Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

sich anfänglich sehr schlecht anließ, erhielt er doch in selbigemvon Spanten sowol, als den Cakholischen in Teutftbland, in-gleichen von Chur-Sachsen, welches man wegen der religionversichert hatte, stattliche hülste, mit welcher er die Böhmen unters loch brachte , worauf sich denn nach und nach die übrigeerd-lande und an.1621. Ungarn zum zwecke gelegt. Zwar regtesich Bethlen Gabor , der bey der Vereinigung mit den Böhmen zum Ungarischen Könige aufgeworffen worden, an. 1623. vonneuem, verglich sich aber auch innert wenig Monaten. Jndesssen zog sich die kriegs-unruhe unvermerckl über Teutschland, in-dem der rest von des Pfaltzgraftn völckern durch die Kaystrli-chen in den Teutschen provmtzen verfolgt ward, wobey sich die-se nach und nach gewaltig ausbreiteten, so, daß der Nieder-Sächsische kreis eine Verfassung sich zu vertheidigen machte, in-dem Man die anschlüge der Oesterreichischen partey wohl merck-1e, zumal auch die an. 1623. auf einem sogenannten Chur -und Fürsten -tage zu Regenspurg, dahin der Kayser nur die,fb er ihm wohl geneigt wußte, beruffen hatte, fast eigenmäch-tig geschehene Übergebung der Pfältzischen Chur an das HausBayern vielen die äugen aufthat. Nun dämpfte zwar damalsder Kayser das Nieder-Sächsische vornehmen bald , weil abergleichwol die Kayserliche immer weiter um sich griffen, verbun-den sich diese an. 162;. durch anregung des Königs vonDäne-marck aufs neue, jedoch mit schlechtem glück. Denn an. 1626.ward der König von Dänemarck aufs Haupt geschlagen, und da-mit hatten die Kayserlichen überall gewonnen spiel, welche auchvon der zeit an sonderlich ihren sinn verriethen, indem sie alleStände schuldige und unschuldige ohne unterscheid mit einquar-tierungen und durchzügen ihrer muthwilligen soldaten preßten,und in Teutschland eben sowol, als es vorher in den Kayserl.erb-landcn wider das dem Churfürsten von Sachsen gegebeneWort und ungeachtet seiner vorbitten geschehen war, mit gewaltzu reformiren anfiengen. An. 162z. und 1629. stieg diese ge-walt aufs höchste, da der Kayser mit Dänemarck friede bekam,die Hertzoge von Mecklenburg unerhörter fachen ihrer länberentsetzte, selbst das Haus Sachsen, so es allezeit mit ihm gehal-ten, zu kräncken anfieng, mit hindansetzung aller Reichs-versasssunqen durch die seinigen verfahren ließ. die gründlichsten Vor-stellungen in wind schlug, und endlich das bekannte restitutions-edict heraus gehen ließ, vermöge dessen den Protestanten aufer-legt ward, alle nach dem Passauer vertrag in ihre Hände gekom-mene güther wieder heraus zu geben. Zwar ward an. 1630. vondem Kayser ein Collegial-tag zu Regenspurg gehalten, unter demschein, daß man daselbst berathschlagen wollte, wie diesen be-schwerden allen abzuhelffen sey. Es ward auch auf demselben, ,weil die Catholischen Stände selbst den Kayser weiter nicht, alszu Unterdrückung der Protestanten, mächtig wollten werden las-se», so viel ausgerichtet, daß der von Wallenstein , durch dessenHochmuth eben die unbilligkeit wider die Stände und der un-aussprechliche mnthwille des kriegs-volckes so überhand genom-men hatten, feiner dienste erlassen, und überdcm noch eine gewissse anzahl der Kayserl. völcker abgedanckt ward. Jngleichen stif-teten die Churfürsten bey dieser Versammlung frieden in Italien ,allwo sich der Kayser den Svaniern zu gefallen an.1629. wegender Mantuanischen erb-folge gegen den Hertzog von Revers unddie demselben deystehcnden Franzosen in einen krieg eingelassen,und durch die seinen die Haupt-stadt Mantua hatte erobern las-sen. Allein, wie der Kayser bey bemeldtem Collegial-tage nichtqantzlich seinen zweck erhielt, indem die Churfürsten von einerRömischen Königs-wahl nichts hören wollten, welche von demPäpstlichen Nuntio , dem Spanischen Gesandten und dem Für-sten von Eggenberg, gleich als ob es ohne mitwissen des Kan-serlichen Hofes geschähe, aufgeworffen ward; so ward auchauf demselben an der haupl-siiche, daher alle Unordnung imReiche entstund , kein sonderlicher rath geschafft, inmassen, un-geachtet aller gethanen Versprechungen, die übrige Kayserlichearmee doch noch immer mit Unterdrückung der Reichs-Srandefortfuhr, die Reformation mit gewalt trieb, und die Oesterrei-chsschen so übermüthig waren, daß sie sich mit allen ftindenbald fertig zu werden getrauten, gestalt denn der Kayser bey ver-nommenem einbruch der Schweden in Pommern soll gesagt ha-ben : wir haben wieder ein kleines feindle bekommen.Aus diesem allem entstund nun der blutige krieg, der erst durchden Münsterischen friedens-schluß geendlget worden. Es kamnemlich der König von Schweden, zu Hemmung der Oesterrei-chischen macht, im junio an. iszo. in Pommern an, und ob-wol die Kayserliche nirgends vor ihm bestehen konnten, faßteman doch an des Kaysers Hof aus Zuversicht zu dem bisherigenglück solche rathschläge, daß die Protestirenden, und vornemlichChur-Sachsen, wider ihren willen gezwungen wurden, sichMit dem Könige in Schweden zu verbinden, worauf die Kay-serliche armee an. 16; 1. auf das Haupt geschlagen wurde, undFerdinandi fachen etliche jähre nach einander sehr zurück gien-gen, indem die Protestanten überall , auch so gar zum theilm den Kayserlichen erb-landen, den meister spielten, bis sich nachder an. 1634. erhaltenen schlackst bey Nordlingen, und dem an.i6;z. mit Chur-Sachsen geschlossenen Pragischen frieden, wel-chem unterschiedene andere Stände benlraten, sein glück einigerMgssen zu erholen schien, indem die Schweden mit ihrer par-tey dadurch ziemlich ins enge gebracht wurden, und die Kay-serlichen kräjste so empor kamen , daß sie auch den Franzosen ,welche nun öffentlich mit den Schweden gegen den Kayser znkriegen ansienge», gewachsen waren, indem sie an. iöjs. und

1616. selbige nicht allein von dem einfaü in Teutschland abhiel-ten , sondern auch ihre anschlüge in den Spanischen Nnder-landen hemmten, und sie in Burgund , Champagne und der

Nicarvie si-lhst "

reich selbst haben veste setzen können. Bey dem allen nahm k-doch in diesen letzten Zeiten der regierung Ferdinandi II b«äelend in Teutschland über die Massen zu, da nicht allein derkrieaüberall wütete, sondern auch pest und entsetzliche Hungers-noth verschiedene kreise hart mitnahm. So litte auch das Oe-sterreichische glück an. i6;6. durch den Verlust der schlachl denWitstvck wieder einen gewaltigen anstvß, und meynt man, desKaysers bisher geraume zeit empfundene schwachhcit sey durchden darüber entstandenen kummer tödtlich worden. I» jetzldc-meldtem jähre hielt der Kayser wieder einen Collegialstag zuRegenspurg, bey welchem er auch in person zugegen war, dadenn theils von der wähl eines Römischen Königs, theils vonstiftung eines beständigen friedens in Teutschland gehandeltwurde, indem sich der Papst zum mittler zwischen Franckreichund .Oesterreich erboten, und deswegen eine zusammenkunstzu Cöln gehalten haben wollte, von den Schweden aber derHolländische Gesandte Hoffnung gemacht hatte, daß sie sichwol zu Prag oder Wien in friedens-handlung einlassen möch-ten , auf welchen fall die Spanier geld herzuschiessen versvra.chen, um den Schweden genug zu thun, wiewol endlich die-se anschlüge zerfielen, indem sich Franckreich und Schweden nicht wollten trennen lassen. Bey diesem Collegial-tage dranginsonderheit der Churfürst von Sachsen darauf, daß der Kay-ser , wegen derer > so im Pragischen frieden ausgeschlossen wor-den, eine allgemeine amnestie zugestehen sollte, hatte auch sei-nem Gesandten befthl gegeben, ehe nicht zur wähl zu schrei-ten ; weil sich aber die Brandenburgischen umstimmen liessen,wurde dißfalls nichts erhalten, und hingegen, nach des Kay-scrs verlangen, dessen Printz Ferdinand »;m Römischen Königeerwehlt, und so bald gccrönt. Als der Kayser von Regenspurg,da er immer kräncklich gewesen, wieder zu Wien angelanget,hat sich seine schwachhcit dergestalt vermehrt, daß er den 1;.ftbr. an. 1637. todes verblichen Er hatte sich zweymal ver-mählt. Das erste mal an. 1600. mir Maria Anna, einer Baye-rischen Printzeßm, von welcher er 2. Printzen, nemlich feinenNachfolger im Reich, Ferdinandnm und Leovoldum Wilhel-mum, welcher verschiedene Bißthümmer und des Teutschen vr-dens Hochmeisterthum überkommen, nebst zweyen Printzcßin-nen, Maria Anna , Churfürst Marimiliani in Bayern , undCäcilia Renata , Königs Uladislai IV. in Polen gemahlm, hin-terlassen. Die andere gcmahlin, die er sieh an. 1S22. beygelegt,war Eleonora aus dem Haust Mankua, mit welcher er keinekinder gezeugt. Er war enr tugendhaffker Herr, und sonderlichder Mäßigkeit ergeben, von ernsthaffter und strenger ge-müths-art, hatte sich von jugend aufbie Spanischen anschlagegefallen lassen, dadurch er auch eben auf die zu einer unuin-schränckten herrfchafft zielende Unternehmungen soll seyn gc.bracht worden. In seiner religion war er sehr eifrig. und gabdabey der Geistlichkeit viel gehör, die ihn zu deren gewaltsamenausbreitung veranlaßte, wie man denn insonderheit seinemBcicht-vatter und Hof-Prediger, P.Lamormalineund P. Wein-gärtnern schuld giebt, daß sie den nutzen der vielfältigen zumtheil von seine» eigenen Räthen geschehenen Vorstellungen wegendes Unwesens in Teutschland und wegen des restitutions-ediclsgehindert. Wobey sich die beyden Herren Patres gar sehr blosgegeben, daß sie mehr für den nutzen und die erhebung ihresvrdens, als für anderes gcsvrgct, weil sie bey erhaltenem besthlvon restituirung der geistlichen güther allen ffeiß angewendet,daß solche ja nicht so fast den alten orven, die solche eigentlichvor der Reformation besessen hatten, sondern denjenigen, wel-che der Arche am meisten nützlich wärm, das ist, den HerrmJesuiten , eingeräumet wurden, wovon in dem Astro mexstinct·ord. S. Benedicti und Horto Crufiano, beyde VVM P. Hiw, ei-nem gelehrten Benedicti,rcr, verfertiget, ohne jetzt von andernzu melden, ein mehrers zu finden. Zu geistlichen stistungen hater, wie man aus einem an Caraffie Germ. sacr. reih befindlichenVerzeichnis sehen kan, grosse summen angewendet. Sein zeit«vertreib bestund in der music und vornemlich im jagen, darin-nen er unermüdet gewesen, und soll er von dem durch ihn ge-fällten wilde ein ordentlich register gehalten, und solches jährlichdem Churfürsten von wachsen zugeschickt haben. Theatrum £>-rop. tom. 1. II. III. Ludolphs fchau-bühne, tom. I. II. Vus.ni.de rebus Suec. üb. I-V1II. Brackelius, histor. nostri temporis.Carasa German. facra restaurat. Lamortmwse, devirtutibusFerdinandi II. Spenn. hist. German. univ. P. II. Ich. V. c.Status parttcularis regiminis Ferdinandi II. *

Ferdinandus ni. , ein söhn Ferdinandi II. , den er mit derBayerischen Printzeßin, Maria Anna, gczeuget, war an.' -Sog.den i z. iul. zu Grätz gebohren. Er wurde von lügend auf zukünsten und wissenschafften angehalten, wie er dann insonder-heit unterschiedene sprachen vollkommen reden lernen, und inder Mathematik eine gute ferligkeit erlanget. An. iSr;. wur-de er zum Könige in Ungarn erwehlet und gecrönet, wicwol esbey der wähl vielfältige schivieruzkeiten gab, indein der Karsirdiesen Punct aus lauter mifitraue» gegen die Ungarn , mitdenen damals noch gar säuberlich verfahren werden muste,

nicht