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Ober-Pfaltz , und gegen Mitternacht an Voigtland und Thü ringen , gehört theils zu Bayern , theils zu dem BurggrafthumNürnberg oberhalb gebürges, und ist, nach anzcigung der al-len maurcn, von unzchlichen schlössern, darinnen theils unge-heure bäume gewachsen, schon vor uralten zeiten bewohnt ge-wesen. Es bestehet aus einer grossen menge berge, die ihre be-sondere nahmen haben ; darunter sonderlich bekannt das soge-nannte Rleeblal, der Ochsenkopf, Schneeberg und Mit-lelftls, zwischen welchen, doch sehr in der höhe, der joge-nannie Fichtel-see ist, welcher sonsten offen gewesen seyn soll,vachgehends aber zu einem sumpf worden, darüber man , wie-wol nicht ohne gefahr, zu fuß kommen kan. Dieser fumpf istan etlichen orten drey bis vier klaftern tief, die Alten reden vondreißig und vierzig klaftern, und die eigentliche quelle der vierin dem Ftchtelberg entspringenden wasser, der Eger, Saale ,des Mayns, und der Nabe, welche gegen die vier welk - gcgcn-den lanffen. Dieses gebürge hat zwar viel rauhe klippen , dochist der gröste theil bewohnt, und ziemlich angebauet. Ehedemsind sehr reiche stlber-und gold-bergwercke hier anzutreffen gewe-sen , darunter sonderlich das zu Gold - Cronach berühmt, dieaber durch das kriegs-wefen und andere zufälle grösten theilseingegangen, ausser daß geglaubt wird , die Jtaliäner, so un-ter dem verwand des hechel-und mausfallen - Handels , sich indieser gegend häufiger als anderswo sehen lassen , wüßten nochder alten gold-adern und vieler dergleichen örter sich zu ihremgrossen nutzen zu bedienen, und sey noch wahr, was ehedemim sprüchwort gesagt worden, es werde oft ein stein nach einerkuh geworffen, der mehr als die kuh selbst werth sey. In denungeheuren wäldern giebt es eine grosse menge von den gröstenHirschen, wilden schwemm, auch wölfcn und baren, haasen undsuchst zu gestbweigen ; auch sind die luchse so gar seltsam nicht.Die emwohner sind , wie ihr land, sonst über die Massen grobund wild geivcsen, so daß ein grober Fichtelberger zum sprüch-und schelt-wort gcdienel, aber durch anlegung unterschiedenerschulen im XVI. und XVII. feculo einiger Massen cultivirtworden. Es liegen nebst sehr viel dörftrn und flecken auch etlichestädtlcin, als Wunsiedel , Weissenstadt rc. darinnen. Be-schreibung des Fichreldergs.
Ficinus, (Johannes) insgemein Johann Feyge ge-nannt, ern berühmter Rechtsgelehrter in dem XVI. soculo,war von Lichten«« in Hessen gebürtig, und bekleidete den demLandgrafen Philipps in Hessen die stelle eines geheimen Rathsund Cantzlers. Er hat zu stlftunq der Academie Marpurg , dieihn zuin Cantzler erwehlte, nicht wenig beygetragen, und vorsie bey dem Kayser Cacolo V. die confirmaiion und behörigesteyheiten erhalten. Cbytraus, inSaxon. Adam. vir. JCtor.F.rebir. theatr.
Ficinus, (Marsilius ) von Florentz, war an. 14;;. geboh-ren, und legte sich auf die Griechische und Lateinische spräche.Absonderlich aber studirte er die Theologie und Philosophie,darinnen er der Platonischen secte zugethan war, und übersetzteunterschiedlicher berühmter leuthc schriften , welche des Plato-nis lehre vertheidiget, als des Plotini, Iamblichii, Procli, rc.ins Lateinische. Seine wercke sind in zwey solianten zu Basel an. izSi. und 1576. gedruckt worden. Domiücus Melsinushat sein leben beschrieben. in elog. Tritnemius. Luuo-
üc. Vives. Gefnerus. BeUarmin. Fojjevitus. Guicciardinus.Crispus, de Philosoph, caute legendis, &c.
* Hick, (Joh. Jacob) ein Medicus, war zu Jena den -8.nvv. an. 1662. gebohren. Nachdem er sowol,in seiner vatter-stadt, als auch nachgehends zu Leipzig die berühmtesten Lehrermit grossem nutzen gehöret, besuchte er auch die HelmstädtischeAcademie, und that von dar eine reise durch Teukschland, wor-auf er sich wieder nach Jena verfügte, und allda an. »Sgy.jurn Doctore Medicin* erkläret wurde. Hieselbst brachte erseine zeit theils mit ausübung seiner medicinischen wissenschafft,theils aber auch in Unterweisung der studirenden lügend zu , biseran. 1691. von dem Grafen zu Mannsfeld, an. 1696. abervon dem Hertzoge zu Weimar als Leib- Medien« in dienste ge-nommen wurde. Da er aber auch dieses aint vier jähr verwal-tet , begab er sich wieder nach Jena , hielt daselbst aufs neueverschiedene collegia , und brachte sich dadurch , wie auchdurch seine glückliche praxin , solches ansehen zunwge, daß ihman. 1715. auf der dasiqen Universität die Proseilio Medicin*extriordinaria , und drey iahr hernach die ordinaria , nachWedelst tobe aber die Profeslio Botanices, Chirurgi*& Anato-mi* , und ferner an. 1721. die Proseilio Medicin* Theorem-es von den Sächsischen Höfen aufgetragen wurde. Da eraber an. 1726. einen starcken anfall vom schlagfluß erlitten, wo-durch ihm insonderheit das gedächtnis geschwächt, und dierechte feite gelähmet wurde, so entschlug er sich von dieser zeitan seiner academischen Verrichtungen, bekam den titul einesProfessoris honorarii, und starb endlich den 2z. augusti an. 1710.im acht und sechzigsten jähre seines alters. Man hat von ihmunterschiedene schriften, die er theils selbst verfertiget, the.lsmit wichtigen zusätzen vermehret heraus gegeben ; als Placen-tini Tahulas Anatomicas cum augmentis & emendationibus;Simonis Paulli quadripartitum Botanicum; PharmacopsatnBateanam; Manuductionem ad Formularum Compositionem ;Aphorismos Hippocratis notis illustratos ; Tractatum de Calceviva ; Disscrtationes &c. ßleuc ZeitUNZ VON gelehrten
fachen, 17z i.
Histqr. Lexicon III. Theil.
slv 471
FIDALGOS, ist ein titul, welchen der gemeine Adel inPortugall, und der Edelleuthe kindcr sühren. Es wird abergrosser mißbrauch damit getrieben, indem sich viele, ob sie gleichnicht von Adel sind, dieses tituls anmaffen. Rnati n de la Courde Portugal sous D. Pedre 11 . LinschottenS reifen.
^idati, (Simeon ) oder de Caßia von seinem geburts-ortem prallen genannt, war ein Augustiner-Mönch, und machtesich jowol durch seine wissenschafften als srömmigkeit bekannt.Man ,agt, ^ daß er an. i,48. gestorben. Unter seinen schriftensind die berühmtesten : de Gettis Domini Salvatoris lib. XV. ·de beataVirgine. t'amphii. de viris illustr. ord. Aug. S'ixr. Serie*’/.Üb. IV. bibl. s. Trithem. & lieUaimin. de scriptor. eccles. Su-Ikllio. Voiuterran, Simler. Poffevinus, &C.
Fiddechow, eine kleine stadt an der Oder in Vor-Pommern,denen von Steinwehern gehörig.
Fidellus, (Ludovicus) üoälor zu Paris , schrieb siebenbücher de Mund! Structura, viere de Miütia spirituali, &c.und starb an. 1562. Andreas. Mir aus &c.
* 8'dena, oder Fidenä, eine von den drey colonien derAlbamer, vierzig stadien von Rom gelegen, davon die einwoh-ner Fidenates genennet worden. Des Aenca söhn Ascanius sollsie erbauet; Romulus aber bekrieget und überwunden haben,nachdem deren einwohner einige fuhrleuthe unterwegs beleidiget,welche zur zeit der hungers-noth körn nach Rom bringen woll-ten. Dimrßus Hahcarnajjenßs , ant. Rom . II. Aure.ius V.Hor,de vir. ill. 2. n. 2;. n. 1. Plu(ar,b. in Romulo 9. 12. Po’yan.stratag. VIII. p. 548. Liv. I. 14. VI. 19. S r>‘t>>, V. p. H45. ^ r .TaHt. hist. III. 79. Pliniut, hi(t. nat. III. 9.12. XXXIV. 6.Unter dem König Tullo Hostilio fiengen sie auf anstiften desSuffetii, oder wie andere schreiben, Fuffetii eine neue ausruhean; sie wurden aber von qemeldtem Kömgc gedemüthiget, unddie Urheber zur strafe gezogen, doch so, daß die stadt ihre frey-heiten behielte. D myj. Ha irarn. 1. C. III. A.trehus l'iHor, devir. ill. 4. n. 10. A. U. C $26. wurden sie von neuem äusserst ge-demülhiget, weil sie sich «dermal wider die Römer aufgelehnet.Livms , IV. 29. seq. Eutropiu\. I. 17. Orofiui., II.ij. SÜetvniusin Tiberio 40. erzchlet, daß iin 12. jähre der regierung KaystrsTiberii in dieser stadt über 20000. menschen aus einmal ums le-ben gekommen, ba das Amphitheatrum währenden öffentlichenschaü-spielen eingefallen. Ja Tacitus , ann. IV. 62. setzet gardie anzahl der umgekommenen auf 50000. Ceüariw , not. orb.ant. II. 9. §. ,14. In den ersten Christlichen zeiten saß allhier«n Bischoff, welches aber nicht lange gedauret, wie dann nichtmehr als zwey Biftliöffe davon bekannt, ncmlich : Gerontiusan. 500. und Justinus an. 68». Heut zu tage suchen einigediesen ort in dem castell Guibileo , andere aber wollen lieber,daß das alte Fidena bem gedachten castell gegen über gelegen.
Ußeil.'iS, Jtal. sacr. tom. X. p. 97. Martiniere.
Aden, ein Kayser in Japan , welcher seinem vatter Taikoan. 1508. succedirte, ohngeachtet er dazumal nicht über sechsjähr alt war. Onqoschio, sein Vormund, hatte bem vatterTaiko krafft einer mit seinem blut versiegelten versichenmg ver-sprochen , daß er dem jungen Printzcn, so bald er würde dassünfzehendc jähr erreichet haben, die regierung übergeben, undchn durch den Dayro crönen lassen wollte. Allein er stieß den-selbigen vom throne, und nöthigte ihn , seine tochter zu henra-then. Fideri nun, sein recht zu behaupten, brachte eine armeewider den Tyrannen auf die deine, wurde aber geschlagen undin solche noth gebracht, daß er seine gemahlin zu dem Ongoschiosenden muste, um selbigen zu ersuchen, daß er ihm das lebennebst einiger landschasst schencken wollte, worinnen er sich inder stille fortbringen möchte. Allein der Tyranne wollte seinetochter nicht vor sich kommen lassen , sondern, nachdem er diestadt Ozacha cinbekommen, woselbst sich Fideri nebst seiner ge-mahlin in dem vallaüe verschlossen, steckte er solchen mit feur än,daß sie beyderseits lebendig verbrennen musten. Mandelslo,reise-beschreiti'Ng.
^ideris, ist ein dorfund gemeind im Bündtnerland und na-mentlich im Pretttgöw gelegen. Unweit darvon ist das berühm-te Fideris - bad , dessen wasser saltzig ist, und sehr purgiret.An. 1545. wurde dieses bad , durch das von einem grossen wol-ckenbruch angelauffene gewässer, völlig überschwemmet und diedabey gebaute Häuser rüinirt. Es wurde aber alles wiederum,durch angewandten flejß und mühe, in alten stand gesetzct.Stumpf, üb. X. p. 520.
F 1 DF.S , war bey den Römern eine göttin der treue, welcheihren tcmpel im Capitolio hatte, und weiß gekleidet war. Ih-re vvfer musten alle so beschaffen seyn , daß man dabey kein ei-sen brauchen, auch nichts todt schlagen oder blut vergiessendorfte. Die Hände der Priester waren auch verhüllet, anzuzei-gen , daß man seine fachen heimlich halten müsse, l.ament.var. sacr. gentil. Cicero, üb. II. & III. de nat. Deor. & Üb. III.de offic.
FIDIUS , Deus Fidius. ein gewisser abgott, welchen die Rö-mer von den Sabinern entlehnten, und ihn mit tempeln undopfern sehr hoch ehrten. Ovidius berichtet,daß er auf dem Qui-rinischen Hügel im jun. verehret worden. Er wurde auch Sän-ctus oder vielmehr Sancus, und von den Griechen Sangus auchSemipater ober Semopater, und Setno Sangus genennet. Manfindet noch an andern orten in Italien stein-schriften zu ehren die,ses abgotts aufgerichtet, deren eine mit den Worten, SemonI
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