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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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j» welcher Charge er eine escadron von dem regiment de I»Valette in dem treffen bey Quiers cömmandirel; bey welchenzwey letzten fällen der Graf von Harcourt, so die armee in Pie-mont commandirte, ihm ein höchst - rühmliches Zeugnis seinerdarbey erwiesenen tapferkeit mittheilte. Nachdem er bey den be-lagerungen von Arras und Perpignan , auch in dem treffen beySedan gewesen,wurde ihm das Gouvernement dieser letzter» stadtund ihrer vestung anvertrauet. An. 1646. war er commandirenderFeld-Marschall bey eroderung der vestungen Piombino und Pvr-tolongo.ie in Italien , und an. 1634. nahm er die stadt Stenay hinweg. Vier jähr hernach ertheilte ihm der König den Mar«fchalts-stab, welchen er aber nicht lange geführet, indem er an.1662. im 6;. jähre seines alters zu Sedan gestorben. Es warihm auch die würde des höchsten Königl. Ritter-ordens des H.Geistes zu ende des jahrs 1662. zugedacht; er entschuldigte sichaber bey dem Könige, daß er in ansehung seiner Herkunft dessennicht fähig wäre; denn ob man wol in dergleichen fällen dieproben, wie sie von jedem neuen Ritter eingelegt werden, pfle-get anzunehmen, und der König, dem die geburt des Mar-schalls nicht unbekannt war, schon genügsame anzeigung gege-ben , daß er seine proben nicht allzu scharf wollte untersuchenlassen, so meldete doch Fabert, es wäre ihm schon genug, daßein jeder Rttter dabey schwören müste, die proben wären gut undwahrhafftig. Diß ist eine solche grvßmüthigkeit, welche bey al-len wahren kennern der lügend billich ein schönes lob meritiret.Sonsten müssen noch 2. stücke bey diesem mann bemercket wer-den : Erstlich, daß der Cardinal Mazarini in ihn vor allen an-dern Französischen Officiers ein vertrauen gesetzet, sogar, daß erbey seinem ausweichen aus Franckreich aus anlas der wider ihnerregten innerlichen unrnhen seine niecen, edelgesteine, samt ei-ner grossen summe gelds niemand sicherer zu hinterlegen wußte,als eben diesem Fabert. Es übergab ihm auch Mazarin beyfeiner znrückkunft die ausser dem Königreich gesammlete und zuseiner begleitung und ficherheit mitgebrachte macht, um selbigeals Oberhaupt zu commandiren, welcher denn die schon vb-anqezogene stadt Stenay damit eingenommen. Wie nun dieserMarschall in andern fachen ein mann von grossen gaaben undweitem aussehen war , also hm er auch an der Vereinigung derCatholischen religions - verwandten mit den Reformirten gear-beitet , und nachdem er sein vorhaben dem berühinten Se-danischen IKeoioZ« Louis Je Blaue de Beaulieu eröfnet,ihn zu Verfertigung der zu diesem werck dienenden schrifte» auf-gemuntert. Man will endlich, Faber habe gantz eigentlich diestunde und zeit seines todes vorher gesagt. Seine gemahlinClaudia Richardina de Clevant, hat ihm verschiedene kinderbeyderley geschlechts gebohren. Unter den söhnen wurde Ludo-vicus, welcher den titul eines Marquis von Fabert geführet,Gouverneur von Sedan, und kam an. 1669. in dem tressen vorCandia, in welchem er die stelle eines Obersten über das Lo-thringssche regiment bekleidet, ums leben. Von den töchtcrnist Anna Deodata an. 16,7. eine gemahlin Ludovici von Co-minqe, Marquis von Vervins , obersten Hofmeisters des Kö-nigs , worden , nachdem aber dieser an. 1661. verstorben , hatsie sich mit dem Marquis von Trclon vermahlt. Perrauit, leshommes illustres tom. II. p. 79. Buffy Rabutin, memoires.Metnohes de la minorite de Louis X.IV. Le Gendre, bist. deLouis XIV . La· rey , bist. du meine. *

FABIA, ein geschlecht der starrieiorum zu Rom , welchelange zeit im flor gestanden, wie denn aus derselbigen entsproßsen sind 7. Dictatores , z. Magistri Equitum , 7. Censores, 48.Bürgermeister, 10. Tribuni militum consulari potestate, wel-ches amt oftmals an statt des Bürgermeisterthums ist gebrauchtworden, und eben die gemalt, deren sich sonsten die Bürger-meister bedienten, gehabt hat; endlich auch 5. Principes Se-natus, oder erste und oberste Rakhsherren, die von den Cen.soribus in wehlung des Raths also zuvorderst gesetzt wurden,und deswegen nachgehends ihre stimmen zuerst zu gebe» dasrecht hatten. Durch glückliche siege hat sich auch dieses ge-schlecht i). grosse und 2. kleine triumphe erworben. Man sagt,diese samilie sey daher Eabia genennet worden, weil, als dieRömer den ackerbau starck getrieben, einer auS diesem geschlechtesonderliche wissenschafft gehabt, bohnen zu pflantzen; gleichwieman sonst von den Pisonibus , Ciceronibus und Lentuüs weiß,daß sie ihre nahmen von erbsen, kichern und linsen bekommenhaben. Sie hatte sich in 6 . äste vertheilet, davon 3. geschlechtesehr berühmt gewesen, als der Vibulanorum, Ambustorum undÄaximorum; die 3. andern aber, als der üorlonum; Pictorumund Bnteonum nicht so häufig vorkommen. Wie mächtig diesesamilie müsse gewesen seyn, ran man daher schliessen, daß siesich erbot, aus ihre eigene Unkosten wider die Vejenres, als öf-fentliche feinde der Römer, einen krieg zu führen, wiewol die-ser ruhmwürdige anschlug ihnen nicht gelungen, inmassen 30 ö.Personen von diesem geschlechte in der schlackt bey dem ffusi Cre-mera A. R. 277. Olymp. LXXV. 4. A. M. 3307. A. C. 477.umgekommen, und nur ein einiger, so wegen zarten alters zuRom geblieben,, noch mit dem leben davon gekommen, welcherzu den höchsten ämtern in der Rcpublick erhoben wurde. Dochist nicht zu läugnen, daß diese gantze Historie von dem Dionysto Ha.licarnaslko fiir eine fabel angegeben wird, und sich mit vielenstarcken gründen bcstrelten lässet. Q. Fabius Ourges , eineraus diesem gelchlechte, so A. R. 46;. A. AI. 369;. A, C. 291.mit D. Iumo Bruto Scava Bürger-meister war , föchte widerdie Samniter, hielt sich aber so schlecht, daß der Rath ihn wie-

wieder zurück russen wollte. Allein da sein vatter, Fabinsximus die schlechte auffuhrung seines sohns vernommen , ersuchteer den Rath alsoforl, daß er als Lieutenant unter ihm tienmmöchte. Nachdem ihm nun hierin» willfahrt wurde,das werck gantz anders von statten, die Samniter wurden ae.schlagen, und Onrges erhielt einen triumvh; jedoch erlanatkeben dieser Fabius hernach noch zum zweyten mal das Büraer,meister-amt, und zeigte in der that, daß er auch ohne seinen vat-ter siegen konnte. Dionyftus Halicarnajj. üb. IX. J.wiui, Ist J&II. Florus, üb. I. c. 12. Aurel. Vift r, de vir. iPustr. cOros. Üb. II. Plin. üb. XVIII. c. 3. Maerob. üb. I. c. 6. OzLdius. Strein. & Anton. Augußinus , de kämst. Rom . Pertmt.animadvers. bist. &c. *

* Fabia, die schwester des Kaysers Veri, that alles was siekonnte, um sich mit Marco Antonino Pbilosopbo zu vermähle»,nachdem Faustina nunmehro todt war. Es ist noch eine andereRömische Dame dieses nahmens zu mercken, welche ihren ei,genen gemahl Fadium Fabricianum umbringen lassen, ummit ihrem liebhaber, Petronio Valentiniano, in desto grössererfrcyheit zu leben. Plutarcb. parallel. Fabia Orestilla, eine grv^tochter Antonini, und mutier des jungen Gortiani, ist tiedritte dieses nahmens, welche mit obigen zweyen nicht muß ver.wechselt werden.

* FABIA TRIBtZS, eine znnft bey dem Römischen »olcfalso genennet, wegen dem berühmten geschlecht der Fabier,welche allda zünftig gewesen. Horatiui , üb. I. ep. 6. in Aug.

St. Fabia nus , ein Papst, war von Rom gebürtig , undfuccedirte Antero an. 2; 6 . Zu seiner zeit entstund die Novatia.nische ketzerey. Er baute verschiedene kirchen für die begräbnisseder Märtyrer, deren tod, letzte reden und alles, so sich mit ihnenwährendem gefängnis und verurtheilnng zugetragen, er mitgrossem fleiß soll haben sammlen und aufzeichnen lassen, indemer über die schon vorher von seinem vorfahren Aniero, oder wikandere «vollen , gar von Clemente I. dazu bestellte 7. Notariosannoch 7. Unter,Diaconos gesetzet, welche darüber hauptsächlichdie aussicht haben sollten. Endlich erlangte er selbst die Märty-rer-crone unter dem Kayser Decio, nachdem er 14. jähr, n.monat und so viel tage gesessen hatte. Man giebt vor, daß unterwährenden Ceremonien bey seiner wähl sich eine taube über sei,nein Hauptesehen lassen, und eben dieses ihn zu etwehlen der an-las gewesen sey, da sonsten weder er, noch andere daran ge-dacht hatten. EuJ'eb. üb. VI. bist. c. 22. & scq. Anaßal. inipsius vita. Oroßns, Üb. VII. Platina. Baron. an. r;8. 442. &leq. Jacob. bibl. Pontif. *

* Fabianus , (Robert.) ein Englischer Schcriff im XV.feculo, hat eine Concordance of bistories bis zum letzten iaheHenrici II. und noch ein ander historisch werck von Richards I.bis zu HenriCV VII. ingleichen Reeum Catalogum; Annales ;Londinensium ; de Praetoribus Londinenf. &c. verfertiget.Balaut , script. Angl. cent. VIII. p. 642. LeNtheMS Englis.kirchen - und schulen-staat, 29. §. 86.

* ^abiola, eine gottssürchtige Wittwe auS dem berühmtenRömischen geschlechte der Fabier. Sie war an einen manngetrauet, der ein sehr ärgerliches lebe» führte, weshalben sieihn verließ, und einen andern bey des ersten lebzeiten heurathete.Nachdem aber dieser letztere gestorben, und sie aus lesunq derH. Schrift wahrnahm, daß sie sich hierdurch schwer versündi-get , bedeckte sie sich einst in dem angesicht der gantze» stadtRom mit einem sack, und stellte sich öffentlich unter die Poeni-tentes am Oster-adend vor der kirche St. Johannis von Lateran.Nach diesem verkaufte sie alle ihre güther, und wendete das dar-aus gelöste geld zum dienst der armen an; reisete auch daraufan. g9z. nach Jerusalem zum H. Hieronymo, bey welchem siesich eine geraume zeit aufhielt, und von ihm die Schrift sich er-klären ließ; bis sie durch den einfall der Hunnen in diese gegendgezwungen ward, wieder nach Rom zu kehren. Von dar begabsie sich nach Ostia , legte daselbst z» Verpflegung der reifenden ei-nen gast-hof an, und starb bald hernach an. 400. Hiero*ymis tepist. ad Oceanum ;o. Loticbius, de Nob. Sax. femin. p. 129.Textur, in off. IV. 12. p. 344.

Fabius, ein Bischofs zu Antiochien . Man sagt, daß ersich durch einen briefdes Novatiani bey nahe zu dessen irrthüm.mern verführen lassen, wofern ihn nicht die zuschrift des PapstsCornelii und desDionysii von Alerandria auf dem rechten weg er-halten hätte. Erstarb an. 2z;., nachdem er seiner kirche nicht län-ger als 2. iahr vorgestanden, und zum Nachfolger in seinem Biß-thum Demetrianum hinterlassen. Eufeb. in chron. & üb. VI. hist.Baron. an. 255. n. 32. &c. *

Fabius Dorfennus, oder Dossennus, ein comödien-fchreiber, dessen spiele die Römer Arellanas von dem orte Atellazwischen Capua und Neapolis gelegen , zu nennen pflegten, weildergleichen arten zuerst allda erfunden worden. Man kan nichtsagen , zu welcher zeit er eigentlich qelebet. Plinius und FestusPömveius führen einige verse von ihm an. So gcdencken auchHoratius und Seneca seiner. PH». üb. XIV. c. 13. Horat.e p.lib. II. Seneca , ep. 89 · *

Fabius MarceUinus, ein geschickt - schreiber des IN. se-cuü, welcher nach Alerandro Severo und vor Diocletiano lebte.Lampridius berichtet, basier Alerandri Mammäi leben beschrie.den. Desgleichen gedencket auch seiner Doviscus im leben Pro.di, allwo er ineldet, daß er nicht willens sey, Salustio, Livio,

Tacilo