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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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welcher seine geschicklichkeit in einigen verfertigten stucken er«kannte , brachte ihm den titul eines Königlichen Historiographizuwege, davon ihm das dccret an. i666. eingehändiget wor-den. Als an. 1671. die Königliche Academic von der Archi-tectar aufgerichtet wurde, ernennte man ihn zum Secretarioderftlbigen. Es wurde ihm auch die aufstcht über das König-liche müntz-cabinet aufgetragen , und in der Königlichen Aca-demie der infcriptionen und Medaillen war er eines der vor-nehmsten Mitglieder. Als Pelletier nach dem tode des bereitsgedachten Colberts die birection über die finanzen bekam,trug ihm diefer die general-aufsichl über die brücken und däm-me des Reichs auf. Über dieses verwaltete er auch die Pfle-gling der armen in dem spital des Quinze-vingts zu Paris .Seine gemahlin war Marguerithe 1 e Maire, eines KöniglichenAdvocaten in dem Präsidial zu Chartres tochtcr, mit der er

kinder gezcuget, darunter drey söhne gewesen. Der ersteest General- Vicarius in dem Ertz-Bißthum Bourges, der an-dere Königlicher Historiographus und Aufseher über des Königsantiquitäten-cabinet; der dritte ein Benedictiner in der Con-gregatio» St. Mauri worden. (Von beyden letzter» siehe un-len besonders.) Sonsten ist er ein sehr redlicher mann ge-wesen , wie solches auch aus den Worten erhellet, die er infeinem pitschafft geführet: Lenefacere & dicere vera. Erstarb aber an. 169;. den 11. jun. in dem 76. jähre seines alters.Man hat von ihm les Entretiens fur les Vies & für les Ou-vrages des plus excellens Peintres anciens & modernes ;les Principes de lArchitecture , de la Sculpture & de laPeinture avec un Dictionnaire des Termes propres de cesArts; de POrigine de la Peinture; plusieursDefcriptions foitde Versailles . foit des Divertissemens donnes par le Roi,foit de Tableaux recueillis dans up volume in ir. ; lesConferences de lAcademie Royale de Peinture ; la Defcrip-tion de lAbbaie de la Trappe ; la Relation de ce qui sestpasse en Efpagne ä la difgrace du Comte Duc dOlivarestraduite de lItalien ; le Chäteau de lAme de Ste Therefetraurit de lEfpagnol; laVie du Pape Pie V. traduite de1Italien . Bayle.

* Felibien , ( Jvh. Francistus ) Ecuier, Sieur des Avaur& de Iavercy, ein söhn des vorhergehenden, war Confeil-ler & Historiographe du Roi & de fes ßätiments, Arts &Manufactures de France, & Garde du Cabinet Royal desAntiques , Secretaire de lAcadesnie Royale dArchitccture &c.Er starb zu Paris den 23. jun. an. 17;;. ungefehr indem 7;.jähre seines alters. Unter seinen schriflen sind: RecueilHif-torique de la Vie & des Ouvrages des plus celebres Architec-tes; les Plans des Maifons de Pline & leur defcription; laDefcription de Versailles & de lEglise des Invalides.

* Felibien , (Michael) ein bruder des vorhergehenden, warzu Chartres an. 1663. gebohren, und begab sich bereits in dem17. jähre seines alters in die Congregation von St. Maur . Erhatte eine besondere Neigung zu den alterthümmern und ge-schichten ; darinnen er sich auch eine mehr als gemeine erkannt-nis erwarb. Als daher seine Historie de lAbbaye de S. De-nis an. 1706. zum Vorschein kam, und mit besonderm bcyrsall aufgenommen ward, ließ sich der Magistrat zu Paris da-durch bewegen, dem?. Felibien ausgleiche art die Historie vonParis zu beschreiben aufzutragen. Er hatte auch diese be-mühung übernommen, nicht weniger davon einen entwurf an.i7i;.publtciret, und war fast damit zu ende gekommen, alsihn der tod den rz.sept. an. 1719. in der Abtey zu St. Ger-main des Pres hinweg nahm; doch hat nach seinem tode dieausgäbe und fortsetzung der P. Lobincau über sich genommen,und an. 17-4. ans licht gestellet. Ausser diesem hat man auchla Vie de Mad. dHumieres , Abhelfe de Mouchi, und la Viede S. Anleime, avec des refiexions für fes ouvrages , VVNihm; welches letztere aber noch nicht gedruckt ist. Le Cerf,biblioth. de S. Maur.

Feltciani, (Porphyrius ) Bischoff von Foligno , warmder Philosophie, Mathematic , Rechlsgelehrsamkeit und Stu-diis elegantioribus wohl erfahren, wie dann feine schreib-art, sowol im Lateinischen als Italiänischen , gar sehr gerüh-mel wird. Er hielt sich anfangs bey dem Cardinal Salviatiauf, wurde aber nachgehends Pauli V. Secretarius, der ihmdas Bißthum von Foligno gegeben, allwo er an. 16)4. den 2.oct. gestorben. Man hat von ihm verschiedene bände von brie-fen und getlchten. Lauro , de vir. illustr. fui temp. _ Caf'Alex, ceiit. II. de viris illustr. Perus . Erythraus , pin. I.c. 7?. Jacob. hihi. Urabr.

Felicißimus, ein Diaconus zu Carthago, der wegen einerspauung, die er daselbst angerichtet, bekannt ist. Er wider-setzte sich an. 248. der wähl Cypriani , und vernnruhigte dieAfrikanische kirche. Da er auch die wähl jetzt-gedachten Cy-priani nicht hindern konnte, bezeigte er sich sehr widrig gegendenselben, und als sich dieser wegen der verfvlgung entfernenmuste , half Felicißimus diejenigen, so es mit ihm hielten,tapfer mit verfolgen. Einige zeit darauf bemühete er sich,Cyprianum und die Confessore», welche sich gegen die Libel-laticos und andere, so durch abfall sich versündiget hatten,gar zu geneigt erwiesen, in streit zu verwickeln, welches ihmdoch nicht gelingen ivollte, worauf er sich endlich öffentlichvon Cypriano getrennet, und besondere zusiunmenkunfte aufeinem berge angestellet, daherv seine abhärmten Montenfes

genennet wurden. Er excommunicirte auch alle, die es nichtmit ihm hielten, dergleichen auch ihm von seiner gegen-par-tey widerfuhr. Diese fpaltung gab ferner zu der Novatiani»scheu und Donatistifchen gclegenheit; unterdessen setzten einigeBifchöffe auf einem Synodo Cyprianum ab, und erwehltenan seine stelle Fortunalum, da dann Felicißimus nach Rom geschickt wurde, dem Papst Cornelio solches kund zu thun, da-mit dieser,Fortunalum in seine gemeinschafft aufnehmenmöchte. Er fand aber kein gehör. Cyptiauus, epist. ;z. 39.40.33. &c. Karoniui , ad an. 254. feq. PearJ'omus, in annal .Cyprian. &c.

* Felicißimus, ein Confessor zu Carthago, um die zeitenCvvriani, und einer von den ersten, welche mit Rogatiano insgefängnis geworffen worden, da die verfvlgung Decii ihren an-sang genommen. Er bekannte den nahmen Christi mit grossser standhafftigkeit. Cyprianus meldete sich unter andern Con-sessoren auch bey diesem an, und recommendirte ihm seine heer-de, wahrend seiner abwcsenheit. Er hatte auch neben denBischöffen Caldonius und Herculianus den befehl von ihm,Felicißimum, einen Diaconurn fchifmaticum, in den kirchen«bann zn thun; Rogatiani und Felicißimi fest fällt, laut demMartyrologio Romano, auf den 26. oct. wo sie als Märtyrerangezogen werden. Cypriani epist. 38. & gi. Baillet, vit. Sanct.

FFLICITAS, eine göttin bey den Römern, welcher Lu.cullus einen tempel erbauet, dergleichen auch Julius Cäsar zu thun angefangen, und Lepidus vollendet. Sie wurde alseine ehrbare matrone vorgestellet, die in der einen Hand einenfriedens-stab, in der andern aber das Horn des Überflusseshielte. Dio, üb. XL 1 V. Augieflin. Ist). IV. de civitat. Delc. 18· Ripa > iconol. Giraldo , fynt. I.

Felin, oder weitn, lat. Felinum, eine (rittst in Liefland ,in vem Esthländischen gebiethe Ierven, an dem fluß Felin ge,legen. Sie hat ein schloß, wohin sich Wilhelm von Fürsten­ berg , Großmeister des Teutschen ordens , in feinem hohen al-ter begab, und von seinen eigenen leuthen den Moskowiternin die Hände geliefert wurden. Zeiier. defer. Suec.

Römische Päpste;

Felix I. , Papst, war ein Römer von geburt, ein söhn Con-stantn. Er succedirte an.' 270. Dionvsio, und schrieb einenbrief an Marimum von Alexandrien wider die ketzercy Sadel-lii und Pauli Samofateni , davon noch em kleines fragmentumübrig ist in den actis des Conciüi Chalcedonensis, auf wel-chem , wie auch auf dem Ephesinifchen Concilio, diefer briefist abgelesen worden. Ihm werden noch drey andere briefebeygelegt, welche aber ausser streit ertichtet sind. Er starb alsein Märtyrer den 30. may an. 273. Eufibius, Ist,. VII. bist.eccl. c. 26. Anaßaßur , de Rom . Pontif. Baronius , ad an.272. & 273. Lud. Jacobi bibl. Pontif. &c.

Felix II. , war Diaconus zu Rom , und wurde an. 356. oder357. au die stelle Liberi!, der von den Arianern verjagt war,erwehlct. Es sind zwar einige, die ihn entschuldigen wollen,daß er bey dem rechten glauben des Concilii Nicami geblie-ben, und sich nur darinnen verstoßen, daß er mit den Aria-nern gemeinfchafft gehalten, und viel von ihrer partey ordini«ret habe. Seine wähl geschahe nicht in der kirche, sondernin dem Kayserlichen pallast, und lvurde er von drey Ariani-schen Bischöffen ordipiret. Dannenhero ihn einige unter diezahl der Päpste nicht zehlen wollen, worunter sich auch Na-talis Alexander befindet. Andere geben vor, daß er nachgehendsdie Arianische partey verlassen, und Constantinum felbsten ex-communicirt habe , von dessen bedienten er auch sey enthau-ptet worden, deswegen er von einigen mit unter die Märtyrergezehlet wird. Dieses ist gewiß, daß, da Liberius in seinemexilio sich zu den Arianern bekannt, und also wiederum aufden Römischen stuhl gesetzt worden, Felix weichen müssen.Man schreibt ihm fälschlich drey episteln zu. Socrates , lib. II.Sozomenus , lib. IV. Theodoretus , lib. II. Athanafiw , epist.ad Sollt. Hieronymus , de feript. eccl. Raronms, ad an. 3;;.337. Bellarminus, de Rom . Pontif. lib. IV. c. 9.

Felix III. , , von geburt ein Römer, und Felicis, eines Pres-byteri söhn , fettn an. 483. den 13. febr. auf den heiligenstuhl. Gleich anfangs verwarf er das Henoticon , welchesder Kayfer Zeno im vorigen jähre heraus gegeben. Als Aca-cius zu Constantinopel Petri Mongi partey nicht absagenwollte, that er ihn an. 484. in den bann. In besagtem mhrehielt er auch zu Rom eine zusammenkunst von 42. Bischöffen,und verdammte Petrum Fnllonem, einen eingedrungenen Bi-schoff zu Antiochien , welcher lehrte, daß GOlt gecreutziqet sey.Inzwischen suchte sich Acacius zu rächen, und löschte Felicisnahmen aus den Diptychis aus. Platina berichtet, daß her-nach dem Felici hinterbracht worden, wie sowol Acacius alsPetrus Mongus von ihrem Irrthum abgestanden und bussegethan. Darauf dieser zwey Bischöffe, Messenium und Vita,lem, geschickt, die Wahrheit ihrer busse zu untersuchen, und sienach befinden zu absolviren; doch diese liessen sich zu Heracleamit geschencken bestechen, weswegen Felix in einer Zusammen-kunft sie beyde als Simoniacos in den bann that; wiewolMesscnius hernach seine fehler bekannte, und nur um frist bat,seine aufrichtige busse an den tag zu legen, welches ihm auch

bewilliget