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nahm er Mastricht ein, welche belagerung ihm aberNicht allein seine armee sehr schwächte, sondern auch vor seineperson eine schwere kranckheit zuzog, daß er nicht bald weiter waswichtiges vornehmen konnte. Jedoch war er noch immer stärckeralS die Staatischen , that ihnen auch hin und wieder ab,druch, und ob er wol an. 158?. Cambray vergeblich be-lagerte , eroberte er doch kurtz darauf Dornick. So hattenauch einige zeit vorher die seinigen Breda überrumpelt. An.i^gr. fand er gelegenheit, die Provintzen, so es mit ihmhiel-tca , zu iviederannehmung fremden kriegs-volcks zu bereden,welches den König in Svanien sehr vergnügte. Mit demsel-ben setzte er sich den Franzosen , unter dem Hertzvge vonAnjou, entgegen, und nahm denselben an. i?8i- Dünkir chen , Nieuport, Winorbergen und Dirmuiden ab. An. is 84.wurde er theils mit gemalt, theils mit heimlichen Händelnmeister von Gent, Brügge und Zpern, worauf er alle sei-ne gedancken auf die belagerung von Antwerpen wendete, dieer auch mit sehr grossen zubereitungen unternahm , und fasterst nach iahres seist, auch nicht ohne Überwindung fast un-glaublicher schwcrigkeiten , und bey mehrmaliger grvster le-vens-gefahr, so weit brachte, daß sich die Antmerper den 17.aug. an. >;8?. ergaben. Kurtz darauf wurde ihm der Rit-ter-orden des goldenen Vliesses aus Svanien geschickt, so hatteer auch, wahrender belagerung , sehr auf die wieder - ein-räumung von Placentz am Spanischen Hofe dringen lassen, .welcher ort denn , in ansehung dieses der Crone geleistetengrossen dienstes, seinem vatter wieder gegeben wurde, wiewoleinige schreiben , es sen der Spanier auszug nicht eher gesche-hen, bis nach Octavri an. i;86. im ocl. erfolgtem tode Ale-xander regierender Hertzog zu Parma worden, welcher die Re-gierung durch seinen söhn Rainutium verwalten lassen. Ebendieses letzt-bemeldte jähr mengte er sich in den Cölnischenkrieg, und nahm, auf ersuche., des neuen Churfürstens Er-yesti, die stadt Neust mit stürm ein. Darauf wendete er sichwieder nach Flandern , und eroberte an. 1587. die vestungStups. Allein das folgende 1588. iahr wäre ihm nicht so glück-lich,denn da er das vorhaben derSpanischen sogenasiten unüber-windlichen flotte wider Engeüaud befördern sollte, wie man ihndenn, wenn die landung wurde geschehen seyn,schon zum Generalernennet hatte, zu welchem ende er eine zeit zuvor die Englischendurch eine angestellte friedens-handlung sicher zu machen ge-trachtet, auch zu Dünkirchen grosse anstalteu, zu einschif-fung eines Heers auf platten fahrzeugen, und nöthiger ver,sorgnnq der erwarteten flotte, gemacht halte, geschahe es,daß bekannter Massen diß unternehmen zu nichte wurde, undentstund der Spanischen flotte verderben grossen theils mit da-her , weil sie gemessenen beseht halte, vor der Vereinigungmit dem von Parma nichts anzufangen, dieser aber, als ersich, auf erhaltene Nachricht von dem Spanischen Admiral,nach Dünkirchen erhub , theils seine anstalten noch sehr un-vollkommen fand, theils auch von den Niederländischen schif-fen, welche vor selbigem Hafen krentzeten , dergestalt besetztwar, daß er sich nicht getrauen durfte auszulauffen, weswe-gen man in Spanien seiner nachlaßigkett den mißlunge-nen anfchlag schuld gab. So war er auch diß jähr in sei-nem unternehmen auf die insul Toten und die vesttmg Ber-gen op Zoo»» unglücklich, und seine soldaten siengen wegenschlechter bczahlung häusig an durchzugehen; oder sie meute-nirken, und schlugen sich unter von ihnen selbst aufaeworffe-nen Häuptern zusammen, in dem steiffen vorhaben, sich nichteher zu dem vorigen gehorsam und kriegs-dienste zu bequemen,bis man sie für ihren rückständigen sold vergnüget hätte; wel-ches dann dem Hertzvge nicht allein in seinen Unternehmun-gen sehr verhinderlich war, sondern auch durch den stätiqenVerdruß, der ihin dadurch verursachet wurde, dessen gesund-heil sehr schwächte. Wie nun auch über dieses einige vorneh-me Spanier, die bey ihm waren, von seinem thun spöttlichredeten, und gchäßige briefe an den Hos schrieben, alö ob er,aus unzeitiqcr begierde Engelland unter den fuß zu bringen ,die friedens-Handlung selbst gchindert, welche der flotte sehrzu statten gekominen wäre, auch wohl im sinn haben mochte,sich der herrschafft über die Niederlande zu versichern, wovonihm die Insantin, welche grosse gunst gegen ihn hatte, heim-lich bericht gab, grämte er sich darüber sosehr, daß er an.'?8?. sehr kranck wurde, und sich des gesundbrunnens zu Spabedienen muste. Allein, weil der Königin Spanien seinernicht wohl entbehren konnte, gab er seinen entschuldigungengchör, schaffte ihm seine widerwärtigen vom hals, und schick-te ihin beseht zu, der Ligue in Franckreich deyzustehen. Ober nun wol nicht gern sahe, daß dadurch den Niederlän-dern lust gemacher, und seine bisherigen eroberungen in ge»fahr sollten gesetzet werden, muste er doch dem Königlichenwillen ein genügen thun, hielte deswegen mit dem Hertzvgevon Maine zu ausgang des jahrs l?8y. eine geheime unter,bedung, machte den winter und einen theil des folgenden som-mers durch alle gehörige anstatt, und qieng also im augustoan. i?9°. mit einer stattlichen armee nach Fra »ckreich, nö.thlgte den König, die belagerung vor Paris aufzuheben, undnahm darauf Corbeil mit stürmender Hand ein. Ausser demaber konnte er, wegen des misverständnisses mit dem Hertzvgevon Maine, wenig ausrichten, und gieng auch deshalben beymmbr des jahrs, nachdem er den Franzosen 8000. mann zurück
gelassen , wieder nach Flandern . Daselbst war in seiner ab--wesenheit vor die Spanier wenig glück gewesen , inmassen diefeindlichen parteyen bis an Brüssel streiften, und der PrintzMorltz einen ort nach dem andern wegnahm. Es konnte auchAlexander selbst, nachdem er wieder gekommen war, seinglück nicht hindern, und wurde von ih,n gezwungen, die de-lagerung des foersKnodstnburg aufzuheben. Es wäre daherwohl nöthig gewesen , daß dem Hertzvge zeit wäre gelassen wor-den, die Niederländischen fachen wieder in guten stand zu brin-gen. Allein, er muste auf ausdrückliche» beseht aus Spanien zu ende des jahrs,591. wieder nach Franckreich, um Rvuenzu entsetzen. Er ließ sich unterwegs von der Ligue die stadtle Fere für Oist zur sicherhcit einräumen, und hielt mit demHertzvge von Marne verschiedene Unterredungen über das abse-hen , so der König in Spanien bey Unterstützung der Ligue hat-te , mit denen allen aber nur lauter mißtrauen bey den Fran-zosen gewürcket wurde. Rouen wurde zwar entsetzt, aber derHertzog von Maine widersprach dem von Parma stets, wenner was hauptsächliches gegen die Königliche armee unterneh.wen wollte, nöthigte ihn hingegen, Caudebcc wegzunehmen,wobey er durch einen schliß am arm verwundet wurde, undzu dedeckmig dieses orls ein lager zu erwehlen, wo seiner ar-mee die lebens-mittel abgeschnitten wurden, auch sonst vonden Königlichen verschiedener abdruch geschahe, dahero er ge-zwungen war, einen gefährlichen marsch über die Seine nachParis zu nehmen , den er aber so glücklich anstellte, daß erdem Könige, der ihn bey dieser gelegenheit leicht hätte üdernHaussen wcrssen können, und schon würcklich im sack zu habenvermeynle, durch schnelle Verfertigung einer schiffbrncke, welchevon viele» für ein unmögliches werck geachtet worden, ent-wischte. Von dar gieng er in ziemlicher Unpäßlichkeit im jun.an. 1592. wieder nach den Niederlanden , brauchte den brun-nen zu Spa wieder, unternahm hernach einen vergeblichenanschlug auf St. Quintin, und rüstete sich auf eine» neuenzug nach Franckreich, um deswillen er sich nach Arras begeben,allwo aber seine schwachheit gähling so überhemd nahm, daßer den 22. nov. oder 4. dec., wie andere schreioen, an. 1992.starb, ungeachtet er selbigen tag noch zu pftrde gesessen war,und verschiedene ausferligungen unterschrieben hatte, woraufman seinen leichnam nach Italien führte. Seine Unpäßlich-keit mochte wol guten theils von dem heimlichen grämnisüber den verfall der Spanischen angelegenheiten in den Nie derlanden , und daß man ihm denselben schuld gab, herrüh-ren, wiewol einige mulhmassen, die Spanier , die ihm zuletztgar nicht mehr trauten, und meynten, er wolle sich entwe-der zum Herrn in den Niederlanden machen, oder sähe dochgern, wenn der krieg fein lange währte, hätten ihm heim-lich gift gegeben, davon sich jedoch bey eröfnung des cörperskeine spur gefunden. Er war ein tapferer, standhaffter, vor-sichtiger , beredter, angenehmer Herr und glücklicher General,der auch im fall der noth gar wohl vor der saust zu fechtenwußte, und ein rapter so gut führete, als der geschickteste
fecht-meisier. Tbuanus. Strada. Grstius. Meteranus. Mezeray .Memoires des Cours d’Italie. *
Farnese , (Franciscus Maria) Cardinal und Printz vottParma , war ezn söhn Hertzoas Rainntii I. zu Parma , welchener mit Marqarelha, des Papsts Clementis VIII. nefi», gezeugethatte, und wurde an. 1617. gebühren. Nachdem ihm seinvatter, Hertzog Rainutius, an. 1622. in dem z. iahre seinesalters verstorben, wurde er von den Cardinälen Odoardo Far-nesio und Hippolyto Aldodrandino mit grosser sorgfalt erzogen.Urbanus VIll. machte ihm vergebliche Hoffnung, den Cardt-nals-hut zu erlangen , daher er um so viel leichter sich zu seinesbruders Odoardi partey schlug , als dieser von gedachtemPapst bekrieget wurde. Nach dessen tode kam JnnvcentiusX. auf den stuhl, welcher mit dem Hcrtzoglichen Hause zu Par ma in gutem vernehmen stunde. Dieser ließ gleich anfangsseine gewogenheit gegen diesen Printzen spüren , dahero mannicht mehr zweifeln konnte, daß er nicht sollte unter die zahlder Cardinäle mit aufgenommen werden. Ludovicus XIII. inFranckreich , welcher ohnedem das Parmestsche Haus gerne aufseine feite gezogen hätte, ließ ihm durch den Marschall vonEstrees, wegen erlangung des Protectorats von Franckreich,so er dem Cardinal Antonio Bardarino entzogen , versicherunageben. Allein, als sich immiltelst der Cardinal Renalbusft'Este gleichfalls hierum bewarb , wurde dieser vorgezogen.Welches der Printz Franciscus Maria FarnesiuS, der inzwi-schen an. 164s« die Cardinals-würde erlanget, so übel em-pfand, daß er sich keines wegeS vor die Französische partey er-klären wollte, ohngeachtel ihm der König ein jährliche pensioüvon 20000. cronen deswegen anbieten ließ. Demnach suchteder König seine Gesandten zu verschiedenen malen ihn zu sei-ner partey zu ziehen, welche ihn endlich dahin gebracht, daßer solche auf seinem tod-bethe, auf welchem er an. 1647. ge-storben, soll angenommen haben. Siri , in mcrcurio & memoirörecondite, A.
^arnese, (Horatius ) war Petri Aloysti natürlicher söhn, undbegab sich zeitlich in Französische dienste, darin» er den titulals Hertzog von Castro führte, und sich bey Henrico II. so be-liebt machte, baß ihm derselbe seine natürliche lochtet Dia-nam zur ehe gab. Er stiftete zwischen diesem Könige und sei-
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