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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
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Platoniä und Plotini erfolgte. Als ihn aber Sidonius an. 467.,u sich nach Rom geruffen , ließ er sich auch von demselben zuannehmuna einiger chargen bewegen, worinn er nach und nachbis ut der würde eines Prefecti, vermuthlich in Gallien , ge-stieqen, wiewol er deswegen dennoch die Philosophie niemalsbey feite gefttzet. Von seinen übrigen umstanden und der zeitseines todes ist nichts bekannt. Sidonius , inepp. paslim. Hißtoire liier, de la France , tom. II.

Etliches, ein berühmter Urheber einer besondern ketzereyim V. feculo. Er war Archimandrit oder Abt in einem vor-nehmen kloster zu Constantinopel, und da er gar zu scharf nebstander» wider Nestorium disputirt, verfiel er aus grosser Hitzein eine contraire und gleichfalls irrige mevnung. Denn er lehrtenicht allein, daß in Christo eine person wäre, sondern auch nureine natur, und daß eine uatur in die andere verwandelt odermit derselbigen vermenget wäre, so bald die Vereinigung gesche-hen. Theodoretus sagt, er habe qelehret, die menschliche na-tur wäre von der Göttlichen verschlungen, gleichwie ein tro-pfen Honig von dem gantzen meer verschlungen würde; worzunoch einige andere irrthümmer kamen, die mit dieser lehreeine gemeinschafft haben , und ihm nebst seinem anhange bey-geleget werden. Nun wurde zwar Eutycheü anfangs von Eu-sebio, einem Bischoffe von Doryläo in Phrygien , seinem gu-ten freunde, gewarnet, und gebäten, diese irrige meynung zuverlassen; weil aber solches nichts verfieng, indem bey ihmdie amulation mit Flaviano darzu kam, er sich auch auf ei-nen vornehmen Minister, der sein tauf-pathe war, nahmensChrvlavius, verließ, und also seine meynung beständig ver-theidigte, verklagte er ihn bey dem Patriarchen zu Constan-tinopel , Flaviano, der ohne dem an. 448. einen Synodum zuConstantinopel hielte, einige andere streitigkeiten zu entscheiden.Derowegen wurde Entyches auch citiret, hierauf zu erschei-ne» , der aber unter allerhand verwand, bald, der kranckheit,bald daß es ihm nicht erlaubet wäre aus dem kloster zugehen,sich zu entschuldigen suchte, doch aber weiter nichts erhielte,als daß ihm eine woche aufschub von dem Concilio gegebenwurde. Unterdessen wandte er sich zu dem Kayser Theodosio,und erhielt von demselbigen, daß ihn einige bediente des Kay-sers in das Loncilium begleiteten, weil er vorgab, daß er sichfür des Flaviani hinterlistigen Nachstellungen fürchtete. Daer nun hinein kam, wurden ihm die acta der vorhergehendenseßionen vorgelesen, und er seiner meynung halber befraget,die er endlich, nachdem er vergeblich einige ausflüchte gesucht,frey an den tag legte, dahero als er keines weges widerruffenwollte, ihn das Loncilium verdammte. Er wollte es aberdennoch dabey nicht bewenden lassen, sondern appellirte anden Kayser, und schrieb an den Papst Leonem drey briefe,darinnen er sich wegen des ihm geschehenen Unrechts beklagte.Ob auch gleich Kayser Theodosiüs für ihn an Leonem schrieb,konnte er doch bey demselbigen wenig ausrichten, weil er dasverfahren des Concilii billigte. Hierauf wurde auf besehtKaysers Theodosii ein ander Loncilium zu Constantinopel ge-halten , welches untersuchen sollte, ob in dem vorige» Synododie acta verfälschet, und dem Eutychi unrecht geschehen, dasich dann keines von beyden finden wollte. Gleichwol erhieltEntyches, daß seine fache nochmals auf dem EphefinischenConcilio sollte vorgenommen werden, welches an. 44Y. vondem Kayser Theodosio beruffcn wurde; und damals brachtees Divfcvrus, Bischoff zu Alexandrien , der es mit dem Eu-tyche hielt, dahin, daß man diesen wiederum absolvirte undrestituirte, wobey man mit grosser Heftigkeit und gewaltthä-tigkeit gegen die andere partey verfuhr, dahero auch dieser Sy-nodus Aas-po-it genennet wurde. Also bekam Eutyches vielanhänger, welche man von ihm Eutychianos nennte, die sichdurch gantz Orient sehr ausbreiteten, sonderlich durch hülffeJacobi Zanzali, eines Syrers, der ein discipul Dioscori Ale-xandrini war, und im VI. feculo lebte, von dem auch die Jaco-biten, so noch heut zu tage im Orient der Eutychianischen ketze-rey zugethan sind, ihren nahmen führen. Nachgehends habensie sich in viele secten wiederum aetheilet, und nicht allein hinund wieder grosse unruhe angerichtet, sondern auch noch zuandern neuen irrthümmern gelegenheit gegeben. Es fehlteaber gleichfalls nicht an Lehrern , die sich dieser ketzerey wiber-wen, worunter Papst Leo Magmas , Theodoretus, PetrusRavennas, Vigiliuö und Gennadius sonderlich berühmt sind.Auch wurde dieselbige unter dem Kayser Martiano , welcherden Eutychem selbst ins elend verwies, aus dem Chalcedvni,scheu allgemeinen Loncilio an. 457. verdammet, konnte aberdennoch nicht getilget werden. Evagrius , lib. I. bist. eccles.c · 9 · & lib. II. c. I. seq. Theodor, lib. IV. haaret, fab. fin. LeoMagnus , sermon. 6 . de jejun. sept. mens. Liberat. in breviar.c. n. AHa Concil. Cbalcedon. Baron. Nafa/is Alexander. Dou-cm \ bist. du Neftorianisme p. 316. & 317. seq. SagAtar. bist.eccles. c. 33. sect. 31. Kortbolt. bist. eccles. fec. V. Arnolds

ketzer-histor. P.I. lib. V. c.

. Mmanm , ein Papst, war von Luna in Italien gdurllg, unv luceedirte Fclici I. in der Päpstlichen wurde, untMreliani regierung, an. 27;. Von ihm hat dieienige vevrdnung ihren uifprung, nach welcher alle früchte, infonderhiaver die dehnen und wein-traubcn, auf dem altar neusten gwevhet werden, um sich dadurch dem Maneti zu widersetzetwelcher den gebrauch dieser dinge verworffen. Desglcichi

chen befahl!er, die leichnaine der Märtyrer in pürpur-röcken zubegraben. Nachdem er 8 . jähr, 6 . monat und 4. tage den Päpst-lichcn stuhl bejessen, empfieng er selbsten die Märtyrer - crone«

Eujebius , chron. Nicepbor. lib. VI. c. 34. Baron. an. 275.283.& martyrol. Rom. ad d. 8. dec.

Eutychianus, ein Priester derkirche von Abana in Cilicicn,war an. ; 3 8 . unter Kayser Iustiniano berühmt, und hat dieHistorie, so sich in der busse und bekehrung mit dem H. Theo-philo , einem Oeconomo von gedachter kirche , zugetragen , be-schrieben. Es befindet sich selbige in Lateinischer spräche beydem Surio, und Griechisch im manuscript in der bibliotheckzu Wien . Cave , histor. liter. P. II. p. 109.

* Eutychianus , ein Svrier und freygelassener des KaysersHelwgadall, stund bey demselben wegen seiner lustigen einfäl-le in grossen gnaden, und ward einmal Bürgermeister, unddreymal Prasfectus urbi. Dio Caßus , LXXV 1 I. LXXIX.

Eut^chius, ein Patriarch zu Constantinopel, succedirteMenna an. ^3. und berief das fünfte allgemeine Loncilium ,worauf er selbst präsidirte. AIS Justinianus durch einen besehtden Christen zu glauben aufdringen wollte, daß Christi leib nochvor der auferstehung unverweslich gewesen, und von diesemPatriarchen deswegen gestraft wurde, nahm es der Kayser soungnädig auf, daß er ihn an. 364. absetzen , und Johanneman seine statt einsetzen ließ ; doch nach dessen tobe, so an. 578.erfolget, gelangte Eutychius wiederum zu seiner vorigen wür-de. Er schrieb einen tractat von auferstehung der todten widerdie Heyden, fiel aber darinnen in des Origenis irrthümmer,daß die leider der auferstehenden nicht würden empfindlich,sonderlich viel subtiler als die liifl selbsten seyn; nachdem eraber von Gregorio M. so damals Päpstlicher Nuncius an Ti­ ber » II. Hofe war, auf seinem tod-bethe seiner irrthümmerüberwiesen worden , nahm er einen von seinen ärmen in dieHand, und rief aus: ich glaube, daß wir alle mit diesem fleischewiederum auferstehen werden. Er starb ums jähr Christi *86.

Eußacb. in ejus vita apud Surium, Baronius , an. $53. &c.Cave:, in bist. liter.

Eutychius , ein Patriarch von Alexandrien , war von ge-hurt ein Egyptier, aus der stadt Fostadt, und führte in Ara-bischer spräche den nahmen 8aid Ihn Batrik. Er war vortreflichin der Medicin erfahren, und erhielt an. 933. die würde einesPatriarchen zu Alexandrien, die er bis an. 950. besessen. Erschrieb Annales in der Arabischen spräche , von erschassung derwell bis an. 940. welche an. 1658. völlig mit einer LateinischenÜbersetzung von Pocokio zu Oxford heraus gekommen, da vor-hero Scldenus nur einen theil davon unter dem titul: Euty^chii Origines Ecclelfe Alexandrinae heraus gegeben , worinnener sich bemühet, zu beweisen , daß in dem ersten feculo zwi-schen den Presbyteris und Episcopis kein unterschied gewesen ,und zwar solches aus diesem gründe, weil nach Eutychii bericht,bey einweyhung der Bischöffe in der kirche zu Alexandria keineandere ceremonie gebraucht »vvrden, als, daß man einen vonden 12. daselbst befindlichen Priestern erwehlet, auf welchen dieandern n. ihre Hände gelegt hätten. Hierwider hat AbrahamEcchcllensis geschrieben in einem buche, welches diesen titulführet: Eutychius , Patriarcha Alexandrinus , vindicatus. Aus-ser diesem gedenckt auch Abi Obseibea in den lebens-beschreidun-gen der Medicorum , daß Eutychius ein 8yntagma compendio-sum , Netmolgheubar genannt, geschrieben ; ferner ein buchvon den geschichten in Sicilien, und eine disputation zwischenden ketzern und rechtgläubigen. Hottinger. bibl. Orient, c. 2.p. 71. 84- & bist. eccles. fec. X. p. 37. R. Simon. Cave &c.

* St. Eutychus, 8ubäiaconus m Alexandria , litte daselbst

nebst stinen freunden, um des Christlichen glaubens willen an.365. gegen Ostern den marter - tod, als Georgius, der den Aria-nern gewogen war, Patriarch allda wurde; Eutychus wurdezuerst bis auf den tod gepeitschet, und endlich in die bergwerckezu Phaino verdammet, die andern wurden änderst gemartert,und auch theils mit ihm zu diesen bergwercken condemniret.St. Athanasius giebt eine weitläufigere beschreibung dieser Ver-folgung. Der Cardinal Baronius aber hat Eutychum femtseinen gesellen zuerst in das Martyrologium auf den 26. mertzgesetzet. S. Athanasius . Baronius . Hermandus. TiUemontius.BaiUetus , vita; SS. mens. martio. «

* Eutyphrott, war ein Wahrsager und zugleich ein schein-heiliger , stoltzer und abergläubischer mann , welcher aus einerübertriebenen liebe zur gerechtigkeit seinen eigenen vatter an-zuklagen, und zum tobe zu bringen gedachte, dieweil er ursachan eines seiner Pachtern tode soll gewesen seyn. Dieser Pach-ter hatte auf einen tag zu viel wein zu sich genommen, wel-ches ihn wider einen der sclaven des vatters dieses Eutyphro-nis aufbrachte, daß er ihn im rausch zu tod schlüge. Der vat-ter ließ den Pachter hierauf gebunden in eine tiefe grübe werf-fen, und schickte nach Athen , sich bey denen, welche über solchegewissens-und andere moral-und religions-puncten zu urtheilenhatten, raths zu erholen, was er bey diesem fall zu thunhätte, während dieser zeit versäumte er den gefangenen, alseinen Mörder, an dessen leben nicht so viel gelegen wäre, sodaß der durst, Hunger, die bände und der ungesunde ort densclaven, ehe die antwort von Athen zurück kam, tödtete. Des-wegen verreisete Eutvphron, wider das anrathen seiner familie,nach Athen , den vatter einer Mordthat anzuklagen, ohngcachtet