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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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452 fer

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Collegial-tage zu Regenspurg und Mühlhause», wurde auch zubeylegung der Jülichischen streit-sache und zur execution derHeßischcn wider das Haus Cassel gebraucht. Bey den siegrei-chen waffen des Königs Gustavi Adolph« retirirte er sich vonBonn nach Cöln, erhielt aber doch dieses Ertz-Stist durch inter-position der vereinigten Niederlande mehrenkheils vor den fein-de» befreyet. So wurden auch nach dem zu Prag aufgerichtetenfriedens-schlusse seine Westphälischen lande gegen erlegung50000. thaler von den Heßifchen trouppen wiederum evacuirel.Mit der stadt Lütt,ch, welcher er die mißgebrauchte Raths-wahlabgenommen, kam er zwar in einige Weiterung, brachte sie abertheils durch gewalt, theils durch gütige Handlungen wieder- zum gehorsam. An. 164,. erlangte er durch die tractaten zuGoslar und Braunschweig , daß die Hertzoge zu Braunschweig und Lüneburg ihm einen ansehnlichen theil des Bißthums Hil­ desheim , so ihre vorfahren fast 110 . jähr besessen, wiederumabtraten. An. 1647. ließ er sich nebst seinem bruder, dem Her-tzoge Maximilian/ mit Franckreich und Schweden in eine kurtzeNeutralität ein, und 2. jähr hernach muste sich die stadt Lüttich /so aufs neue revoltirt hatte , durch accord ergeben. Worauf erdie rädclsführer hinrichten ließ, und das Dom-Capitul nöthigte,seines brudern Maximiliani söhn, Maximilianum Henricum,zum Loachucor anzunehmen, welche würde ihm bereits zu Cölnund Hildcsheiin an. 1642. conferiret worden. Nachdem er end-lich an. 1649. die friebens-executions-tractaten zu Nürnberg durch seinen Gesandten, den Grafen Frantz Egon von Fürsten-berg, zur richtigkeit bringen helffen,starb er an. 1650. Brucheüus,üb. V. & VI. Spener. sylloge.

Ferdinandus Maria, der andere Churfürst von Bayern ,und älteste söhn des Churfürsten Marimiliani, war an.;6.gebohren , und stund nach des vatters tode an. 1651, bis zu er-langten jähren unter der vormundschafft seines vettern Alberti.Als an. 1657. der Kayser Ferdinandus III. verstorben, gerieth ermit Chur -Pfaltz wegen des Vicariats in harten streit, (siehe Vt-carien.) Bey. der Kayser-wahl suchte Franckreich den Chur-fürsten zu vermögen, daß er seine stimme zum Kayserthum einemFranzösischen Printzen geben, oder doch zum wenigsten den Ertz-Hertzog Leopolden ausschlieffen möchte. Der König bot ihmzu dem ende jährlich eine summa vonj. Millionen reichsthaleran, wenn sich der Churfürst entschlieffen wollte, die Kayser-Crone anzunehmen, welche anerbietung er aber großmüthigausschlug. Doch erhielte Franckreich durch seine schmeicheleyenvor diesesmal so viel, daß der Churfürst nach diesem beständigauf Französischer feite gewesen. Denn als der König in Franck-reich an. 1672. den meisten theil der Niederlande unter seinegewalt gebracht, und das Teutsche Reich sich um so viel mehreiner gefährlichen folge zu besorgen hatte, als der Churfürst vonCöln und der Bischoff von Münster es öffentlich mit Franckreich. hielten , so war Ferdinandus Maria keinesweges dahin zu brin-gen , daß er mit dem Kayser, Brandenburg und andern Alliie-ren sich in ein bündnis eingelassen hätte, vielmehr hielte ersich den gantzen krieg durch dergestalt vest an die Neutralität,daß er auch keinem einzigen mann von Kayserlichen völckernden durchzug durch sein land verstatten wollte. Ja er richteteso gar an. 1675. mit dem Könige Carolo XI. in Schweden einbündnis auf, welcher mit Franckreich wider den Kayser undBrandenburg fast jedesmal gemeine absichten gehabt. Wie nunhierdurch der Churfürst der gemeinen fache grosse Hindernis ver-ursachet , also ist leicht zu erachten, daß er sich bey dem Kayserin grosse Ungnade gesetzet, und hingegen von Franckreich alleersinnliche ehren - bezeugungen empfangen. Ob er nun wolselbiger nicht lange genoß, indem er an. 1679. verstarb, sowollte doch der König in Franckreich die würckung seiner freund-schafft auch noch nach seinem tode zeigen, und nahm des Chur-fürsten Printzeßin , Mariam Annam Christinam, vor seinenDauphin zur gemahlin, wodurch er des Churfürsten söhn,Maximilian Emanuel , zu gewinnen suchte. Mit seiner ge-mahlin Henriette Adelheid , Vtctoris Amadei Hertzogs in Sa-voven tochter, hat er 7. linder gezeugt. Maximilian Emanuel folgte ihm in der Chur . Ludovicus Amadeus starb gleichnach seiner gcburt, welches auch dem dritten Cajetano MariaFrancisco also ergiena. Iosephus Clemens aber ist Churfürstzu Cöln, und Maria Anna gedachter Massen eine gemahlin desDauphins worden. Louisa Margaretha starb gar jung, Vio-lenta Beatrix aber hat sich an Ferdinandum III., Erb-Printzenzu Florcntz, verheurathet. Lhur-Bayern, pag. 58. LünigsReichs-Archiv, cont. 2. n. 65. 68.69. &c.

Ferdinandus, Hertzog in Bayern , war ein söhn HertzogsAlberti, welchen ihm seine gemahlin Anna, Kaysers Ferdinan-di I. tochter, den i. sehr. oder wie andere wollen, den ;o. jan.an. 155«. gebohren. Er begab sich an. 1566. mit 400. pferdenin den Ungarischen krieg wider die Türcken. An. 15 70. wohnteer Ery-Hertzog Carls zu Oesterreich beylager bey, und gewann,als ein in exercitiis geschickter Herr, einen doppelten preis. An.1572. befand er sich bey der wähl des Kaysers Rudolphi II., undbey dessen crönung zum Ungarischen Könige. Als an. 158z.sein jüngster bruder Ernestus zum Ertz-Äischoffvon Cöln an desabgesetzten Ertz-Bischoffs Gebhardi Truchseß stelle crwehlt wor-den , stunde Ferdinandus seinem bruder bey, nahm das schloßGodesberg bey Bonn mit gewalt ein, belagerte auch mit denSpanischen hülfs - völckern erstgedachte stadt, und eroberte siean. 1584. Er bekam noch verschiedene andere örter weg, und

brachte dadurch seinen bruder zum ruhigen besitz desStifts. Nach geendigtem kriege that er eine wallfahrt zu unserlieben Frauen nach Dnulenhausen, sonderlich, weil er von ein»kugel auf die brüst getroffen und doch nicht verletzt worden war,welche kugel nebst dein kleide, so er damals angehabt, er zumsteten gedachtniS aufbehalten hat. Aus gleicher Ursache stifteteer an. 1587. die gesellschafft St. Sebastiani , und ließ diesemHeiligen einen altar in der St. Michaelis-kirche zu München bauen. Sein vatter Albertus hatte vor seinem absterben be-gehret, daß er zu mehrern aufnehmen des Hauses Bayern ent-weder gar nicht, oder doch nur auf gewisse falle heurathen möch-te. Wie nun aber dergleichen sich nicht ereigneten, hingegenFerdinandus ausser der ehe zu leben sich nicht gekrauete, so ent.schloß er sich, seines bruders Hertzog Wilhelms Hof-dieners,George Peter Peckens, oder wie ihn andere nennen, George Pe-tenbeckens tochter Mariam, zu heurathen, und die verehlichunggieng an. 1588. den 17.sept.fort, nachdem er sich mit seinembruder Hertzog Wilhelmen dahin verglichen , daß die kinder,s»aus dieser ehe möchten gebohren werden, und derselbigen nach-kommende den Fürstlichen titul und das Bayerische waren nichtführen , noch an dem Hertzogthum Ober-und Nieder-Baycrn,oder den darzu gehörigen auch noch anfallenden Hmschafficn,sich einiger succeßion anmassen, so lange von Hertzog Wilhelmeneine männliche posterität vorhanden seyn wurde; jedoch nachderen abgang den regreß zur regierung und Fürstlichen Hoheithaben, und inzwischen mit einem jährlichen deputat von 6000.gülden nebst einigen Bayerischen lehn-güthern, auch blos mitdem Adelstand sich begnügen sollten. Er starb an. 1 Sog. den ,0.jan. und seine gemahlin folgte ihm an. 1614. im tode, nachdemsie ihm. kinder gebohren. Unter den söhnen sind sonderlichFranciscus Wilhelmus, Ernestus Benno und Ferdinandus Lau-rentius berühmt» und in des Heil. Röm. Reichs Grafen-standunter dem titul von Wartenderg erhoben worden. Der erste,Franciscus Wilhelmus, wurde Bischoff zu Osnabrück , Minden,Verben und Regenspurg, auch endlich gar Cardinal; seine zweybrüder aber haben sich vermählet. Die tochter, deren 8. gewesen,sind alle ausser ehe gestorben. Thuams , in hist. Adtznuer.annal. Speutr. sylloge. Imbof. N. P.I.

Hertzoge zu Würtemberg:

Ferdinandus Carolus, Hertzog zu Würtemberg-Oels ,starb an. i6og. *

Ferdinandus wilhelmus, Hertzog zu Würtemberg-Neu«stadt, Konigl. Engelland-Danemarck-und Polnischer General-Feld-Marschall , Gouverneur zu Slugo, und über Holländisch-Flandern, und Ritter des Königlichen Dänischen Elephanten-vrdens, starb an. 1701. siehe beyde bey dem artickul wür-lemberg . *

Königliche und andere printzen:

Ferdinandus, Cardinal Jnfant, ein söhn Königs PhilixpiIII. rn Spanien , welchen er mit Margaretha, Ertz-Hertzogs Ca-roli von Oesterreich tochter, gezeuget, ward an. 1609. den is.may gebohren. Nachdem er die ansehnlichsten würden, als einesCardinals und Ertz-Bischoffs zu Toledo , desgleichen eines Vice,Königs in Catalonien mit gutem rühm geführet, gieng er an.16;;. mit einer ansehnlichen mannschafft aus Spanien nachItalien , allwo er die friedens-tractateo zwischen den Genuesernund dem Hertzoge von Savoyen vollends zu ende bringen half.An. 16)4. kam er in Teutschland an, und stieß mit seinen troup-pen zu des Königs in Ungarn armce vor Nördlingen , dadurcher zu dem herrlichen siege nicht wenig beygetragen. Hieraufgieng er nach den Niederlanden zu, und hielte in besagtem jähreeinen prächtigen einzug zu Brüssel , allda die Statthalterschajftanzutreten. An. 16,5. ließ der König in Franckreich von demCardinal die freylassung des Churfürsten zu Trier begehren, undals dieser sich darzu nicht verstehen wollte, ihm den krieg ankün-digen ; hingegen ließ der Cardinal das jähr hernach ein manifestwider Franckreich ausgehen , und schickte den Printzen Thomasvon Savoyen, ivelcher das jähr vorhero in dem Lutzenburgn-lande unglücklich gefochten hatte, mit einem grossen detachementin die Picardie, allwo er ungehindert bis an den ßuß Oysestreifte. Nach diesem commandirte der Cardinal Jnfant einigevölcker. welche den Holländern die schantze Callo wiederumabnahmen , desgleichen ließ er auch Geldern glücklich entsetzen.Hingegen eroberten die Franzosen an. 1640. Arras , ohne daßder Cardinal Jnfant, welcher in der nähe war, etwas wider sieausrichten konnte. Endlich,als er an. 1641. den Franzosen Arras wieder wegzunehmen suchte, starb er darüber. Er hinterließeine natürliche tochter, Marianne cle la Croix genannt, die an.1641. zu Brüssel gebohren worden, und den ;. sept. an. 17^.zu Madrid in einem kloster verstorben. Vifhr. Siri, in mercur.Theatr. Europ. tom. IV. p. 578. Ludolph, in der allgemeinenschau-bühne der weit, eom. II. p. igö. 258- ;or. feg.

Ferdinandus , Hertzog von Calabrien und Fürst von Taren»to, der älteste söhn Friderici, Königs von Neapolis, und JjadMclel Balzo, einer tochter Pyrrhi, Printzen von Altamara. Nach-dem sein vatter an. 1501. das Unglück gehabt, stines ReMdurch die Franzosen und Spanier beraubt zu werden, bclaqericnauch ihn , welcher damals noch sehr jung war, die leeiern zuTarento , und brachten es durch bestechung seiner bedienten da-hin, daß er sich endlich ergab. Wiewol nun der accörd ausdrück-lich lautete, daß er ziehen möchte, wohin es ihm beliebte, >0 »