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bücher in gespräche abgefasset, welche von ihrem tugendhaff,ten gemüthe satlsameS zeugnts geben. Sie starb an. i;io.tztN 14. sept. Federtet hist. della casa Ficsca. Sojraxi & Giu-ßix axi, script. delia Ligur.
Fieschi , (Jod. Ludovicus von) ein junger Graf von Lava«ani, e?inibaldi Fieschi söhn, den sein ehr-geitz und darauf er-folgtes Unglück berühmt gemacht. Der neid gegen die famillederer Doria, die immer vornehmer und grösser wurden, brach-te ihn dahin, daß er sich in eine conspiration wider selbigeeinließ, um Herr von Genua zu werben. Er wußte sein vor-haben durch seine Verstellung und lieb-reitzende worte gar baldzum stände zu bringen, inmassen er auch selbst den Gianne-tin Doria, dem er doch absonderlich feind war, weil ihnder grosse Andreas Doria zu seinem Nachfolger, in aller macht,ansehen und reichthümmern , welche er sich in Genua erwor-ben , gedachte zu hinterlassen, durch seine begegnung eine zeitvorher gantz sicher machte. Als nun auf den 1. jan. an. 1947.die gan'tze rotte zusammen gekommen, schritte er zur ausfüh-rung seines anschlags. Und ob ihn gleich seine gemahlin, derer sich entdeckte, mit thränen abzuhalten suchte, fruchtete dochdieses alles nichts, und er tröstete sie mit der künftig zu erwar,tenden Hoheit. Anfänglich zwar ließ sich für ihn alles wohlan , Giannetin Doria , als er sich, bey Vernehmung des ent-standenen tumults, ohne noch recht zu wissen, was cS wäre,und in der einbiloung, daß nur einige Händel unter den Ma-trosen möchten entstanden seyn, mit wenigen aufgemacht,wurde von den zusammen-geschwornen mit vielen wunden er-mordet , und des Fieschi leuthe bemächtigten sich des zeug-hau-ses, da die galeeren lagen. Allein, da der Graf felbsten indie galeeren gehen wollte, die sclaven frey zu machen, umsich ihres beystandes zu gebrauchen, fiel er mit seiner schwe,ren rüstung, die er anhatte, in das meer, und ersoff, ohnedaß man ihm bey der finstern nacht hätte hülffe leisten kön-nen , worüber das gantze werck einen andern ausgana ge-wann , weil sein bruder, der an seine stelle treten wollte, so vielansehen nicht hatte. Seinen cörper, welcher erst etliche tagehernach gefunden wurde, schmiß man wieder zurück ins meer.Sein bruder Hieronymus, welcher sich in die, vestung vonMontobro geworffen, wurde gefangen und getödtet, die vc-stung aber hetnach gcschleifet. Damit auch den nachkom-men ein trauriges denckmahl dieses verrätherischen Unterfan-gens hinterlassen werden möchte, so wurde der alte und präch-tige paüast der Fieschi in Genua bis auf den gründ abgebro-chn ; Oltoboni aber und Cornelto, so gleichfalls aus diesemhaust waren, und sich von felbsten davon gemacht hatten,bannisirte man für ewig aus dem lande. Allein, da hernachOttoboni an. izzz. von den Spaniern in Portocola gefan-gen bekommen, und dem Andreä Doria überliefert worden,ließ dieser ihn in einen sack nähen, und als einen mörder undverräther des vatterlandes in das meer schmeissen, welche raachedoch diesem alten mann nicht von allen zum besten ausgelegetwurde, 'l'-uan. hist. lib. III. & XV. Fohlteta. Jufliniani &c.hist. di Gen.&c. Maßar di , congiura di Dom Luigi de Fieschi.Hißnire de la conjuration de Jean Louis de Fiesque &c. *
fieschi, (Nicolaus) Cardinal, Ertz-Bischoff von AmbrunUnd Ravenna , war von Genua aus der kurtz vorher angeführ-ten berühmten familie. Er war schon unter Innocenlio VIII.mit im vorschlage wegen der Cardinals-würbe, doch wurdeihm solche erst an. 1303., auf recommendation Ludovict XII. inFranckreich, von Alexandro VI. ertheilet. In Franckreich be-saß er die Bißthümmer Toulon und Frejus , und nach diesendas Ertz-Bißthum Ambrun, worzu er in Italien das von Ra venna bekam. Von den scridenten wird er insgemein wegenseiner frömmigkeit und hertzhafftigkeit gerühmet, wie er dannkein bedencken trug , Alexandro VI. , so den unschuldigen Bi-schofs von Citta di Castcllo absetzen wollte, sich nachdrücklichzu widersetzen. Bey Juli» II., welcher mit kriegen schwangergieng, gebrauchte er sich nicht weniger freyheit, und Adria-nus VI. muste sich gleichfalls hart von ihm verweisen lassen,daß er wider die bisherige gewohnhcit nur mit wenigen Per-sonen in den wichtigsten affaircn sich berathschlagte, ohne demheiligen Collegio davon Nachricht zu geben. Nach dem tobedieses letzt-erwehnten Papsts hatte er viel stimmen, die vor ihnwaren, und seine verwandten erboten sich, zu erkauffung derübrigen, eine grosse summe gelbes vorzuschiessen , welches eraber, in Hoffnung mit seinen meriten durchzudringen, abge-schlagen haben soll ; als ihm aber dieses mißlungen, soll er sichdarüber zu tobe gegrämet haben, welches an. 1,24. den 14.jun. geschehen. Foßieta, in elog. Jovial , in Adriano VI. Ru-beul , hist. Ravennat. lib. IX. Sammarth. Gall. Aubery , hist.des Cardin. &c.
* Fieschi, ( Lucas) zu Genua gebohren, wurde an.1298' von dem Papst Bonifacio VIII . zum Cardinal gemacht.Er war sehr crkanntlich dargegen , und nahm dahero seinepartey zu Änagnia, da ihn Wilhelm Nogaret und SciaraColonna in arrest nahmen. Er ward von dem Papst ElementeV. nebst andern Cardtnälen ernennet, den crönungö-ceremonienKaysers Henrici VII. beyzuwohnen. Auch schickte ihn Johan nes XXII. als seinen Legaten in Engelland. In allen Diesen undandern wichtigen angelegenheiten führte er sich wohl auf, undzeigte, daß er ein gottsfbrchtiger Prälat wäre. Er starb an.1336. und ward in der Haupt-kirche zu Genua beerdiget, wo man
sicher sein grab noch sehen kan; und irren sich deswegen fwphrms und Clacconms, welche vorgeben, daß er zu Amne»begraben liege. Villa», , lib. IX. D« rMw, hist. VaS?
£ j . r,a Roche Fo2a ?' »‘omenclat. Cardin. Auk.r'hist. des Cardinaux. ^'
Smtj (Georgius) Cardinal, Ertz-Bischoff von (?<<nua, lebte m dem XV. feculo , und warb von Papst Euaeni»IV. in den Cardinal-stanb erhoben, den >8. dec. «n"ij 9 1 KConcilio zu Flvrentz; diese wurde gab ihm den nahmenAnastasii. Nicolaug V. ließ ihn das Bißthum Osiia für sichauswehlen, und ernennte ihn zum Legaten in Liqurien &hatte auch grossen antheil an der gunst der Päpste Caiiril inund Pii 11 . und starb zu Rom den n. oct. an. 1461. unter decregiernng des erstgedachten Pii. Sein leichnam wurde nachGenua gebracht, und m der Haupt-kirche bestattet, wo sein arab-mahl noch zu sehen ist. Ciaccomus. Qnuvbrio. La Rocbe Po-*uy. Aubery . hist. des Cardin.
FfFSOLK , ob« FESOLI , eine gewisse brüderschafft vonMönchen, welche auch St. Hleronymi bettel-brüdcr benennetwerden, und von Carolo, des Grafen von Mont Gramst»söhn, gestiftet worden, als welcher ums ,ahr 13 86. aus demgeburge Fiesole ein einsames leben führte, und dadurch qe.legenheit gab, daß sich noch unterschiedliche andere Personenin seine gesellschafft mit begaben, da er denn hernach diesebrüderschafft stiftete , welche erstlich von Innocentio VII. qe-billiget, und hernach von Gregorio XII . und Eugenio IV unter St. Augustini regeln, bestätiget worden, ßondalan. 1386. n. 12. Mir aus , üb. I. c. 22. hist. relig.
Fiesole , Ictt. Fsesulx, eine Bischöffliche stadt in Tosca-nren, in welcher provintz sie vor reiten eine von den darinnmgelegenen 12. ansehnlichen städtcn war, und zwar der sitz derToscanischen Wahrsager und zeichendeuter, welche ihren aber-glauben den Römern mittheilten. Nicht fern von dieser siadtschlüge sich Catilina mit des Römischen Raths kricgs-volck,und kam fast mit allen seinen lenthen um. Diese stadt warvor zelten mächtig, und wird von einigen angemercket, dajStilico mit derselben einwohner beystand Rhadagaisum, denKömg der Gothen , geschlagen, und, wie man vvrgiebt, indie 100000. mann von seinen leuthen getödtet, oder in denclausen des Apennini, wo er sie eingesperret, gefangen be-kommen. Nach der zeit aber haben die Florentiner dieststadt ruiniret, um ihre eigene groß zu machen. Albert^ M
Diacett/, in vit· Sanct. hujus urbis.*
Fiesole, (Andreas vorn ein künstlicher und berühmter bild-hauer von Fiesole aus Italien gebürtig. Sein gantzer nähmewar Andrea di Pietro di Marco Ferrucci. Er hat diese kunstmehrentheils von sich felbsten ergriffen, und zu Imola , Nra-poli und Pistoia , wie auch an andern orten, schöne wercke ver-fertiget. Er informirte auch in der bau - kunst, wie dannScarpellino sein lehr-iünger gewesen. Er starb an. izrr.Sandrarts Academ. ?. II. lib. II. p. 87. *
Fieubet, (Caspar von) war oberster Präsident des Par-lements zu Toulouse , welchem nach seinem tobe der Königin Franckreich, Ludovicus XIV., felbsten das zeugnis abstattete,daß er einer von den grösten und vortrestichsten Richtern seinesKönigreichs gewesen, und daß er schwerlich einen andern, derihm in seinen lugenden gleich wäre, würde finden können,seine stelle damit wiederum zu ersetzen. Wie sein vatter Wil-helm schon Präsident au Mortier zu Toulouse , und hernachoberster Präsident des Parlements in Provence gewesen, alsohat auch nach ihm sich dieses geschlecht durch verschiedene an-sehnliche Personen , so daraus entsprossen, in mehrere Parle-menter, und nahmentlich auch in das Parisische ausgebreitet.La Faille , annal. de Toulouse . *
Fife , eine grosse und wohl-bewohnte Grasschaffi in Schott-land , welche den Firth auf der einen, und die Tay auf derandern feite hat. Es ist eine von den besten Graffchaffkmdes gantzen Königreichs, welche an städten und adelichen si-tzen emen grossen Überfluß hat. Gegen die küste zu ist sie sehrfruchtbar an getrcyde, und mit allerley fischen wohl versehen.Desgleichen wird auch eine grosse menge von stein-kohlen dar-innen gegraben, und viel saltz gemacht. Die Grafen von Rho-tes, mit dem zunahmen von Lesly , sind erbliche Land-Rich-ter .dieser Grafschasst. Es giebt auch noch viel andere edlegeschlechter darinnen, als die Grafen von Crawford, WeemS,Lcvin, Melvil, Lords Balcarras, Burleigh, rc. Es liegtdarinnen die stadt St. Andrews . Sie hat auch viel sce-ha-fen-städte, welche dem lande eine gute handelschafft zuziehen,und viel tapfere Matrosen und see - fahrer hervor bringen.Von dieser Grafschasst führten vor zeiten unterschiedliche fam>-lien den titul Thane, und hernach die brüder der Könige inSchottland den GraftN-titul. Bucba ». Gorde». Cam l.
Figeac , eine kleine stadt und Abtey in der landschafft Quer-cy, am fluß Selc, gegen die grentze von Auvergne zu , 0.oder 10. meilen von Cahors gelegen. Das klostcr, welche»König Pipinus an. 7x5. allda gestiftet, und die ftchbelten /die er den umliegenden leuthen ertheilet hat, gab dieser IM»den ansang. An. 1301. hat der Konig Philippus solcher d eGerichte allda dem Abt abgehandelt. An. 1368. haben»»Reformirten Fürsten in Franckreich diese stadt ;. monat langvergeblich belagert, aber au. *576. wurde sie erobert, aus«