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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Taciko oder Trogo, sondern Marco Marimo, Suetonio und^abio Marcellinö nachzufolgen, woraus denn die schreiv-art,dem, sich dieser Fabius bedienet, am besten erkannt werde» kan.Man findet auch etwas von ihin bey dein Voßio Üb. III. de Hist.Latin. p. 7 °?· *

fabius Maximus , so auch Rullianns genannt wurde, warder erste aus dem geschlecht der ksbiorum, welcher den zunah-men Maximus verdiente. A. R. 429. A. M. 36^9. A. C. 323.war er General über die reulerey, und fiel der Samniter lagermit gemalt an, dadurch er einen vollkommenen sieg bestrilte,vhnqeachtec ihm sein Dictat«: Papirius befohlen , in seiner ad-wesenheit nichts vorzunehmen. Allein er wollte lieber sein le-be» den strengen gesehen der Römer aufopfern, und wider ha-bende ordre fechten, als eine gelegenheit, dabey er seinem vat-lerlande einen so nützlichen dienst erweisen könnte, verlieren.Nach gehaltenem treffen wollte ihn zwar der Dictator Papiriustodten lassen, allein das volck rettete ihm das leben. Er warfünfmal Bürgermeister , einmal Censor, und zum zweyte» malDictator. Bey diesen ansehnlichen bedienunqen unterließ ernichts, was zu dem rühm der Republick und seiner familie ge-reichen konnte. Dannenhero ward ihm der triumph über dieSamniter, Gallier, Umbrier, Tuscier, und viele anderevölcker, zuerkannt. Als er Censor war, hat er sich fürnemlichdurch r. fachen noch weit mehr, als in allen kriegen, um dasgemeine wefen verdient gemacht. Das erste war, daß er die ge-meinsten und ärmsten bürger, welche keine liegende güther hatten,und mehrentheils von freygelassenen knechten herstammetcn, anstatt, daß sie zuvor durch alle zünfte zerstreuet waren, und wegenihrer grossen anzahl in einer iedwedern die mehrere stimmenausmachten, allesamt in 4. zünfte eintheilte; wodurch den» ihrebisherige gemalt, (deren fie fast ieweilen mißbrauchet, und fichdurch geld zu allem, was man ihnen vortrüge, hatten bewegenlassen, ) auf einmal eingcfchränckc wurde, und die vermögliche,ansehnliche bürger, von welchen das vatterland am meisten zuhoffen hatte, auch die gröste gewalt, und das ihnen gebüh-rende ansehen in dem gemeinen wesen erhielten. Dieses nunwurde von so grosser Wichtigkeit und so treflichen nutzen Erhalten,daß Fabius dadurch der erste aus seinem geschlecht den zunah-men Maximus , der gröste, erlanget , welchen ihm alle seineglückliche siege und triumphe nie zuwege» bringen können.Seine andere ebenfalls höchst - nützliche Verordnung in seinerLenfura war diese, daß die Römische Ritter alle jähre auf deni^.iul. in ansehnlicher kleidung zu pferde aus dem tempel derEhre ins Capitolium ziehen meisten, und sonderlich bey diesergelegenheit von den Censoribus ihr leben und aufführung aufdas genaueste eraminirt wurde, da man denn allen denen, wi-der welche etwas schimpfliches an den tag kam, ihre pferde weg-zunehmen, und sie also aus dem Ritter - stand auszustossenvßeqke. Es ist gewiß, daß diese anstatt, so lange man sie wohlbeobachtet, sehr viel beygetragen, den Ritter-stand, als eineder vornehmsten stützen des Römischen Staats, rein und in gu-tem flor zu erhalten. Aure!. Viflor, de viris illustr. cap. 32.üvius, lib. XVIII. & XIX. Plm. See. Eutrop. üb. II. Valer.Maxim. Florus &c. *

0 .. fabius Maximus Verrucossus , wurde Cunctator ober der säumige zugenannt, weil er blos des Hannidals, sei-nes seindes, bewegungen in acht nahm, niemals aber wegender schwäche seiner armee mit ihm ein treffen wagen wollte, aberdurch den desatz bequemer örter und lager - platze, auch abschnei-dung der zufuhr seinem feinde grossen schaden zugefüget. Han-nibal merckte dieses-alö ein kluger General gar wohl, und ließihm dannenhero entbieten, wenn er so ein lavferer krieqes-heldwäre, wie er wollte angesehen seyn, sollte er ins offene selb undseinen feinden behertzt unter die äugen gehen. Allein Fabiusließ ihm antworten, daß Hannibali , als einem so vortreflichenGeneral, wie er wollte angesehen seyn, besser anstehen würde,ihn zu einem treffen zu nöthigen. Die Römer, welche ihm seinbisheriges verfahre» für eme zaghafftiqkeit ausgelegt, auch garwider alle gewohnheit seinen Magiltrum Equitum seinem ober-conunando entzogen, und einem theil der armee alleine fürge»setzt hatten, sahen ihren fehler bald, als Minucius von demHanmdal in die enge getrieben, mit aller unter sich habendenmacht in die gröste gefahr geriethe niedergehauen zu werden,wofern ihm nicht der großmüthige Fabius ohngeachtet des em-pfangenen schimpfs und Unrechts eben noch in rechter zeit zubülffe kommen wäre. Man wurde deswegen,bald anderes sinncs.Minucius selbst, ohne einen schluß vom Röntischen Rath odervolck darüber zu erwarten, unterwarft sich wiederum freywilligfeinem Dictatori, und liesse seine vorgetragene sosoes , als ein zei-chen feiner obern gewalts,vor demselben beugen,und dessen kriegs,leulhe setzten ihm zur danckbarkeit eine crone auf, welche manoblidionalem nennte, weil er sie als von dem ftind gantz eilige,than und belagert aus der grossen noth errettet hatte. Er warddurchgehends, und sogar von Hannibal selbst der Römer schild.qenennek, wie sein Collega in seinem vierten Bürgermeister,amt M. Claudius Marccllus derselben schwerdt zu heiffen pstegte.Im übrigen war er fünfmal Bürgermeister, zweymal Dictator,und eben so oft Princeps Senatus ; in seinem ersten Bürgermei-sterlhum schlug er A. U. 323. A. M. 37s?· A. C. 251. bie Lfgu-kier, erwies auch sonst seinem vaklerlande allezeit vortreflichemenste. A. U. 924. A. M. 3754. A. C. 230. war er Censor mitM. Semprvnio Tuditano, hierauf A. U. saö. das andere mal

Bürgermeister mit Sp. Carvilio, und A. U. 332. A. M. 5762. C. 222. wurde er Dictator. Er nahm A. U. 343. A. M.3779- A. C. 209. Tarentum wieder weg, brachte die statue desHerculis von dar ins Capitolium , und nachdem er mitdem feinde einen accord gemacht, die gefangenen los zu ma«chen und auszuwechseln, welchen der Rath nicht bestätigenwollte, verkaufte er alle sein haad und guth, damit er nur feinWort halten möchte. Er starb in hohem aller A. ü. 5,2. A. M.1782. A.C. 202. als M. Servilius Geminus und T. Claudius Nero Bürgermeister waren. Livius , lib. XXII. XXIII. XXVILXXX. Plm. lib. V. c. Valer. Max . lib. V. c. 2. Plutar*chus , in ipsius vita. Florus , lib. II. Aurei. V iclor. de virisillustr. c. 4?. Polybius, lib. III. &c. *

Fabius Maximus , AUobrogicus, von feinen siegen Wider die-ses volck zugenannt. Eden dieser ist es , welcher Bituitum , denKomg der Auvergner, schlug, die Allobroges bezwäng, und ei-nen theil von Languedoc , ingleichen Dauphine und Savoyen z«einer Römischen provintz machte unter dem nahmen Provincia Narbonensis . Er war A. R. 6,;. A. M. 3863. A. C. 121. nebstQ. Opimio Nepote Bürgermeister, und A. R. 649. A. M. 3879.A. C. 105. Censor. Sein söhn gleiches nahmens, ward wegen sei-nes liederlichen lebens seines vätterlichen erdlheils beraubet. Veüej.Patere. üb. II. Valer. Maxim. lib. III. c. 3. & lib. VI. c. 9. &c.

0 L Fabius Maximus , war des Dictatoris Fabii , sonstauch Verrucosli und Cunctatoris zugenannt, söhn. Als er sahe,daß sein vatter zu Pferde ihm als Bürgermeister A. U. 540. A. M,3770. A. C. 214. entgegen kam, ohne sich von seinem sattel zubewegen, jchickte er alsobald und ließ ihm sagen, daß er von dempferde vor ihm als Bürgermeister herab steigen sollte. Daraufumarmete der vatter den söhn , und sprach : ich wollte sehen,ob du verstündest, was da heisse ein Römischer Bürgermeisterseyn; daß also dieser edle Römer sichs für eine grössere ehrehielte, einen söhn zu haben, welcher die würde seines amtSverstünde, als selbsten von einem Bürgermeister, der sein söhnwar, respectiret zu werden. Er starb aber noch vor dem vatter,als sich das Römische volck sehr grosse Hoffnung von ihm machte.

Plutarch . Val. Maxim. lib. II. *

<&. Fabius Servilianus , war oberster Priester zu Rom ,und A. R. 612. A. M. 3842. A. C. 142. zugleich mit Lucio Me-tello Bürgermeister. Er wurde in Spanien wider Viriatum ge-sandt, welchen er anfänglich überwand, verfolgte, und meinevon seinen städten trieb; allein da er hernach in einem ausfalle,welchen Viriatus that, geschlagen, und genöthiget wurde, sichwiederum zurückzuziehen, muste er mit schlechten bedingungeneinen frieden eingehen, welches den rühm seines sieges sehr ver-dunckelte. Er hat von dem Jure Pontificio viel bücher geschrie-ben , desgleichen hat er auch Annales verfertiget, davon abernur noch einige wenige stücke übrig, die von den Alten angezogen

werden. Livius . Florus. Oros. Appiax. Macrob. Serv. ad lib. I.iEneid. &c. Voßus , de Hist . Latin. lib. I. c. 7. Fabricius .bibl. Lat . *

O». Fabius Pictor , war der erste unter den Römern, wel-cher anfieng ihre Historie zu schreiben, weswegen er von Livio§criptorum antiquiffimus & longe antiquissimus Auctor genen-net wird. Jedoch ist diejenige schrift, welche unter seinem nah-men vorhanden , ein von Annio Viterbiensi fälschlich eingescho-denes buch. Ihrer viele vermengen ihn mit andern perfoneNdieses nahmens, als z. e. mit einem gelehrten Juristen, deffenCicero gedencket. Er bekleidete A. R. 334. A. M. 3764. A.C.220. die stelle eines Qutestoris Provincialis, und wurde nach derberuffenen schlacht bey Cannas zudem Apollo nach Delphos ge-schickt , bey selbigem zu fragen, was es endlich für einen aus-gang mit den Niederlagen der Römer nehmen würde ? Die fa-milie , aus welcher er entsprossen, bekam daher den zunahmenPictor , weil der erste von derselben den tempel der göttin 8aluizu Rom mahlete. Liv. üb. I. & II. Plin. üb. XXXV. c. 4.Apptati. in Annib. Voßus, de Hist . Lat lib. I. c. 3. Grat. devitis JCtor. üb. I. c. 4. Hanckius, de Rom. scr. P. I. & II. c. 1. *

Fabius Rusticus , ein gesthicht-fchreiber, welcher sonder-lich scheinet die fachen, so sich zu seiner zeit begeben, aufgezeich-net zu haben; lebte unter Claudii und Neronis regierung, warauch ein freund des Senecä. Tacitus ziehet in seinen annalibusfeine schriften an, und nennet ihn im leben Agricolä, den nette,sten unter den neuen scribente». Tac. annal. üb. XIII. XIV.XV. & in vita Agrie. *

* Fabius, ein Tribunus militum in der armer des grossenPompeji , war einer von den ersten, welche bey dem stürm destempels zu Jerusalem , da dieser Römische General die stadt be-lagerte , hinein gedrungen; zu der zeit, da er Gouverneur zuDamasco gewesen, bekam er einen befthl, dem Herodes wiperAntigonum, den König der Jüden, beyzustehen; er liesse sichaber durch geld bestechen. Jofipbus, üb. XIV. c, g. &21.

* fabius Leonidas , ein Italiänischer Poet, von SantaFlora im Tofcanifchen aebürtig, lebte unter dem Papst Urbano VIII . und starb ohngefehr um an. 630. Er pstegte seine wercktsehr wohl auszuarbeiten, und folgte hierinnen Horatii regul,fiepe stylum vertas , dermassen, baß er dieselben bis zehrn malzu übersehen im gebrauch hatte, ehe er glaubte, daß sie zu ih-rer rechten Vollkommenheit gelanget. De Vigntul MarvWe ,melang. dhist. p. 218. &c. BatUet, jugera, des Savans tom. IV.