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Aaminius, (Titus Quintius ) war eigentlich aus dent)u>nclislex" 6 ente Quimia) entsprossen , aber von emkm Fla-minio an kindes-statt angenommen, welches nach der Römischengewohnheit durch den zunahmen Flamininus angedeutet wird.Dieser wurde A. R. s?ö. A. M. 3786. A. C. 198. in ansehungseiner getreuen dienste, Bürgermeister zu Rom , ehe er nochdas zosie jähr erreichet hatte, und war der Römer General wi-der Philippum, den König in Macedonien, den er mit einergrossen Niederlage destegte, und darauf zu Nemea unter wah-renden kampf-spielen, bey welchen sich alles volck zu versamm-len pflegte, den Griechen durch eine öffentliche proclamationihre frcyheit wieder gab. Als er hernach zu dem Konig Pru-sia gesandt worden, welcher dem Hannidal an seinem Hofe umlerhalt verschaffet, war er in seinen Verrichtungen so glücklich ,daß er die Romer von diesem ihrem Haupt-feinde gantzlich erlö-sete. L. Quintius Flamininus , des kury vorher gedachtenBürgermeisters bruder, commandirte die Römische flotte in Ma-cckonien, nahm Eretriam auf der insul Negroponte ein , undwurde A. R. 562. A. M. 579». A. C. 192., nebst Cn. DomitioAenobarbo, zum Bürgermeister erwehlet. Da er nachgehendsdas disseits der Alpen , nach der Römer art zu reden, liegendeGallien zur provintz bekommen, liest er bey einem festin,aufriner liederliche» weibs-person anhalten, welche ihm vermel-det, daß sie nie keinen köpf hätte abhauen gesehen, und diese tusteinmal zu büssen wünschte, solche lebens-strafe an einem gefan-genen ausüben; aus welcher urfach ihn hernach auch M. Por,cius Cato, in seiner Censur, aus dem Rath gestossen. Dochwar die ehrerbietung, so man gegen dieses geschlecht trüge,sonderlich wegen den Verdiensten veS T. Quinni Flaminini, die-ses entsetzten bruders, so groß, baß, als der entsetzte einmalbey einem öffentlichen schau-spiel unter dem volck stunde, diegantze Versammlung ihn nöthigte, seinen vorigen platz unterden Rathsherren wenigst bey dein schau-spiel einzunehmen.Sein söhn, gleiches nahinens mit ihm, wurde A. R. 604. A.M.5854. A. C. 1 zo. Bürgermeister, und sein enckel A. R. 63 1. A.M.;86l. A. C. 12}. nebst dem Q. Cäcilio Metello. Cicero , in Ca-tone. Livius , lib. XXXIV. XXXV. XXXVII. & XXXIX.Plutarcb. in klarn. Paler. Maxim. lib. II. c. 9. & lib. IV. c. s·Plin. lib. VII. c. 27. Eutrop. lib. IV. Aurei. Vifior , de viris 11 -lustr. c. <, r. CaJJiodorus , in fast. &c. *
Flaminius , (Jot,. Anton.) war vonImola gebürtig, lehr.te zu Bononien, und starb daselbst an. 1336. Man hat von ihmunterschiedener frommer leuthe ledens-beschreibungen, welchebey dem Leandro in seinem tractat de illustribus fui ordinisViris zu finden; desgleichen eine Historie der Römischen Kay,ser; ferner Svlvarurn libr. II. und Epigrammatum lib. III.Alberti, indefcript. Ital. & in illustr. vir. ord. Praedicat. Pojj'e -vin. VoJJius , de Hist . Lat. lib. III. p. 682.
Flaminius , <M. Antonius) war gleichfalls von Jmola ge«bürtig, und ei» söhn des vorhergehenden. Er war nicht al«lein ein guter Poet und geschickter Redner, sondern auch in densprachen und der Philosophie vortreflich erfahren , dadurch ersich dann sowol bey dem Cardinal Alexandro Farnesto, als auchdem Cardinal Polo in grosse Hochachtung gesetzet. Auf desletzter» beseht hat er sich an die Psalmen Davids gemacht,und deren Majestät auf eine ungemeine art in Lateinischen ver-seil ausgedrücket. Er würde es aber darinnen noch weiter ge-bracht haben, wann ihn nicht der tob in der besten blüthe sei-ner jähre an. i i. der welt entrissen. Jin übrigen war er derlehre Luther! nicht ungeneigt; wie er denn deswegen die stelleeines Secretarii auf dem Concilio zu Trident anzunehmen sollausgeschlagen haben, und es sonderlich seine von Camerarioausgegebene briefe genug anzeigen. Gleichwol will der Car-dinal Pallavicini vorgeben, daß er fich davon wiederum abge-wendet, und in der Catholischen religivn gestorben sey. Sehrlächerlich ist, was Antonius Caracciolus erzehlel: da Flaminius im tvdbcthe seine glaudens-bekenntnis vor einem Priester, nah-mens Iacobo Herculano , abgelegt, hätte er sich mit abson,derlichem fleiß des Worts transsubstantiatia enthalten , doch,wie Caracciolus meynet, und es in der that gar wohl seyn kan,nur weil solches ihm, als einem Puristen in der Lateinischenspräche gar rauch und barbarisch vorkam, und gar nicht, weiler die durch diß wort angedeutete lehre läugnen wollte.Wie nun Herculanus auf ihn gedrungen, und kurtzum solcheswort von ihm heraus haben , oder ihm auf widrigen fall diesacramente weigern wollen, wäre jener letztlich in ungedultheraus gefahren, und hätte zu mehrern malen, so laut erkonnte, geschryen: transfubstantiatio, transf. transs. Seineschriften find : Paraphrasis in duodecimum librum Aristotelisde prima Philosophia ; Commentaria in Psalterium ; Psalmi& Hymni elegantifiimo carmine expreß! ; Paraphrasis in }o.Psalmos versibus scripta; Carmina de Rebus divinis; Carminumlibri IV. ad Francisc. Turrianum ; item Liber quintus ad Alex.Farnefium ; Epistola : aliquot de Veritate Doctrinae eruditae& Sanctitate Religionis ex Italico in Latinum sermonem con-versae. Thuan. lib. VIII. circa fin. Ant. Caracciolus in vitaPauli IV. Pont. Ghilmi, theatr. de letter. Mir&us , de scriptor,so c. XVI. Bayle. Teijjier , addit, aux elog. des homines Ia.vans tom. I. p. seq. & tom. III. p. 22. seq. *
Flaminius , genannt Nobilius, von Lucca , war ein be-rühmter Theologus und Criticus, dessen sich der Papst Sip«
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tuS V. in Herausgebung der Bibel, die seinen nahmen führet, be«diente. Sein Hauptzweck in diesem stücke gieng dahin, die al-te Lateinische Übersetzung , so unter dem nahmen Versto Italic,in der alten Occidentalischen kirche berühmt, und vor der sogenannten Vulgata im brauch gewesen, wiederum an tag zudringen. Er starb in seinem vatterlande an. 1590. im ;8.jähre seines alterS. Thuanus , lib. XCIX. R. Simon , critiq. duV.T. liv. 11 . c. II. *
* Flaminius parisio, von Cofenza,in dem Königreich Nea.polis, erster Profeü'or des Juris Canonici zu Rom in dem XVI.feculo ; er hat mit grossem fleiß und in bester ordnung in ei-nem bände in folio, die Materie de Retignatione Beneficiorumabgehandelt, und au. 1591. zu ende gebracht. Duclos undSoUier haben noten darüber geschrieben ; sonst war dieser Pa-risio des Cardinals Petri Pauli Parisio bruders söhn, und nachder Hand ward er Bischoff zu Bitonto . Denys Simon , bibl.histor. des auteurs de Droit.
Flamma oder Fiamma, (Gabriel) Bischoff zu Chiust ,war von Venedig gebürtig. Nachdem er sich sowol durch seineschriften als beredksamkeit der vornehmsten leuthe in Italien gunst erworben, machte ihn Gregorius XIII. zu einem Bischoffvon Chiust, oder wie andere wollen» von Chio. Er starb an.1587., und hinterließ in Italiänischer spräche, Reden; Leben derHeiligen; ein Dictionarium Theologicum ; einen band von ge-tlchlen, rc. Ghilini , theatr.
* Flamma, (GalveanuS de la) lehrte an. 1313. in sei-nem kloster zu Mayland die Philosophie, und lebte noch an.124;., da er aber auch vermuthlich mit tobe abgegangen. Sei-ne Historie von Mayland führet den titul : Manipu-lus klomm , und ist von Muratorio in dem XI. sein Opu-sculum de rebus gestis ab Azone, Luchino & Johanne Vice-Comitibus aber in dem XII. tomo der scriptorum rerum Ita-licarum aus licht gestellet worden. Murator. pr. tom. XI.& XII.
Flamminms, (Antonius) ein Professor der Humaniorumzu Rom , war aus Sicilien gebürtig, und lebte in dem XVI. sae-culo. Dieser mann war so gar der einsamkeit ergeben , daß erweder gelehrte noch ungelehrte, weder knechte noch mägde umsich leiden konnte. Er kaufte selbst in einem nah-gelegenenwirths-hause alle tage, was er essen wollte. Als er nun ein-stens ). tage ausblieb, wollte der Wirth hingehen, und nachseinem zustande sehen, da er ihn dann zwischen seinen büchernauf der erde todt sand. Vuknun. de licterat. insdicit. üb. I.
* Flamfted, ein ort in Herefordshire auf einem kleinen Hü-gel, welchen Leofstan, Abt zu St. Albans , unter der regierungEduardiConsestbris drey Rittern,Turnvt, Waldes und Türman,unter der bedingung gab, die umliegende gegend von den räu,bern sicher zu halten. Allein Wilhelmus Conquestor gab sol-chen Rogerio von Todeney oder Tony, einem Normännischenvornehmen Edelmann, nebst dem titul einer Baronie. Nachder zeit kam es durch henrath an die Beauchamps , Grafen vonWarwick. Camdeni Brit. p. 301.
Flamsteed, (Ioh.) war zu Derby in der Grafschasst glet«chesMYMW^ngefehr an. 1644. gebohren. Er legte sich sehrzeitig auf die Astronomie, und erhielt schon an. 1670. den tituleines Königlichen Mathematici , da er seine observationes ;.jähr lang zu Derby, von an. 167;. aber bis an sein ende aufdem zu Greenwich an. 16S1. von König Carl dem II. erbau,ten Observatorio gehalten. Man hat nichts von seinen schrif-ten, als eine Diatriben de Temporis iEquatione. welche erstabsonderlich, und hernach, nebst seinen Numeris ad Lume Theo-riam Horoccianarn, den wercken Hvrvccii an. 1672. bevgedru-cket worden. Jngleichen eine anzahl astronomischer observa.klonen, in den Actis Eruditoruin und den Englische » Philoso-phicis transactionibus und einige bliese in Wallisii operibus.Seine observationes haben schon vorlängst alle zusammenauf Königliche kosten mit gutbefinden der Königlichen Societätunter dem titul, Historia Ccelestis Britannica , in 3. tomissollen heraus kommen; davon der erste die observationes bisauf 1689. , der andere bis 1704. , der dritte aber die catalogosfixarum Ptolemasi, der Araber, Brahei, des Landgrafen vonHessen , Hevelii, Flamstedii, Hallest und andere, sonderlich aberden catalogum fixarum Britannicum von 3000. fix - sterne»,nebst neuen stern-bildern und Verbesserungen der alten in sichfassen sollten. Es ist auch würcklich schon an. 1708. ein banddavon gedruckt gewesen; allein Flamsteed gerieth darüber mitNewton, als Pnefide der Societät, der bey geschehener Unter-suchung die observationes nicht richtig befunden hatte, in ei-nen streit, so daß ma«l die fache an die Königliche Academienach Paris gelangen ließ. Da nun auch diese allerhand fehler«»den observationibus fand, gerieth man auf die gebancken, daßviel davon nicht selbst observiret, sondern nur ausgerechnet seynmöchten, daher das werck gar nicht zum Vorschein kommen,auchnicht «veiter fortgedrnckt worden. Endlich aber wurde an.1718.die Historia Coelestis wieder aufKonigliche kosten unter die pres,se gegeben, da die observationes von an. 1690. bis 1718. in ei,nein folianten zusaminen heraus kommen sollten; welches aberFlamsteed nicht erlebet, indem er den 18. jan. 1720. im 76. jähreseines alters gestorben. Er war sehr klein von Person,und mager,ließ niemand vor sich, wenn er über seiner arbeit begriffen war,
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