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Sdsttusi, oder Stichlern, (Paulus) wurde an. 1304. zu«WinMrn gebohren, allwo sein vatter Schulmeister undStadtschreiber war. In dem u. jähre seines alters gieng er«ach Heidelberg , seine studier, daselbst fortzusetzen, allwo er auchbis an.it". verblieb, worauf er sich nach Straßburg begab,ba er, die jugend zu unterrichten, sich angelegen seyn ließ,und zu gleicher zeit von Wolfgang Cavito die Hebräische spra-cht erlernte. Hierauf wurde er nach Jsny im Alqöw beruffen,daselbst der schule vorzustehen; doch gieng er wieder nachStraßbnrg, lehrte die Hebräische spräche, und legte sich zu->aleich auf die Theologie. An. 1537. erhielt er die stelle einesPredigers zu Jsny, und wendete alle neben-stunden an, sichin der Hebräischen spräche vester zu setzen, gebrauchte sich auchhierzu der Unterweisung Eliä Levitä, eines Juden, wel-chen er aus Venedig zu sich kommen lassen. Es befand sichauch ein grosser liebhaber dicfts ftudii an besagtem orte, Pe-trus Auster, ein Rathsherr, welcher auf seine kosten eine He-bräische buchdruckerey aufrichtete. An. 1544. wurde er zuEtraßburg Prediger und Professor Theolog,® , da er aberan. I54S. wegen des Interims, nebst dein Bncero, seinesamtS entsetzt wurde, gieng er mit diesem, des Ertz-BischoffsThomä Cramers von Cantcrbury verlangen genüge zu leisten,in Engelland. Bey seiner ankunft wurde er von Konig Eduar-de VI. nach Cambridge geschickt, auf der Academie daselbst zuIchren; allein er starb bald darauf an. 1550. den 13. nov. nichtohne argwohn beygebrachten gifts. Unter der Königin Ma-ria rcgierung wurde sein leichnam ausgegraben und verbrannt.Man hat von ihm verschiedene wercke, die er aus dem Hebräi-schen ins Lateinische übersetzet, als da sind : Thishites Eli» ;Apophthegmata Patrum ; Sententis Morales; Tobias Ilebrai-cus; Not» in Pentatcüchum; Prccationcs Hebraic»; Expo-jitio Dictionum Hebraicarum in IV, capita Geneseos &c.Thuamts, lib. II. VI. &XVII. Sltidan. inannal. $po*dan, an-nal. Pantaieon, lib.III.profop. Verbeide» , effigies Theol. Adam,in vit. Theol. Freber. theatr.
* ^astnani» (Prosper) ein Italiänischer Rechtsgelehrter, vondessen ankunft keine Nachricht aufgezeichnet, war zu Rom fast1;, jähre Secretarius sacrae Congregationis , und ein so berühm-ter Advocat, daß man eine Rechts-sachc ordentlicher weise be-reits vor gewonnen hielt, wenn er deren führung über sich ge,nvmmcn. Die Päpste selbsten trugen auch vor ihn eine beson-dere Hochachtung, und unterliessen nicht in zweifelhafften fäl-len ihn um seinen rath zu fragen. Ob er nun gleich in dem44. iahre seines alters völlig blind geworden, so war er dochdurch hülffe seines treflichen gedächtnisses in dem stände, nichtnur die ihm vorgelegte viele Casus geschickt und fertig zu be-antworten, sondern auch selbst seinen weitläuftigen Lommenta.kium über die vecretales in die feder zu dicliren, der zu Rom ,und an andern orten, in 3. fol. öfters aufgelegt worden. Erstarb zu Rom um das jähr 1678. in einem alter von etlich undachtzig jähren. Ptmtas, Dict. des Gas de Consc. dans la tabledes^aut. tom. I. Poißon, relat. manuscr.
Fagundez, (Stephanus) ein Jesuit, war gebürtig vonDiane, und lehrte die Theologie zu Lisabon , allwo er den if*jan. an. 164;. gestorben. Seine schriften sind: (^»ttionerde Christianis Officiis & Casibus Conscienti» in V. EcclesiaePracepca; Apologia pro isto Tractatu ad Quaestionem de La·cticiniorum Esu , in Quadragesima ; in X. Praecepta Decalo.gi; de Justitia &c. Alegambe , bibl. Anton. bibL Mir aus ,de script. ssc. XVII. &c.
8ahlun, eine ziemlich grosse stadt in der Schwedischen pro-rmtz Dalecarlicn, bey welcher sich das grosse kupfer-bergwrrckbefindet.
Fahr, ein Frauen - kloster Benedictiner - ordens an derLimmat , eine meile von Zürich , in der Evdgenoßischen Graf-schafft Baden gelegen, ist an. 1130. von Lüthold, Freyherr»von Regensperg, Judenta seiner gemahlin, und ihrem söhnLeopold, gestiftet, und an das kloster Einsiedlen vergäbet wor-den , jedoch mit diesem vorbehält, daß die Käst - vogtey jeder-zeit auf den ältesten seines Hauses fallen sollte; die Freyherrenvon Regensperg, Legern, Haßlen, Steinmur und Master-chingen, hatten allda ihre begräbnisse, und die Edlen vonFahr ihren gewöhnlichen fitz. Hottinczers Eydgenoß. kirchen-gesch.P.I. p. 626. *
Fahrmsbeck, Fahrensbach, (George) ein Liefländifchervon Adel, diente anfangs in den einheimischen kriegen, trat abernachgehends in Rußische dienste, und erwarb sich durch seinehelden-thaten einen unsterblichen rühm. Hierauf zog ihn Fri-dericus ll., König in Dänemarck, an seinen Hof, und ertheilteihm nicht allein die charge eines Ober - Marschalls, sondernscheuche ihm auch auf lebens - lang die in Liefland gelegeneinsul Oesel. Um diese zeit gieng er, mit genehmhaltung deszetzt-gedachlen Königs, nach Dantzig, und vertrat darinnendie stelle eines Commendanten, als die Polen selbige belagerthultm. Nachdem aber diese streitigkeiten glücklich beygelegtlvaren, kehrte er wiederum nach Dänemarck, und hielt sich8. jähr daselbst auf, bis ihm erlaubet wurde, nach Lieflandzu gehen, und das commando über die Polnischen völcker an-zutreten , da er denn das glück hatte, die Russen erstlich beyPleskvw und hernach bey Luckow aus dem selbe zu schlagen. Zu"Mstung dieser ansehnlichen dienste, zumal da er zu derenglücklichen ausfuhrung nicht wenig von seinen eigenen MittelnHtstsr. Lexicon lll. Theil.
2"fgtwendet hatte, wurde er tun.*..« Könige in Polen mitdem schloß Karkus beschencket, und zum P»L?v,nten zu Wen-den ernennet. ES war aber der König in Danemara tiv«> zu-frieden , daß er sich , ohne sein vorwiffen, der Republick Po-len immer mehr und mehr verbindlich machte, forderte des-wegen die obgedachte insul von ihm wieder ab, und wie ersich darzu nicht verstehen wollte, ließ er sie mit gemalt ein-nehmen. Hierauf erhielt er an. ,398. von der Cron Polen'das Gouvernement über Liefland, und hatte 2. jähr hernachdas unglück, daß ihn die Schweden in dem schloß Borcholntbelagerten, und selbiges rur Übergabe nöthigten , da denn seinfast Königlicher schätz zugleich verlohren gieng. Als ihn die über-winder fragten, warum er selbigen nicht bey zeiten in sicherheitgebracht hätte, gab er ihnen die großinüthige antwort: damiteuer König sehe, daß er mit keinem geringen menschen zu thunhabe. Nachgehends leistete er den Polen in Liefland vortref-liche dienste, bis er an. 1617. die Schwedische partey ergriff,nachdem der Hcrtzog von Curland auf diese feite getreten, undihn zu seinem Statthalter bestellet hatte. Ob er nun wol Per-nau, Dünamünde, Wenden, und andere vestungen, dmSchweden in die Hände lieferte, auch die haupt-vestung Ri,ga überrumpeln wollte; so gieng er doch in folgendem jährewieder zu den Polen über, und brachte vorbedachte örter, aussser Pernau , unter den fuß; worauf er nach Warschau beruf-fen wurde, und nicht lange hernach, in hohem alter, das zeit-liche gesegnete. Die Schwedischen scribenten geben ihm schuld,daß er nur aus list zu ihnen übergetreten, um ihren Königrecht in das gärn zu locken. Piaficü chron. Muihn Liest. hist.Chytrai Saxon. pufendorffs einleitung zur Schwed. hist.
Fahrensbeck, Fahrensbach, (George) ein söhn des vor-hergehenden, trat an. 1630, in Chur-Bayerische dienste, underhielt die stelle eines Obersten, nachdem er sich von jugend aufin dem kriege versucht, und unterschiedenen Potentaten gebienethatte. Er setzte sich auch bald in so guten credit, daß man ihm,nebst dem General Cratz zu Scharffenstein, an. 1633. die ve«stuna Jngolstadt anvcrtrauete; allein dieses machte ihn un-glücklich , daß er sich in die verrätherey verwickeln ließ, ver-möge deren besagter General den ihm anvertrauten ort denSchweden in die Hände liefern wollte, als worüber ihm daSsthwerdt zuerkannt wurde. Da er nun den 19. may des vvr-gedachtcn jahrs auf den richt - platz kam, steng er eine redegegen die umstehenden an, um dadurch seine Unschuld an dentag zu legen; allein weil er sich gar zu harter expreßionenbediente, wurde ihm auferlegt zu schweigen und nieder zuknien. Indem aber der fcharfrtchter den hieb vollführen wollte,bückte er sich» daß das schwcrdt über den köpf wegfuhr, undihn nur ein wenig verletzte. Hierauf sprang er von dem scha-vot herunter, und war mit keinem worte dahin zu bringen,daß er seinen köpf gutwillig hergegeben hätte. Es befahl dem-nach der General Aldringer, daS ausgesprochene urtheil anihm mit gemalt zu vollstrecken; da er denn von 4. scharf-richtern, welche zugegen waren, in stücken zerhauen wurde;seine gemahlin bäte inzwischen wehemüthigst um Kayserli«chen vardon, erhielte solchen auch, aber zu spät, sintemalder von Hof ausgeschickte courrier erst den folgenden tag an-gelanget , und schien es also, als wenn man aus paßionnir«tem gemüthe mit der execution geeilet hätte. Theatr. Eump.tom. III. p. 66. *
Hajence, eine stadt in Provence , in der Dioeces von Fre-juls und la Diguerie de Draguignan, zwischen Grosse, Fre-juls und Draguignan , auf einem lustigen und fruchtbaren Hü-gel. Die Vilchöffe von Frejuls sind Herren von Fajence.
^ail, (Noel du) ein Britannischer Edelmann, und König-licher Rath bey dem Parlement zu Rennes, war ein gelehr-ter ZLws zu ende des XVI. feculi. Man hat von ihm die hi,storie seiner provintz und dasige Parlements-schlüffe, desglei-chen das Jus Civile . welches er, auf anhalten etlicher guterfreunde, in locos communes eingetheilet. La (?roix du Mai*ne, bibl. Franc;.
* Iaille, (Germain de la) war zu Castelnaubari in Ober-Lanauedoc dm 30. octobr. an. 1616. gebohren. Nachdem erzu Toulouse die Rechte studiret, ward er an. 1633. Königli-cher Advocat in seiner valter-stadt. An. 1646. muste er alSFiscal mit dem Herrn de la Fcrriere, Gouverneur von Mon-tauban, nach Rovergue gehen, den allda entstandenen bau-ren-tumult zu stillen, worauf er an. >6;;. das Syndikat zuToulouse erhielte. Hier bekam er gelegenheit, das Archiv die-ser stadt zu durchsuchen, welches ihn nachmals veranlaßte, dieAnnales de Toulouse zu schreiben; davon er den ersten theilan. 1687., den zweyten aber an. 1701. in fol. zu Toulouse anslicht stellete. Dieser letzte gehet nur bis an. 1610, und ob ihmwol seine freunde gerathen, baß er sie weiter fortsetzen sollte,hat er'sich doch allemal damit entschuldiget, daß er solchesnicht thun könnte, weil er entweder viele bittere Wahrheitenschreiben, oder dem amt eines geschicht-schreibers fern genü-ge thun müste. Vor diesem hat er sein Traite de la No-blesse des Capitouls de Toulouse, Toulouse 1667. in 4. her-aus gegeben, welches auch ib. 1673. in 4. 5707. in 8. wiederausgeleget worden. Mit diesen beyden wercken aber hat er einebesondere pensivn verdienet. An. 1694. nahm ihn die Academiedes Jeux Flöraux zu ihrem Secretario an; welcher bebienunger bis an sein den »r. nov. an. l?n. im 96. jähr seines altersM m r erfolg.