printz mit seinem stände nicht zufrie-den , sondern ließ sich wider seinen bruder, König Henricum I.an. 1037. zu einer rebellion verleiten, ward aber in einer ve-stung von demselben eingeschlossen, und nach Orlcans gefan-gen gesetzt. Nach einiger zeit ließ ihn Henricus I. wieder los,und setzte ein solches vertrauen auf ihn, daß er einen theil derarmee feinem commando übergab , als er wider den Hertzogvon der Normandie Wilhelmum an. 1034. zu selbe zog ; Eu-do aber hatte das Unglück, daß er damals die schlacht verlohr.

Fragm. iißor Aquitan. ap. du Chene tom. IV. Gtßa Guilielmi

Buds , ap. «und. Siehe Henricus I. König in Franck-reich.

Eudo I. Hertzog von Burgund , war der jüngste bruder Hu-gonis I. welcher ihm an. 1078. das Hertzogthum Burgund ab-getreten. Von ihm hat die Abtey zu Citeaux ihren urfprung.Er that hierauf an. 1103. eine reife in das gelobte land, undstarb 2. jähr hernach in Cilicien . Er hinterließ von feiner gemah-nn Mathildis, GrafWilhelmi ll. in Burgund tochter, nebstverschiedenen andern kindern, Hugonem II. Hertzog in Bur­ gund . Von Eudone II. ist nichts merckwürdiges zu erinnern.

JOu Chene , hist. de Bourg. Sammarth.

*Eudo III. Hertzog von Burgund , war der älteste söhn Hu-gonis 111 . Hertzogs von Burgund , von dessen erster gemahlin,Adelheid von Lothringen. Er bestätigte an. 1193. der AbteySt. Benigne zu Dijon alle diejenige sreyheiten , die derselbensein vatter verliehen hatte. An. 1209. ließ er sich zu demkriege wider die Albigenser mit dem creutze bezeichnen, und be-gleitete an. 1214. den König Philippum Augustum indiePi-carbie, da er in der schlacht bey Äouvines die avant-gardeführte, und weil er sehr dicke und schwerfällig war, in grossegefahr kam , als ihm das pferd unter dem leibe getödtet wor-den. Er hat das Hospital zum H. Geiste in der Vorstadt zuDijon gestiftet, und sein leben an. 1218. den 6. jnl. zu Lyon beschlossen , als er im begriff war, nach dem gelobten lande zuriehen, worauf man ihn zu Citeaux beerdiget. Er hatte sich mitTheresia von Portugall, Königs Alphonsi I. tochter, vermahlet,aber wegen naher verwandtschasst, sich an. 119;. wieder vonihr geschieden. Anfimte , hist. geneal. tom. I. p. 542.

* Eudo IV. Hertzog und Pfaltzgraf von Burgund , Grafvon Artois, Aussone und Chalons , Herr von Salms, Titu-lar-König von Thessalonich , war der dritte söhn Roberti II.Hertzogs von Burgund , den derselbe mit Agnete, Königs Ln-dovici IX. tochter, gezeuget hatte. Er folgte feinem bruder Hu-goni V. in der regierung, und hatte mit den beyden Konigenvon Franckreich, Philippo V. und Carolo IV. viel Verdrießlich-keit ; bey Philippo VI. aber stund er in grossem ansehen, undföchte vor denselben an. 1323. den 22. aug. in der schlacht beyMontcassel , warf sich hernach in St. Omer , welches dieEngellander zu belagern droheten, und schlug Robertum III.von Artois davor weg. Er that auch noch an. 1346. inGuienne und Flandern kriegs - dienste, stiftete die Carthauszu Braune in Burgund , und starb an. 1349. zu Sens, wor-auf inan ihn zu Citeaux beerdigte. Anjeime , hist. geneal. tom.

I. p. 548·

Eudol. Grafvon Blois, Chartres , Tours, rc. weichn mder Historie wegen ferner tapferkeit und gottesfurcht berühmtist, starb an. 995. und hatte zu seinem Nachfolger EudonemII. Grafen von Blo,s, welcher auch Hertzog vonChamvaanegenennet wird , und mit dem Hertzoge der Normandie Uchardo II. wegen der stadt Dreux , die er demselben nicht tesrltuiren wollte, und wegen des schlosses Thilleres, so er wolltedemvliret haben, in streit war; auch nachmals dem Gra-fen von Corbeil Burcardo Melun wegnahm, aber dadurchden Konrg in Franckreich Robertum wider sich erregte < weichnnebst den Normannern ihm Melun wieder entrissen. Als aberder Hertzog der Normandie die Dänen wegen dieser fache iuhulffe rufte, vermittelte Robertus einen frieden zwischen bey-den theilen , mit diesen conditionen , daß Melun Burcardowieder gegeben ward, Dreux der Grafvon Chartres , und Thil-leres , nebst dem territorio um Dreux der Hertzog der Norman­ die behielt. Nach Rudolphi des faulen tobe machte Eudo II.prälension auf das Königreich Burgundien wider den KayserConradum Salicum, weil er Rudolphi schwester Berthä söhnwar, wurde aber von dem Kayser wieder daraus vertrieben,und hernach in einer schlacht bey Bar von Gozzelin, dem Her.tzoge von.Nieder-Lothringen, an. 1037. im 55. jähre seines al-ters getödtet. Chron. Flariw. ad a. 999. Gemmetic. lib. V.c. 11. Wifpo , de Conrad. Sal. adan. 1032. seq. Hermann.Contr. Marian. Scot. Hepidan. Chronogr. Rtldesh. ad d. a.

* EUDOSES, ein altes volck, so weyland in Vor-Pommeatheils an der kuste, theils an einer insul des Balthifchen meersin der gegend von Stralfund gewohnt, von welchem abernichts mehr als der nähme übrig ist, wiewol auch dieser andem ort ihrer wohnnng untergegangen. Tacitus de mor. Ger.manorum 40. zehlet sie unter die 7. Schwäbischen völcker ander Ost-see. Die übrigen heissen Reudigni, Aviones, Angli ,Varmi, Suardones, Nuithones, worunter die Angli die be-rühmtesten sind. Cluverius , Germ. antiq. III. 27. Ab Eckhart ,rer. Franc. 1 .3. Junckers anleitung zur Mittlern Geograph.II. I. p. 90. Cellurius , not orb. ant. II. 5. §. 60. MiculPommerl.

EUDOXIA , war der nähme, welchen die Pocken einervon den 7. Hyadibus beylegten. Siehe HYADES.

Eudoxia i eine gemahlin Kaysers Theodosii des jüngern,und tochter Heracliti, eines Athcniensifchen Philosophi ; oberwie andere wollen, Leontii, eines Sophisten , welche vorheroden nahmen Athenais geführet. Sie war von schöner ge.stall, gelehrt und beredt, welches alles ihr zu besteigung derhöchsten wurde den weg gebahnet. Weil sie aber eine Hey-din war, wurde sie getauft, und ihr der nähme Eudoxia ge-geben. Sie lebte mit ihrem gemahl und dessen schwester Pul.chrrla, welcher sie ihr Hohes glück meistens zu danckcn hatte,lange zeit in gutem Verständnis, bis endlich solches des Kay-sers favortte, Chrysaphius Eunuchus , durch seine Verleum-dung gestoret. Hierauf begab sie sich in das gelobte land,verfiel aber in die Eutychlanifche ketzerey. Doch hat sie sichhiervon wiederum bekehret, und ist, nachdem sie n. jähr zuJerusalem zugebracht, an. 460. im 67. jähre ihres alterS gestor-ben. Sie hat von der Römer sieg wider die Perser, ihremgemahl zu ehren, ein helden-getichte verfertiget. Man eignetthr auch zu einen Centonem von Christo unserm Heyland,wiewol andere ihn von der Proba Falconia geschrieben zuseyn vorgeben. Zonaras leget ihr auch bey die Vollendung derCentonum heroicorum , welche ein Fatricius angefangen hatte.Sie hat in Griechischen helden-versen Metaphraiin Octateuchi,wie auch der Propheten Zachariä und Dantelis; ferner 3.-cher von dem heiligen Cypriano dem Märtyrer heraus gegeben.AuHor chron. Paschal. ad Olymp. CCC. Socratei, hist. eccl.lib. VII. c. 21. Eoagrius , lib. I. c. 20. Nkephor. lib. XIV.Zonaras , annal. lib. XIII. Photius , in bibl. Menagius , hist.mulier. Philos. segm. 24. 25. seq.

Eudoxia, Licinia zugenannt, Kaysers Arcadii gemahlin,hielt des Theophili Alexandrini partey wider Chrysostomum,und brachte es dahin, daß dieser an. 403. aus dcr stadt ge.jaget wurde. Die ursach ihres Hasses soll gewesen seyn, daßihr vorgetragen worden , wie sie Chrysostomus eine Iesabelgenennet, darzu noch kam, daß er die am Hofe im schwängegehende lasier allzu frey strafete. Gleichwol aber rief sie ihnbald darauf wieder zurück. Allein da ihr zu ehren eine stalueaufgerichtet, und durch solches festin der gottesdienst unterbro-chen wurde, konnte Chryjvstomus nicht umhin, sein mißfallendagegen zu bezeugen. Da nun dieses Eudoxiä zu ohren kom-men , schlug sie sich übermal zu Theophili partey, und!»a-jagte Chrysostomum zum andern mal ins elend an. 414. Wer,sie abortirte, und in noch eben demselben jähre starb.

dius. Socrat. Sozomen. ProJ'per. Tbeophaw. Cedrenus. Eunapiu!.Zonaras. Glycas. Baronius. Petavius , de doctrina temp. lib. XLC. 47. Hermant.

Eudoxia , Theodosii des jünger» tochter, und KaysersValenliniani III. gemahlin , welcher von dem tyrannen Ma,ximo erschlagen wurde, der sie darauf, als dessen witlwe,an. 455. mit gewalt heurathete. Um nun dieses zu rächen,rief Eudoxia Gensericum in Italien , welcher Rom plünder-te, und sie mit ihren beyden tochter» in Africam brachte:

zedoch