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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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erfolgtes ende mit vielem rubm,-'gestanden; zu welcher zelter auch zugleich zum *·**" die wurde emeS vecaru beydem Ratb ZU T-Uioufe bekleidet. Er war rn fuhrung der fe.der überaus geschickt, auch in der Poesie nicht unglücklich, wieer denn noch im 90. jähre feines altcrs getichte verfertiget, wel-che jedermans beyfall erhalten. Memmes de Trevoux 1712.juillec p. 120 $. Mtmoires pour fervir ä lbißaire des bommesiüußr. tom. IV. Hühners bibl. geneal. 6, p. 140. feg.

*Faille , (Ioh. Carvlus dc la) ein Jesuite von Antwerpen ,gebohren an. 1597. Er hatte sich insonderheit auf die Mathema-tic gelegt, die er anfänglich zu Dole, hernach zu Lövcn, und end-lich zu Madrid lehrte, allwo er auch den Don Juan d'Austria,Königs Philippi IV. natürlichen söhn, darinne unterwies, undsich demselben so angenehm machte, daß er ihn nachgehend-überall begleiten muste. Er starb auch bey ihm zu Barcellonaden 4. »ov. an.1652., und ließ ihm der Printz ein grabmahl auf-richten , darinnen er ihn Nagistrum fuum incomparabilemnennte. Man hat von ihm Theoremata dc Centro Graritatispartium Circuli &Ellipsis, Antwerpen 1632. in 4. und The.les mechanicas , Dole 162;. Alegambe. Witte , diar.

* Fairfax, ein bekanntes Englisches geschlecht, welches umdas jähr 1066. mit Wilhelmo Gonguestore aus der Normandie nach Engelland gekommen, und sich zu Toucester in der Graf-schafft Northumberland niedergelassen, nachgehends aber inYorkshire seinen sitz aufgeschlagen, woselbst Richardus Fairfaxum das jähr 1206. die güther Askam besessen. Dieses Richar-di söhn, Wilhelmus, zeugte mit Alicia, einer tochter und erbinNicolai von Bugthorp, Wilhelmum Fairfar, welcher das auchWalton in Northumberland käuflich an sich gebracht. Vondemselben stammte Thomas Fairfax von Walton ab, welcheran. 141 5. starb, und Richardum nach sich ließ. Dieser heu-rathete Eustachiam, eine tochter und erbin Iohannis Calthorp,und bekam mit ihr unterschiedene kinder, von denen Wilhel-mus und Guido zu mercken:

I. ) Von dem ältesten, Wilhelmo, war Thomas Fairfax ent-sprossen, welcher an. 1628. den 10. febr. von Carolo l. zumVicvmte und Baron von Fairfax von Emeli in der Jrrländi-schen Grafschafft Tipperary gemacht wurde. Von desselbennachkommen war 1727. Nicolaus Fairfax der sechste Lord,und hakte einen einzigen söhn, Carvlum, der sich Elisaderham,eine tochter Hugonis Lords Clifford von Chudleigh, des Vi-comte Dunbar wittwe zur gemahlin genommen.

II. ·) Guido Fairfax, des vorerwehnten Wilhclmi bruder,wurde von Eduardo IV. zum General-Procurator verordnet,baucte um das jähr 1478. das schloß Steeron in der GrafschafftPorck, und hinterließ von Margaretha, einer tochter Wilhel-mit Ryhter vvn Ryhter, Wilhelmum, welcher von an. 1509.bis an. rziz. Richter von Common-Pleas war. Dieser zeu-get! mit Elisabetha, einer fchwester Thomä Manners, Gra-fen von Rutland , Wilhelmum, welcher unter Henrico VIII.Ober-Scheriff der Grafschafft Dorck war, und mit Isabella, ei-ner tochter und erbin Iohannis Tmaits, das schloß Denton er-heurathete. Der aus dieser ehe erzeugte söhn, Thomas, erhielt<in. 1578. den Ritter-standund hinterließ von Dorothea, ei-ner tochter Georgii Gayle von Acham Grange, einen söhn,der gleichfalls Thomas hieß, und von Roberto Grafen von Es-sex in dem lager von Rouen zum Ritter geschlagen, von demKönige Carolo I. aber an. 1627. den 4. may zum Baron vonCamrron in Schottland erkläret wurde, und in dem 80. jähreseines alters starb. Von seinen kindern, die ihm Helena, einetochter Roberti Ask, gebohren, sind Ferdinanbus und Henricusmerckwürdiq: 1.) Der älteste, Ferdinandus, Lord Fairfax , ver-mählte sich mit Maria, einer tochter Eduardi Sheffield, Gra-ftn von Mulgrave, und starb an. 1647. Von seinen söhnenblieb Carolus an. 1644. als Oberster, in dem treffen bey Mar-stvn-More; Thomas aber der berühmte General, von dem einbesonderer artickul folget, gieng an. 1671. mit tode ab, und hin-terließ von Anna, einer tochter und mit-erbin Jlorati, Lords Be-te, nur eine tochter Mariam, welche mit Georgio Villiers, Her-tzoge von Buckingham, verehelicht gewesen. 2.) Henricus Fair-fax, des vorbenannten Ferdinandi jüngerer bruder, war ein vat,ter Henrici, welcher an. 1671. nach seines vatters tode den tituleines Lords erbte, und mit Francisca, einer tochter und erbinbes Ritters Roberti Barvick von Tolston 4. söhne zeugte. Vondenselben succedirte ihm der älteste Thomas, welcher Ober-ster der garde und unterschiedene mal wegen der GrafschafftForck ein Mitglied des Parlements gewesen. Er starb an. 1710.und hinterließ von Catharina, der einzigen tochter und erbinThomä Lords Colepeper, unter andern Thomam Fairfax, wel-cher noch an. 1727. als Lord Fairfax florirte. The Bnt. camp.toi. II. p. 451. Tbc Irisb camp. p. 1 69.

Fairfax, (Thomas) Lord Fairfax und Baron von Came-ron in Schottland , war Ferdinandi, Lord Fairfax von Porks-hire, söhn, den er mit Maria, Edmundi, des Lords Shea-field und Grafen von Mulgrave tochter, gezeuget hatte, undwurde zu Denken, in dem kirch-spiele von Otley in Dorkshire,an. l6n. im jan. gebohren. Nachdem er seine jungen jähre zuerlernung der nöthigen wissenschafften im St. Ioyannis-Lol-legio zu Cambridge zugebracht, diente er in den Niederlan-den unter Horatio, Lord Verc, und war bey der eroberungvon Hertzogenbusch. Nach seiner zurückkunft vermählte er sich

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den, wurde Thomas Fairfax , ohnqcachtet er da!malem blosser Knight oder Ritter war, von den Land-.Sländ,^?den König abgeschickt, demstlbigen eu> bitt-schceibn,w?btt

geben, >>nd» ihn m .Wiirh.n . h/ifi

,, und ihn zu ersuchen, dass er seinem Parlcmen sLund keine trouppen werben mochte. AIS aber der Ji®ches nicht annehmen wollte, drang er so ernstlich daraus?er es endlich noch rn Heywvrth-Moor zu Pferde fitzend überqad!da bey nahe 100000. Personen gegenwärtig waren. Da ei alinun einen unumgänglichen krieg vor äugen sahe, nahm erunter seinem obbemeldten valter, welcher auch ein e aVertheidiger der fache des Parlements war, dienste an, ündnachdem er m der nördlichen gegend glücklich gewesen, mach,1 e ihn das Parlement den ,1. dcc. an. 1644. zum General!nachdem Robert, Graf von Essex, abgedanckt worden Äder Haupt-schlacht bey Nacsby führte cr das Corps debatmUle, so wider den unglücklichen Konig Carvlum ftlbst föchte, alsCromwel und Jreton dagegen die beyde ffügel; wie dann auchder sieg von Cromwels feite zu erst anfienge, und Carolusnicht ehender in die flucht gebracht wurde, als bis ihm Croiwwel in die flanquen gieng. Bald darauf schlug er den GeneralHopton bey Taunton , allwo fast das gantze Königliche kbvolck in stucke gehauen wurde. In dem folgenden jähr an. 1S4Snahm er neben Cromwel Oxford ein. Nachdem also die krieae,worinnen er seine tapferkeit sattsam an den tag geleget, glück,lich zu ende giengen, wurde er in Londen , so wol von der stattals dem Parlement, mit grossen freuden und ehr - bezeuaun-gen empfangen. Als Konig Carolus von Holdenby nach Chil-derly, Nenmarket und andere örter gebracht worden, erwiessich Fairfax gegen denselbigen überaus höflich, gleichwie erauch hernach zu Hamptoncourt that. Gleichwol war ihmCromwels parley zu starck, daß er des Königs tod hätte ver-hindern können, ob er schon willens war, ihn mit einem re-giment aus dem gcfängnts los zu machen, ^mmittelst woll,te er bey desselben verhör durchaus nicht die Richter-stelle de,kleiden, ob er wol zum Haupt der darzu verordneten Commis-sion war erwehlet worden; es soll auch seine gemahlin beydem ansang dieses criminal-processes, als die »ahmen der er-wchlten Richter öffentlich abgelesen wurden, und Fairfax nichtzugegen war, mit lauter stimme ausgeruffen haben: Er istviel zu vernünftig und zu ehrlich, als daß er sich hieben einfin-den sollte. Vielmehr bearbeitete er sich möglichster mästen, direxecution so lange aufzuschieben, bis er sich unter der armer ei,nen anhang gemacht hätte; dahero ihn die pvst von des.nigs rode um so viel heftiger erschreckt, da ein so hartes urtheilohne seine gegenwart vollzogen worden. An. 1S48. den 14.febr. wurde er zu einem mitgliede des Staats-Raths erwehlet,fo aus 30. Personen bestund. Allein, da König Carolus II.nach Schottland schiffte, legte er sein amt, auf einrathen derwohlgesinnten Presbyterianischen Prediger, nieder, und woll-te nichts wider den König thun, worauf Cromwel an seinestelle katn; der Lord Fairfax aber begab sich auf sein land-haus, und war bereit, sich zu Georg Booth zu schlagen. An.1659. widersetzte er sich mit einer gewissen partey, deren hauvt erwar, dem sogenannten freyen quartier und den unrechtmäßigenauflagen; gleichwie cr an. 1648. vor die freyheil des Parlementsstund, da Cromwel solches mit gemalt verdrängete. Imjanuario an. 16^9. nach dem tode Cromwels, erwehltcn ihndie noch übrigen glieder des Parlements, welches den Königvom thron herab gestürtzet hatte, und von dem man behaupte,te, weil es nie förmlich wäre abgeschaffet worden, so daurcleseine gemalt und ansehen annoch, und welches würcklich denRichard Cromwel des Protectorats entsetzet hatte, und einenfreyen Staat aufzurichten bedacht war, zu einem mitgliededes Staats-Raths , und im nächst - folgenden april wurde erzum Land-Richter der Grafschafft Zork erwehlet, war auchmit unter den 12. abgeordneten des Unter-Hauses von demParlement, welche zum Könige Carolo II. in Holland ge.saudt worden ; da dann sein grosser rühm ihm bey jedermangrosse Hochachtung erworben. Als er in Engelland wieder ju,rück kommen, und bemeldtes Parlement aufgehoben worden,begab er sich auf feinen land-sitz, brachte daselbst sein übri-ges leben in der stille zu , welches er den n. nov. an. 1671.im 60. jähre seines alters beschlossen. Im übrigen ivar er einHerr von sonderbarer klughcit, aber noch grösserer tapferkeit.Über dieses rühmten seine eigene feinde dessen gottcsfurcht.Seine grosse liebe zu der gelehrsamkeit ließ er vielfaltiz st-hen, absonderlich, da er die bibliotheck zu Oxford , als »e inder Parlements-armee gemalt gerathen, erhielte, daß sie vondieser nicht so grossen schaden, als wie von des Konigs par-tey, erlitten. Unter dieses Lords nahmen wurden, da er »ochGeneral war, viel briefe, gespräche, Gesandtschaffien, nebsterzehlungen von scharmützeln, schlachten, eroberungen dicicroder jener vestung, städte, und dergleichen mehr heraus ge.geben. Er verehrte bes Dugdale und Dodsworth manuscriple,von den antiquikätcn von Porkshire, welche zum wenigsten m22. bänden bestunden, der Universität zu Oxford , wohin nc«N. 1673. gebracht worden. Jobnsto. in bist. Savderßn. hiit-Vita: & necis Carol. Manlius , Comment, de rebelhone Angl.Bateus , in elenchis mocuum Angl. Warvciks , memoirs oftheKing Charles I. Beschreibung des 20. jährigen kriegs IN denKönigreichen Engelland, Schottland und Irrland rc.^ Br».