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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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um besagt« König gewöhnet, eben dergleichen privilegiumhat. Das land Fez ist unter allen landschafften IN der gan-tzen Barbarey am besten angebauet , hat viel feine stadte,und ist mit flüssen wohl bewässert. Der König von Marocco ist Herr davon , welcher sich tituliren lässet: Kayser von Afri­ ka / König von Marocco , Fez, Suz und Falette, Herr vonDaro, Gago , Guinea rc. Das land ist von Mauren undArabern bewohnet, welchen erlaubet ist , vier weiber zu heu-rathen, und darneben fo viel concubinen zu halten, als ihnenbeliebet. Ihre tobten pflegen sie allezeit in neue erde und frischegräber zu begraben, damit es ihnen, wie sie glauben, der-maleins bey der auferstehung nicht beschwerlich falle, ihre glied-massen wieder zu finden, und des einen seine von des andernzu unterscheiden. Sanson . Du Val. Marmal. Mouette, histoir.du Roiaume de Marocco . Das per. descr. Afr. S. Olon, relationde lEmpire du Marooc.

Fezzen, oder Festen, ist eine grosse und wüste landschasst inAfrica in Biledulgerid oder Numidien , nebst einer stadt gleiche-nahmens. Sie liegt jenseit der vielen berge, woraus das ge-bürgt Atlas bestehet, gegen Gadema oder Godomessa und An-gela zu. Dapper. descr. Afric.

* Fiacone, ehedessen Alianus, ein Italiänischer flecken indem Genuesischen gelegen, auf einem der Apenninischen gebür-

S e, an den Mayländischen grentzen, zwischen Genua und:ortona. Beutdranä.

St. Fiacre, soll ein söhn des Königs Eugenü IV. in Schott-land gewesen seyn, der an. 6. regrerte, und von Conano,dem Bischoffe von Man, auftrzogen worden seyn, welcher ihmeinen solchen haß wider die weit beygebracht, daß ungeachtet ererde zur Crone war, er sich dennoch lieber mit seiner schwesterSira unbekannter weise in Franckreich begab. Als er nun nachMeaux gekommen, that der Bischoff desselbigen orts nahmensSt. Faron, und welcher für dieses gleichen fremde immer gros-se liebe und mildigkeit bezeigt haben soll, seine schwester in einkloster, ihm aber räumte er zwey stunden von Meaux einen ortnahmens Breuil ein , daselbst eine emstedler - zelle zu bauen.Gedachter ort war nahe bey dem walde Fordille, allwo er sehrviel wunderwercke soll gethan haben. Nachdem sein vatter ge-storben , und dessen jüngerer söhn Ferchard wegen seiner Übelnregierung vom throne gestossen worden, schickten die Schott-länder einige Gesandten zu Fiacre, und liessen ihn ersuchen,daß er wieder nach Hause kommen, und die Crone annehmenmochte. Allein sein einsames leben gefiel ihm so wohl, daß erihrer bitte nicht willfahren wollte. Nachgehend- starb er, undwurde in der Dom-kirche zu Meaux begraben. Als der Königin Engelland, Henricus V. , von dem kriegs-heer des Königs inFranckreich, Caroli VI. , unter welchem Schottländische troup-pen waren, bey Baugy geschlagen worden, plünderte er desFiacres kloster, um sich also zu rächen, weil dieser Heilige auchein Schottländer gewesen. Allein hierauf soll er alsofort denblut-fluß , so dazumal St. Fiacres kranckheit genennet wurde,bekommen haben, an welcher er auch zu Bois de Vincennesan. 1422. sterben muste. In währender kranckheit soll er dieseWorte haben von sich vernehmen lassen, er sehe wohl, de/gnicht allein die Schottländer auf erden , sondern auch die, sobereits im Himmel wären, es mit den Franzosen hielten. Dochwird uns die fache vielmehr von Legenden-schreibern, als vonden Historie« also erzeiget. (Siehe Henricus V. , König inEngelland.) Der gelehrte Beultet, welcher die leben der Hei-ligen mit einem critischen urtheil erwogen hat, hält das meistevor ungewiß, und gedenckct nur nicht, daß St. Fiacre sollteeines Schottischen Königs söhn gewesen seyn. Der erste scri-bent, der seiner Meldung thut, hat in die 200. jähr nach ihmgelebt, und der nennet ihn Fefre, woraus die Franzosen erstmüssen Fiacre gemachct haben; doch, wie dem allen, so wirdSt. Fiacre gar an vielen orten in Franckreich mit gröster devo-lion verehret. Seine geb'eine werden jetzt zu Meaux aufbehal-ten, wohin man sie an. 16S2. um mehrerer sichcrheit willen ge-bracht hat, da sie bis dahin in dem Prieure de S. Fiacre nichtgar fern davon waren aufbehalten worden. Doch werden auchstücke davon in Paris und anderwärts gewiesen, ohne was derBischoff zu Meaux Jean de Bellean an. 1627. dem Groß-Her-tzoge von Tostana verehret hat. Baillet, vies desSaints au jo.avril. Surius , tom. IV. P. Giry. *

Fiano, ein flecken an der Tiber im Patrimonio Petri, wel-cher mit dem titul eines Hertzogthums beehret ist.

Fianona, lat. Flamma, eine kleine stadt nebst einem vestenHafen auf einer kleinen halb-insul in Jstrien, am Gvlfo di Car-nero. Sie gehört den Venetiancrn.

* Fiasello , (Dominicus) ein mahler, der zu Sarzana indem Genuesischen an. r;8y. auf die Welt kam. Einige nen-nen ihn von seiner geburts - stadt schlechthin, il Sarzana .Er starb im octobr. an. 1669., und hatte unter andern bisci-pcln auch Iohannem Baptistam Fiasello seinen vetter, wel-cher ebenfalls ein geschickter mahler worden. Sopran!, lebender Genuesischen mahler.

Fibia, (Gottfried) war zuBreßlau an. 1612. gebohren,allwo sem vatter Archidiaconus bey der kirche zu St. Bernhardtgewesen, und wo er unter Elia Majore den gründ zu seinen stu-dier, geleget. An. i6;o. gieng er nach Leipzig , und nach derLeipzigischen brlagerung nach Jena . Hieselbst erhielt er den gra-

.- an. 1640. eine Profession in W

gieng aber an. 1646. «n ,4. jähre seines altcrs mit tobe ab £ne schuften sind : Processus ; F.lecta Juris publici Romani · Coflegium Legale; Collegium Actionum Bachoviarum. Witte. '

. Flbiger, ( Michael Joseph) des befreyten Ritterliche»drns der Creutz-Herren mrt dem rothen stern durch Schieße»und Polen Visitator , und des Fürstlichen Hospital - Sttt'ls'»St. Matthiä m Breßlau Herren-Meister und Prälat, war -!Franckenstem m Schlesien den 16. may an. 1657. qedvbre»Nachdem er zuGlatz und Breßlau studirt hatte, that er an iZr» St. Matlhia profeß, war zehen jähr lang Sonntaqs-Predrger, und wurde an. 1696. zum Meister des oberwehnlen üchen Ritter-ordens erwehlet, um den er sich durch aufrichtunavieler gebaude, gute einrichtung der wirthschafft, und ande«anstalten sehr verdient gemacht. Seine übrige zeit wendete eraufs studrren, und die Verfertigung verfchiedener schritten,brachte auch die bibliotheck zu St. Matthiä an einen be«»ort und »n bessere ordnung, und vermehrte dieselben mit vie.len neuen und auserlesenen büchern. An. 1698. baueke erKunov eine kirche, und brachte an. 1700. die Creutzburgifchekirche nebst dem jure Patronatus zu seinem orden, erkaufte auchdas recht zu brauen und auszufchencken, vor die dörfer, imBreßlauischen und Olauischen, und an. 1709. die Ober-Gerichleim Briegischen. An. 1711. erbauetc er die kirche St. Marqa-retha von neuem, und starb den 12. jan. an. 1712. Er warein überaus leuthseliger und höflicher mann, und hat nebenseinen häufigen aints-geschäfften, wie auch vielen kranckheilenund gicht-schmertzen verschiedene schristen verfertiget: als eingeticht von einfuhrung der Christlichen religion in Schlesien un-ter dem titul der Elysischen selber, welches er aber wenig be-kannt werden lassen , weil er es vor sehr unvollkommen hielt;die vernunftlose schluß-kunst wider v. Ioh. Friedrich MeyersLogicam ahoyov Pontificiorum; Henelii Silesiographiam re·novatam cum scholiis , welche er nach der zeit noch zu vermeh-ren, und bis auf seine zeit fortzusetzen bemühet gewesen; das -in Schlesien gewaltthätig eingerissene Lutherthum, welcheschrift aber nach seinem tobe mit vielen anzüglichkeiten inter-polirt worden. Bücher - saal, rom. II. Teutsche ach Du.

ditor.

Frcars, lat. Fisera, ein grosser flecken, nebst einem Hafen,an der südlichen kuste der insul Corsica , bey dem einfluß des klei-nen flusses Ficari.

Ficaruolo , oder Ficheruolo, ist eine kleine etwas bevc-stigre stadt, in dem gebieth von Ferrara, an dem Po - fluß,gleich bey den Mantuanischen grentzen, gelegen.

Fichardus, (Johannes) einer der berühmtesten Rechtsge«lehrten seinerzeit, wurde zu Franckfurt am Mayn an. izn.gebohren. Nachdem er an seinem gedurts-orte sich in den llu.manioribus veste gefttzet, begab er sich nach Freybnrg inBrißgau, daselbst die Rechte unter dem berühmten Zasio zustudiren, wie er auch an. i;z i. im neunzehenden jähre seines al-ter- vockor wurde. Von dar kam er nach Speyer , allda beydem Cammer-Gerichte sich zu üben. Nach verfliessung einigerzeit gieng er nach Italien , und lehrte die Rechte zu Padua undBologna , bis er endlich bey seiner zurückkunft in seinem vat-terlande Syndicus wurde. Gleichwie er dieses amt mit grossertreue bis an seinen tod, der an. r<;8i. erfolget, in die vier undvierzig jähr verwaltet, und sonderlich an der stadt FranckftrlRechten viel gearbeitet, also unterließ er nicht, der well durchöffentliche schriflen zu nutzen. Unter diesen sind: Periocbe Vi-tarum recentiorum JCtorum ab Irnerio usque ad Zäsium ; In-dices duo omnium Scriptorum in Jure tam Pontificio quam Ci-vili ; Tractatus Cautelarum omnium JCtorum, qui hactenuscautelarum materiam ex professo tractarunt; Libri Galeni deLibris propriis, de Ordine Librorum suorum, de Praesagiis exInsomniis , quomodo morbum simulantes sint deprehendendi;de Exercitatione parvae Pila: ; Consilium in Morbo Comitiali;welche er aus dem Griechischen in das Lateinische übersetzet,undeinige andere. Adam. vit. Germ. JCtor. Pantaleon, lib. 111.proiop. Tbuan. h\ft. lib. LXXIV. tancir. de dar. legum in-terpr. Teijper, elog. tom. I. & III.

Ficheruolo, siehe Ficaruolo.

* Fichet, (Wilhelmus) ein berühmter Franzose im XV.sieculo, war an. 1647. Rector der Universität zu Paris , undwurde hiernächst auch Doctor in der theologischen Facultatdaselbst. Er lehrte zwey und zwanzig jähr lang vormittags dieTheologie und Philosophie, nachmittags aber die Rede-kunst,und legte zu gleicher zeit so viel proben feiner eigenen beredtiam-keit ab, daß er überall grosses ansehen erlangte, und auch des-wegen bey Hofe in unterschiedenen Staats-geschafften gebrau-chet wurde. Als er sich an. 1471. zu Rom befand, erzeigteihm Sixtus IV. besondere ehre, und machte ihn unter andernz« seinem Cämmerer, wofür demstlben die gesamte Par>sticyeUniversität ihre dancksagung abstatten ließ. Seine schriMsind : eine Lateinische Rhetoric , und Epistolarum lib. y. wei-che an. 1470. und 147t. zu Paris heraus gekommen. Maitturi,ann. typogr. tom. I. Gibert , jugem, des Savans für les Kneto-ficiens, tom. III.

Fichtelbcrg, eines von den grösten und ungeheurstcn ge.bürgen in Teutschland und zwar im Norgau,stoßt gegen morgenan Böhmen , gegen abend <m Francken, gegen mittag «m^ie