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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
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twati. 1706. nach Zerbst als Hof-Prediger, Kirchen-Rathund Beicht-vatter des dasigen Hertzogs. An. 1709. erhielt ereine vocation als Proselsor Theologie Md) Wlttenberg, lindan. 1712. eine andere, als General -Superintendent nach Go-tha, an welchem letztem orte er nicht lang darnach den 23.mertz an. 171;. gestorben. Seine schriften nnd : Hiitoria Cle-rogamix Evangelien, Wlttenberg 170?. in 4. Hodegeticumconcordantiale , Leipzig 1697. 1699. 1710. Historia Collo-quii Jeverensis, Zerbst 1707. in 4. Palinodia sacra ; Gynae-ceum Haeretico-Fanaticum , Leipzig 1704. in 8. GOlt-gehei-ligte Sterbens - lust , Wlttenberg 1700. in 8. HyperaspisteeLutheri, Leipzig 1699. in 8. Pastorale Evangelicum , Wit-lenberg 1700. in 8. Instructio Sacerdotalis , Wlttenberg 170?.in 4. Sylloge Praepositorum Kembergensium ; MatxologiaFanatica, Wlttenberg 1708. in 8. Orthodoxia Menzeriana,Zerbst 1709. in 12. Thesaurus Evangelico - Apostolico-Hun-nianus; Disp. de Gradibus Cognitionis divinae contra Cartesia-nos, Wlttenberg 1694. de Achitophelisino Machiavelli &Naudaei, 1692. de Sufficientia Demonstrationum ex hypothesiad convincendos 169;. dc tribus Hypostasibus

Plotini contra Hebnontium , 1694. de Principio Unitatis in-divisae divisibilis , 1694. de Deo, in quantum est «V,<* u7rt-pfio$ ex mente Dionysii Areopag. 1694. de Signis Rationisin Deo, 169?. de primo Sacerdote Marito Lutherano , Bar-thol. Bernhardt ; de Synusia Ecclesiis nostris inique imputata;de Haeresi circa menses ; de Phili ppismo Henoticorum ; de Le-gali sub peccatum Conclusione; de praepostera in Rebus FideiMoralitate ; de Ratione Verbi Divini; de Custodia Mentis &Voluntatis ; de Praesidiis Veritatis Evangelien in Jure Canoni-co ; deSymbibasmo Biblico; Genealogische fragen von jetzi-gem zustande der hohen Häuser in Europa , welche vielmalsaufgeleget worden ; Mifcellan - predigten , welche nach seinemtvde in zwey vol. in 4. nebst dessen lebend - lauf, von Huhne»find heraus gegeben worden. AHa Erud. 171g. p. 284. XTeueBiblisch. XL. n. 14. Beckmanns bist. des Fürstenth. Anhalt,tom. Vll. p. 336. Anhange, pag. 630.

* Fevdeau, (Matthäus) ein Französischer Theologus,war zu Paris an. 1616. gebohren. Nachdem er daselbst einensaltsamen gründ in seinen studien geleget, wurde er Priester,ingleichen Doctor, und ein Mitglied der Sorbonne , woraus eraber an. 1656., da er die contemnation des berühmten AntoniiArnaldi nicht unterschreiben wollen , wiedrum verstvssen wurde.McktS destoweniger wurde er auch nach der Hand von denBsschöffen zu Aleth, ChalonS in Champagne und Beauvais zu unterschiedenen geistlichen ämtern gezogen, und starb zu An-nonay den 24. julii an. 1694. Er verlhndigte die lehre Ianse-nti mit vielem eifer, und wurde deswegen von dem Hof zumöfter» von einem orte zum andern verwiesen. Seine schriftensind: Meditations fur les principales Obligations du Chretien;Eclaircissemens für quelques difficultes touchant Ja grace,welche auch anfänglich unter dem titul: Catechisine de laGrace heraus gekommen, und Meditation für la ConcordeEvangeiique &c. Memoircs du tems.

* Hevereck , ein in Ober - Oesterreich in dem sogenanntenTraun-Viertel gelegenes schönes schloß und Herrschafft, so derProbstey Spittal am Piern zugehöret. Ehemals haben es dieHerren Anhänger, eine abgestorbene Oesterreichische familie,besessen, bis es an. 140g. an Eberharden von Sintzendorff ge-kommen , welcher Barbaram Anhangerin, Helmhard Anhan,gers zu Köppach und Feyereck tochter, zur gemahlin hatte.Hierauf haben es um das zahr 1560. die Herren Wiellinger,und folgends die Herren Fentzl an sich gebracht, da es denn zuansang des XVII. foculi durch Dorotheam Fentzlin, GeorgSchütter zu Klingenberg überkommen, welcher es an. 1631.dem Stifte Spittal käuflich überlassen, von Hoheneck, be-schreibung von Ober-Oesterreich, tom. II. p. 480.

Fepra, oder a Feyra, ist eine kleine stadt in der Portugiesi-schen landschaffl Beira, an dem kleinen fluß Eastos, nicht weitvon dem meer, zwischen Aveiro und Porto, gelegen. Sie ge-hört mit dem titul einer Grasschafft dem Hause derer von Pe-reyra, welche daselbst einen prächtigen pallast und ein gut schloßhaben. Colmenar , delic. de Portug. pag. 723.

Fe;, ist eine Afrikanische stadt und Königreich in der Bar-baren zwischen dem Mittelländischen meer auf der einen , undzwischen der offenbaren see und dem Königreiche Algier auf derandern feite. Der fluß Mulvia scheidet es ostwärts von Algier ,das offenbare welt-meer aber schlägt daran westwärts. Dasgebürge Atlas und der fluß Ommirabi scheiden es südwärts vonSegelmessa und Maroeeo mittagwärls, die meer - enge vonGibraltar aber und das Mittel-meer nordwärts von Spanien .Fez ist ein stück von dem alten Mauritania Tingitana, und be-greift sieden provintzen in sich, nemlich Temesen , Fez und Az-gar am offenbaren welt-meere, Habat an gedachter meer - enge,Errif und Garet an der Mittelländischen see, Chans aber istmitten im lande drinnen. Die stadt Fez ist die zterde des gan-tzen Königreichs , ja der gesamten Barbarey. Sie liegt hun-dert weilen von dem offenbaren und eben so weit von dem Mit-tel-meere , am flusse Perles oder Fez, welcher zwischen den bey-den fluffen Bunassar und Suba hinläuft. Sie ist viereckicht ge-dankt , nnd stehet in der mitten auf einer ebene, die aussen-theile aber sind bergicht. Sie hat auswärts eine ziemliche men-Histor. Lexicon III. Shell.

ge von Vorstädten, unter welchen 32. die vornehmsten sind, Etli-che unter ihnen haben 500., einige rooo. und andere 2000. Häuserin sich. Die stadt hat 12. Haupt-theile, 62. grosse marckt-platze,über 200. theils breite theils enge straffen, nebst unzehlbaren klei-nen gaffen. Ferner ssehet man 700. Moscheen, eine grosse anzahlvon Collegiis, Hospitälern, bädern und dergleichen, 86. thore undizo. öffentliche secrete, deren unflai sämtlich durch das wajftrweggeschwemmet wird. Über dieses hat sie auch 230. brücken,unter welchen viele dergestalt mit gcbäuden bedeckt sind, daß mansie säst nicht für brücken erkennen kan. Über dieses zehlel mandarinnen 86. öffentliche und über 600. privat-brünnen. Die Häu-ser sind wohl gebauet, auswendig mit mosaischer oder zierlicheingelegter arbeit, und inwendig mit blumcn, fruchten undlandschafften bemahlet. Unter den Moscheen sind 50. mit ungermeiner pracht erbauet, welche von. vielen marmornen Pfeilernunterstützet werden. Die meisten darunter sind weder gewölbetnoch gepflastert, noch getäfelt, sondern mit geflochtenen deckenüberaus artig gezieret. Die gröste soll eine halbe meile in ihremumfange, 31. thore und 42. gaüerien haben. Der Hof wirdvon 35. schwibbogen in der länge, und von zwanzig in derbreite unterhalten. Die einkünfte dieser kirche sollen sich täg-lich auf 2vo. oder wie andere wollen , gar auf 400. ducaten er-strecken. Unter den an diesem orte befindlichen Collegiis kömmtder bau desjenigen , welches der Kömg Hadu Henon aufführenlassen, auf 500000. ducaten zustehen, denn es durchaus mitmosaischer arbeit in gold , lazur und marmor, wie auch mitehernen thoren ausgezieret ist. In dieses Collegii bibliolhecksind 2000. Arabische manuscripta, nebst noch vielen andern.Ferner giebts in und um diese stadt herum 200. Hospitäler, unterwelchen 2;. vor die einheimischen kranckcn gestiftet sind, und kandas gröste 2000. Personen erhalten ; die übrigen aber gehörenvor die fremden. Doch sind die dazu vermachte einkünfte zuandern fachen gebraucht worden , daß also den krancken nur daslager und brey tage lang unterhalt verschafft wird. Nebst demhat diese stadt aoo. o warme bäder , und eben so viel Wirthshäu-ser , deren etliche über 200. kammern und zimmer in sich haben.Weiter gehören auch 400. mühten darzu. Der grosse viereckich-te platz der kaufleuthe ist mit mauren umgeben , und kan mit 12.thoren, wie eine stadt, verschlossen werden. Er ist in 15. quar-tiere eingetheilet, deren jegliches seine besondere handwercks-undhandelsleuthe hat, und in dem aantzen begriff giebts 20000.handwercker, künstler nnd handelsleuthe von allerley gattungen.Ohngefchr 1200. schritte von der stadt liegt Neu-Fez, allwo derKönig seinen pallast hat, und insonderheit der Hof sich aufhält.So sahe vormals Fez aus. Allein dieser zustand hat sich nungeändert, wie aus folgender beschreibung zu ersehen. Der um-kreis des orts ist ohngefehr vier Meilen, wiewol innerhalb dermauren viel gärten sind. Es sind anjctzo keine Vorstädte vorhan-den , und nur sieben Haupt-thore. Die straffen sind sehr enge,und haben thore, die alle nächte zugeschlossen werden, um dem»olefe zu wehren, daß es nicht von einem quartier zum andernlauffen könne. Die häuftr sind alle oben mit erde beworffen,und obwol von aussen nichts schönes dran ist, so sind sie doch voninnen sehr nett und zierlich. Der gantze Handel und folglich auchaller reichthum des gantzen landes ist in dieser stadt beysammen.Sie hat zwey castelle, die aber mit keiner artillerie verfthen sind.Das eine ist sehr alt, und die mauren davon sind an einigen or-te» gantz einaerissen; das andere aber ist nur vor etlichen jährenvon dem berühmten Muley-Archy gebauet worden, und hat zweybasteyen auf beyden feiten der stadt, auf deren jeglicher zwey grostse eiserne stucke stehen. Der fluß, welcher von Fez-Gedide oderNeu-Fez herab fällt , läuft mitten durch Alt-Fez oder Fez-Beledurch, da er sich denn in sechs arme theilet, von welchen dieantze stadt mit Wasser versehen wird, so, daß jeglich Haus dreyis vier brünnen hat. Desgleichen treibt auch dieser fluß, nach-dem er sich also zertheilet, 366. mnhlen, und giebet wasser herzu eben so vielen bädern. Ferner sind auch in der stadt 366.back-öfen, und weil diese leuthe täglich frisch brodt zu backen ge-wöhnet sind, so bedienet man sich derselben stets bis gegen vieruhr Nachmittage. Über dieses giebts allhier vier Moscheen , undin die 500. kleinere, die nicht so viel einkommend haben als jene.Die grosse Moschee, Carovin genannt, ist des Cadi oder ober-sten Priesters residentz. Nahe bey diesem tempel stehen gewisseCollegia, worinnen diejenigen, welche verlangen Talbes oderLehrer ihres gesttzcs zu werden, dem studiren obliegen. Dasprächtigste unter allen wurde von Mulcy - Archy erbauet. Indiesen Collegiis lernen sie nichts anders , als allein die Arabi-sche spräche, worinnen der Alcoran geschrieben worden , wel-cher dialectus von der gemeinen mund - art sehr unterschiedenist. Die stadt Fez-Gedide, welche über Fez-Bele liegt, dienetdieser anstatt einer citadelle. Muley - Archy hat einen pallastund ein Serrail oder frauen - zimmer darinnen erbauet, wiedenn auch eine weite und sehr schöne moschee daselbst ist. Dasalte Fez wurde von Muley-Drice , dem ersten Könige der Ara-ber , welcher in diesem lande hcrrschete, zu bauen angefangen.Dieser wird als ein Heiliger verehret, weil er die Jüdcn in die-ser stadt zwang, daß sie den Alcoran annehmen musten. Sei-ne Nachkömmlinge halten sich noch daselbst auf, und darfkeinJüde noch Christe durch die straffe ihres vallasts gehen. Sein be-gräbnis ist in den bergen Serhou, und dienet denjenigen zu einersichern zuflucht, welche, wenn der König auf sie ungnädig wor-den, oder wenn sie etwas verbrochen, dahin fliehen, um den Han-den der Richter zu entgehen; wie dann auch der pallast, wyein-

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