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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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irdoch sie nebst ihrer tochter Placidia , auf der Kaystr Mar­ oni und Leontii vorbitke, wieder nach Constantinopel zurück

sthicktc. Evagrius . Theophanes. Socrates . Idaciui &c.

Eudoria, war eine tochter Kayfers Valentiniani III., unddein Gaudentio, einem söhn Aetii, juc gemahlin versprochen.Allein, nachdem ihr vattcr an. 4;?. durch Maximum umge-bracht worden, nöthigte sie dieser, Palladium zu heuralhen.Nachdem sie aber nebst ihrer Mutter und schweflet nach Afri-cam gefangen geführet worden, vermählte sie König Genseri-eus mit seinem söhne Hunerico. Dieser nun war der Aria-nischen ketzcrey zugethan, welche sie aufs allerheftigste hassetc,«nd dahero ihren gemahl, nachdem sie ihm einen söhn, Ulde-ricum , «bohren , gar verließ, und nach Jerusalem flöhe, dafie ihre übrige lebens-zeit in Heiligkeit zugebracht. Nicepbor.üb. XV. c. 12 .

*Eudopia, Macrembolidssa , eine gemahlin des Griecht-sitzen Kaysers Constanlini Ducä, ward nebst ihren söhnen vondemselben auf seinem lodbelhe zur Regentin verordnet, musteihm aber eydlich versprechen, nicht wieder zu heurathen, auchdarüber eine verschreibuna in des Patriarchen Hände stellen.Nach einigen monaten aber vermählte sie sich mit DiogeneRomano, den sie auch zum Kayser machte, nachdem sie vorherunter dem verwand, daß sie einen Vetter des Patriarchen eheli-chen wollte, die Handschrift von demselben zurück erhalten, undvon ihrem eyde war losgezehlet worden. Ais aber Diogenes an. 1071. von den Saracenen gefangen ward, und die Grie-chen MichaelemDncamaufden thron fetzten, stieß derselbe sei-ne mutter Eudoxiam in ein kloster. Zonaras. Sie war eine ge-lehrte Dame, und hat unterschiedene schriftcn verfertiget: alsΊΐχίηαμ» Άζΐβ'Λν, in heroischen verseil; T°i? των yuvai.xu* χξύας , in ungebundener rede; Titz , «/Wthc Μον<*£«.ruv ,· und lov/ot, Violarium, oder Collectio spissa varii argu-menti in alphabetischer ordnung, welches in der berühmtenColberlischen bibliotheck im manuscript liegt. Beym Bandu-rio not. antiqq. LPol. p. 818. feg. und Fabricio bibl. Gr.V.p. 587 - seqq. findet Ulan eine Verzeichnis , wovon jedeseapitul handelt.

* EUDOXII, eine gattung ketzer, welche von Eudoxo , demPatriarchen von Antiochia und Constantinopel, hergekommen;sie waren eine gattung Arianer, und zwar von der secte derMianer und Eunomianer, und behaupteten, daß der Sohndem Vatter nicht gleich, und aus nichts erschaffen worden,und folglich eine creatur des Vallers sey. S. Epiphanias,

hares. 76. PraUolus.

Eudoxius , ein Arianer, war ein söhn Cäsarii, so unterMarimiani Verfolgung den Märtyrer-tod erlitten, gebürtig vonArabisso, einer (labt in Klein - Armenien. Er war anfangsBisitzoff zu Germanicia, und nachinals an. ;s6. zu Antiochia ,davon er aber auf dem Seleucischen Synodo wieder abgesetztworden. Allein zu ansang des jahrs 360. beförderte ihn derKayser Constantius zum Constantinopolitanifchen stuhl, aufwelchem er u. jähr gesessen , bis er an. 370. zu Nicäa , da ereinen Bischoff ordiniren wollte, gestorben. Im übrigen warer den Ärianern zugethan, und nachdem er des SophistenAsterii bmfc gelesen, den 8emi-Arianern ; hierauf hielt er eSmit den Anomoeis, und hieng sich an Aetium, wiewol er auchnicht mit diesem in allen stücken gleichen sinn geführet. Manhat noch heut zu tage von ihm ein stück einer rede, welche ervon der Menschwerdung des Worts GOttes gehalten.Von ihm werden feine Nachfolger Eudoxii genennet. Socrat.lib. II. c. 37. 43. & lib. IV. cap. 14. Philofi. üb. IV. cap. 2.lib. IX. c. 8- Suidat , in voce Eudox. Baronius, A. C. 311.554 - 359 - 366. 370. Cave, hist. litter. P. II. p. 44.

Eudoxus von CniduS, Aefchinis söhn , lebte in der CIII.,oder nach Eusebii bericht, in der XCVII. Olympiade, undwar sonderlich in der Mathematic wohl erfahren. Archytas halte ihn in der Geometrie, und Philistion von Sicilien in derMedicin unterrichtet. Er that nebst Platone, seinem lehrmei.ster, eine reise in Egypten » um die gelehrten leuthe daselbstkennen zu lernen , und als er wieder nach Hause kam, gab ersnnem eigenen vatterlande gesetze; desgleichen verfertigte erauch unterschiedliche schristen von der Astrologie, Geometrieund Historie, als Octaerida; Ambiturn lerrse, &c. und starbA. R. 401. Olymp. CVII. Diog. Lairt. in ipsius vita. Cicero ,bb.II. de divinat. Strabo , lib. IX. XIV. & XVII. Apollo».hüt. Comment, c. 24. Suidat. Censorsn. de die natal. c. 18.VoJJm, de Hist . Graec. lib. I. c. 6 . p. 28.

S EVECTIONES , hiessen zu der Römischen Kayser zeitenfteyzettul, welche diejenigen bekamen, die auf der postwollten. Sie musten folche von dem Kayser oder best-ich vornehmsten bedienten und Gouverneurs in den provintzenunterschrieben haben, sonst wurden sie gleich angehalten. Esseit. sl v m demselben bezeichnet, wie viel sie Pferde habenlvuren, und wie lange. Die Magistrats - Personen , als Pro-Umlules, Pro-Pmores , Prsesides &c. weil sie selbst zettul aus-- paßirten sonst frey, ohne daß sie solche haben musten ;aber Constantinus M. brachte dieses ab. Btrgierius , de viis milit.

«Eveillon, (Iacobus) ein Französischer Theologus, war u 1«. M82. gebohren. Nachdem er zu Nantes eini,ge zett die Rhetoric gelehret, ward er Pfarrer zu Soulerre ohn-wnt«ngers, da er denn die zeit über, »velche ihm von seinen

amts-geschäfften übrig blieb, vornemlich die Gohcilla, wieauch die Patres und das Jus Canonicum stlibirte. Hierauf be-kam er erst die stelle eines Capicerii oder Chorrector an der fit*che de la Trinite zu Angers , ward aber nicht gar lang her-nach Pfarrer zu St. Michel du Tertre in eben dieser stadt,und an. 1620. Canonicus an der haupt'kirche, ingleichen desdamaligen Bischoffs Wilh. Fouquet Groß-Vieariüs , auf des-sen befehl er auch das Breviarium und Rituale reformiren mu-ste. Als nachhero Carolus Miron dem bemeldlen Bischoff suc-cediret, welcher mit dem Dom-Capilul einen ordentlichen Pro-ceß angefangen, nahm er die Vertheidigung dieses letztem aufsich, und beantwortete die factums dieses Bistboffs mit beson-derer geschicklichkeit. Wie abey endlich Claudius de Rcuil die-sen sitz erlanget, machte er sich bey demselben so beliebt, daßer nicht allein die aufsicht über alle Nonnen-klöster in der gan-tzen Diceces bekam, sondern auch hiernächst alle wichtige ge-schaffte durch seine Hände giengen. Er starb im dec. an. 16; i.und hinterließ eine schöne bibliotheck, welche er den Jesuiten zu la Fleche im testament vermachet. Seine schristen sind:de Procelsionibus Ecclefiatticis über, de recta psallendi ra-tione ; Traite des Excommunications & Monitoires ; und Epi-stel a Gapituli Andegavensis pro S. Renate Episcopo , worinner die gemeine und von Launojo bestrittene mevnung, als obder H. Renatus 7. jähr nach seinem tobe wieder auferstanden,zu behaupten suchet. Du Pin, bibl. des aut. eccles. Ntceron,mem. tom. XlV. Le Clerc, bibl. de Richelet.

Evelthon, war König zu Salamine in Cypern , welcherwiederum auf seiner vorfahren thron erhoben wurde, nachdemsein gcschlecht desselben 60. jähr lang entbehren müssen. AlsPheretima, Batti des Königs von Cyrene in Libyen witlwe, ihnum hüls ersuchte, sie wieder auf ihren thron zu setzen, von wel-chem sie ihre Unterthanen herab gestürtzet hatten, ließ er ihr einespindel und einen rocken präsentiren, dadurch sie zu erinnern,daß dieses sich besser vor sie schickte, als eine armee. Herod. lib.IV.

* Evelyn, (Io.) ein Engelländer, hat in solcher sprächeHistory of the 3. late famous impostors, Londen 1669, in 8.Discursiim de Arboribus sylvestribus &c. ib. 1664. Tr. deArboribus frugiferis, ib. 1666. Calendarium Hortense , ib. Pa-rallel of the ancient Architecture with the moderne , ib. 1664.a metrical Version and. notes on Lucretius his first booek deRerum Natura, ib. 1656. in 8. Hyde.

Evemerius, ein Epidaurischer abgott, siehe Telesphorus.

* Evenor, ein geschickter mahlet der alten zeiten, lebte umdie XG. Olymp, etwan 420. jähr vor Christi geburt. Er warder vatter und zugleich der lehrmeister des berühmten Parrhasii.Filibitn , entret. für les vies des Peintres.

Evcnus, ein fluß in Aetolia , welcher anjetzo, wie Niger be-richtet, Fidari oder Phidari genennet wird, aus dem berge Calli-dromo entspringet, und endlich in das Ionische meer fällt, nach-dem er durch die stadt Calybon geflossen. Strabo. pim. Ptoiem. &c.

Evenus I., der 12. König in Schottland , succedirte sei-nem vetter Dursto, nachdem vorhero die vornehmsten in ihrerVersammlung darüber gestritten, indem einige sich auf die altegewohnheit beriefen, da man allemal einen aus Fergi stamm er-wehlete; andere hingegen verwandten, daß, wenn sie einen ausDursti geschlcchte zum Könige machen würden, berselbige entwe-der dessen bösem exempel nachfolgen oder aber seinen tob rächenwürde. Allein weil Evenus sehr beliebt war, sowol wegen sei»nes guten lebens, als auch wegen seines freywilligen exiln undelendes, in welches er sich aus haß gegen Durstum begeben ;so wurde er, ohngeachtet er Dursti bluts-verwandter war, aufden thron erhoben. Man sagt, er sey der erste König gewesen,welcher den eyd der treue von seinen Unterthanen gefordert, da-mit er die unter voriger regierung höchst yerderbte sitten der lü-gend verbessern möchte. Er brachte sie also wieder zu der vorigenmäßigkeil im essen, trincken und kleidunq, und handhabete imgantzen Reiche recht und gerechtigkcit. Er half den Picken wi-der die Britannier, und nöthigte diese, die flucht zu ergreiffen,und ihre beute im stiche zu lassen. Nach diesem verordnete Eve-nus gewisse Richter, die an statt des KönigS umher reisen, undeinem jeden zu feinem rechte helffen sollten. Dieses war der ersteUrsprung der sogenannten kreis,gerichte in Schottland . Des-glelchen verordnete er gewisse so genannte Informatores, diejeni-gen, so etwas verbrochen, vor gerichte anzuklagen. Allein daer die hieraus entstehende ungelegenheit sahe, wurde dieses amtbald wieder abgeschaffet. Endlich starb Evenus im 19. jähreseiner regierung, und im 76. vor Christi geburt. Buchana -nus , hist. Scot.

Evenus II. , der 14. König in Schottland , succedirte Gillo,welcher wegen seiner üblen regierung war vertrieben worden,verfolgete ihn bis in Irrland, und schlug ihn daselbst durch sei-nen General Caduallum, wobey Gillus in einer höle angetrof-fen, daselbst getödtet, und sein Haupt zum Schottländischen Ge-neral gebracht wurde. Nach diesem vermählte sich Evenus mitGeti, des Pictischen Königs tochter, und wurde sodann durcheinen ausfall der einwohnet der insul Orkney beunruhiget,schlug aber dieselbigen mit ihrer grossen Niederlage in die flucht.Ihr König Belus entleibte sich selbst, weil er vermeynte, daßer kein quartier bekommen würde. Nachdem dieser krieg zuende war , bauete der König zwey marck- städte an bequemeörter, nemlich Innerlvlhy und Innerneß an schiffreichen flus-

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