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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Vurch seine darinn gebrauchte freye art zu urtheilen grossen haßzugezogen. Er ist endlich zu Riom in dem kloster St. Lazarj<111.1709. gestorben, dahin er sich einige zeit vorher zu retirirenvon dem Konig beseht erhalten hatte. Du Fm , bibl. des aut.S c C les. du XVII. iiecle. Mcnugiana. Marville , melanges tom. I.p. ;o6. seq.

* trape, (Johannes Elias Leriget de la) ein Mitglied der Kö-niglichen Französischen Acädemie der wissenschaffken, war zuVienne , woselbst sein vatter General-Einnehmer der finanzen»onDauphine war, den i;. apr. an. 1671. gedohren. Nach-dem er in seiner jugend unter anführung des P. Loup, einesMisten, die Geometrie fleißig getrieben, trat er in seinem 19.mhre als ein gemeiner reuter in kriegs-dienste, und hielt sichhierauf bey unterschiedenen gelegenheiten so wohl, daß er garbald zu ansehnlichen chargen befördert wurde, wie er dennauch in dem treffen bey Oudenarde ein bataillon zu comman-dircn gehabt. Weil er aber mitten unter den kriegS-geschäfftendie Mathematic nicht gäntzlich bey feite gesetzt, und insonder-heit verschiedene Maschinen erfunden, wodurch er sich die gnadedes Hertzogs von Bourgogne zuwege gebracht; also legte er sichnach geschlossenem friede völlig auf die Mechanic und Experi-mental-Physic, weswegen er auch an. 1716. in der Acädemie derwissenschafften eine stelle erlangte. Er starb den 20. apr. an.,7,8. und hinterließ zwey Alemoires, in deren einem er die er-zeugung der Florentinischen marmor-steine, in dem andern abereine von ihm erfundene neue Maschine, das Wasser in die hö-he zu heben, beschreibet, und welche beyde in den MemoiresdelAcädemie des Sciences an. 1717. befindlich sind.

* Faye, (Ioh.Franc.Leriget de la) des vorhergehenden jünge-rer druder, versuchte sich ebenfalls in dem kriege, erlangte auch ei-ne Capitains-stelle unter einem infanterie-regiment, ließ sich aberhierauf in unterschiedlichen negotiationen gebrauchen,und wurdeersilich Französischer ausserordentltcher Abgesandter bey der Re-pudlick Genua , nach diesem Secretaire des Commandemens beydem Hertzoge von Bourbon,ferner Secrecarius von dem Königli-chen Hause, und von der provintz Bourgogne. An. 171;. be-fand er sich mit vielerley commißionen auf dem congreß zuUtrecht , und brachte dem König die ratification der tractatenzurück, welche daselbst getroffen worden. Er besaß keine gros-se gelehrsamkeit, aber desto mehr natürliche gaaben , wodurcher sich in den stand gesetzet, seinem Könige nützliche dienste zuthun, und sich hiernachst bey jederman angenehm und gefälligzu machen. Über dieses war er auch ein guter Französischer Poet, und starb zu Paris den n. julii an. 1751. in dem 57.jähre seines alters. Histoire de lAcad. des Sciences. Mercu-rede France, juillct 17? 1. Titan du Titlet , Patnasse Franqois.

Faye, (Iacobns) Herr von Espeisses, Präsident bey demParlement zu Paris , und einer der grösten Staats-Ministers,war zu Paris an. 154t.. den 6 . jan. gebohren. Sein vatterBartholomäus war Präsident aux Enquetes . und gebürtigvon Lyon , allwo diese familie etliche 100. jähr bereits floriret.Nachdem er seine natürliche geschicklichkeit, durch crlernungder nöthigsten wissenschafften, noch mehr vollkommen gemacht,wurde er an. 1^67. zum Parlements-Rathe, und an. 1570. zumRequetemneister bey dem Hertzoge von Anjou, so nachmals unterdem nahmen Henrici III. bekannt worden, ernennet. Als dieserPrintz zum Könige in Polen erwehlet worden, begleitete ihn Fayedahin, allwo er grosse proben seiner klugheit und treue abgeleget.Als dieser König den tod seines bruders, des Königs Caro-li IX. in Franckreich, vernommen , schickte er ihn in diesesReich, der Königlichen mutter die regierung aufzutragen, solange, bis er selbsten würde angelanget seyn. Hierauf musteer abermal in Polen gehen, die erzürnten gemüther wieder zu be.sänftigcn; als er nun mit grosser gefahr in diesem Reiche an-ekommen, hielt er eine vortrefliche rede vor den Senatoren,onnte aber doch nicht so bald etwas ausrichten, daher erdie gantze fache dem Herrn von Pibrac überlassen muste,weil man seiner gegenwart in Franckreich benöthiget war.Bey seiner zurückkunft muste er nach Ferrara und Venedig gehen, daselbst das Königliche interesse zu beobachten , wel-ches er auch mit solchem vergnügen des Hofes verrichtet, daßer an. iz?;. Königlicher Requetenmeister, und wenige zeithernach General-Advocat bey dem Parlement zu Paris wor-den. Hierbey hatte er nun die beste gelegenheit, seine gelehr-samkeit und beständige treue für des Königs Wohlfahrt sehenzu lassen, welches er auch zu thun mit unermüdetem fleißsich bemühete. Er folgte dem Könige, wider welchen Partsrebelliret, nach Tours, und veranstaltete alles mit dem grö-sten eifcr, was zu behanptung der Königlichen Hoheit dienenkonnte, daher» ihn an. 1^89. der König mit einem eigenenHand - brieflein zum obersten Präsidenten des Parlements er-nennete. Als aber Henricus III. noch in besagtem jähre um,gebracht worden, erwies er dessen Nachfolger, Hcnrico IV.,nicht geringere treue. Denn er erhielt nicht allein die stadtTours in der Königlichen devotivn, sondern suchte auch dieabgefallene stadt Paris wiederum darunter zu dringen. Als ernun mit solchem Vorsatz in der grösten sommer-hitze den Kö-nig in belaqerung letzt-gedachter stadt begleitete , überfiel ihnein hitziges fieber, woran er zu Senlis den 20. sept. an. 1590.tra 46. jähre seines alters gestorben. Man hat von ihm eini-ge reden , welche von seinem bruder, Carolo Faye und Ja-evbv Giüvt, beyderseits Königlichen Räthen, von dem un-äiftor. Lexiton in. Theil»

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tergang befreyet worden. Sein söhn, Carolus Faye, welchener mit zrancisca von Chaluet, einer erb-tochter des Baronsvon Thrnac und Cheirouze, gezeuget, wurde Parlements,Rath zu Paris , Requentenmeister, ordentlicher Staats-Rathund Amdassador in Holland . Er starb an. r6;8- den 7. may»I huan. hiss üb. XC 1 X. Sammarthax. elog. üb. IV. Blunchard,histoir. des Preiidens du Parlement de Paris &c.

t In seinem dreyzehnden jähre nahm er schon lectionen vonTurnebo unbRamo , und übersetzte in eben diesem alter schonein buch der jEneid. des Virgilii in Griechische, und hingegenein buch aus dem Homcrv in Lateinische verse. Indem ereines Professoris k'ctiou anhörete, geschahe es sehr oft, daßer dieselbe auf der stelle in Lateinischen versen zu papier brachte.Er ward zu Senlis in der kirche de X. D. begraben, allwo manihm folgende grabschrift aufgerichtet hat:

JAC. FAIO SPESSiEOBartholom. Fil.

Vixit Annos XLV. Menses IX. Dies XXV.

Obiit XII. Kai. Vlllbreis MDXC.

KAR. F. F.

Qui jacet hic FAIUS' virtute infignis avitäFrancigenum mores, Majestatemque labantisImperii , stetit eloquio , caput obtuüt hosti:

Artibus , Ingenio & nulü Pietate sceundus.

* Faye, (Carolus) Herr von Espeisses war erstlich Parlc-menlo-Advocat zu Paris , hernach Staats-Rath, und starban. 16;8. Man hat von ihm Discours des raisons & moyens,pour lesquels Messieurs du Clerge assembles a Chartres ontdeclare les Bulles monitoriales decernees par le Pape Gre-goire XIV. contre les Ecclefiastiques & autres , qui fönt de-meures en la fidelite du Roi , nulles & injuites, Tours1591. und i;9I> in 8. Ees Remontrances ou Harangues fai-res en la Cour du Parlement, die er noch als Advvcal gehal-ten, und welche nebst andern dergleichen reden zu Paris 1600.in 8. zusammen gedruckt worden. Darüber stehende Remon-trances werde» von Testier in bibl. dem Iac. Faye Espeisses bey-geleget. Meinoires des choses le plus considerables avenuesen France depuis 1607. finit Mr. de Thou , jusquen 1609.Paris 16)4. in 8. Seine Negociations faites.en Hollandedepuis 1624. jusquen 1626. in 6. folianten bestehend, liegennoch im manuscript. Le Lang , bibl. Franq.

Faye, (Johannes) siehe Faita.

^ayette, (Gilbert de la) Marschall von Franckreich, warein söhn Wilhelmi von Margaretha Brun, und brachte sichdurch seine tapferkeit und kluge aufführung grosses ansehenzuwege. Um das jähr 14-8. und 1420. bekleidete er die stelleneines Königlichen Raths und Cammer-Herrn. An. 1421. be-fand er sich in dem treffen bey Bauges, und war einer dervornehmsten , durch welche die Engelländer ihre eroberte Plä-tze in diesem Reiche wiederum verlohren. Er lebte noch an. 1449.und hatte von seiner gemahlin, Johanna Ioyeuse, Antoniumund Carolum, davon der erste ohne erden verstorben; der an-dere aber, so Königlicher Rath und Cammer-Herr, desgleichenGouverneur von Boulogne worden, mit Isabella von Po-lignac das geschlecht fortgepflantzet. Dessen söhne waren Fran»ciscus, von dem die Herren von St. Romain ihren Ursprunghaben, und Antonius , welchen der König Ludovicus Xll.zum Großmeister der artillerie gemacht. Sein söhn Ludovi-cus , Herr von Fayette und Pontgibant, hinterließ unter an-dern Johannen, I. Herrn von Hautefeuille, welcher das qe-schlecht fortgeführet.

* Fayette, (Louise de la) eine tochter JohanniS de la Fayet-te, Herrn von Hautefeuille, kam sehr jung an den Französi­ schen Hof, und ward Cammer-Fräulein bey der Königin Anna,deren gemahl Ludovicus XIII. sich in sie verliebte, und ausvertrauen auf sie, ihr alle sein anliegen und sonderlich das Miß-vergnügen , so er über des Cardinals Richelieu bezeigen gegenihm hegte, cröfnete; welches der Cardinal bald gewahr ward,und zwar'anfangs suchte er sie durch verheissungen zu gewin,nen, daß sie ihm das , was ihr der König vertrauet, wiederentdecken möchte, aber als er hiemit nichts ausrichtete, aufandere Mittel bedacht war,, sie vom Hofe zu entfernen. Zusolchem ende ließ er dem König durch desselben Beicht-vatter,den P. Causin, über den Umgang mit der la Fayette das gewissenrühren, und ihr selbst zu verstehen geben, daß die Vertraulichkeit,in welcher sie mit dem König lebte, von Übeln folgernngenseyn könnte, und sie am besten thun würde, wann sie den Hofverliesse. So wenig sie in der that tust hatte, diesem rath zufolgen , stellte sie sich doch an , als ob sie darzu bereit, undschon vorlängst gesonnen gewesen wäre, ins kloster zu gehen,schob aber die vollführung solches entschlusses von einer zeit zurandern auf, und der Konig unterließ, seines Beicht-vatters er-mahnungen ungeachtet, nicht, sie in geheim zu besuchen , bissie endlich, wie es scheint, durch die von des Cardinals seilenbeständig fortfahrende drohungen .sich bewegen ließ, den Königzu bitten, daß er ihr erlauben mochte, sich in ein kloster zu be,geben. Ob sie nun wol die Hoffnung gehabt, daß sie solcheerlaubnis nicht erhalten wurde, so bekam sie doch selbige wi,der ihr vermuthen, wiewol nicht ohne alle schwierigkeit, underwehlte also dem äusserlichen schein nach mit vieler hertzhaff-tigkeit, in der that aber mit schwerem hertzen, das kloster der

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