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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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f e h f r l

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* Fehrius, (Joh. Michael) ein Doctor Medicin *, war juKitzmgen in Francken an. 1620. de» 9. may gebohren, undstarb an. 1688. den i;. Nvv. als Praeses im Collegio Natur*Curiosorum, und Kayserlicher ieib-Medicus, wie auch Bür-germeister und Phystcus zu Schweinfurt . Man hat von. ihmAbsynthii Historiam Medico-Chymicam und sehr viel Observa-tiones, so in den Actis Natur* Curiosorum ju finden. Wit-te, diar.

Feilitzsch, ein adeliches geschlecht in dem Voigtlande, vonwelchem Melchior an. 1296. zu Schweinfurt , Jobst und Hein-rich an. 1485- zu Anspach, Heinrich aber an. 1486. zu Bambcrgauf dem turnier erschienen. Philipp und Fabian waren zu Lu-theri zeiten Chur-Sächsifche Räthe, davon jener unterschiedli-che Gesandtfchaffken verrichtet. Daniel half an. 1923. die kir-chen-visitation in Sachsen verrichten. Um diese zeit lebte auchUrban, der ioo. jähr alt, und ein vatter Urban Caspars wor,den, welcher Culmbachischer geheimer Rath und Cantzler ge-wesen. Dessen söhn, Urban Heinrich, war an. 1620. Culm-bachifcher Ober-Marschall und Amtmann zu Lauenstein. Jo-hann Caspar, Culmbachischer geheimer Rath und Lehn-Ricbter, hat den Westphälischen sriedens - tractaten als Ab-gesandter beygewohnet. Spangenb. Adclsp. P. II. Knuut.prodr. Misn. Seckend. Lutheran .

Feithius, (Everhardus) war von Elburg in Geldern ge-bürtig , und lebte in dem XVI. saecula. Nachdem er sich eini-ge jähre auf die Aristotelische Philosophie geleget, erleydete ihmhernach dieselbe, und er beschloß endlich, sich den Humaniori-bus völlig zu ergeben , worinnen er auch in kurtzer zeit unver-gleichlich zunahm. Er hatte die Griechische und Hebräischespräche innen, weshalben ihn die Profeslbres auf der Academiein Bearn bey seiner abreise mit vortreffichen zeugnissen beeh-ret. Als er aber sein vattcrland, wegen den Waffen desSpanischen Generals Spinola, voller unruhe fand , retirirteer sich wiederum nach Franckreich, und lehrte allda die Griechi-sche spräche. Die gelehrtesten männer seiner zeit, Casaubo-nüs , die Herren du Puy und Thuanus , hielten sehr viel vonihm. In dem durchreisen zu Rochelle ließ er sich (wie manhernach von seinen bedienten vernommen) auf ersuchen einesbürgers daselbst in dessen Haus nöthigen, hat sich aber vonselbiger zeit an verlohren , daß man, aller inquisition ohnge-achtet, nicht erfahren können, wie es mit ihm zugegangen.Man hat von ihm Antiquitatum Homericarum lib. IV. die<tn. 1677. von Henrico Brumanno, seinem enckel, zu Leidenäns licht gestellet worden. So sind auch seine RespublicaAtheniensium und Antiquitates Atticae noch vorhanden.Bruman. epist. dedicat. antiq. Homer . Bayje. *

Fekhr - Eddin, oder Fakreddm , Emir oder Fürst derDrusier, welche auf dem berge Libanon wohnen, war ausdem Haufe Maan, liebte die freyen künste, Mahlerey, Poesieund Music, und verstünde die Astrologie, wie auch verschiede-ne geheimnisse in der Chymie. Sein gebieth erstreckte sich vondem berge Carmel an bis gen Tripoli in Syrien und Damasco,wiewol die Türcken noch in seinen jungen jähren an. i;84.dasselbe fthr geschmälert hatten , denen er auch deswegen überalle Massen feint) war, und nach Möglichkeit, wiewol etwasverborgen, schaden zu thun suchte. Unter dem vorwande,sich den Arabern zu widersetzen, bekriegte er die Türcken,worauf der Groß-Sultan 60. galeeren ausschickte, ihn gefan-gen. zu nehmen ; da bann Fekhr-Edbin die regierung seinemsöhne Ali überließ, und nach Malta gieng, von bar aber nachNeapoli, Livorno und Florentz , da ihn der Groß-Hertzog nachRom schickte, um dem Papst Paulo V. aufzuwarten. Imfünften jähre kam er wieder nach hause, hielt sich einige zeit in-kognito auf, nahm darauf die regierung wieder über nch, undbekriegte seine nachbarn. Als nun diese sich deswegen an der Ot-tomannischen Pforte beschwerten , die ihm hernach 2. jähr hin-durch grossen schaden zufügte , ließ er sich überreden, nachConstantinopel zu gehen, um sich daselbst zu rechtfertigen.Allein, da seine entschuldiaungen nicht zureichen wollten,wurde ihm an. rsz;. ,im 7ostcn jähre seines alters, der köpfabgeschlagen; andre wollen, er sey strangulirt worden. La

Croix , etat present des nations Grecques. *

* Felbinger, (Jeremias) war zu Brieg in Schlesien vonLutherischen eltern an. -6,6. den 27. apr. gebohren. Nach-dem er eine zcitlang zu Cöslin in Pommern Rektor, hernachaber zu Ssdin Cantor gewesen, ward er darauf mit MartiNoRuaro bekannt, als derselbe im Predig-amt stund, hat auchvor denselben öfters geprediget. Nach diesem soll er zu Ber­ lin einen Advocaten abgegeben haben; weil er aber zuletzt we-gen des Ariariismi, zu dein er sich öffentlich bekannt, nirgendmehr sicher gewesen, eine geraume zeit in der irre herum ge-gangen , und zuletzt ums jähr 1687. nach Holland gekommenseyn. Hieselbst hat er sich in Amsterdam mit informirung derkinder kümmerlich fortgebracht; welches er nicht hätte thundörfen, wenn er sich nur zu den Socinianern hätte bekennenwollen. Er ist auch vermuthlich allda gestorben, und bey derlehre des Arii beständig geblieben. Gegen die Lutheraner be-zeigte er einen unversöhnlichen haß, seit dem, wie er selbst jag-te , diese ihm einst zu Helmstädt die stadt vor der sonnen Un-tergang zu räumen anbefohlen hatten, weil er einigen studen-ten seine schriften communiciret. Er hat derselben verschie-dene in Teutscher, Holländischer, Lateinischer und Französi-

fel

dem H. Geiste; Epilt. ad Christianos, darunter er die 6 m!maner verstehet, welche sie aber öffentlich widerlegt;Christian* compendium ; ewige schuldücher:c. Am nMmaber hat seine Teutsche Übersetzung des Neuen Testaments , Kche an. 1660. heraus gekommen, aussehen gemacht, wiwunter andern auch dieses hat, daß , da er dem a und- mvon wort zu worl gefolger, selbige öfters sehr seltsam klinakiSeine Demonstratrones ex libris novi Fcederis deDrom,»sind nicht georuckt. Vmthem, Holländischer schulen-staah

, p - 9 Zh Sarl U -il b-bbotb. Anmr-Mtar. p. M7 . W.p ro .

pyl*um hiitor.Chnst. p--8;. Arnolds ketzcr-histvrie, tom.i

r. 11 . Goez , dili. de versione Felbingen.

Feldbach , ein Fraueu-kloster , Cistercienfer-ordcnS, amBuren,ee, unter Sleckborn, gelegen; war vor altem ein schloßund stamm-haus der Edlen von Felddach, und lehn von denFreyherren von Clmgen. Es hat aber an. 12; 2. Conrad v°Felobach dieses sem schloß mit aller zugehörde den Benediktiner-Schwestern zu Coirantz an der brücke, mit bewilliqunaUlrichsund Walthers von Hohenklingen , käuflich übergeben; 2darauf an. 12 54 . wurde es , mit bewiüigung Bischofs Eber-hards von Costantz , in eine Abtey verwandelt, welche anreichthum ,e langer je mehr zugenommen, so, daß die Aed.tißm an. 1282. dem Abt zu St. Gallen das jenseit dem see ae-legene, dorf Hemmenhoffcn mit gesamter dependens abhan-deln können; nachgehends, als das Thurgöw an die Cydae-nossen gekommen , haben selbige von dieser zeit an dessen Ver-waltung einem Vogt überlassen. Stumpf, üb. V. p. 7 o. b. *

, * Felde , (Albert zum) war zu Hamburg an. 167;. den«sept. gebohren, studirte zu Leipzig , Wittenberg und Kiel , undwurde an. 1704. Prediger zu Tönningen, an. 1709. aber l'w-tellor Ibeologi* , Logices und Metaphysices z» Kiel , wvmer an. 1712. das amt eines kaüoris primarü an der Niclaus-kirche bekam, und an. 1720. den 27. dec. mit tobe abqienaMan hat von ihm Stricturas Anti-Bossuetiana* ; Institution«Theologie Moralis , Kiel 1716. in 8. Analecta Disquisitionumsacrarum; Politicam sacram ; Dissert. de SubscriptionibusTheologicis; de Itnperio Dei ejusque subjectis & prsteniio-nibus ; U. a. M. Btbliothtca Bremenßs.

*Feldegg, Feldeck, ein schloß in Ober-Oesterreich, wel-ches in dem jogenanntcn Hausruck-Viertel an den Bayerischengrentzen m einer ebenen fruchtbaren gegend an dem fluß Pram lieget, und um das jähr 1400. von Thvma Pilch von Feldcckerbauet worden. Derselbe hatte zwey söhne, von denen derjüngste, «Otephan, an. 1494. im ledigen stände verschieden; derälteste aber, Hans Pilch zu Feldcck, so an. 1488. gestorben,eme tochter, Barbaram, hinterlassen, welche mit Caspare vonRitschän verehelichet gewesen, und an. i;o8. mit tobe abge-gangen. Hierauf hat Christoph Abrahain von Ritschän zuFeldegg , Riedau und Zell an. 1,94. das schloß Feldeck vongründ aus neu erbauet, welches nachgehends an die Herrenvon Hochberg gekommen, wie es denn Christoph Ferdinandvon Hochberg bis an seinen an. 1640. erfolgten tob besessen.Von desselben erben kaufte es an. 1642. Ernreich, Freyherr von----- - 1712. hat es dieses letzter» enckel, Frantz

vhann Achatzoheneck,be-

Pranck, allein an

Wilhelm Gottlieb, Freyherr von Pranck', anGottfried Wiellinger käuflich überlassen, vanschreib, von Ober-Oester. tom. II. p. 822.

* Felden , (Johann von) ein PbiioFopluis und JCtus ausdem XVII. Ikculo, war anfangs Professor Matheseos zu Hclm-städt, zog aber nach diesem aufsein guth Neukirchcn, zwischenMerseburg und Halle, und wollte daselbst gleichsam eine be-sondere Academie machen, wie er dann verschiedene studentenhinzog, starb aber endlich im alter zu Halle. Er schrieb: Ju.

risprudentiam universalem ; Jus publicum Justinianeum; deScientia interpretandi ; de Actionibus reaübus , und war ei-ner der ersten, so über Hug. Grotii Jus Belli & Pacis com-mentirle, Amsterdam 16;,. in 8. worüber er mit Theod.Gras-winckeln in einen scharfen streit gerielh. Manes Grotii vmimti,

Feldheim, siehe Fladenheim.

Feldkirchen, siehe veldkirchen.

Feldwar, siehe Fodwar.

Felibien, (Andreas) Herr von Avaux und Javercy, König-licher Rath und Historiographus , war von Chartres gebürtig.Nachdem er den ersten gründ seiner studicn in seinem geburtS -orte geleget, gieng er in dem 14. jähre seines alters nachParis , sich allda in den wissenschafften und staats-verrichtun-gen zu üben ; allein die liebe zu den studien drang dem ItB»kern weit vor. Er machte sich in kurtzem nicht wenig anse-hen , daß er den Marquis de Fontenay-Marcvil, welcher an.1647. zum andern mal als ausscrordentlicher Ambassador nachRoni gieng, dahin zu begleiten , und die stelle eines Legations-Secretarii zu bedienen ernennet wurde. Hicrselbst halte cr ge-legenheit, mit den vortreflichsten künstlern umzugehen; ab,on-derlich machte er sich mit dem berühinten Poußin bekannt , vonwelchem er die zierlichkeiten, so an den statuen und gemähldmpflegen angebracht zu werden, genau erlernte. Nach seinerzuruckkunft aus Italien hcurathele er zu Chartres in eine vor-nehme familie, dadurch er er sich den weg zu künftigen chargenbahnte. Der berühmte Französische Ekaacs-Mnnster Soibeck,

wel-