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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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seines alters. 2.) Der älteste, WilhclmuS, bezeigte gleichfallsseine tapferkeit bcn unterschiedlichen gclegcnheiten, muste abervon den feinden des KöniglichenHauses viel ungemach erdulden,bis Carolns II. zu dein ruhigen besitz des Reichs gelangte. Mitseiner gemahlin Maria, einer tochter Hugonis Perry, zeugteer 8- söhne und 2. löchter; von jenen fuccedirte ihm Wilhel-mus, welcher an. >69-. den 12. apni von Wilhelms III. zumBaron von Lempster ernennet wurde, und sich erstlich mit Jo-hanna, einer tochter Andrea Burcker von Fairfort, hernach mitCatharina, des Grafen Johannis Paulet halb-schwester, zuletztaber mit Sophia, einer tochter Thomä, Hertzogs von Leeds , undwittwe Donati, Lords 0 Brian, vermahlte. Mit einer jedenvon beyden ersten erzeugte er nur eine tochter; mit der drittenaber bekam er 4. tochter und 2. söhne. Von diesen fuccedirteihm der älteste, Thomas, in der würde eines Barons von Lcinp-ster, und wurde an. 1721. den ri.dec. von Gevrgio I. zumGrafen von Pomfret in der Grafschafft Jorck, ingleichenan. 1725. den 27. may zum Ritter des Bades gemacht. Er hatmit Henriette Louise, der einzigen tochter und erbin JohannisLords Jeffreys, Barons von Wem, seinen stamm fortgepsiantzt.

The Hrit. comp. tom. I p. 332.

Farnabius, (Thomas) ein Criticus , ward gebohren zuLonden an. 157z. Wegen der religion muste er land-flüch-tig werden, begab sich derowegen zu den Jesuiten in Sva-men; weil ihm aber deren harte bisciplin nicht anständigwar, machte er sich davon, und thäte mit Franc. Drake einelange reise. Nach seiner Wiederkunft nahm er in den Nieder-landen kriegs-dienste an, zog aber von bannen bald wiederumwegen armuth in Engelland, lehrte an unterschiedlichen ortenanfangs das a b c, und hernach die Grammatic und Humani-täten, sonderlich zu Kent und Londen ; 20. meilen von dieserstadt hatte er ein land-guth, dahin er sich an. 1636. begeben.Bey entstandenem einheimischen kriege kam er bey den Repu-blicanern in verdacht, weil er soll gesagt haben: es sey bes-ser einen , als 500. Könige haben; wurde deswegen in dasgefängnis gesetzet, und daraus nicht eher, als an. 1647. durchden tod erlöset. Er unterliesse bey diesem allen nicht, der welkdurch öffentliche schriften zu nutzen,wie er dann über die meistenLateinischen Poeten kurtze anmerckungen zu deS tertes erläute«rung verfertiget; er dedicirte Henrico, dem ältesten söhn KönigsJacobi I., seinen Horatium, Juvenalein und Persium, und be-kam hierauf von ihm befehl, über alle Lateinische Poeten Lom-mentarios zu machen. Carolus I. gab ihm die sorge, eine neueGrammatic zu verfertigen, die in allen schulen könnte eingefüh-ret >verden ; er hat ferner heraus gegeben Tabulas Ling. Grac.Judicem Rhetor. & Pocticum. Florilegium Epigramm. Grs-cor. dabey er bald seine eigene, bald anderer Gelehrten Latei-nische Übersetzung in gleicher galtung versen beygethan, undanders. Vincent, Baron, apologet. üb. V. fest. 1. p. 316. Bar.laus , epist. 11 9. p. 292. Bayle. A. Wood, Ath. Oxon. IVitle,diar. biogr. *

Farne, ist eine insul an der küste von Northumberland , aufdein Teutschen meer, 2. meilen von Bamdorrow-Castle, allwoSt. Cuhlbert sich eine Einstedler-celle gebauet hat.

t Farnese , das geschlechte, woraus die heutigen Hertzogevon Parma und Piacenza ihren Ursprung haben, hat sein auf-nehmen dem Papst Paulo III. , der hieraus entsprossen war, zudancken. Einige wollen dessen Ursprung in Teutschland suchen;insgemein aber wird es aus Toscanien hergeleitet, allwo dasfort Farneto, ohziweit Orvieto , ihm den nahmen gegeben, sonachmals in Farnese verwandelt worden. Petrus I., HerrvonFarnese, lebte umS iahr 920. Petrus Farnesius II., wardan. 1027. und 37. Bürgermeister zu Orvieto , und schlug sichzu der Päpstlichen partey wider die Kayser. Petrus Farne-sius III., ein söhn PepomS I., der auch Bürgermeister zu Or­ vieto gewesen, lebte an. 1099., ward gleichfalls Bürgermei-ster zu Orvieto , und Obrister zu Pferde unter den Kirchen-troup-pen. Sein enckel Prudentius und dessen söhn Petms FarnesiusIV. besassen gleiche würde mit ihren vorfahren. Er nahm Mon-te Pulciano wiederum ein, ivelches vorher von seinem vatter-lande entrissen worden, und wurde ein vatter Peponis II.,welcher an. 118?. Bürgermeister worden, und sich im kriegehervor gethan. Rainutius I., sein drüber, erhielte gleiche eh-ren-bcdienungen, und brachte verschiedene stadte unter den Kir-chen-Staat. Peponis söhn Rainutius II. ward General über dieKirchen-trouppen, und soll an. 1288. in einem treffen gebliebenseyn. Dessen söhn Nicolaus zeugte Petrum V., der wider diePisaner in Florentinischen diensten tapfer föchte, bis er an.1366. starb, und Rainutium III., der nach diesem Florentini,scher General, aber mit wenigerm glücke, ward. Dieser Rai-nutius pflantzte das geschlecht fort. Sein söhn, Petrus VI.,war General der Päpstlichen trouppen, undSchntzherr von Sie-na. Er hat noch an. 1 ;86. gelebt. Sein söhn RainutiuS IV.,ward an. 1416. General von Siena , an. 1424. von Florentz ,und an. 1432. der trouppen von der Kirche. Der Papst E»ge-nius IV. verehrte ihm zum zeichen seiner Hochachtung die ge.weihete göldene rose. Sein söhn Petrus Aloysins, Herr zuMontalto, vermählte sich mit Joannella Caetana aus dem hauseSermonetta, die ihm gebohren nebst Barlholomäo, dem stamm»vatter der Hertzoge zu Later und einigen andern, die keine nach-kommenschafft gehabt, Alcxandrum, der nachmals unter demnahmen Paul« III. Papst worden. (Wiche Paulus lll.) Vor

der befftznng des Päpstlichen stuhls hat er ausser der cbegek, Consiautiam, welche an Bosium Sfortiam II. , GrasenFlore, vermählet worden, und Petrum Alvysium, welche» nzum Hertzog zu Castro, Parma und Piacenza gemacht sm,hinterließ, als er an. 1947. ermordet ward, 3. eheliche stb»,Alexandrum, Octavium und Rainutium, davon der erste unddritte Cardinäle, der mitlelste aber Hertzog worden, nebst ein ,lochtet, Victoria, die an Guidobaldum, Hertzog von Urbiiiovermählt worden, ingleichen einen natürlichen söhn Horaliumder auch ohne leibes-erben zu haben, in der bclaqeruna ddcH eSdin erschossen worden. Octavius hat das geschlecht forlae.pflantzt, und hinterließ, da er an. 1986. starb, Alerandrum.Hertzog zu Parma , welcher Rainutium und Odoardum qezeuatdavon der letzte Cardinal worden, der erste aber dem vaiicr indemHertzogthum gefolgt. Seine söhne warenAlerander,der taubund stumm gewesen, Odoard, der ihm in der regierung qefolar,Franciscuö Maria, ein Cardinal, und ein natürltcher, Octaviusder im gefängnis gestorben, dahin ihn sein vatter seyen las-sen. Odoardus starb an. 1646., nachdem er seine lande ingroßer unruhe beherrscht. Unter seinen söhnen sind RainutiusII., und Alexander zu mercken. Dieser letzte ward Generalvon Spanien , und von an. 1680. bis 1682. Gouverneur vonden Niederlanden. Er starb an. 1689. unverhenrathet, undverließ 3. natürliche linder, einen söhn und 2. löchter. Rai-nutius II. war ein vatter Odoardi, der aber an. 1693. ein iahrvor ihm verstarb, ferner Francisci, gebohren den 19. may 157g.der seinem vatter an. 1694. in der regierung gefolgt, und sei,nes bruders Wittib, eine Neudurgische Printzcßin, gehenratbet,mit solcher aber keine kinder gezeugt, und den 26. fedr. an. ,727.zu Placentz an einem schlagsiuß dieses zeitliche gesegnet hat; undAntontt, der den 29. nov. an. 1679. gebohren, und seinem drnderFrancisco in der regierung gefolgt ist. Er vermählte sich den9. fedr. 1728. mit Henrietla Maria von Este, einer tochter Rai,naldi, Hertzogs von Moden«, und starb den ro. jan. an. 1731.als der letzte feinet? geschlechts, welches also mit ihm gantz.lich ausqcsiorben ist. Von letzt-bcmcldtem Odoardo war eineeinige Printzeßm, Elisabeth«, übrig, die sich an. 1714. mit Phi,lippo, Könige in Spanien , vermählt. Sanßvm. f am il. illustr.dItal. Jmhof. geneal. 20. illustr. in Ital. famil.

Farnese , (Alexander) war Petri Aloysii erster söhn, geboh.ren zu Rom an. 1920. Er machte sich in seiner ersten jugenddurch seine hervor blickende geschicklichkeit so angenehm , daßihm bereits Clemens VII. unterschiedene geistliche würden er.theilte, und sein groß-vatter Paul III. machte ihn an. 1934.,unangeschen seiner jugend, gar zum Cardinal, da er dennnach der Hand noch viel ansehnliche bedienungen erlangte, ge-stalt er Vice-Legak und Ertz-Bischoff von Avignon , Patriarchvon Jerusalem , Ertz - Bischoff von Benevento und Monreal ,der Römischen kirche Vice-Cantzler, und zuletzt garDecanusimCardinals-GuIIegio wurde. Bey diesen allen ließ er, auch daer noch gar jung war, einen ungemcinen verstand blicken, in.Massen ihn der Papst schon vom rosten jähre an in den wichtig,sten angclegenheiten zu Gesandtschafften an den Kavser und»nig in Franckreich brauchte. Nach dem tobe seines groß - vat«ters half er zwar viel darzu, daß Julius III. auf den Päpstli-chen stuhl kam, zerfiel aber doch mlt ihm wegen den angele,genheiten seines Hauses, und genoß eine zeitlang französischenschütz, bis sein bruder Octavius mit dem Kayser friede machte,da er sich denn gantz auf Oesterrcichische fette wendete. Erpräsidirte in dem Conclave , darinnen Paul IV. erwehll wurde,und starb an. ,989. da denn sein tod von Gelehrten und künll.lern sehr bedauert wurde, als denen er ungemern zugethan war.Er hat den schönen Französischen palast, ingleichen die grosseJcsuiter-kirche zu Rom erbauet, in welcher er auch beladenworden. Man sagt noch von ihm, daß er eine natürlichetochter, nahmens Clälia, gezeuget. Jovm . in bist. Aubtrj ,bitt. des Card. Thunn. bist. üb. XCVI. hnhof. geneal. ao.illustr. in Ital. famil.

Farnese , (Alexander) Hertzog zu Parma und Piacenza , warein john Octavii Farnese, von des Kaysers Caroli V. natürli-chen tochter, Margarekha, an. 1944. gebohren. ,Es wies sichbey ihm schon in seiner kindheit eine feurige gemüths-art, dieihn mehr zu allerhand leides - Übungen als zum studiren an-trieb. Er wurde meistens am Spanischen Hofe erzogen, undsetzte sich daselbst bey dem Könige Philippo in so grosse gnade,baß er ihm zur Vermählung mit der Portugiesischen PrintzeßmMaria half, die auch an. 1966. zu Brüssel vollzogen wurde.Der Printz brachte hierauf einige jähre rn Italien zu, bis an.1971. der grosse zug zur see gegen die Turckcn vorgenommenwurde, da er sich denn mit auf die Christliche flotte begab, undder schlachl bey Lepante beywohnte, in welcher er ein Turckischschiff eroberte. Mit dem Juan d'Austria hatte er so gutefreundschafft gemacht, daß ihn derselbe bey udernehmung desRegiments in den Niederlanden durchaus bey sich haben woll.te, auch in den wichtigsten dingen sich seines raths bediente, so,daß er im ansehen nach Don Juan der nächste war, dahero esauch kam, daß er an. 1978. nach dessen tobe seine stelle »n Re-giment überkam, welche er auch 14. jähre mit vielem ruymverwaltete. Er vergliche bald anfangs Artois, Hennegau ,und einen theil von Flandern , so er von den General - Vüla-ten trennte, mit dem Könige in Svanien, ließ auch, diesemvergleich zu folge, die Spanischen trouppen abziehen. »»7