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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
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Logiere, Vicarius wurde. An. 1685. wurde er Professor Rhe-wrices, und bald darauf Professor Juris, welches amt er bis anseinen tob an. 1 7 l; . sieißig und mit rühm verwaltet. Ex Genea-logia tefthiana & aliis MSSC. *

Fesch , ( Sebastianus) Jur. Utr. Doct. und Pros. zu Basel ,hernach Stadtschreiber, ist gebühren den 6. jnl. an. 1647. vonobgemeldtem Christophoro, und Catharina Güntzerin. Nacherlangten gradibus in Artibus stetig er an. 1664. Pas StudiumJuris an, mit welchem er doch jederzeit das Studium Philosophiajwie auch Rom. und Grrec. antiquitatum verknüpfet. Hierzuhatte er gute gelegenheit, als das fürtrefliche cabinet RemigiiFeschii zuerst seinem vatter Christophoro, hernach ihm sechstenverwaltungs-weise Heimgefallen. An. 1667. begab er sich nachGrenoble , und denn nach Lvon, wo er sonderlich Svonio be,kamt worden. Von bannen gieng er weiter in Franckreich,setzte über das meer in Engelland, und machte bekanntfchafftmit den Gelehrten beyder Universitäten, insonderheit mit Tho-mas Kale, welchem, alö er eben in edirung des Iamdlichii be-griffen war, er aus einem manuscripto bibliothecre Feschiamemit unterschiedlichen observationen an die Hand gieng , wie Galedessen mit lob in der vorrede Meldung thut. Aus Engelland kamer durch Holland und Teutschland wieder in sein vatterland, undhielt nach überstandenem examine jurid. an. 1072. eine sehr ge-lehrte disputation de Inügnibus, welche hernach in Teutschlandin form eines tractats wieder aufgeleget worden. An. 1678.that er, um sich noch mehr in Studio Antiquitatum zu perfectio-nireu, eine reise durch Oesterreich , Kärndten rc. in Italien ,und hielt sich etwas reit bey seinem vertrauten freunde, CaroloPatina, welcher damals die Medicin zu Padua prvfitirte, ihmaber schon vorher zu Basel bekannt worden, auf. Er ward inAcademiarn Recuperatorum einhellig aufgenommen , und hielteine oration in Griechischen und Lateinischen versen zu lob derRepudlick Venedig , in gegenwart der fürnehmsten der stadt,welche hernach im druck ausgegangen. Von dort begab er sichaus Rom , allwo er nicht nur alle curiositäten durchsehen,sondern auch deren viel, darunter sonderlich Griechische nu-mismata sich befunden, mit sich nach Basel gebracht. Eden dasahe er auch den raren nummum Pilämenis Evergetse, Königsin Paphlagonicn, welchen er nach seiner rückkunft in einer dis-sertation mit einem gelehrten Lomrnentario illustriret, die da-mals gedruckt, hernach auch von Gronovio seinem Thesauroantiq. Grsc. einverleibt worden. Zu Florentz wurde er mit A.Magliabechi und Iac. Cinelli bekannt, welcher, wie hoch erseine sreundschafft wegen seiner, wie er redet, unendlichen eru-dition und Höflichkeit geschätzt, es genugsam in seiner Riblio-theca volante an tag gegeben. In Mayland leistete er gutedienste dem Grafen Fr. Mezzobarda, der damal in ausfertigungseiner nummorurn Imperatorurn Rornanorurn begriffen war,wie solches besagter Graf durchgehends in seinem wcrck bezeu-get. Nach seiner rückkunft in sein vatterland, und empfangenenLockor-würde in Jure an. 1681. wurde er Professor Institmio-num, und an. 169s. Codicis, dabey ihm auch die gewöhnlichedigniläten bey der Universität, wie auch von der Obrigkeit dasSyndicat conferiret wurde, welches alles er verwaltet bis an.1706. da er von der Obrigkeit, als er eben sein drittes Rectoratantreten wollte, zu einem Stadtschreiber und Deputaten ver-ordnet worden. Erstarb an den gries-schmertzen den 27.mayan. 1712. Von ihm hat man im druck ausser obangeführten,einige andere Juridicas & Philolog . Dissertat. wie auch Orat.Parent. in obit. Jac. Brandmiilleri J. C. *

* Feschamp, (Remigius de ) letzter Bischofs zu Dorchester und der erste zu Lincoln in Engelland, war eines Priesters söhn.Er hatte Wilhelmo ölormanno, ehe er noch König in Engellandworden, so viele gute dienste erwiesen, daß ihm dieser ein Biß-thum zu geben versprach, dafern er in den vorhabenden treffenden sieg davon trüge. Als daher» der Bischvff zu Dorchester ,Wulsinus, mit tobe abgieng, wurde. Feschamp von dem Kö-nige zu dessen nachkommen eingesetzt. Es wollte zwar PapstAlexander II. solches als eine Simonie ansehen, und nahmdein Feschamp, welcher sich eben zu Rom aushielt, das Biß-thum, restituirte ihn aber auf des Ertz-Bischoffs von Canter-bury, Lanfranci, vorbitte. Nachdem also Feschamp an. 1070.die Bischössliche weyhe erhalten, und in dem Synodo zu Len-ken beschlossen worden , die Bißthümmer von den geringernin grössere städte zu verlegen , erwehlte er sich Lincoln zu seinemBischöfflichen sitz, und stiftete daselbst die Cathedral - kirche,starb aber den tag vor deren consecralion den y. may an. 1092.Er hat auch die benben klöster zu Stow und Bardney erbauet,und als er einst bey dem Könige wegen hoch - verraths in ver-dacht fiel, erhärtete dessen Cammer - dien« seines Herrn Un-schuld durch eine zu diesen zeiten gewöhnliche feuer-probe.Godvam. de Episc. Angl. P. I. p. ;;8.

* Fesensac ,(!<-) ein kleines Französisches ländgen in Ga-scvgne, sonst die Grafschafft Fesenjac genannt; sie erstreckte sichvor zeiten ziemlich weit, nun aber machet es nur einen theil derGrafschafft Armagnac aus, zwischen den städten Auch undEause. Vic - Fesensac ist der beste ort darinnen.

FF.SOLI, siehe FIES 0 EI.

* Fesselius, (Daniel) war zu Freyburg in Meissen an.1x99. gebohren. Nachdem« zuWittenbergstudiret, und dengradumMagistri erhalten, auch eine zeitlang sich zu Drcßden mit

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informiren fortgeholffen, ward er auf recommendation Er. Hoe^?"Hoenegg an. 162;. nach Berlin als Hof-Prediger der Chur-furstlichen wltlwe, Anna, beruffen. Nach deren tobe gab ihmAnna Sophia, Hertzogin von Braunschweig , eine gleiche be»stallung, worauf er aber bald wieder nach Sachsen kehrte,und F Franckenberg eine Pfarre erhielte; endlich aber an. 16,0.stlu Superintendent und Consistorial-Rath nach Cüstrin kam. Erstarb an. 1675. im hohen alter, und hinterließ Adversaria sacra,Wittenberg 1650. in 4. Theatrum Theologico - Philologico-Hiltoricum de Cauffis Mutationum & Eversionum Imperio-rum &c. Christum mysticum , oder Kern Göttlicher Weisheit;Regnum Diaboli mysticum, Berlin 1716. in 4. Witte , diar.Grossem) Evangel. Jubel-Priester-Histor.

FF88OIssIA , oder nach mehr alten MSSt. FESSONA, mitvem zunahmen Oiva, war eine göttin der alten Heyden, zuderen sie bey grosser Mattigkeit und mitten in schweren arbeitenihre zuflucht nahmen, weil sie von ihro in dergleichen anliegensonderbaren tröst und erquickung hofften. Ponuy, panth. myth.pag ; 228. *

Festenberg , eine kleine stadt in dem Fürstenthum Oels , anden Polnischen grentzen , 6. messen von Breßlau gelegen. An.1697. hat die verwiitidte Hertzogin von Oelö, Eleonora Char-lotte, ihren Wittwen-sitz allhier genommen. An. 1676. hat esdieser Hertzogin gcmahl Sylvius Friedrich von den Köckritzernerkauffet. Es ist dieser ort das stamm - Hans des adelichenSchlesischen geschlechts von Festenberg , Packisch genannt. LucäSchles. chron.

Iestus portius , ein Römischer Proconstil und Landpsiegerin Iudäa im I. üeculo , welcher Felici succedirte. Vor ihmwurde St. Panlus von dem Hohenpriester und Obersten des Jü-dischen volcks verklaget; einige zeit darauf ließ er diesen Apostelin gegenwart des Königs Agrippä wieder zu sich fordern , undhörte seine Verantwortung an, da aber Paulus, als ein Römi-scher dürger, an den Kayser appellirte, schickte ihn Festus nachRom . Zu seiner zeit verursachten die strassen-räuber, und nochmehr die sogenannte Sicarii oder meuchel-mörder, grosse unruheim Jüdischen lande. Sonderlich entstund ein gewisser zaubereroder ertz-betrüg«, welcher eine anzahl volcks nach sich in diewüste lockte, mit versprechen, sie von allen plagen, sonderlichdem sie so hart druckenden Römischen joch zu befreyen ; aber Fe-stus schickte sein krieges - volck wider ihn, von welchem er mitsamt seinem gantzen anhang in stücken gehauen wurde. ABor.XXV. XXVI. Joseph, lib. XX. c. 7. & 8.

festus. Es wird in dem Codice Theodosiano dreyer diesesnahmens gedacht, welche allesamt unter den Christlichen Kay,fern hohe chargen bedienten. Der erste war unter Constantinodem grossen Landpsieger in Sardinien um das jähr z 19.; derandere wurde unter dem Kayser Valens an. ;7o. über die Syri­ sche provintz gesetzet; und der dritte war ProconfuI in Africa an. 376. Es gedencken ihrer auch andere scribente», so zuihren zeiten gelebt haben. Jac. Gothofred. prosopogr. Cod.Theodos. *

Festus , siehe Avienus, und Sertus pompejus.

Fethelmachus , der; 8 . König in Schottland , succedirteAngusiano, fiel im andern jähre seiner regierung in der Pickenland ein, und verwüstete dasselbige. Da dieselbe hierauf miteiner arm« zn selbe giengen, wurden sie geschlagen, und daShaupt-corpo von ihrer arm« gefangen genommen. Drey tagehernach starb der König der Picken an seinen empfangenen wun-den. Die Schottlänber aber, ob sie schon viel mannschafft indiesem treffen verlohren, wußten sich dennoch dieses siegeS zu ih-rem nutzen zu gebrauchen, und überschwemmten fast das gantzePickische land. Als nun die Picken nicht im stände waren, ihnenmit einer armee das Haupt zu bieten, fielen sie die Plünderer an,welche in kleinen parteyen ausstreiften. Ja Hergustus, welcherdem verstorbenen Könige der Picke» succedirte, beredete zwey vonseinen Unterthanen, daß sie sich für Schotten ausgaben, undeinen von Fethelmachi musicanten, die nach der damaligen ge-wohnheit in ihres Herön schlaf - kämm« aufwarteten, um ihnin den schlaf einzuspielen, mit gelbe bestachen, der ihnen so,dann gelegenheit machte, den König in der nacht zu ermorden,welches in der Mitten des IV. faeculi geschahe, buehan. histor.Scot.

Fetichen, sind gewisse gottheiten in Guinea , davon einigevon einer gantzen provintz, andere aber von einer gewissen familie,zum schutz-gotk auserbäten werden. Dapperi descypt. Africa;.

Fetu, ist eine landschafft in Africa , aus der gold-küste vonGuinea an dem Aethiopischen meere. Mitten durch biß landläuffet ein siuß süsses Wassers, welcher sich bey dem castell St.George de la Mina in das ine« «geußt. Der Haupt-platz dar»innen heißt gleichfalls Fetu, ist ziemlich groß und volckreich, mitbäumen rings umher bewachsen, wiewol die Häuser schlecht/'und die gaffen so enge sind, daß kaum ^zwey Personen nebeneinander gehen können. Die andern städte, oder vielmehrdörser, sind von keiner Wichtigkeit. Unterschiedene Europäische nationen aber haben sich allbier vestungen gebntief, darunteri»ie älteste und vornehmste das castell St. Jörge oder George dela Mina, welches von den Portugiesen ums jähr 1481. aufge-führet , nachgehends aber in der Holländer Hände gerathen.Ferner ist das castell an Cabo Corso, welches an. 1652. von