Dover , und derselben ordentlich incorporirt worden. An. 903.bat der König Atlielstan allda eine Versammlung der Stande sei-nes Reichs gehalten. An. 1148. stiftete der Konig Stcphanusdasel'vst eine Abtey des Cluniacenser-oder des Benedictiner-or-deiis worinnen er auch, nebst seiner gemahlin Mathilbis undseinem söhn Eustachio, begraben worden. An. 1676. den 8.apr ward der Ritter George Sands von Lees-Court in Kent,meq'en der dem Könige Carolo I. trcugeleisteten dienste, von des-sen soh», Carolo II. zum Pair von Engellanb gemacht, undzwar mit dem titul eines Barons von Throwley, eines Vice-Grafen Sands von Lees-Court, wie auch eines Grafen vonFeversham. Nachdem er an. 1677. den 16. apr. gestorben,siel, vermöge einer absonderlichen Königlichen Verordnung, die-se Gräfliche würde aus seiner ältesten tochler Maria gemahl Lu-dovicumDuM, Marquis äs Blancfort in Franckreich, wel-cher der Catholisthen religion zugethan, und an. 1665. durcheine Parlements-acte naturalisirt, an. 1672. aber, den 19. jan.zum Baron von EngeUand , mit dem titul eines Lords Durasvon Holdenby, gemacht worden war. Er empficng auch denorden des Hosenbandes, bekleidete bey Caroli II. gemahlin,Calharina, die stelle eines Obrist-Cämmerers, und ward vondem Könige Jacobo II. so hoch geschätzt, daß derselbe ihman. rS8?. das ober-commando über die wider den Hertzog vonMonmouth bestimmte armee auftrug, mit welcher er auch deniul. bey Sedgmorn einen vollkommenen sieg erhielt. Voneben demselben Könige ward er an. 1688. zum obersten Ge-neral wider den Printzen von Oranien erklärt; allein auf ab-sonderlichen Königlichen befehl ließ er bald hernach die unterihm stehende armee aus einander gehen, weswegen ihn den16. dec. der gedachte Printz in arrest nehmen ließ, aus wel-chem er gleichwol, in ansehung der Königin Catharinä, baldwieder los kam. Nachdem diese letztere wieder in ihr vatter-land Pvrtugall sich begeben, blieb er zwar noch beständig inderen diensten , jedoch in Engelland zurück, allwo er auchim apr. 1709. im 72. jähre seines alters gestorben. Heyim’s helptoEnglish history p. 319. Camdcn’s Britannia. Thecompleutbiß. 0? Eng!, vol. III.
* Faugers, (Arnaldus de) war in dem gebieth von Tou louse gedohren. Papst Clemens V. gab ihm an. 1308. dasErtz-Bißthum zu Arles , und zwey jähr darauf den Cardinals-hut'. An. izir. den 29. jun. crönte er Henricum VII. zum Rö-mischen Kayser, und starb darauf an. 1317. Seine Relatiode iis, quas in urbe evenerant in coronatione Henrici Impe-rators , ist bey Raynaldo annal. tom. XV. zu finden. Balu.tius , vit. Pontificum Avenionens.
* Favin, oder Favyn, (Andreas) von Paris gebürtig,allwo er zu ansang des 17. jahrhunderts Parlements-Advocatwar, hat sich durch verschiedene schriften, als: Histoire duRoyaume de Navarre ; l’Origine, les Vies & Conquetes desesRois , Paris 1612. in fol. Traite des premiers Offices delaCouronne de France , Paris i?;;. in 4. Ie Ibeatre d'Hon-veut & de Chevalerie, ou l’Histoire des ordres militaires desPrinces & leur genealogic , de l’Institution des Armes & Bla-sons, Rois, Herauts , Duels , Joütes & Tournois , tom. II.Paris 1620. in 4. bekannt gemacht, welche aber jetzo nicht mehrsehr geachtet werden. Le Long , bibl. hist. de la France .
FAVISSiE, waren in dem Lapitolio zu Rom unterirdischegewölber, darein man die zerbrochenen stücke von bildern undandern zum gottesdienst gehörigen fachen warf; und hatte sichsonderlich deren menge durch die zti verschiedenen malen in demCapitolio entstandenen feuers-drunsten sehr gemehret. Denndie Römer waren so religieux , daß sie dergleichen fachen,ob sie gleich unbrauchbar waren , dennoch nicht zu profa-nem nutzen gebrauchen wollten. A. Gell. lib. II. c. 8- B’ar-dinus , Rom. vet. *
FAUNALIA, ein fest, welches dem Fauno zu ehren zweymal des mhrs zu Rom gehalten ward. Das erste mal den 13.febr. auf der inful, welche die Tiber macht, das andere malden 7. dec. und zwar so, daß man auf den wiesen und in denWäldern die gantze nacht durch wachte, wobey ihm ein böck-lein nebst einem becher wein geopfert ward. Gyraid. synt.Deor.
8auno, (Lucio) ein Italiänischer autbor um die mitte desXVI. seculi, hat delle Antichitä della Cittä di Roma geschrie-ben , auch etliche schriften von Flavio Blondo ins Italiänischeübersetzt. Bayle.
Faunus, her andere König in der landfchafft der Lateiner,des Saturni enckel, succedirte seinem vatter Pico gegen dasjähr der weit 2724. A. C. 1260. Man sagt, daß er unterschied-liche religionö-ceremonien erfunden habe. Er führte ein gantz«nsam leben, und wurde bahero für Pan, den gott der feld-und wald-geister, gehalten. Nachdem er 44. jähr regieret,starb er ums jähr der well 2768. A. C. 1216. Dionys. Haiicar-Ka f Aurel. Viflor , de orig. gent. Rom . Laflantius , de falsaiel. lib. I. c. %%>
8 avoli, (Hugo) von Middelburg aus Seeland gebürtig,fihrieb Hodoeporicon Ryranrinurn in drey büchern, desgleichenEncbiridion Theatri Mundi, nebst einem tCslCtslte unter diesemtitul: Wie GQtl mit den Propheten geredet. Er siarb an. 1583.zu Antwerpen in dem 62. jähre feines alters. Andr. bibl. Belg.
Miraus, &c.
Histor. Lexicon III, Theil.
^avone, ein see-hafen an der östlichen kuste der inful Cor-sica, ist jetzo in schlechtem stände. Bey den Alten ist er be-kannt gewesen, so , daß ihn Antoninus itiner. Portum Favo-nii nennet, welcher des Ptolemai Portus Philonii zu seyn schei-net. CelhiriM, not. orb. ant. II. 11. §. z.
^avorinus von Arles , ein PbiloPopbus und Redner, lebteunter des Kaysers Adrian! regierung, welcher ihm aber nichtsonderlich günstig war, weil er selbst den vorzng in der gelehr-samkeit haben wollte. Als einige von seinen freunden sich ver-wunderten , daß er vor dem Kayser ein allzu niederträchtiges We-sen spüren liesse, indem er sich wegen des gebrauchs einesWortes, dessen sich die besten autbores bedienet hatten, strafenliesse, ohngeachtet er wüßte, daß er recht hätte, antwortete erihnen, daß die klugheit erfordere, demjenigen nachzugeben,der über 30. legiones zu commandiren hätte. Ferner wird vonihm erzehlet, daß er sich über drey dinge verwundert habe,nemlich: 1.) daß er ein Gallier wäre, und doch so gut Griechischredete, 2.) daß man ihn des ehebruchs beschuldigte, da er dochein verschnittener wäre, und 3.) daß man ihn noch leben liesse,da ihn doch der Kayser so sehr hassete. Er lehrte erstlich mitsonderbarem rühme zu Athen , und hernach auch zu Rom . Eswerden ihm unterschiedene wercke zugeschrieben, und unter an-dern eines, welches den titul führet: Omnigenae HistorienSylvae. A. Gellius hat ihm insonderheit einen guten theil dergelehrten anmerckungen, die er in seinen Noctibus Atticis an-bringet , zu verdancken. Philostrafus , lib. I. de vit. Sophist.Spartianus. Geliius , lib. XII. c. 1. lib. XIV. c. 1. &c. *
* Favorinus , (Marius) ein Rechtsgelehrter und Poet imXVI. fkculo, gebürtig von Spoleto , wurde von dem PapstPaulo III. wegen seines vortreflichen gedächtnisses, Memoriagenennet. Er sagte einsmals in dessen gegenwart zwey tausendnahmen nach einander her, in eben der ordnung, wie solche einanderer kurtz vorher erzehlet hakte. Wenn er viel Verse nur ein-mal hörte, fieng er von dem letztern an, und sagte sie rück-wärts alle mit einander her. Dem gedachten Papst zu ehrenhat er ein Lärmen geschrieben, welches aus vierhundert nettenversen , die sich alle mit P. anfangen , bestanden. Jacobmbibl. Umbr.
F A VOR ITA, ist der nähme zweyer nunmehr der Königin inUngarn gehörigen und nahe bey Wien gelegenen lust-häuser. Ei-nes davon,die alte Favorita genannt,so vor der Wienerischen Leo-poldstadt liegt, ist bey der Turckischen belagerung an. 1683. sehrruinirehnnd die gebäude ausgedrennt worden. Kayser IosephuShat ein neues seiten-aebänbe aufführen lassen. Der garten dabeyist wegen der Hohen bäuifle und alleen zu dem spatzieren gehensehr anmuthig, wird auch von dem Adel häufig besucht. Dasandere wird die neue Favorita genannt, weil man sie erst nachder gedachten belagerung gebaüet. Es bestehet selbige in einemweder weitläuftigen noch prächtigen , jedoch ziemlich regulä-ren , gebäude, und daran liegenden garten, allwo der KayserLcopoldus und Josephus sich den grösten theil des sommers auf-zuhalten pflegten, welches auch der Kayser Carolus VI. gethan.Sie lieget einen canon-schuß von der stabtWien vor dem Kärnd-ter-thor.
FAVORITA, ist auch der nähme eines schönen lust-hau-ses, welches die Hertzoge von Mantua nahe bey dieser ihrer re«sidentz-stadt haben aufführen , und prächtig meubliren lassen.
* Favoritt , (Augustinus ) gebürtig von Luna im Florenti-nischen, oder wie andere sagen, von Lucca , ein LateinischerPoet des XVII. feculi. Er that sich besonders unter Alexan dre VII. mit seinen getichten hervor, und ward hernach Secre-tarius Brevium unter Jnnocenti» XI. Seine gelichte find nebstden wercken noch sechs anderer Poeten, welche zusammen diePlejadas Latinas ausmachen, unter diesem titul zu Rom undAntwerpen , auch sonsten öfters gedruckt. Er starb den 13.nov. an. 1682. Borrichius , de Poet. Latin. Baillet, jugem.Menage , Anti-Baillet, vol. I.
* Havour, (Johannes) gebürtig von Southampton , warvo<stor.Iuris und Friede-Richter zu Halifax , wobey er zugleichdie Medicin trieb, und sonderlich armen leuthen diente. Überdem predigte er alle sonntage , war Cantor in der capelsx zuYorck, und starb an. 1624. den io. mertz. Man hat von ihmin Englischer spräche Antiquitatem Ecclesite Roman* de novi-tate triumphum ducentem , Londen 1619? in 4. Wood.
* Faur 1 (clu) ein Französisch geschlecht, welches verschie-dene berühmte leuthe hervor gebracht, und sich in die linien de-rer von Faur und Pibrac, der Herren von Lucanles undSaintarailles, derer von St. Jorry, derer von la Serre, de-rer von Courcelles und Pierresitte, und derer von Langesse ,Cormont und Marcaut getheilt hat. Johannes du Faur, Se.neschall von Armagnac, lebte um das jähr 1372. GratianuS du Faur, Herr von Pujols und St. Jorry, war Cantzler desGrafen von Armagnac, auch Ludovici XI. Gesandter in derSchweitz und am Kayserlichen Hof, und Parlements-Präsi-dent zu Toulouse . Er verließ ausser einem natürlichen söhnePetro du Faur, welcher an. 1503. als Bischvff zu Leictouegestorben, Petrum, so gleichfalls gedachtes Bißthum besessen,Iohannem, der in der fchlacht bey Lizieux an. 1469. umkam,und Arnaldum, Herrn von Pujois und St. Jorry, der Ge-neral-Procurator bey dem Parlement zu Toulouse gewesen.Dessen söhn Petrus erbte alle die güther, so sein vatttr m
O 0 Gase»