486 f l a
hätte auch deswegen ein eignes schiffgen, ihn zu sich zu bringen,üderschicket. Der betrug gieng glücklich an, und Flambard,der sich nichts böses befahrte, stieg zu schiffe, merckte aberendlich, daß er verrathen, und die zwey bvots-knechte warenschon bereit, ihn entweder todt zu schlagen, oder über bord zuwerffen. Indem sie sich aber wegen der theilung seiner kleider,die ihnen znr belohnung versprochen worden, nicht alsobaldvergleichen können, entstehet indessen ein stürm, der sie wiederan den ort, wo sie abgefahren, hintreibt, da er dann, nach ge-thaner Versicherung, sich dieser that halben nicht zu rächen , wie-der an land gesetzet ward. Nicht lange darnach ward er in derPaulliner-kirche zu Londen zum abgedachten Bischofs eingewey-het, so den 4. jun. an. 1099. geschahe, nachdem er dem Kö-nig iooo. pfimd sterling erleget. Doch er hatte kaum besitzvon seinem Bißthum genommen , als er wegen häufiger an-klage , nachdem der Konig Wilhelm auf der jagd durch einennngefehren pfeil-schuß sein lebe» eingebüsset, von dessen bru-der und Nachfolger am Reich, Henrtco I., gefangen nach Lon den gesetzet wurde. Er setzte sich durch bestechung seiner Wäch-ter glücklich in freyheit, und langte zu ansang des febr. an.1101. in der Normandie bey des Königs Henrici ältern bruder,Hertzoge Roberto, an, brachte auch diesen wider jenen der Cro-ne wegen in vollen Harnisch. Wie lange er im exilio zuge-bracht , ist unbekannt, daß er aber bald darnach in sein Biß-thum restituiret worden, ist daher zu vermuthen, weil er so vielwichtige dinge seit dem ausgeführet. Er ließ das schiff seinerCathedral-kirche bis unter das dach von steinen aufbauen, brach-te bie reliquien St. Cuthderti darein, ließ diejenigen Häuser,so derselben zu nahe gelegen , und bey entstandener feuers-brunst allzu gefährlich schienen, nach geschehener vergütung andie besitzer, abbrechen, die stadt bevestigen, und mit maureneinfassen, einen langen dämm an dem fluß Were machen, dasberg-schloß Notham an dem ffliß Twede bauen, stiftete dasHospital zu Kepar, die Priorey zu Motsford bey Winchester, ,indvermehrte dem Collegio iEdis Christi in Northamptonöhire,darinnen er vormals vecanus gewesen war, die einkünfte, ließauch mehrere gebäude dazu aufführen. Endlich starb er nach29. jähriger besitzung seines Bischöfflichen stuhls den 9. sept.an. n28. Er war sehr durchtrieben, beredt und spitzfindig, setz-te aber alle ehrbarkeit beyseite, wann sein interesse darunterbefördert werden konnte. God-vsm. de Episc. Angl. P. II.p. 109. scqq.
Kamborouah-Head, ist ein bekannt vorgebürge in dem öst-lichen theil vonHorckshire, 2. meilen von Bridlington-Bay,welches also von der allda liegenden kleinen stadt Flamboroughgenennel wird.
ffiameüug, (Nicolaus) war gebürtig von Pontoise , undlebte als ein burger zu Paris , zu ende des XIV. und ansang desXV. seculi. Er war ein guter Französischer Poet, Mahler,Philosophus und Mathematicus, absonderlich aber signalirte ersich durch die Alchymie, davon er in feinem 8ommaire Philoso -phique viel geheimnisse soll offenbaret haben. Einige sagen, daßer dadurch über 1900000. thaler gewonnen; andere hingegenbehaupten, daß er diesen unglaublichen reichthum durch den Jü-den-raub und Königliche gelder, an welchen er mit theil hatte,an sich gebracht, nachgehends aber auS sorge, es börste ihm,wie bereits vorhero an. 1490. mit Johanne von Montaigu ge,schehen, nach dem köpfe gegriffen werden, sich gesteüet, als hätteer dieses alles durch die Alchymie erworben. Dieses mannesbildnis oder statue wird annoch in Paris in der kirche de 5 c.^eau de 1 a koucherie gewiesen; wie bey den 88 . Jnnocens seinekunst durch figuren gleichsam rätzels-weise soll ausgedruckt seyn,an welche kirche er auch sonsten svwol als die von St. Genevie-ve ein grosses soll vermachet Haben. Etwas seltsames ists, daßPaul Lucas in seiner erst vor etlich und zwanzig jähren aus-gegebenen reise-beschreibung , vermittelst einer ziemlich fabel-hafften erzehlung, welche er aus eines andern dem Flamel nicht ungleichen wnnder-manns, der ein Usbekischer Dervisgewesen, soll gehöret haben, die leuthe schier bereden will, Fla-mel svwol als seine frau lebten annoch in dieser zeit, durchhülffe des von ihnen gefundenen philojdphischen sreius , zogenvon einem ort zum andern herum, rc. Allein eben diese erzeh-lung ist eine von denen, so dem guten P. Lucas, wo sein zeugnisnicht von andern reisenden bekräfftiget wird, schon lang bey al-len vernünftigen den glauben benommen haben. Gohorri. cor.rozet. Du Kreutl, antiquites de Paris , &c. Pres. du livre deRoch. leBailli intit. Demosterion. P. Lucas, tom. I. du 2. voya-ge ch. 12. *
FLAMFN, heißt ein Priester, welcher einem gewissen gott,von welchem er auch den nahmen hatte, dienen muste. Siewurden von dem volck in den Comitiis Curiatis erwehlet, undvon dem Pontifice Max. eingcweyhet. Ohnerachtet sie keinePoncifices waren, so gehörten sie doch mit in deren Colle-gium , und wenn daselbst etwas vorgieng, waren sie beysitzer.Numa hat deren anfangs nur 9. gew.ehlet, nemlich vialem,Marcialem und Quirinalem ; wiewol andere die erwehlungder 2. ersten schon dem Romulo zugeschrieben; hernach ka-men mit der zeit noch 12. andere darzu, und diese wurden soeingetheilt, daß die ersten 9. allezeit Patricii, die andern aberPlebeji waren ; auch wurden die erster« Flamines Majores ,die übrigen 12. hingegen minores gcnennet. Jeder hatte seinenabsonderlichen gott zu verehren, und dessen dienste abzuwarten.
fla
Zu der Kayser zeiten findet man auch Flamines Cäsaris, Augiisii,Claudii und Adriani. Flamen Dialis war des Jovis Priesteruiw der vornehmste unter allen; er gieng mit einer pnerexia'brauchte sellam curulem, konnte auch dabey einige bedienun-gen bey der Republick bekleiden, wie man denn findet, daß et-liche Pratores und Consules gewesen; da gleichwol Plutar-chus in qusest. Rom. für gewiß setzet, daß dieser Flamen keinObrigkeitliches amt habe tragen dörfen, auch dessen mehrere m-fachen anführet, so aber in der that durch viele exemvel aus derältern Römischen Historie widerstritten wird. Er durfte abernicht zu pferde sitzen, keine gewaffnete armer sehen, nicht aus derstadt Rom weggehen, nicht schwören, sich nicht unter dem freyenHimmel salben lassen, kein mehl noch körn, kein rohes steisch, kei-nen Hund oder ziege, und kein epheu anrühren; keinen ringtragen, der gantz und dicht war, sondern er muste durchlöchertseyn ; bey den leichen durste er keine tibias hören, sondern wenner kam, musten sie wegbleiben. Flamen Martialis, des Mm-tis Priester, durfte nebst den andern Flaminibus majoribus oderPatriciis nicht aus Italien gehen, welches aber nach der zeit ge-ändert wurde. Flamen tzuirinalis war ein Priester des Ro-muli, der auch sonst Quirinus hieß. Man hatte dergleichen Fla-mines in den Municipiis, welche aus dem Collegio veeuriomnnerwehlt wurden, aber nicht eher, als bis sie solche stellen beklci-det, da sie sich etwas hatten kosten lassen. Sie waren es nurauf einige zeit, und wenn sie wollten, konnten sie wieder los kom-men. Plut. qusest. Rom. 107-111. Uv. üb. III. XVII. XXXI.Gell. lib. X. c. 19. Guther. de Jure Pontif. Alex. ab Alex.lib. VI. c. 12. & ad eum Tiraq- t'leccus, de polest. Rom . Me.ruta, de Sacerdot. Rom. c. 2. *
FLAMINICA, war das weid des FIaminis, welche ebenfallseine Priestern, Jovis war; sie durfte sich nimmermehr von ih,rem mann, eben wie auch ihr mann von ihr, nicht abscheiden,und wann sie verstarb, mustz: ihr manii das Priesterthum nieder,legen. Die wolle, aus deren ihres mannes kleid sollte gewebenwerden, muste sie selbst spinnen. Sie durfte keine wittwe gewesenseyn,und auch nicht von ihrem mann weggeben. Wenn sie ein gr.Witter gehört, muste sie ihre arbeit, die sie vorhatte, so langeliegen lassen, bis sie die götter wieder versöhnet hatte. Siedurste auch ihre haare nicht auskämmen, und keine treppe hö-her steigen als drey stufen; die treppe muste auch noch darzuscala Graca seyn , die unten zugemacht war, daß man nichtdurchsehen konnte. Das weib, so ihr in den PriesterlichenVerrichtungen bedient war, wurde Flaminia genennet, wie diejungen knaben, so ihrem mann beym gottesdienst aufwarteten,Flamlnii, wovon der geschlechts-nahme der Flaminiorum her-kommet. FeJtus, inFlaminica, Flameo & Flaminia. Gell. lib. X.c. 19. Struv. antiq. Rom . *
FLAMINIA VIA , war eine von den berühmten Römischenland-strassen, welche von Rom , durch das Flaminische thorüber Ocricoti, Rarni, Spoleto , Fuligno, Fossombronc, Fan»und Pesaro , bis nach Rimini gieng, allwoste sich mit der ViaJEmilia vereinigte. Der Römische Bürgermeister Cajus Fla«minius, welcher bey dem Thrasymenischen see von der Hanni-bal überwunden und erschlagen worden, hat diesen weg pffastemlassen, wovon man noch heutiges tages sehr ansehnliche über.'bleidungen siehet. Martial. lib. XI. epigr. 14, V. I. lib. X.epigr. 6. v. 6. Voyage de Mißon.
Flaminius , (Cajus) war zweymal Röinischer Bürgermei-ster. Das erste mal führte er krieg wider die Jnsudrier, eineGallische in dem heutigen Mayländisthen gebiethe wohnendenation, welche er überwunden, und ihr land verwüstet. FürSandere mal trug er dieses amt A. R. 997. A. M. 9767. L C.217. und war zugleich commandirender General der Römischenarmee bey der Thrafymenischen schlacht, in welcher er nebstvielen andern Rathshcrren das leben verlohr, und dem Haimi-bal eine vollkommene vickorie überließ. Zu gleicher zeit wur.den die 400a. reuter, so Cajus ServiliuS Geminus seinem col-legen Flaminiv geschickt hatte, über» Haussen geworffen. LiviuS nennet diesen Flaminium einen verwegenen mann, der niemalsweder die götter noch menschen um rath gefraget bade, weiler alle auguria oder Vorbedeutungen, woraus die Römer fimstenzu seiner zeit sehr viel gehalten, verachtet, und obwol ihmvielerley zeichen einen schlechten ausgang der schlacht androhc-ten, sich davon doch nicht abhalten lassen. Noch mit besseremfug mag man eine brutale frechheit an ihm tadeln, daß er nichtbedacht, mit was für einem listigen feinde er zu thun hätte, sichohne einige genommene Vorsorge, noch erkundigung der örtcr,in eine solche gegcnd begeben, da er zwischen engen berg-clausenund dem Thrasymenischen see von allen feiten umringet wurde,ehe das gesecht angieng. An tapferkeit vor der saust fehlte eSdiesem mann nicht; wie er dann, obwol gantz von dem feindeumgeben, und da seine leuthe durch die unversehens von hintenund fornen auf sie geschehenen anfalle des feindes schon in völligeUnordnung gebracht waren , dennoch so grossen widerstand ge.than, daß der sieg über die 9. stunden zweifelhafft geblieben, bisFlaminius selbst von einem Jnsudrier, nahmens Ducario, derihn noch aus dem obgemeldten kriege von angesicht kannte, miteiner lantzen durchstochen wurde. Die schlacht geschahe den2;. jun. Cic. de divin. lib. I. c. 99. Ovid . fast. lib. VI. Sil·Ital. Livins . lib. XXII. Polyb . k'for, lib. II. Eutrop. lib. \ II*QroJ, lib. IV. c. 19· Valer. Max. Üb. I. c. 6 . *
FlaminiuS,