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der verstorbene ein nichts werther mensch gewesen, lind dasnatürliche band zwischen eitern und kindern ihn von dieser ab-scheulichen anklage abhalten sollte, welche ihn anstatt einerbelohnung mit einer ewigen schwach belegen wurde. Dessenohnqeachtet trieb er seinen falschen eifer fort, und kam nachAthen , wo er socratem so gleich besuchte, welcher ihn dochdurch seine philosophische gründe abwendig zu machen wußte.Plato hat hierüber einen dialogum geschrieben ^welchen erEutyphron nennet, worinnen das bespräche, so VvcralesmitEutyphrone darüber gehabt, enthalten ist. Man könnte sichzwar einbilden, es sey nur eine erfindung Plalonis , dadurcher unter der person des ertichtcten Eutyphrons habe wollen ei-nen heuchlerischen frommen oder einen abergläubischen mannvorstellen; allein Mr. Dacier (in seiner Übersetzung Platonistom. I. p. 56?. 2. edit. Paris . 1701.) zeiget aus alten scriben-ten, daß in der that ein solcher Entyphron gewesen, welcher sichvon Socrate hat weisen lassen , und von obigem widernatürli-chen beginnen abgestanden. , Woraus er schliesset , daß die dia-logi Platonis nicht allezeit über ertichtete themata geschrieben,sondern nach der natur und Wahrheit der personell, die darin-nen eingeführet werden, seyen gemachet worden , wie auch Te-nophon dergleichen hinterlassen hat.
Eup , oder Deucius, (Bertrandus ä') ein Cardinal undErtz'Bischoff von Ambrnn, war ein Franzos , gebürtig vonBlandiac in der Dioeces von Usez . Er legte sich auf die erler-nung der geist-nnd weltlichen Rechten, und machte darinnenvortrefliche progressen. Man gab ihm anfangs die Probsteyvon Ambrun, und an. 1323. erhielt er gar das Ertz-Bißthnmdaselbst. Der Papst Benedictus Xll. schickte ihn an. 13 3;. nachItalien , und als er nach 2. jähren wieder zurück kam, gab er ihmden Cardinals-Hut, und machte ihn zum Vice-Cantzler der kirche.Hierauf wurde er Bifchoff von Sabine , und gieng als Abge-sandter des Papsts Clementis VI. nach Italien , allwo er sichauch bey der wähl Jnnocentii VI. befunden. Er starb zu Avi-anon an. 13;;. und hinterließ die Historie von Christi leiden undsterben in «sapphischen Versen. Bosquet. in Ben. XII. Spond.in annal . Frizon. Gall. purp. Sammartb, Gall. Christ. Ciacco-nius , in vit. Card. VgheOus , Ital. sacr. tom. I. Nouguier,hist. dc l’Eglis. d’Avign. Chorier , bist. de Dauph. & des Arch.d’Amb. Bernard Guidonis . Aubery &c.
* Eupippis, eine tochter des Scedas, eines armen ein-wohners zu Leuctra, welche, nachdem sie durch die Sparta-nische Gesandte geschändet worden, sich selbsten umgebracht.Diodorus Siculus , XV.
Euzojuo , ein Diaconus zu Alexandria , wurde liebst Ario ,dem Bischoffe in besagter stadt, abgesetzt, aber hernach, da erdem Kayscr Constantino ein glaubens-bekänntnis, welches mitder rechtgläubigen lehre übereinstimmte, zum schein überge-ben , von der kirche wiederum angenommen. Bald daraufbeförderten ihn die Arianer auf den Antiochischen stuhl; erwurde aber wider alles ihr vermuthen rechtgläubig. Socratei.Sozomen. Tbeodoret. Baron. an. 335. 360. 361. 379.
* Euzojus, ein Bifchoff zu Cäfarea in Palästina, woselbster zugleich mit Gregorio Nazianzeno ehedessen studiret hatte.Er brachte die bibliotheck Origenis und Pamphili in gutenstand , und ward endlich unter Theodosio vertrieben. Er hatein und das andere geschrieben, davon aber schon zu Hiero-nymi zeiten nichts mehr übrig gewesen. Epiphanius hLres.73.Hat ihn unter die Arianischen Bifchöffe gezehlet. Du Pin ,bibl. des aut. du IV. siede.
* Ewanczitz, oder Eywanschitz, Eybanschitz, Eiben-schitz, eine stadt in Mähren , drey meilen von Brinn, amfluß Igglau gelegen. Sie gehörte ehemals den Herren Leipve,jetzo aber den Fürsten von Lichtenstein. Sie ist nicht allzugroß, hat aber eine schöne Vorstadt, und werden daselbst vielereligions - verwandte geduldet. Zeiler. itinerar. Germ. c. 7.p. 18?. seqq.
* Ewelm, oder New-EIme, ein schloß an der Thems inOrfordshire, wurde von Wilhelm de la Pole, Hertzoge vonSuffolck, nebst einer feinen kirche und Hospital angelegt. Weilaber fein enckel, Johannes, Graf von Lincoln, sich in eine con-spiralion wider,König Henricum VII. einließ, zog der Königunter andern güthern auch dieses ein. Camdeni Brit. p. 266.Th. Hearne hat versprochen , eine Nachricht von diesem orte andas Ilcht zu stellen. Gel. Zeit. 17)2. p. 829.
* Ewes, ein marckt-flecken in der Englischen GrafschafftSurrey , 12. meilen von Londen gelegen, ist wegen eines präch-tigen pallasts, den König Henricus VIII. daselbst bauen lassen,bekannt. Difl. Angl.
Er, lat. Isca, ist ein fluß in Engelland, welcher in Som-mersetshire entspringet, bey Winsford vorbey gehet, hernachden fluß Dunsbrook bey Dulverton gegen abend zu sich nimmt,sodann in Devonshire läuft, und geraden weges südwärts nachTiverton zu fleußt, allwo er den fluß Loman und von morgenbey Stokecannon, den fluß Columb, ein wenig weiter hinun-ter aber den fluß Credy von abend zu sich nimmt, darauf umeinen grossen theil von der nord-west-und südlichen gegcnd vonEreter herum stießt, ein klein ecklein weiter hinunter sich mor-genwärts mit dem flusse Clyst , und westwärts mit dem flusseKent vermischet, und endlich bey Ermouth sehr breit sich in daSBritannische mcer ergießt.
EXALlOR, war bey den Römern ein knecht, der fM»,die schulden einfordern, als auch die arbeits - !?ulhe «„8muste, daß sie das ihre ,u rechter zeit liefern sollten. Unter mRoinncheu Kaysern waren verjchicdene Lxadores Irihuwrumsiscalmm prrestanonum, annonarum &c. Pignoriui, de scrvis '
* Epagon, ein Botfchaffter von Covern, aus dem geschleckteder Ophiogenum , eines volcks in dieser insul, welcher nackRom abgeschickt wordm,; er soll durch die erfahrung in qeae^wart der Römischen Bürgermeister bewiesen haben, daß dieseOpsiiogenes in der that eine anerbvhrne trafst haben, die schlau,gen fliehen zu machen , und diejenigen wieder zu heilen, sv vondenselben etwan gestochen worden. Man sagt, er habe sich selbsten in ein faß geleget, welches mit schlangen angefüllet aew sen,worauf diese khiere seinen leib angefangen zu lecken, und ihm U,durch nicht mehr schaden gethan, als ein kleiner Hund ihm wurdegeschadet haben. Ptinii bist. natur. üb. xxvill. c 3
* EXAM 1 LION > eine berühmte mauer, an dem Corin-thischen Isthmo gelegen, welche der Kayser Emamiel an. 141/aufführen ließ, um Peloponnesum vor den einfüllen der Bar'barn zu bewahren. Sie wurde also genennet, weil sie 6. wei-len lang war. Sie sieng bey dem Portu Lecha?o, d. i -sstadien von Corimho an, und gieng fort bis an den Hafen vonCenchrea gegen dem Saronischen meer-busen, der nun Enaiaheisset. Amurath II., nachdem er die belagerung von Constanii-nopel aufgehoben , liesse sie an. 1424. niederreissen, ohnqeachtetdes friedens , den er mit den Griechischen Kanfern geschloffenhatte. Die Venetianer ( um Morea besser beschützen zu können >faßten hernachmals den entschluß, diese mauer wieder auszubes-sern , und zu dem ende landete an. 1463. Ludovicus Loretanomit seinem volck daselbst an, um sich mit Bertholdo d'Esie zu con-jungiren, und gesamter Hand mit ihm diß grosse werck zu unter,nehmen. Zu dem ende liessen sie 30000. man» daran arbeiten,welche innerhalb 14. tagen das werck zu ende brachten, und esmit doppelten grüben versirhen; auch setzten sie der länge nach136. lhürne. Die ungläubigen kamen zwar bald dieses vcsiewerck anzugreiffen, sie wurden aber abgetrieben. Lorcdanogieng hierauf Corintho zu belagern, hingegen halte Berthcldusdas Unglück, daß er in dem felde von einem stein zu tobe geworf-sen wurde. Bertino de Calcinato wurde das commandv anBertholdi stelle aufgetragen; da er aber hörte, daß Beglierbeymit 80000. mann auf ihn zu marschirte, so verließ er Corintho,und hub die belagerung auf, und also fiel diese mauer, diemit unsäglichem kosten gedauet worden, wieder in der feindeHände. Coronellt descripc. Morese.
EXARCHATUS , ist der nähme der regicrunq, welche dieOrientalischen Kayser über das untere theil von Italien , nach-dem der obere theil von den Lombarden weggenommen worden,durch ihre Gouverneurs geführet. Es begriff solches unter sichdie haupt-und residentz stadt der Erarchen, Ravenna , desglei-chen Bononien , Imola , Faenza , Forum Popilii, Forum Li-vii, Cäsena, Bobbio , Ferrara , Comachio, Atria, Ficolasund Gadellum, ja die stadt Rom selbsten, wiewol diese wegender schwäche der Orientalischen Kaystr und aufnähme der Rö-mischen Päpste nicht allerdings ihre unterthänigkeit bezeugenwollte. Der erste unter den Exarchen oder Gouverneurs die-ser städte war, wie insgemein dafür gehalten wird, Longi-nus. Denn nachdem der tapfere General Narsts von des Kay-sers Iustini des jünger« gemahlin Sophia gar schimpflich lra-ctirt worden, wußte dieser sich nicht besser zu rächen, als daßer die Longobarden aus Pannonien, heut zu tage Hungarn, be-rief , welche sich auch durch die anmutbigkeit der früchte, welcheihnen Narses zu diesem ende aus Italien zugeschickt, gar leichtbewegen liessen, daß sie gantz Italien , ausser odgcdachtcn städ-ten, welche dem Kayser treu verblieben, einnahmen. Solchenun in der beständigen dcvotion zu erhalten , wurde, wie be-reits gedacht, Longinus unter dem titul eines Erarchen um dasjähr ^68. oder 470. nach Italien geschickt. Seine Nachfolger,gleichwie er selbst, führten mit den Longobarden schwere kriege,hatten auch mit erwehlung der Römischen Päpste grosse vce-drießlichkeiten, bis endlich an. 743.oder 744. Ravenna , die Haupt-stadt selbst < von dem Longobarder-Könige Aistulpho erobert unddadurch dem Erarchat ein ende gemacht worden, nachdem esüber anderthalb hundert lahr gestanden. Allein da Aisiulphussich damit blos nicht begnügen wollte, sondern über dieses in denKirchen-Staat einfiel, und den Papst Stephanum in der stattRom sehr ängstigte, rief dieser Pipinum aus Franckreict> z«hülffe, welcher Aistulphum nöthigte, nicht allein die in dem >>r-chen-Skaate eingenommene örter zu restituiren, sondern auch Ra venna nebst dem, was darzu gehörte, dein Papste abzutreten.
Die succeßron der Erarchen:
483. Flavius Smaragdus.
587. Romanus.
598. Callinicus.
602. SmaragduS , aufs neueingesetzt.
612. Johannes Lemigius,aus Thracicn gebür-tig.
An. 618. Isaacius.
642. Theodorus Calliopa.648. Olympius.ö;2. Theodorus Callwva,aufs neue eingesckt.68;. Johannes Platon oderPlatina.
702. Theophnlactus.
710. Johannes Tnzocovus,welchem glcichwolan-
dere, obschon nur füreine