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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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unter welchem nahmen sie FerrariuS mit dem titul eines Hertzog-thums zwischen Orta nord - und Civita Castellana südwärts setzet.Plixitt*, lib. III. C. 3. Orteliur. Baudrund. &c.

^esch , eine ansehnliche familie in dem Canton Basel , wel-che ohngeachtel eines geringen Ursprungs, in kurtzer zeit derge-stalt zugenommen, daß sie nunmehro eines der vornehmst-und zahlreichsten geschlechter worden. Die ersten, so in be-meldler stadt bürger worden, sind Heintzmann und Burg-hardt, zwey brüder, welche an. 1409., wegen einem damali-gen auszug für die vestung Zstein , das dürger - recht ohne wei-tere mühe erhalten; von deren nachkommen ist schon an. 1491.Romey in den Rath gezogen worden; dessen groß-sohn HansRudolf , so erstlich des Raths, nnd hernach Landvogt aufWaldenburg gewesen, wurde an. 1332. neben andern zu Hen-rico II. Könige in Franckreich deputiret, um ihn in demnahinen des Standes zu ersuchen, seine armee wiederum ausdem untern Elsaß, barinnen er schon posto gefastet, zu ziehen,und dem Hause Oesterreich mit wettern feindseligkeiten zu ver-schonen; an. 136;. aber wurde er beordert, den Kayfer Fer-dinandum l. nach Basel einzuladen, war auch einer aus denen,welche die ehre hatten, diesen Monarchen bey seiner sogleich er-folgten ankunft zu coinplimentiren, nnd neben Zandern dessenHimmel zu tragen. Sein söhn, gleiches nahmens, wurde eben-falls Landvogt auf Waldenburg, starb aber schon in dem;i. jähre seines alters, neben einigen töchtern zwey söhne, Se-bastian und Hans Rudolf, hinterlassend, so von hier nach Breß-lau in Schlesien zogen, sich daselbst setzten, und eine neue liniepflantzten. Jercmias, dessen jüngster bruder, wurde desRaths und Landvogt auf Homburg , uiid hinterließ Remigiumnnd Hans Caspar, welcher letztere die gleiche Vogtey bediente.Remigtus aber, der mittlere, gebohren an. 1541., wurde zeit-lich in'den Rath gezogen, und wegen vielen zeichen einer trefli-chen staats-klugheit, zu der hohen charge eines Bürgermeistersbefördert; zuvox aber an. 1386. hatte er, neben Jacob Ober-riedt, Panner-Herrn, zu Paris (als damals auch von an-dern Cantons einige dahin abgeschickt wurden) die ehre, Kö-nig Henrico III. in dem nahmen des Standes seine answartungzu machen, welche von dem Könige so wohl aufgenommen wur-de , daß er und seine Mit-Dcputirte mit schönen Königlichen ket-ten, jede von300, cronen am gewichte, beschenckt wurden; erstarb an. 1610. Sein geschlecht führten fort diese3. söhne, HansJacob, Hans Rudolf und Emanuel. a.) Johann Jacob,J. U. D. Professor und ©tslöt s Syndicus, gebohren an. 1570.,reifere an. 1584. mit des berühinten Theod. Zwingen beydensöhnen, Bonifacio und Jacodo, samt zweyen Rüdinis gebrü-dern , nachPadua, da er 2. jähr lang seine studien fortgesetzet,und inzwischen durch gantz Italien eine reise gethan. Pro Do-ctoratu Jurid. hak er nachgehends de Fidejussoribus dispu-tirt, und an. 1599. die Professionem Instirut. Imperial. er-halten , bis er endlich zu der höchsten Pros. in Jure gestiegen;an. 1612. wurde er anstatt Ludvvici Iselii 8>ndiou^. Er hat,welches sonderbar merckwürdig , währender Profession 230.Doctores, und 35. Licentiatos prvmvviret, und starb also end-lich arbeit-nndlebens-satt, an. 1632. seines alters gi. jähr.Er hatte neben 4. töchtern 2. söhne, davon der jüngere, HansCaspar, in der zarten jugend verstorben, Hans Jacob aberdem vatter in den studien gefvlgct, und sowol den titul einesDoctoris, als die würde der Profession erlanget, welche er abersamt dem leben, noch ledigen standes, sehr frühzeitig aufgebenmuste. b.) Hans Rudolf, der feinem vatter in meriten nach-' eju .

artete, hatte sich auch eines gleichen glücks zu erfreuen , sinte-mal er nach und nach von einer staffel zu der andern bis zu-der höchsten würde eines Haupts gestiegen; sonderlich hat erseine klugheit darinnen erwiesen, daß er an. 1632. in dem streit,wegen den matrimonial-sachen und psründcn-coüatur im Thue-göw, allwo er ein von feiten Zürich erbätener Arbiter gewesen,die fache so glücklich beyzulegen Mittel ersonnen. Der tod war-tete ihm bis auf sein 86. jähr, nachdem er mit einer gebohr-nen vom Adel 13. söhne und 3. töchter erzeuget, nnd in al-lem 163. kinder, enckel und groß - enckel erlebet. Er hat vielschöne legata gestiftet. Von seinen söhnen haben sich fol-gende hervor gethan ; r.) Remigius, J. U. D. und Professor ;er war neben dem Rechten, darinnen er schöne profectus ge-macht , ein sonderbarer liebhaber der antiquitäten, unter-hielte derowegen mit ausländischen Gelehrten einen weitläuf-tigen bries-Wechsel, und sammlete von allerhand curiösen lindraren stücken eine solche menge zusammen , daß er damit eingantzes cabinet angefüllet , welches unter dem nahmen derFeschifchen kunst - cainmcr noch bis auf den heutigentag bekannt ist, und den liebhabern zu einer sonderbaren er-götzung dienet; der heutige besitzer desselbigen, wie nicht we-niger einer kostbare» bibliotheck, ist Andreas Fesch, j. U. C.und des Raths, Sebastiani söhn, und Ehristophori groß-sohn , von welchen beyde» an seinem orl Meldung geschehensoll. Es hat der stifter in seiner verordnung noch dieses, zueiner fernern erläuterung, angehänget, daß, iin fall keiner vondem Feschifchen Hause mehr übrig wäre, der die Jura prosequirte,sowol die bücher als das cabinet der Universitäts -bibliotheck zufal-len sollten; er starb noch ledigen standes, an. 1667. seines al-ters 72. jähr. 2.) Hans Jacob, Beysitzer des Gerichtsder mrnder» stadt, von dessen ,3. kinbern sonderlich die zweysöhne, Johann Jacob und Emanuel, merckwürdig. JohannJacob, J.U.D. gebohren an. 1638., hat feine philosophischestudien gleich anfangs mit sonderbarem eifer getrieben, und ein

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auch darum so weit gebracht, daß er an. 166°. zur zeitbxlaei, de Pignoribus & Hypothecis disputiret , undgende jähr de Inofficiofi Querela eine disvutatiou pro Doctnr 0 .'Aalte»; nach verüiessung einiger zeit, die er meisteKonen reisen angewendet, wurde ihm an. .666. Äschreiber-stelle anvertrauet, da er erst den gradum DoctÄutroque Jure angenommen, und an. 1601. nbielthochansehnliche Stadlschreiber-amt. Er war ein mann 2einem satten judicio , vielfältiger erfahrnnq und tresiicherwoblredenheit, den man m vielen Commißionen, Devuta /2und Gesimdtschafften sehr nützlich gebrauchen konnte; « 2an. 1-06. Emanuel, gebohren an. 1646., wiedmete sichkriege, wie er denn an. 1667. in Französische dienste sich b 2und sogleich, bey bclagcrung Douay , Lisle , Camdran.Nalenciennes, und anderer orten, sich also wohl aufgeführet, da«er noch wahrender campagne eine sahne in der Schweißgarde erhalten; an. 1670. commandirte er eine compaanie indem Blrckenfeldlschen regiment ; an. 1671. als die LöblicheEydgenossenschafft der Cron Franckreich einige troupven be-willigte, wurde ihm eine compagnie anvertrauet; an ,s--wurde er bey Senef harl verwundet, und in der fchlachk tsmMonlcassel an. 1677. commandirte er ein regiment ,u futNachdem er an. 1683. die Französische dienste quittirt hatte,wurde ihm von Jhro Churfürstlichen Durchlaucht zu ssölnan. 1684. das HildeSheiinische regiment zu fuß aufgetragen,welches er in Ungarn gefuhret; an. 1683. hat er als Briga-dier bey der belagerung Neuhäusel qedienet, ist auch einer derersten gewesen, so diese vestung bestiegen. Nach geendiqtemfeldzuge resolvirte er sich, ohngeachtel der herrlichen cvnditione»,so ihm von Jhro Churfürstlichen Durchläucht, um ihn ,vci-ters in diensten beyzubehalten, anerboten wurden, sich insein vatterland zu retiriren, allwo er denn nicht weniger nurdistinction ist angesehen worden, indem er an. 1689. zumRathsherrn, an. 1691. aber zum Dreyer - Herrn, Dreyzch-ner - Herrn und Kriegs - Lommissario erwehlt wurde. B011Jhro Kayserl. Majestät wurde er, zum zeichen dero allergnä-digsten Wohlgefallens, über seine an. 1689. geführte kluge con-duite und hertzhaffte Veranstaltungen, ( als er mit den unlerha.benden Schweitzerischen trouppen die Oesterreichische Wald.städte wider ei» Französisches corpo bedecket) mit einer goldenenketten beschencket. An. 1693. starker in dem 46. jähre seinesalters, und hinterließ 6. söhne: a.) Hans Rudolf, gebohrenan. 1680., hat sich von jugend auf den Waffen gewiedmet, undendlich in Königl. Französischen diensten die Obcrsten-stelle erhal,ten. Nachgehends aber, da er an. 1728. zum Ralhsherrn er-wchlet worden, quittirte er die kriegs-dienste, und bekleidet dis-mal die hohe stelle eines Obrist - Zunftmeisters, zu deren eran. 1733. gelanget ist. b.) Hans Jacob und c.) Christophsind dismal beyde Hauptleuthe in Königl. Französischen dien-sten. cj.) Lucas bekleidet dermalen die Lohnherrn.stelle, undhat zu söhnen Lucas und Emanuel. e.) N. ist in einer fchlachtums leben gekommen, f.) Hans Heinrich, dismaliger Stadt-fchreiberzu Liechstal. ;.) Hans Rudolfwar anfangsBevsiman dem Ehe - und Stadt^Gericht, hernach Landvogt zu Mendns,und endlich Stadt-Gerichts-Vogt; starb an. 1672. ohne linder,seines alters 70. jähr. 4.) Werner, anfangs Schaffner beySt. Alban , und darauf des Raths, starb an. 1S70. einen söhngleiches nahmens hinterlassend, der nach seinem tode ebenfallsdie Raths-stelle bediente, und an. 1716., seines alters 78.iahr,die weit gesegnete. 3.) Jeremias, Landvogt aufRamstein,und Guarde-Lieutenant bey Johann Georg II. Chur -Fursten inSachsen , hinterließ einen söhn, nahmens Hans Rudolf, or-dinari Raths.Advocat, so eine» söhn gleiches nahmens halte,welcher von Jhro Hochsürstl. Durchlaucht, Herrn Marggra,fen von Baden-Durlach , anfangs zu einem Hof-Rath, nach-wärts aber zu einem geheimen Rath ernennet! und, nachdemer unterschiedlichen Teutschen Fürsten und Grasen in ihren ange-legenheiten nützliche dienste zu Paris geleistet, auch von Ihr»Hochfürstlichen Durchläucht, dem Hertzoge von Würtem«berg , als Minister am Französischen Hof gebraucht worden.6.1 Albrecht, war ein Kriegs - Lommissariuz in der baurcn-rebellion, und wurde sowol von gesamten kaufleuthen, alsden Evangelischen städten der Evdgenoßfchafft, zu unterschiede-nen commißionen an die Cron Franckreich deputirt. 7. ' Chri-stoph , J. U. D. gebohren an. 16 n., wurde an. 1643. Profes-sor Logieea, und an. 1639. Hissorianim, so damals neu ausge-richtet , und von ihm zum ersten versehen worden; er erbte dasschöne cabinet semes ältesten bruders Remigii, und starb an.168;., Sebastiannm, (von dem im folgenden arückel geredtwerden soll 1 hinterlassend. 8.) Sebastian , Schaffner in derEartbaus, starb an. 1633. Sein söhn war Johann Rudolj,anfangs Bläsischer Amtmann, hernach des Raths und Drever-Herr, starb an. 1709. 9.) Johann Ludwig, des Raths,starb an. 1683.; Hans Rudolt, Albrecht und Hans Ludwig,drey seiner söhne, wurden nach einander zu Raths-stcllen be-fördert, welches deswegen merckwürdig, weil nicmal zwevbrüder zugleich in den Rath können gezogen werden. Bonisacius,der vierte söhn des crstgemeldten Johann Ludwigs, gebohrenan. 1631., war ,]. U. I). Er hat durch Italien , Franckreich,Engel! - Holl - und Teutschland, wie auch Ungarn, sehr tebonereisen gethan, und nach seiner zurückkunst so lange in jure colle-gia privata gehalten , bis er D. Samuel Burckhards, Professor»

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