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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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lum de Multitudine , ibid. und Tabulas Anatomicas &c. welcheder Päpstliche Leib-AIedicus, Johannes Maria Lancisti, an.1714. zu Rom wieder drucken lassen , und eine Nachricht vondem leben des authöris beygefügt. Toppi , bibl. Nap. Gior·nale de Leiter, dicaha, tom. IX.

* Eustachius, (Johannes Martinus) ein NeapolitanischerPledicus und Philosophus im XVI. feculo, gebürtig von Gam-batesa, schrieb Vitam Claud. Galeni, 1577. ist 4. de Medicin, *;Antiquitate; Introductionem seu Medicum. Sein Vetter, Jo-hann Nicolaus, hat an. 1608. Opusculum de 81 tu & AereCivitatis Beneventans drucken lasten. Toppi , biblioth. Mon·gitor.

* Eustachius, (Johannes Thomas) ein sehr frommer undgelehrter Bischoff von Larina, war zu Troja in Apulien den 7.junli an. 1575. von adelichen eitern gebohren. Sein vatter,Johannes Martinns, war ein berühmter Philosophus, undseine mutter Sulpitia eine gebohrne deTutiiS. Er stubirte zuNeapel in dem Oratorso St. Nerii, zu dessen erden er sich an.1592. bekennet, und ließ schon damals eine grosse Heiligkeitvon sich spüren, die er nach der zeit durch ein conformes lebenimmer höher brachte. Bey seinem studiren in der Theologiemachte er sich zugleich die Patres wohl bekannt, übte sich auchdergestalt in den grund-sprachen, daß er die fontes selbsten zurathe ziehen konnte. Nachdem er in die 20. jähr mit predigenallda hingebracht , und sich bereits auf der reise nach Lo-retto befände, erhielt er die Nachricht, baß ihn Paulus V. zumBischoff von Larina ernennt habe. Er weigerte sich zwar solchewürbe anzunehmen, weil er ein gelübde gethan , sich ohne vor.gängige berathung mit seinem Beicht - vatter keinem einzigenämte zu unterziehen ; allein der Papst benahm ihm den scrupel,da er ihn als der Vatter aller geistlichen Vätter von seinem ge-thanen gelübde frey sprach. Erwarb also den 9. januarii an.1612. vom Cardinal Roberto Bellarmino zum Bischoff einge-weyhet, brachte daraus das eingegangene 8eminanum Cleri-eorum wieder in stand, stellte öftere Visitationen an, und ver-waltete sein Bischöffliches amt vier jähr lang mit aller Vollkom-menheit , da er so fort dasselbe niederlegte, und sich in sein Ora-rorium nach Neapolis zurück begab, wo er den l. jan. an.1641. mit tobe adgieng. Man sagt, daß er sowol im leben ,als auch nach seinem rode wunder gethan. Vor die Heiligenhatte er eine grosse Hochachtung, sonderlich aber gegen die MutterGOttes, der zu ehren er auch zwey capellen aufgerichtet. Seinehinterlassene schriften sind : Tiber Ecclefiarum, Imaginum actitulorum B Virginis; de Observantia , Invocatione & Imi-tativste ejusdcm &c. Baccius , in vita Johannis Juvenalis Anci-nac IV. p. 540. Toppi, bibl. Nap. Ugbeüus , ltal. sacr. tom.

vm. p. 306.

Eustathius, Patriarch zu Antiochien , war aus der stadt Si-de in Pamphylien gebürtig, und wurde anfangs zu Beroeain Syrien , und nachgehenbs von denen auf dem Concilio zuNicäa verfammleten Kirchen-vättern zum Bischoff von An­ tiochien gemacht. Er soll im nahmen dieser Versammlungden Kayser Constantinum M. mit einer vortreflichen rede em-pfangen haben, wiewol andere dieses dem Eufebio von Cäfareazuschreiben. Weil er sich aber gar heftig in Vertheidigung derrechtgläubigen wider die Arianer aufführte, unterliessen diesenichts, was zu seinem schaden gereichen konnte. Daherowurde er von ihnen aus dem Synodo, welchen Eusedius vonNicvmedien und Theognis von Nicäa nahe bey Antiochien zu.sammen gebracht, seines aintes entsetzet. Weil sie auch kei-ne tüchtige Ursache dazu finden konnten, bestellten sie ein leicht-fertig Weibsbild , welche vor den Richtern mit einem eydeaussagen muste, daß sie Enstathius bcschlafen. Darm kam,daß er beschuldiget wurde, als wann er schimpfliche re-den wider des Kaysers mutter Hclenam ausgestossen, undsich der Sadellianischen irrthümmer verdächtig gemacht. Die-sem nach wurde er um das jähr 329. oder 330. nach Traja-nopel in Thracien verwiesen. Allein seine Unschuld wurdebald hieraus offenbar, da das bestochene unzüchtige Weibs-bild in eine schtvcre kranckheit gefallen, und vor jederinanden betrug entdecket. Er starb aber in gedachtem seinem exi-lio, verschiedene schriften hinterlassend, davon noch heul ztttage übrig sind , Oratio brevis ad Constantinum Imp. die sichbey dein Gregorio Presbytern und Surio befindet, wiewol ander aufrichtigkeil dieser schrift einige zweifeln wollen; fernerCommentarius in Hexaemeron, welchen Leo Allatius mit an-mercknngen heraus gegeben , den aber andere dem Enstathiogleichfalls absprechen, und endlich Dissertatio de Engastrimy-tho, darinnen er des Origenis lehren bestreiket. Theodoren

lib. I. c. 21. Socrates, lib. I. c. 24. Atbanas. in epist. ad so-llt. p. 629. Sozomenus , lib. II. c. 19. Valeßus, in annot. adEuleb. de vit. Constant. M. lib. III. c. 59. Cave, &c.

Eustathius, Bischoff von Sebaste in Armenien , war vonsehr unbeständigem gemüthe , und gab sich bald für einenrechtgläubigen, bald für einen völligen, bald aber nur füreinen halben Arianer aus. Ja an. 363. schlug er sich zu derMaccdonianischen partey, befand sich aus dem Coneilio zuLampsaco , und reisete endlich zum Papst Liberio, bey wel-chem er sich gar orthodox steüete. Aber der berühmte Basi-lius, so vorher lein freund gewesen, und diesen menschen in-nen und aussen kannte, soll seine» betrug entdeckt haben, die-ser auch darauf entsetzet, und eines elenden tvdes gestorben

seyn, da «hm Petrus , der jüngste druder Basilii, «foMAlso zwar lässet sich dieses manns Historie aus Basilst sg 5 cten zusammen fassen; allein Socrates und Sozomenus nKvon dem allen fast kein einig work, sondern oieimebTqansdas gegenlheil. Nach ihnen war der vatter Enstathii, Vnlalms, Bischoff zu Casarea in Cappadocien, welcher aber dmsen söhn zu allererst der Bischöfflichen würde unwebrt aeachtet oder entsetzt haben sollte, weil er sich ,n der kleidn»«nlcht Bischoff,,ch aufgeführt. Nachgehends steuerten sich ede,auf dieses urtheil seines eigenen vatlers die Acacianer , einder Ananuchen secten, als sie denselben in ihrem Constantinovoltanlschen Concilio ebenfalls entsetzten. Wobey indessen woblzu mercken ist , daß sie die Ursachen dieses schlusse« gar nichtauf einigen zwiespalt zwischen ihm und ihnen in derieniamlehre gesetzet, wegen welcher sonsten die Arianer verschrcowaren; sondern schlechterdingen sich auf das urtheil seines chgenen vatters gegründet haben. Wobey diese zwey Historiciohne von Petro dem bruder Basilii Meldung zu thun , demEustathio im Sebastenischen Bißthum einen Meletium zumNachfolger geben. Sie erzehlen ferner, der Synodus zu Gau.gra hatte nachdem viel grobe irrthümmer an eben dieser ver.son verdammt, alS daß er, ungeachtet ihn schon das Conciliumzu Caiarea mit beystimmunq seines vatters entsetzet, viele fa-chen wider alle gute ordnungen übernommen, sonderlich dieehe für unzuläßlich gehalten, viel schon verheurathcte von ein.ander geschieden , viel speisen verboten, die leuthe von denChristlichen Versammlungen abgezogen, und an deren statt daSheilige Abendmahl in ihren Häusern zu nehme» vermahnet, dieknechte von ihren Herren und deren dienst abwendig gemacht,unter dem verwände, baß sie dabey GOtt nicht recht die.nen könnten, die fasten in der Wochen verworffen, hingegendie semige angehalten , an den sonntaqen zu fasten, endlichsogar das gebät, welches in den Häusernverheurathelerleu.the geschahe, eben sowol als allen fegen und geistliche ver.nchtungen der in der ehe lebenden Priester für unnütz undgantz unfruchtbar ausgeschrien. Das Gangrensische Conciliumfüget noch anbey, er habe die Verehrung der grabmählerder Märtyrer und anderer für heilig geachteten öfter ver.dämmt, und die verlaffung aller zeitlichen güther von einerunumgänglichen Nothwendigkeit erachtet, wo der mensch woll-te selig iverden. Sozomenus rühmet sonsten die ftömmig-keit und den eifer dieses manns, auch die fürtrefliche würckungseiner predigten , machet ihn auch noch ferner zu einem Ur-heber des Mönchen-lebens in Armenien , Paphlagonien undPonto, mit dem beysatz, daß ihm auch das buch von dieser le,bens-art, welches man gemeiniglich dem grossen Basilio bey,legt, von einigen zugeschrieben werde. Übrigens will zwarBaronius und du Pin aus der bisher beschriebenen personzwey machen , und Eustathium den Bischoff von Sebaste vondem zu Gangra verdammten unterscheiden , hiemit in die,sem stücke Socratem und Sozomenum eines fehlers deschuldi,gen. Allein keiner von beyden hak seine meynung also be-wiesen , daß ihm mehr hierinn zu glauben schiene, alS je-nen, welche der zeit, in welcher alles vorgcloffen, so nahegewesen sind. Büß. in epist. Socr. bist. eccl. lib. II. c. 43.Sozom. lib. III. c. 14. & IV. 24. Barov. ad an. 3Ü1. n. 44 · P#Pin, bibl. des auth. eccl. ad fec. IV. *

Euftathius , Bischoff zu Thessalonich, war unter den Kay.fern Manuele und Alerio Comneno um das jähr 1170. berühmt.Man hat von ihm Commentaria über Homerum und Diony-sii Petiegefin ; de Ismenis & Ismenes Amoribus lib. VI.; wie.wol ihm diese letztere von einigen abgesprochen werden,Jiu , de Histor. Gr. lib. IV. c. 19. p. 491. Cave. in hist. liter,p. 475. t'aoiiaus, in bibl. Gr. lib. II. c. 3. p. 289.

Eustathius, war ein ketzer im IV. steculo , seiner proses,sion nach ein Mönch, welcher, wie Epiphanins berichtet, die,sen seinen stand so hoch hielt, daß er alle verehlicbte Personenvon dem ewigen leben ausschloß, weil das in privadhäusernverrichtete gebät döse wäre. Darneben band er seinen anhan.gern ein, daß sie alle ihre güther verlassen müssen, als ohnewelches sie keine Hoffnung hätten in das Paradies zu kommen.Über dieses ordnete er fasten an den sonntagen an, und ckliessen sich von ihm unterschiedene weider verführen, daß sieihre männer verliessen, auch sehr viel sclaven nahmen dah«,ro gelegenheit, von ihren Herren wegzulauffen. tpipka»,

haer. 40.

Eustathius, von Epiphanea in Syrien gebürtig, worunterder regierung des Kaysers Auastasii u>n das jähr 496. berühmt.Er hat Chronicorum Compendium von Aenea bis auf Ana-stasium und einige andere fachen verfertiget. Er hat auch dieeroberung von Amida, so sich an. 303. zugetragen, beschrieben.Nicephor. bist. eccles. lib.XIV. c. 57. Suidas, invoceVoJ/iut. Gejherui. Cave.

Eustathius, ein sehr geschickter und beredter mann , warum das jähr 440. berühmt. Er hat 9. reden Basilii, über die6 . tagwercke aus dem Griechischen ins Lateinische uberietzek.Es befindet sich diese Version unter den wercken deS Baiilii, st>an. -603. zu Paris und an. -616. zu Antwerpen heraus ge-kommen. CaJJiodor. divin. lect. c. l. Sigebnt. de script. c. 2l.Miraus, in not. ad h. 1. Oudin. suppl. p. 87 - Cave.

* Eustathius , Professor |u Constantinopel , hat nebst dem