Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

400

Dieser buchstabe wird von einigenfür einen stumen,von andern aberfür einen halblautenden buch.staben gehalten, und ist ein dingMit dem Aeolischeil digamma,oder doppelten r, oder Griechi-schen gamma. Er hat fast einer-ley klang mit dem Griechischencp: jedoch sind einige der mey-nung , das ph müsse gebrauchtwerden in den Wörtern , so ur-sprünglich aus dem Griechischenherkommen, F aber in dem La-teinischen. Suetonius berichtet,daß der Kayser Claudius diesen buchstaben, nebst noch zweyandern, erfunden, und befohlen, daß er umgewandt so vielgelten sollte, als ein V, wie denn auch solches aus den in-scriptionibus , welche unter des besagten Kaysers regierung ge-macht worden, zu ersehen ist. Aulus Gellius zeiget die Ursa-che solcher erfindung an; F würde nicht mit einer solchen aspi-ration ausgesprochen als das cp, weswegen Cicero einen ge-wissen Griechen ausspottete , welcher an statt Fundanius sprachPhundanius. Nichts destoweniger hat man nachgehendö, dadie Lateinische spräche ins abnehmen gekommen und verderbtworden, diese beyde buchstaben mit einander verwechselt, undeinen für den andern gebraucht , als zum ercmpel: kalanx anstatt phalanx , filofoiia an statt philosophia, triumfus an statttriumphus , dergleichen Veränderungen aber auch schon in denalten stein-schriften vorkommen. Gell»«, Ich. XIV. c.;. Sue-tonius, in Claud. c. 41. Priscian. &c. *

' Fader, (Aegidius) ein Carmeliter-Mönch, war-von Brüs­ sel gebürtig, und lehrte die Theologie zu Löven. Er machtesich sonderlich durch seine predigten beliebt, welche er allezeitbey einer ungewöhnlichen menge zuhörer verrichtete, so, daßman keinen leeren platz in der kirche antreffen konnte. DerKayser Maximilianns I. hielt sehr viel auf ihm, erwies auchdem gantzen Carmeliter -orden um feinet willen grosse gnade.Er starb an. i;c>6., und hinterließ Chronicon sui ordinis ; Hi-ftoriam Brabantiae; Commentaria in Evangelia, Epistolas Fau-lt , Librum Ruth & Job; dc Ortu Religionum; dc Testa-mente Christi in cruce ; &c. Tritbemm. Andreas. Sveer-tius, Athen . Belg. Gbiiini, theat.

Fader, ( Anton. ) Französisch Farne, Baron von PerogeS,gebürtig von Bourg-en-Breffe, stiege durch verschiedene staf-feln bis zu der obersten Präsidenten - stelle in dem Parlementvon Savoyen , war einer der grösten Juristen zu seiner zeit,der von jugend auf in gerichtet, gesessen, und sich dennoch un-gemein in der Theorie und Critique umgesehen hatte. Solchesweisen seine Conjectura: , die er im i\. t jähre seines alters ge-schrieben ; seine Rationalia, item seine ducher de Erroribus Prag-maticorum , mit denen er sich aber unendliche feinde gemacht.Sonderlich wird unter den Franzosen der von ihm so genann.te Code Fabrien sehr wehrt geschähet. Petrus Faber , Osw.Hilliqerus, Bachovius, und andere, haben heftig wider ihngeschrieben, dagegen sich ein einziger öffentlich vor ihn erklä-ret, Caspar Schiferdegher, ein Schlesistber Jurist, der im26. jähre seines alters an Faber zti schreiben angefangen, aucheine solche liebe für den mann getragen, daß er dessentwegenausdrücklich nach Turin gekommen, ihn zu sehen und zu spre,chen. Fader selbst hat keinem geantwortet, und damit man-chem kleinen geist, der sich an ihm gerieben, rechtschaffen we.he gethan. Er ist an. 1624. seines alters 67. jähr verstorben.Es ist nicht zu vergessen, baß der berühmte Vaugelas, welcher

zu Verbesserung der Französischen sprachest, viel beygettagen hat,ein sehn dieses Ant. Faure, und zwar aus sieben söhnen derjüngste gewesen ist. Pehtjm, bist. de lAc. Franq. Guichemn ,hist ; de Breffe. Simon, biblioth. des auteurs de Droit tom.I.*Faber, (Basilius) war in Schlesien an/1,20. gebohrcn.Nachdem er in seinem vatterlande den gründ zu den studiengelegek, begab er sich auf unterschiedene Akademien, und kamendlich nach Wittenderg, allwo er sich durch seinen ileiß undgeschicklichkeit in grosses ansehen setzte. Hierauf wurde ernach Quedlinburg beruffen, daselbst die jugend in der schulezu unterweisen, welches er auch mit grossem steiß verrichtet.An. 1571., da er zu Erfurt die Recstor.stelle bey dem CollegioAugustiniano bekleidete, gab er den Thesaurum Erudition«scholasticat heraus, welcher von viel gelehtten leuthen vortres-lich verbessert und vermehret worden. Bereits vorher an.i?57. hat er die anmerckungen Lutheri, über das erste buchMosis, aus dem Lateinischen ins Teutsche übersetzt; derglei-chen arbeit er auch an der chronick des Krantzii gethan. ZuVerfertigung der 4. ersten Magdeburgischen centurien hat ergleichfalls nicht wenig beygetragen , auch einige Collectaneaaus den schriften Lutheri, und anderer autkorum , von dennoviffimis und statu animarum separatarum zustimmen gele-sen. Panta/eon, de viris illustr. German. P. III. Seckeniorf.bist. Luth. lib. III. p. 690. n. 62. Sagittar. bist. eccles. p.247.

Faber, (Dionysins) ein Cölestiner-Mönch, gebürtig ausdem Vendomois, wurde zu Paris Magister der freyen fünfte,erklärte hierauf 10. jähr die Griechischen und Lateinischen stri-benten mit gutem rühm, und war der erste, welcher Theodo-rum Gazam, nebst andern Griechischen authoribus , össentlichauszulegen sich unternahm. Boulay , bist Univ. Paris .

Traber , ( Guido 1 sonst le Fevre , Herr de la Boberie, warvon Falaise in der Normandie gebürtig, und lebte an. 1580.Seine wissenschafften in den Orientalischen sprachen und denEitteris elegantioribus brachten ihm grosses ansehen zuwege,dahero ihm die Unterrichtung des Hertzogs Francisci von Alen-gon aufgetragen wurde , worbey er sich so wohl aufgeführet,daß ihn dieser Printz zu seinem dollmetscher erwehlct. Manhat von ihm verschiedene wercke, die er sowol in gebundenerals ungebundener rede verfertiget, darunter sich absonderlichdie syrische Übersetzung des Griechischen testaments mit einerLateinischen Version befindet. Seine brüder, Nicolaus undAntonius, haben sich gleichfalls bey der gelehrten weit durchihre arbeit bekannt gemacht. De la Croix du Mame, bibl.Franq. R> Simon , dans Thistoire critique des versions du N. T.

Faber, (Jacobus) ein berühmter Theologus, war zu Eta-ples, einem kleinen orte in der Picardie, der ihm den nahmenStapulensis gegeben , von schlechten eitern gebohrcn. Seinestudien trieb er zu Paris mit solchem Nachdruck, daß er tüchtigwurde < die bisherige wilde sclaverey aus den hohen schulen zuverbannen , und hingegen die sprachen und wohlgegrundeienwissenschafften einzuführen. Nachdem er sich aber einige zeitaus die Philosophie und insonderheit auf die Malhematic ge-leget, fieng er zugleich an der Theologie obzuliegen, worinnener auch den Doctor-titiil erlangte. Allein, als er in fft] « I '. <füren über die damals zu Paris ausgehende theologische schrit-ten etwas freyer, als sonst gewöhnlich war, sich heraus I>e«,brachte er sich dadurch die Doctores Sorbonicos , seine wür-gen , auf den hals, daß sie nichts mehr wünschten, als gc-legenheit zu haben, ihn aus Paris zu schaffen. Hierbey fug-ke sichs , daß Lutherns seine lehr.satze ausbreitete, welchen un-ter andern auch Faber beyfall zu geben schien. Er fand »chdemnach genöthiget, aus Paris zu weichen , und sich »achMeaur zu begeben, allwo ihm der Bisthoff allen nöthige» nn-tcrhall eine zeit lang verschaffte. Allein, als sichhter elne^neue