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* Harnese, Lastel Farnese, eine stadt und schloß auf ei-nem Hügel, bey welchem der kleine fluß Olpita unten durchläuft.Es gehöret in das Hertzogthum Castro, ist nur zwey stundenvonder stadt dieses nahmens entfernet,und liegt derselben nordwärts.Den nahmen haben beyde von den Hertzoaen von Parma, welchevor »eilen das bemeldte Hertzogthum Castro lange zeit besessen.
jWaty, Diction.
ikarnesius, oder wie ihn andere nennen, Furnius , (Hen«ricus war gebürtig von Lüttich . Er lehrte das Recht, die be-redlsamkeit und sprachen mit grossem rühme in Italien , daherer auch, als er wieder nach seinem vatterlande zurück wollte,pn Professor der beredtsamkeit nach Pavia beruffen wurde,allwo er an. 1601., oder wie Valerius Andreas will, an. 1619.gestorben. Seine schriften stnd: de SimulacroReipub. seu deJmaginibus politics & ceconomicae Virtutis; Diphtera Jovisseu de antiqua Principis Institutione; Epitome Orbis Terrarum;desui Cognitione & Ostentis; Epistolre; de Imitatione Cicero-nis in conscribendis epist. Andr. bibl. Gbi/tni, theat. d’huom.letter. &c.
<karnham, eine marck-stadt in der Grafschaffl Surrey, undzwar der vornehmste ort in dem von ihr genannten Hundred,welche vo» dem stusse Wve gewassert, und mit der residentz derBischösse von Winchester gezieret wird. König Alfred erhieltallhier einen herrlichen sieg wider die Dänen.
* Farnobius , ein Gothischer, Kriegs-Oberster, befand sichcti. 376. unter der armer des unmündigen Greuthungischen oderLst-Golhischen Königs Vrtherichi, als derselbe von den einbre-chenden Hunnen genöthiqet ward, bey dem Römischen Kay-ser Valentiniano, wiewol vergeblich, schütz und ausenthalt zusuchen. Als aber die Gothen hierauf mit gemalt über dieDonau giengen, ward Farnobius mit seinen Gothen und Fai-salen von dem Kayserlichen Feldherrn Frigerido aufdas Hauptgeschlagen , wobey er selbst im treffen blieb. Ammianm Mar.ctiinus , XXXI. 5. von Bünaus Teutsche Reichs - Historie,ton. I. lib. III. §. 1J9. p. 82 ?.
jramovius, oder auch Farneims, (Stanislaus) ein Anti-Trinitarius aus Polen , lebte um die mitte des XVI. iäeculi. An.>>68. trennte er sich von den andern Unitariis, und verfügtesich nach Sandec zu dem Gndernatoren dieses orts, Stanisl.Mezyk, unterdessen protection er eine besondere kirche und schuleaufgerichtet. Er war fast Arii meynung, und lehrte, Christussey schon vor seiner qedurl aus Maria gewesen , unb sey nichterlaubt den H. Geist anzubäten. Bey der taufe führte er nachdem erempel anderer Unitariorum, die eintauchung ein. DieseFarnvvianische kirche blieb eine zeitlang in Polen stehen, bisnach des Urhebers lobe seine anhänger sich zu den Socinianerngeschlagen. Farnovius war an. 1614. noch bey leben , und sollunterschiedliche dücher in Polnischer spräche, sonderlich betref-fend die präeristentz unsers HErrn Christi, geschrieben und pu-blicirt haben. Sandii biblioth. Anti-Trinit. *
Harnrode , ein schloß nebst einem dorf und Herrschafft inThüringen unweit Eiscnach, ist ein Sachsen -Eisenachisches lehn.Burggraf Harlinann von Kwchberg hat es an. 1451. vor 1500.Rheinische gülden erkauft. An. 1677. den s. april hat HertzogJoh. Georg von Sachsrn-Eistnach dem Burggrafen von Kirch-berq, Georg Ludwig, nicht nur ein geistlich Unter-Lonsissoriumund einige steuern zu Farnrvde erlaubet, sondern auch wegendieses orts die Ritter-dienste und einige andere zinse erlassen.Vor diesem ist es nur ein adeliches Ritter-lehn gewesen , hatalso nicht unter die Herren und Grafen gehört laut §. 10. deserb-vertrags »wischen Hertzog Wilhelnr, Hertzog Albrecht undHertzog Ernst von Sachsen , von an. 1641. Der Burggrafvon Kirchberq führt deswegen das Directorium unter der Rilter-schafflauf den land-tägen des Fürstenthums Sachsen-Eisenach .Mutiert annal. Sax. p. ;r 6 . Beieri geogr. Jenens. c. 13.
^arnsperq, Farnspurg, ist ein grosses berg -schloß aufeinemschr hohen seifen, in dem Baßlerischen Sißgow oberhalb Gel-terkinden gelegen. Es gehörte vor altem den Grafen von Thierstein , welche um diese rcvier und im Frickthal ihr altesstamm-hauü und Herrschafft gehabt haben. Graf Sigmundhat es an. m7. als es durch das grosse erddeben zerfallenwar, von neuem erbauet. Nachdem aber der Thiersteinischemännliche stamm mit Graf Otto an. 1418. erloschen, kamdie-sts schloß mit zugehörigen dörfern , an seinen tochtermannJohann Friedrich von Falckenstein, des stammes von Bäch-durg. Dessen söhn Thomas verfiel mit der stadt Bern undübrigen Eydgenossen in einen krieg; dann weil er, in gescll-sthaffl Johannis von Rechberg, die den Bernern gehörige stadtBruck, nächtlicher weile, mit list erobert, ausgeplündert undverbrannt hatte; so kamen die Berner, volothurner und an-dere aus dem lager vor Zürich abgeschickte Eydgenossen, zu-sammen 4000. starck, für das schloß Farnsperg, und belagertensolches. Weil nun der Französische Dauphin und hernachKonig Ludwig XI. , und unter ihm der Graf von Armagnac mit?oooo. mann iin Elsaß läge, willens dem Papst, durch ver-jagung des zu Basel versammleten Loncilii, und zugleich demKayser, durch entsatz der von den Eydgenossen belagerten stadtMich, einen dienst zu thun; als begab sich der von Rechbergdes nachts aus dem belagerten schloß durch der belägerer lagerins Elsaß zum Dauphin, und beredete denselben, daß er mitbtt arm« aufbrach , und den az. aug. an. 1444. Basel vorbey
gegen Farnsperg anrückte; die Baßler hatten nicht nur alleinsich zu einer tapfern gegenwehr gefaßt gemacht; sondern auchdie Eydgenossen vor Farnsperg vermahnet, zu ihnen in ihre stadt
Anzuziehen. Es haben dieselbe darauf r6oo. mann beordert,sich m die stadt Basel zu werffen, und selbige beschützen zuhelffen, allem sie konnten ihr vorhaben nicht vollbringen Dannals ne den aü. aug. morgens frühe über Liechstall herab , aufdie Bratteler-wiesegekommen, stm,deder Französischevortradzu Pferde unter dem Grafen von Dampmartin schon allda vorihnen. Er ward aber hertzhafft angegriffen, und sich gegen Muk-tentz ( allwo etliche andere regimenter lagen zurück zu ziehengezwungen. Die Eydgenossen drungen ihnen starck nach, grif.fen die feinde bey Muttcntz nochmals an , und trieben sie garüber die Birß hinüber , setzten auch selbsten durch das Wasser,willens, ihrer ordre nach, bis in die stadt hindurch zu dringen.Sie wurden aber bey dem siechen Haus und capclle zu St. Ja-cob von der gantzen feindlichen armee umringet und angesprengt,al,o daß sie gezwungen waren stand zu halten, wie sie dann diecapelle, den kirch- Hof und garten zu ihrem Vortheil genommen,und sich bis auf den letzten mann desperat gewehrt, also daßnur 16. mann davon gekommen , welche koch deswegen bey ih-rer Heimkunft peinlich alS feldfiüchtige und meincydige ange-klagt, und kümmerlich mit dem köpf auf der fchulter frey 'ge-lassen wurden. Der Dauphin verlohr bey 6000. mann, und«darunter etliche 100. fürnehme leuthe und hohe Officirer. Sol-ches nahm ihm die lust tiefer in die Schweitz zu gehen; er be-gab sich also in das Suntgöw zurück. Die Eydgenossen zo-gen gleichfalls vor Farnsperg ab, und den 13. octob. erfolgteder friede mit dem Dauphin. Zuvor an. ,442. hat Johan-nes von Falckenstein das schloß und Herrschafft Farnsperg anErtz-Hertzog Albrecht versetzet, aber hernach an. 1419. löseteThomas solches wiederum ein, und gab es der stadt Basel an.1462. auf ewig zu kauffcn, welche eine Landvogtey daraus unddas schloß zu einer Wohnung ihres Landvogts gemacht, der alle8. jähr aus dem kleinen Rath dahin gesetzct wird. Urftij :chron. Basil. lib. I. p. 37. & lib. V. p. 379. seq. Joh. Gras.chron. Basil. p. 82. 84· & no. S.umpf. lib. XII. p. 381. b,Abgid. Tscbudii chron. MSct. P. III. ad ann. 1444. Buüin-ger. chron. MSct. lib. XI. c. 17. *
* Farnswort, oder Farnewert , (Richard ^ einer der er-sten lehr-jünger Gevrgii Fox, des Urhebers der secte derQua»cker in Engelland, in dem letzt-verstrichenen feculo. Er nahmnicht nur alle eitele träume seines lehrmeisters an, sondernwar auch der Urheber derjenigen qewohnheit, durch welche dieQuacker noch bis auf den heutigen tag von andern menschensich zu unterscheiden pflegen , indem sie Könige und Fürsten ,mtt einem Wort, alle menschen in der einzeln zahl Du heissen.Farnswvrt schrieb hierüber ein besonderes buch, in welchem erzeiget, daß die anrede in der mehrern zahl eine unverantwort-liche , und den kindern des lichls unanständige schmeichelcywäre. Fox hieß diese herrliche erfindung gut, unb führte siein der secte ein. V. Catrou , hist. des Trembleurs , tom. I.
* Farolfus, (Michael Angelus) ein Bischoffzu TraloinDalmatien , war mtf der insul Creta gebohren. In seinerjugend kam er nach Venedig , woselbst er in den Minoriten -or-den trat, und darauf zu Padua unter der anweisung Fran-cisci Macedi den studien oblag. Nach diesem gieng er nachRom , und erhielte allda durch seine Verdienste nach und nachdie ansehnlichsten ehren-stellen bey seinem erden; würde auchgar zum General desselben ernennet worden seyn, wo nicht sol-ches seine reise nach Spanien verhindert hätte. Bey PapstAlexandro VIII . hat er die stelle eines Caplans und Predigerszwey jähr lang verwaltet, und von Elemente XI. das Bißthumzu Tralo erhalten , welchem er bis auf seinen an. 171;. den6. mertz erfolgten tod mit rühm vorgestanden. Seine schriftensind: (,'onciones in Sacello Pontificis habitae ; Synoplis Con-troversiarum Graecorum cum Latinis ; pro Canonisatione B.Jacobi de Marchia tomi tres ; mit welcher lctzkern schrift eraber die gunst des Römischen Hofes, unb den ihm bereits zu-gedachten Cardinals-hut verschertzet. rapadopoti, hilt. Gymn.Pat. tom. II.
f aros , lat. Pharos , eine stadt in dem Königreich Algarveortugall, nebst einem guten Hafen, und einem unter denErtz-Bifchoff zu Evora gehörigen Bißthum.
Farra , ( Alexander) war von Castellazzo, einer stadt indem Mayländifchen, gebürtig, und wegen seiner klugheit lindtapferkeit im XVI. fkculo sehr berühmt. Anfangs gab er ei-nen soldaten ab; auf zureden seines druders aber legte er sich aufdie studien. Nachdem er diese zu Pavia einige zeit mit grossemrühm getrieben, wurde er zum mitglied der Acadcmie degli Affi-dati ernennet. Er gab einige schriften heraus , darunter: Ali.racoli d’Ämore; della Divinitä dell’Huomo und dell’Ufficio deCapitani Generali. Pius V. machte ihn zum Gouverneur vonAscoli , und der Marchese von Pcschiera gab ihm das Gouver-nement über Casal. Gbi/ini , theatr. d’huom. letter. &c.
* Fars , oder Farsistan, Persis propria , oder das eigentlichsogenannte Persien , eine grosse provintz des Pcrsianischen Reichs.Sie stößt gegen morgen an Kirman, gegen abend an Susistan ,gegen norden an Erack-Atzem , und gegen süden an den SinumPersicum. Sie ist sehr volckreich und fruchtbar, anchsondcrlichwegen der guten weine und bezoars berühmt. Ihre küste wirdmeistens von Araber» bewohnt. Die Haupt-stadt darinnen heißt