Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

e it t cum

eum 377

tfufostirt , des Kaysirs Michaelis Paläologi schwester, wur-de von diesem ihrem bruber gar heftig geliebet, weil sie seiner ms-iner kindheit so sorgfältig gewartet hatte. Wenn remand et-was dey dem Kayser erhalten wollte, konnte er nicht glücklicherw seinem cndzwcck gelangen, als,wenn er sich der Eusog.a gna-de versicherte. Nichts destoweniger, weil sie die Griechische«rcke wider die Abendländische beichutzte, so zerfiel sie gantzlichmit ibrem bruder, und beredete ihrer tochter mann Constantl-m m den König der Bulaarier, eine unruhe im Reich anzurich-ten, als sie sahe, daß der Kayser mit dem Papst einen vergleichzu stiften suchte. Pacbymer. lib. VI. c. i. Matmbourg , histoir.du schisme des Grecs.

FüLOGI/E , hiessen in der alten kirche die gesegnete Hostien,»^vielmehr gewisse stücke davon, absonderlich aber diejenige,melcke man den fremden, abwesenden, krancken, oder auchbenachbarten Christen und Bischöffen sandte, um ihnen da-durch M erkennen zu geben, daß man mit ihnen m gemern-sckafft des glaubens lebe. Es war sehr gemein, daß em ,ederMckoff, nach Verrichtung der heiligen Commumon, dergle»-cken stücke in alle unter seiner aufsicht stehende kirchen hin-kckickte, um dadurch die genaue Vereinigung der gantzen ge-meinde zu erkennen zu geben , aus i. Cor. X. 17. Zu Rom soll Papst Miltiades diese gewohnheit aufgebracht, das Laodi-cenische Loncilium aber nachgehends wieder abgeschaffet haben.Damasus , in vita Milt. Conc. Laod. can. 14. Du Frefne , gloss.Gr. Suic. thes. eccl. *

Euloaius, ein Patriarch von Alexandria , der wegen seineraelchrsamkeil und gottesfurcht sonderlich berühmt war, succe-dirteIohanni lV. an. 581. schrieb wider die ketzer mit grossemeiftr, und starb an. 608. Seine schriften sind: Homilia inssamosPalmarurn; Lontra Xovaturn Hteresiarcbarn dsAdmini-ftratione Ecclefiastica lib. IV.; adversus Timotheum & Seve-rura Hxreticos lib. II.; adversus Theodosiutn & Severumlib. I' adversus Pacem inter Theodosianos & Gainitas; Epi-ftola ad Eutychium Patriarcham Constantinopolit. Seine

schreib-art ist sehr gering, aber i» der heil. Schrift hatte er nichtwenig eckänntnis. s. Gregor, lib. VII. epilt. 30. lib. VIII. ep.42. üicepbor. in chron. Evagr. lib. V. c. 16. Photius , cod.208.225. &c. Baron. an. 581. 600. &c. Cave. *

Eulogius , Ertz-Bifthoff zu Toledo , war von Cordova inSpanien gebürtig. Durch der Saracenen Verfolgung wurdeer genöthigt, ins elend zu ziehen, und konnte nicht eher alsan. 851. wiederum in seine vatter-stadl kommen. Er vermahn-te die Christen, welche in dem gedachten iahre erbärmlich vonden Saracenen hingerichtet wurden, mit unerschrockenem eifcrzur standhafftiqkeit, darüber er aber, als er eben nach Rom zureisen vorhalte, selbst ins gefängnis gehen muste. Er wandteseine zeit darinnen zu Verfertigung verschiedener schriften, undzu Vertheidigung der Märtyrer wider ihre Verleumder an.Gleichwie er aber durch seine bisherige aufführung den haß derSaracenen auf sich geladen, also wurden sie auf das höchsteverbittert, als er Löcritiam von ihren irrthummern zu derChristlichen religion bekehrte. Sie rissen ihn vor gerichte, undals er sein glaübcns-bekänntnis vortreflich abgeleget, liessen sieihn an. 859. durch das schwerdt hinrichten. Von seinen fchrif-tcn sind bekannt: Memoriale Sanctorum, sive lib. III. de Mar-tvribus Cordubeniibus , die aber von Ambrosio Morales , wel-cher sie zuerst heraus gegeben, sonderlich an dem orte, da von dersaracenischen religion gehandelt wird, sehr verstümmelt wor-den ; ferner Apologeticus pro Martyribus adversus Calumnia-tores; Exhortatio ad Martyrium, sive Documentum Marty-riale ad Floram & Mariam Virgines Confessores ; Epistolae ali-quot adWilisindum Episcopum Pampeionensem, ad Alvarum& alias. Scotus, bibl. Hispan. Voffius, de Histor. Lat. lib. II.c. 27. Mir aus. Cave.

Eulogius , (Q.) oder Eclogius, mit dem zunahmen Vi-tellius, den er von seinem Herrn, oem Kayser dieses nahmens,bekommen, als er ihn frey gelassen. Er hat das geschlecht-regi-sicr seines Herrn ausgeführet, und darinnen gezeigel, daß desWeiln geschlecht von Fauno, dem Könige der Aboriginum, ab-stamme. Sueton. in vita VitelL c. 1.

Eumachius, von Neapolis, hat die aeschichte des Hanni-bais beschrieben, welche von Athenao angeführt werden. Einigemeynen, daß er eben der Eumachus sey, welcher von Phlegonteangeführet wird, über die 2. ungeheure riesen-gerippe, ivelche dieCarlhagincnser, in Verfertigung eines grabes, in Africa sollen ge-sunden haben. VoJJius , de Hist . Gr. lib. III. *

* Eumelus, gebürtig von Corinth, war Amphylici söhn,und lebte zwischen der III. und X. Olymp. Er hat die ge-stbichke seines vatterlands in versen beschrieben, und ausser derschrift deVeterinaria , noch andere verfertiget, welche von denAlten angeführet werden. Voßus , de Hist . Graec. I. 1. IV.1. & de Poetis 3. Du Pin, bibl. des Histor. II. Barbertnibibl. Fahr. bibl. Graec. 1 .2. §. 4. p. 9. II. 2. §. 24. p.281.284.

Eumenes, so von Plutarcho Philo-Romäus genennetwird, war eines Eumenis söhn, succedirte seinem vetter Phile-tarv im Königreich Perqamo , G. C. 490. Olymp. CXX 1 X. 1.A. M. 3720. a. C. 264. und hielte mit den Römern vertraulichesreunbschafft. Strado schreibet, daß sein bruder, oder viel-mehr seines vatters bniders söhn , und Nachfolger Attalus, deraste gewesen, welcher den titul eines Königs von Pcrgamo an-Histor. Ltxieon in. Theil.

genommen; welches doch nicht so gewiß zu seyn scheinet,wdem man noch müntzen mit der aufschrift des Römgspyrletan findet, der eben der jetzt-erwehnte urheber desMrgcimenlschen Reichs ist. Strabo , lib. XIII. Livius , lib.XXXIV. *

£ u» e9 'König von Asia und Pergamo, succedirte seinemvatter Attalo, A. X. 556. Olymp. CXLV. ,. A. M. 3786. A. C.198. und vertrug sich so wohl mit seinen brüdern, daß sie allezeitals em exempel der eintracht angeführet wurden. Er hielt son-derliche freundschafft mit den Römern, und leistete ihnen gros-se dlenste; wurde aber auch von ihnen dafür treflich belohnet,mästen ue, nach Überwindung Antiochi des grossen , Königsm Syrien , Eumeni das grosse stück Asiä, disseits dem ge-burge Taurus , so sie jenem abgenommen, zutheileten, so-wol als den Thracischen sogenannten Chersonesum in Eu­ ropa . Er regierte 40. jähr. Seinen söhn überließ er dervormundschafft seines bruders Attali. Strabo , lib. XIII. c. 10.

Justin. &c. *

Lumenes, aus der stadtCardia, (sonst auch CardiopoljSgenannt, und die letztlich von Lysimacho den nahmen Lysimachiabekommen,) >n dem Thracischen Chersoneso, von armen eitern,gebürtig, kam erstlich in Philippi dienste, bey dem er schon,ehr viel galt; nach dessen tobe machte ihn Alexander M. zuseinem vornehmsten 8ecretario; er zeigte aber in den Waffennicht geringere kunst als in der feder, so daß ihm Alexanderbey verschiedenen gelegenheiten allein eine armee anvertrauendorfte, und selbigen über eine der wichtigsten provintzien, wel-cher vorher Perdiccas vorgestanden, setzete, ja so gar seiner ei,genen gemahlin Barsine schwester an ihn verheurathete. Je-doch kam auch Eumenes öfters bey Alexandro in Ungnade, so-wol wegen seiner frechen reden, als fürnemlich wegen seinesgeitzes, welcher bey ihm so starck eingewurtzelt, daß, als der Kö-nig einsmals , zu ausrüstung seiner Indischen flotte, von al-len seinen freunden eine nachdrückliche beysteuer an geld for-derte, lind der Konig von Eumene, welchen er sehr reich wußte,300. tdente verlangte, ihm dieser nicht mehr als 100. geliefert,und sich darbey noch gestellet, als hätte er es mit grösser müheaufbringen können. Alexander wurde nun hierüber sehr ent-rüstet , und gab so bald heimlich den beseht, des Eumenisquartier in brand zu stecken, damit seine so mühsam gespartegeld-summen beym austragen zum Vorschein kommen möch-ten ; das feuer aber frasse so geschwind um sich, daß man nichtssalviren konnte, und, wiewol man hernach den werth vonmehr als tausend talent aus der asche hervor brachte, so büß-te doch Alexander an denen zu seiner regierung gehörendenschriften, welche noch viel weniger, als das so schöne qoldund silber, zu erretten waren, einen unwiederbringlichen fcha,den ein. Es war dem König auch nicht weniger verdrießlich,daß sich Eumenes mit dem Hephästion niemals vertragen konn-te , welches er ihm auch nach des Hephästionis tobe nachge-tragen. Es wußte sich aber Elimenes bey diesem allem saklüglich aufzuführen , und, so bald jener verstorben, an beeh-rung dessen gedächtnisses so wohl nach des Königs sinn zu ar-beiten , daß er dessen gunst immer zu behalten , das glück hat-te. Nach Alexandri tobe trug Eumenes das meiste bey, dasaufrührische fuß-volck in Babylon zu stillen, erhielte darauf,in theilung der provintzien, Cappadocien und Paphlagonien,in so weit nemlich, als diese länder unter Macedonien stun-den , weil ein theil dem Ariarathi war gelassen worden, dernoch vor der ankunft Alexandri allda regieret hatte; ob nunschon Eumenes die ihm, zu einnahm und behauptung sei-ner provintz, angewiesene hülffe von Antigono nicht hatte er-halten können, so wurde er doch von Perdicca desto kräffti-ger unterstützet, und setzte, nachdem er Ariarathem geschla-gen , das gantze land in eine gute Verfassung; und weilman sonderlich den alten Macedonischen soldaten , wegen ih-rem stoltz und allzugrosser neigung zu einer aufruhr, nichtviel gutes zutrauen dorfte, so war dieses ein streich von einemsehr verständigen mann und fürtreflichen Generalen , daß eraus Asia selbst in kurtzer zeit eine ziemliche reuterey sammlete,auch dieselbe so wohl zu exerciren und auszurüsten wußte, daßsie hernach nicht nur wider die feinde so gute dienste that, alsman je von alten soldaten hätte erwarten sollen, sondernauch nicht wenig half, die Macedonier im zäum zu halten.Auf diese weise föchte er anfänglich für Perdiccam , schlugNeoptolemum, und nachgehends auch Craterum, der Neopto-lemo zu hülffe kommen war; in welchem letzter» treffen Eu-menes erstlich darin» grosse klugheit zeigte, daß er die unterihm stehende Griechen ehender an den feind brachte, als siewußten, daß sie mit Cratero zu fechten hätten, welcher beyden Macedonier» überaus beliebt war. Neben dem stellte erauch Cratero aus eben der Ursache lauter Asiatische und Thra-cische kriegs-leuthe entgegen, von welchen alich selbiger, ob-wol er sich tapfer, widersetzte, todtlich verwundet und gefan-gen , auch sein flugel in die flucht getrieben wurde. Eume-nes selbst kam mit Neoptolemo, zu fechten, da sie dann ausgrosser Verbitterung, die schon langst zwischen ihnen gewesen,nach einigen gewechselten schwerdt-streichen, wodurch keinemviel schaden geschehen, einander zu pferd umfasset, heruntergerissen, und also noch auf der erde liegend gerungen, bisEumenes, bey ersehenem Vortheil, dem Neoptolemo einentödtlichen hieb, als er sich eben vor ihm auf die füsse richte«

J i 3 wollte,