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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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und hinterließ von Anna , einer rochier des Ritters RichardiHarcourt, einen rweyjährigen söhn, Richardum. Auch diesernennlesich einen Lord Say , empfieng aber keine erinnerung, beyden Parlemcnten zu erscheinen. Mit Elisabeth, einer tochter Ri-chardi Croft, zeugter er Eduardum. Dieser ließ den titui einesLords Say fahren, und schrieb sich blos von Fiennes. Seinegemahlin, Margaretha , eine tochter des Ritters Johann Dan-vers von Dantsay, gebahr ihm Richardum, welcher von Elisa-beth, einer tochter des Ritters Wilhelm Farmer, einen söhngleiches nahmens bekam. Diesem und seinen nachkommen be-stätigte an. 1603. der König Jacobns I. den titul eines BaronsSay und Sele. Mit Constantra, einer tochter des Ritters Wil-helm Kinasmill, zeugte er Wilhelmum; denselben erhub vorge-dachtcr Koniaan. 162;. zum Aicc-Grafei, Say und Sele; sei-ne gemahlin Elisabeth,eine tochter Johannis Temple von Stow,gebahr ihm vier söhne, Jacob, Nathaniel,Johann und Richard,ingleichen fünf tochter, von welchen die älteste, Brigitta, Theo-philum, Grafen von Lincoln, heurathete. An. 1662. succedirteihm sein ältester söhn, Jacob, welcher mit Francisca, einer toch-ter Eduard«, Vice-Grafen Wimbleton, sich vermählte, und dreysöhne, nebst zwey töchtern, mit ihr zeugte. Weil aber die söhnealle in ihrer juaend und noch vor ihm stürben, so succedirte ihmseines jünger» bruders Nalhaniels söhn,Wilhelm, welchen dersel-be mit des Ritters Johann Eliot tochter, Elisabeth, gezeugt hat-te. Dieser Wilhelm hinterließ von Maria, seines vatter», brn-ders Richardi tochter, einen einzigen söhn Nathaniel. Da nundieser an. »709. ledig starb, fiel der Vice-Gräfliche titul auf Lau-rentium, dessen vatter Johann Fiennes, des ersten Vice-GrafenSay und Sele, Wilhelm«, dritter söhn, die mutier aber Susan-ns, eine tochter und erdin Thomä Hobs von Amwell, geivesenwar. Der vierte söhn des jetzt-gedachten Wilhelm«, nahmensRichard, zeugte mit feiner ersten gemahlin N., Burrehzwey söh-ne Faramuni und Wilhelmum, nebst etlichen töchtern; «Nil derandern aber, Susann«, einer tochter des Ritters Wilhelm Cobvon Adderbury , einen söhn Richardum, welcher öl. Chamberlainheurathete, und von ihr ein vatter Richardi, ingleichen Susan-

, ward. Peerage of England , vol. I. p. 299. 387.

Hiennes, (Jacobus de) Lord Say und Sele , Groß«Schatzineister von Engelland, war der jüngste söhn Wilhelm«de Fiennes, Ritters, wie auch Sheriff von Surrey und Sus«ser. In seiner jugend diente er dem Könige Henrico V. in demkriege wider Franckreich, und erhielt von demselben zu beloh-nung seiner tapferfeit unterschiedene ländercyen in der Norman-ne. An. 14; 7. ward er Sherif von Kent, auch z»vey jähr her-nach von Surrey und Sussex. Der König Henricus VI. schlugihn zum Ritter, und erhub ihn an. ,447. i»m Lord Say undSele, weil seine mutter oder groß-mutter, Johanna, Wilhelmsde Say schwester und mit-erbin gewesen war. Zu fernerer be-kräfftigiing dieser würde, erlangte er eine völlige ceßiol« von desbesagten Wilhelmi de Say übrigen erben, und nicht lange her-nach erhielt er vor sich und vor seine männliche erben das amteines Constable von dem castell zu Dover , ingleichen eines Vor-stehers von den fünf Häfen. Hierzu kam nachgehends die stelleeines Königlichen Oberst-Cämmerers und geheiinen Raths, wieauch eines Constables von dem Tower zu Londen (so lange Hen-ricus, Hertzog von Exeter , minderjährig seyn wurde) undzuletzt ward er zum Groß-Schatzmeistcr von Engelland erhoben.AIs an. 1450. Wilhelmus de I» Pole, Hertzog von Suffolk ,als einer, «velcher an dem Verlust der Englischen conqucten inFranckreich, und an der üblen Verwaltung der Königlichengelber, vornemlich ursach wäre, von dem Parlement verfolgtward, setzte man dem Lord Say, als einem von dessen mit-schuldigen , gleichfalls sehr hart zu, so, daß der König den er-sten aus dem Reich verbannen, den letztem aber des Schatz-meister-amts entsetzen, und in den Tower als einen gefange-nen schicken muste. Doch dieses «var nicht zulänglich, den wi-der ihn erbitterten pöbel zu befriedigen , sondern so bald Jack' Code, das Haupt von den Kentischen rebelten, in der stadtLonden die oberhand bekom«nen, ließ er ihn den 3. jul. desjetzt-gedachten jahrs aus dem Tower nach Guildhall führen,allwo er ihn nöthigen wollte» vor dem Lord Major und vor ei-nigen Königlichen Richtern sich zu verantivorten. Wiewol ernun bat, man möchte ihm, als einem Pair des Königreichs,durch die übrigen Pairs, auf die gewöhnliche ark, seinen Pro-ceß machen ; so schleppte man ihn doch, da er auf die verlang-te art sich einzulassen , beständig sich wcgerte, ohne weitem Ver-zug nach einer straffe von Londen , Cheapside genannt, schlugihm daselbst, ehe er noch einmal seine beichte zu ende bringenkönnen, den köpf ab , und trug denselben auf einem spieß vordem Jack Cade her; sein cörper aber «vard gantz nackend aneinen pferde - schwantz gebunden, durch die straffen der stadtbis in die Vorstadt Soüthwarck geschleift, daselbst aufgehencktund geviertheilt. Fast zu gleicher zeit schickten sie seinen schwic-ger-sohn, Jacobum Cromer, Ritter und Sherif von Kent,nach Mile-End zu ihren cameraden, den rebelten von Esser,welche ihn gleichfalls enthaupteten. Dessen köpf trug man,svwol als seines schwieaer-vatters durch die straffen herum, unddie träger fügten zum oftern, um das gespötte zu vermehren,alle beyde auf solche art zusammen, als ob sie sich kusseten, bisman sie zuletzt aus der brücke von Londen aufsteckte. Sein da-mals vier und zwanzigjähriger söhn Wilhelm, welchen er m«tEmeline Cromer gezeugt, «vard nachmals unter des KönigsHistor. Lexitton lll. Theil.

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Eduard« iy. regierung Vice - Admiral unter dem berühmtenGrafen von Warwick, gerieth aber durch allerhand unglücks-fallc in so grossen abgang des vcrmögens , daß fein sehn, e»r-ckel und urenckel, Heinrich, Richard und Eduard, die denenLords zukomtnende privilegia keineswegs genossen. Doch desletzt-gemcldeten Eduard« söhn , Richard , empfieng an. ,60z.pon dem Könige Jacobo l. die vemencrung der würde oinesFreyherrn von Say und Sele, und dessen söhn Wilhelm wardan. lürz. von eben demselbigen Könige zum Discount, oderVice - Grafen, ernennet. The compieat bist. of Engt, vol. hp. 404. The Peerage of England, p. 387.

fiennes, (Nathaniel) ein söhn Wilhelmi, den KönigJacobus I. an. 1623. zum ersten Vice-Grafen von Say undSele erkläret hatte, «vurde an. 1610. zu Brougthon in der pro-vintz Orfordshire gebohren. Er studirte anfangs zu Oxford ,gieng aber nachgehends in den krieg, und «vard General beyden Parlements-trouppen, wie auch Cvmmendant zu Bristol .Ob er nun gleich daselbst gegen die partey des Königs Earvli II.schr unfreundlich «var, so erhielt er doch gnade, als er an. 1643.den ort ergeben muste. Nach diesem »var er beständig aufCrom«vels seile, bis er an. 1669.1» der einsamkeit sein leben en-digte. Man hatcvon »hm Parlements-reden, wie auch bricfe undbeschreibungen von einigen bataillen. The Peerage of England.

* Siertrteö, (William ) gebohren in Oxfordshire , wurdeLord-L«eutenant über diese provintz , und fiena schon an Oxford zu sorlificiren, half auch viel zu des Königs Carol« I. Unglück,mußte aber doch sich so in die zeit zu schicken, daß ihm Carolus II.die charge eines gemeinen Siegel-Bcwahrers anvertraute. Erstarb den 14. april an. 1662. und ließ ausser einigen Parlemeuts-reden, Scotorum Consilia detecta ; Stultitiam & Amentiam pa-tefactas; Doctrinam de Foenore &c. drucken. Witte , diar. Wood.

fiennes, ein äst desHaufts Luxemburg, siehe Luxemburg .

Hienus , (Thomas) wurde an. 1366. zu Antwerpen geboh-ren , und hernach zu Löven Professor Medicin *; schrieb dsViribus Imaginadonis; de Formatione Foetus &c. und starban. 163 l. Andrea bibl. Merckiin. Linden, renov.

Hier, ist ein kleiner fluß in Savoyen , so von dem fleckenTour kommt. Bey Brogny fließt er unter der brücke durch,und vermischt sich bey Seyssel mit der Rhone , nimmt aber un-terwegs den von hohen Borgnes entspringenden bach Dondan,und das von Usillon herfliessende »vasser Festere zu sich. *

* Hier«, (Joh.Baptist« ) war zuMantua an. 1469. ge-bohren , schrieb einige medicinische und philosophische wercke,machte sich aber mehr durch seine Lateinische getichte, welche inden Deliciis Poetar. Ital. befindlich sind, bekannt, und starban. 15 38. Scaliger, Poetic. VI.4. Baillit, jugem. desSavanssurles Poetes.

Hieschi, das geschlecht ist eines der vier vornehmsten vonGe««ua, u««d der ansehnlichsten durch gantz Italien , welchesvon vielen saeculis her die Grafschasst Lavagn« besessen. Dar-aus find z«vey Päpste, JnnocentiuS IV. und Adrianus V. ,viel Cardinäle und über hundert Bischöffe entsprossen. Nichtweniger hat es auch tapfere Generalen hervor gebracht. Al-lein die conjuration Johannis Lukovic« Fieschi hat dessenreichthum und macht nicht wenig geschlvächet. Es hat stchtm übrigen dieses Haus in zwey Haupt - äste zertheilet, da-von der «üngere zu Genua geblieben, und unter andernHugonem Fieschi hervor gebracht , welcher sich wider dieProtestrrendcn in Franckreich gebrauchen lassen, und beyder belagernng vor Montauban an. 1621. befu««den. AusFranckreich begab er sich an des Kaysers Ferdinand« II.Hof, und als er von da nach Genua wieder zurück ge-kommen , schickte ihn diese Republick als Abgesandten nachEugelland, und machte ihn zum General der galecren undder armee, welche wider die see-räuber von Barbarre»agiren sollte; der ältere äst aber ließ sich in Franckreichnieder. Denn Scipio Fieschi, der vierte söhn Sinibaldi,Grafen von Castellan , von Lavag«««, rc. war Hof-Cava-lier bey der Königin Catharina de Medicis, mit »velcherer, wegen seiner gemahlin Alphonsina Strozz«, einer tochterMagdalenä de Medicis, die ehre hatte ver»va««dt zu seyn.An. 1573. befand er sich bey der brlagerung vor Rochelle,u»,d an. 1378. ertheilte «hm der König Henricus III. denerden des heiligen Geistes. Sein söhn, Franciscus Fie-sch«, Graf von Lavagn« und Bressuire , hinterließ nebst an-dern kindern Carolum Leonem, Grafen von Fieschi , wel-cher ein vatter Johannis Ludovici und unterschiedener ande-rer linder »vorden. An. 1673. war ein Graf Fieschi Ge-nuesischer Resident zu Constantinopel, und kam bey seinerabreise wegen ge«nachter schulden, so sich auf 60000. «Ha-ler beliefen, in ungelegmheit. Aus diesem geschlecht war auchLaurentius Fieschi, Ertz-Bischoff zu Genua , welcher den 11.may an. 1642. gebohren, den 17. «nay an. 1706. von ElementeXI. die Cardinals-würde erhielt, und den 7. may an. 1726. indem 84ten jähre seines alters verstorben «st. Ricaut, Ottomanni-sche Pforte, P.II. Foglieta , elog. Zazzera, Nobil. dItal. JuJlinia -»/, bist. Gen. Panfa, vita Innoc. IV. Priorati, scena dhuom.illustr. dItal. Thuan. bist. Ist». XLVII.

Hieschi, (Catharina von) hat sich durch ihr eingezogenes le-ben bekannt gemacht. Sie war eine tochter Jacob« von Fieschi ,und eine gemahlin Julian« Adorne. Man hat von ihr zwey

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