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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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in einem besondern buche de Ockonario widerleget , und Eleu-therius soll ihn in den bann gethan haben. Gedachter Jrenäushat auch in einem briefe an ihn bewiesen, daß GOtt keineswe-ges vor den Urheber des bösen zu halten sey. Eußbiui , lib. V.

c. 14. & 20. Tbeodoretus, lib. I. haer. fab. c. 2;. Augußinus,de hsresibus c. 66. Pbilaßrius , c. $ BudiUus , differt.dehseresi Valentin . §. 18.

* Florio , (Johannes) gebürtig von Londen , war bey demPrintzen von Wallis , Henrico, Jacobi I. söhne, Informator,und bey der Königin Anna Cammer-Herr. Er ist an. 1625.gestorben, nachdem er nebst andern wercken, so zu erläuterungder JMänischen und Englischen spräche dienen , ein Dictiona-rium Italico-Anglicum , Londen 1611. und 1659. geschrieben.Wood , Athen . Oxon.

Floris , (Franciscus) ein künstlicher berühmter mahler vonAnrorff gebürtig, ein söhn Claudii Floris, eines kunstreichenbildhauers, der «11.1540. gestorben ist , hinterlassende nebstdiesem Frantz annoch drey kunstreiche söhne, nemlich , Corne-lius, ein bildhauer und baumrister, Jacob, ein glas-mahlcr undJohannes ein fürtreflicher glat-krug-mahler, desgleichen keiner inden Niederlanden gewesen. Frantz hak sich anfänglich in seinesvatters kunst geübet, als er aber, nach dessen tobe im roten jähreseines air.'rs, nach Lütkich zu Lambert Lombard einem gutenmahler gekommen, hat er bey diesem die mahler-kunst treflich er-griffen. Er gieng darauf in Italien , und machte sich darin»durch emsigen fleiß fo vollkommen, daß er, nach seiner zurück-kunft, in seinem vatterland, als einer der allerbesten meisternberühmt worden, und viel schöne stücke verfertiget, auch beyCarolo V., Philippo II., Könige in Spanien , dem Printzen vonOranien, den Grafen von Egmont und Horn in guten gnadenund gunsten gestanden. Er hat aber wenig mitte! fürgefchlagen,sondern mit schlemmen und prassen allen verdienst wieder durchdie gurgel gejagt, bis der tod ihn «11.1570. im 50. jähre seines al«ters dahin genommen. Sandr. Academ. ?. II. lib. III. p. 262.*

Florus, (L. Annäus) ein Lateinischer historien-schrciber,weicher zu den zelten des Kaysers Trajani berühmt gewesen.Wegen dem geschlechts-nahmen Annät halten die Gelehrten ins-gemein dafür, er wäre von einem stamme mit den Senecis,und dem Poeten Lucano. Man hat von ihm Epitomen HerumRomanarum in 4. büchcrn, darinnen er von erbauung der stadtRom , oder 754. jähre vor Christi geburt anfängt, und im 27.nach der Menschwerdung Christi aufhöret; welches beydes auchT. Livius gethan, dem doch Flvrus sonst nicht in allem folget,neben dem, daß er auch eine gantz andere ordnung gebrauchthat. Dieser tractat ist mit Salmasii, Grävii, Freinshemii,Camertis, Stadii, Vineti, Gruteri, Pontani, Ruperti und an-derer anmerckungen zu Amsterdam an. 1692. von Wetstenio in8. aufgeleget worden. Ausser dieser edition hat man auch derAnnä , Tanaquilli Fabri tochter, und des Antiguaril Bcgeriarbeiten, welche sie bey diesem scribenten angewendet. Überdieses wollen ihm auch einige die tragödie, welche den nahmenOctavia führet, und unter des Scnecä wercken zu finden , wienicht weniger den begriff über die Historie des Livii, oder die soge-nannte Epitomas Livianas zueignen. Sim/er. bibl. Gesner. Vojs.lib. I. de Hist. Lat. c. 50. Le Vayer , jugemens des Hist. Lat.Anna Tanaquilli Fabri in Flor. Gravius , in praef. Hanckius, deRom. script. P.I. c. 15. & P.II. c. 15. Fabric. bibl. Lat.p.i24.sq.*

Florus, (Geßius) ein Gouverneur in Judäa , und zwar derletzte vor Zerstörung der stadt Jerusalem , «war von Clazomeneeiner stadt in Klein-Asien gebürtig, und erhielte dieses amt durchdie gunstso sein weib Cleopatra bey des NeroniS gemahlin ,der Poppäa, hatte. Er verübte gleich im ersten ansang feinerVerwaltung solche raubereyen und graufamkeiten, daß fowol dieJüdcn als Römer die schuld der entstandenen so schädlichen em-vörung ihm allein zulegen ; wie er dann unter andern: fast öf-fentlich mit den räubern, welcher damals das gantze land vollwar, theil und gemeinschaffr hatte, und sie gantze städte undflecken ausplündern ließ, wo er nur seine Portion von der beuteerhielte. Als Cestius der Römische Landpfleger in Syrien , un-srer welchem in gewisser maas auch Judäa stund , gen Jerusa­ lem kam, sollen, nach Joseph! zeugnis, auf die drey MillionenJüden sich vor ihm gestellet haben, um recht und raache widerdiesen Florum zu fordern. Allein eben solches machte denselbennoch schlimmer, und brachte ihn auf die gedancken, die Jüdenkurtzum zu einer öffentlichen empörung anzureitzen, als der leichtmerckte, daß er wider eine so allgemeine anklage des gantzenvolcks nimmermehr würde vor dem Kayfer bestehen können, wel-che hingegen durch den krieg schon gehindert würde. Nachdemer also an mehrern orten, sonderlich zu Cäsarea und Jerusalem die grösten gewaltthätigkeiten samt vielen Mordthaten theilsveranlasset, theils selbst ausgeübt, auch darüber der Berenice,einer schwester Königs Herodis Agrippa, welche sich zu dem endebaarfuß zu ihm verfugt, flehentliches bitten für das volck gäntz-lich verspottet; kams endlich zur thätlichkeit in seiner gegen-wart; als eine in die stadt einziehende Römische Cohors das aufseinen befehl diese,;« bewillkommen entgegen kommende volck ih-rer seits mit prügeln begrüsset hatte. Dann da geriethen dieJuden erst recht in raserey, und schmissen aus allen Häusern ei-ne solche menge steine auf die kriegs-lcuthe, daß sie sich glücklichackiteten, wieder mit gantzen köpfen aus der stadt zu kommen.Worauf alfobald die emporete.die galerien, wodurch die soge-nannte Tunis , ffutonia, der Romer vestung gegen die stadt, an

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den tempel gehänget war, einrissen und abbrannten, und sichöffentlich erklareten, wie sie, nicht zwar gegen die Römer, fön-der» gegen Florum das gewehr ergriffen hatten, mit solcher Ver-bitterung , daß sie auch den König Agrippam, welchen sie vor-her, da er nur für die Römer das wort führte, gern gehöret, al-sofort auS der stadt jagten, da er anfangen wollte, sie zu bewe-gen , damit sie auch den Florum wieder erkennen möchten.Was sich ferner da verloffen, gehöret nicht mehr zur Historie die-ses manns, von welchem auch sonst hernach nichts mehr vor-kommt, als daß Cestius selbst, nachdem fein versuch aufdie em-pörcte Jüden übel abgeloffen, die klägdcn der vornehmsten desvolcks, welche noch getreu verblieben, zu befördern getrachtet ha-be. Doch scheinet es, der bald hernach erfolgte tod Ncronis,samt den daraus entstandenen grossen zerrüttungen des Reichs,haben diese fach in vergeß gebracht. Jof ant. lib. XX. c. 9. &de bell. Jud. lib. II. c. 15. & scq. Tacte. hist. lib. V. c. 10. *

Aorus, zugenannt Magister oder auch Orepanius, war Dia-conus der kirche zu Lyon , und lebte in dem IX. fecolo. Manhat von ihm Expolitionem Misste , welche sich in dem 6. theileder bibliothecs Patrum befindet; desgleichen einen andern tra-ctat : de Electionibus Episcoporum , so sich hinten an den wer-cken des Agobardi, welche Papirius Masson und nach ihm Ste-phanus Baluzius heraus gegeben; mehr einige schriften vonder Prädestination, sonderlich wider Scotum, und noch ande-re kleinere wercke, die theils in fpicil. Dachen», theils bey demAgobardoBaluzii angebracht worden, das erste aber von GilbertoMauguin an. 1650. zu Paris ausgegeben ist. Seine ffyimii undandere geistliche getichte sind ebenfalls nicht zu vergessen, welchesowol in der collectione Poetarum Christianorum Georg. Fabri-eii, als bibl. Patrum ton:. VIII. anzutreffen , sonderlich aber vonAndrea Rivino zu Leipzig an. 165;. mit gelehrten anmerckungenheraus gegeben find. Er ist unterschieden' von einem anderndieses nahmens, welcher in dem VIII. saeeulo gelebet, ein Mönchzu St. Trond in den Niederlanden gewesen, und ein Martyrolo-gium verfertiget haben soll , dessen Wandalbertus Prumiensis indem seinigen gedencket. Sigebert. de script. eccl. c. 49. Wtß.mono)}, ad an.885· Sirmond. in not. ad Avit. Vienn. De Ähren,lib. VIII. de concord. Sacerd. & Imper. c.14. Baron, annal.eccl.Majfon. & Ba/uz. in praef. & not. ad Agob. Chiffiet. not. ad Fer-·rand. VoJJius , de Hist. lib. II. Srortrt. Athen , steig. Andr.bibl. &c. *

Korus, (Paulus) ein geschicht-schreiber, welcher in demVI. fecnlo gelebt, und in verseil die Historie des Kaysers Justi-niani beschrieben hat.

* 8lorus, (Georgius) ein Mayländischer JCtus, lebte imansang des XVI. feculi, und schrieb Libros VI. de stelle Itali­ en & Rebus Gallorum prceclare gestis, welche Hugo Picarderusan. 1615. zu Paris heraus gegeben, worauf sie in den Thefan-rum antiquitatum & hist. Ital. tom. IX. gesctzet worden.

* Korus, (Julius) ein vornehmer Trevirer, bewegte mitJuliv Sacroviro, einem Aeduer, um das jähr Christi 22. wegendes schweren tributs, so die Gallier den Römern erlegen musten,gantz Belgien und Gallien zu einem allgemeinen aufstande,wobey Florus einer von den ersten war, welche öffentlich wi«der die Römer zu den Waffen griffen. Nachdem aber die ver-schworenen an unterschiedenen orten eingebüßt, und Florusunter der anführung seines ihm gehäßigen mit-bürgers, JuliiJndi, von den Römern angegriffen, und das von ihm zuiam-men gebrachte Heer zerstreuet worden , er auch keine Hoffnungvor sich sahe, den feinden zu entkommen, so nahm er sichselbst aus Verzweifelung das leben, womit sich auch der tumultbey den Trevirern legte. Tadtus , annal. III. 40.41· VtiieiusTätercuius , II. 129. von Bünaus Teutsche Reichs-Historie,tom. I. lib. III. §. 64. p. 759.

* Florus, (Julius) ein Lateinischer Redner zur zeit des Kai-sers Tiberii, der in Gallia Cis-Alpina gelebet, und von Quinki-liano inst. or. X. 5. p.952. das zeugnis erhalten, daß eresinder wohlredenheit sehr weit gebracht habe. Scneca, controv. 25.Einige halten davor, daß dieser ein vatter des unter diesem nah-men 'bekannten geschicht-schreiberS sey, Puteanut , hist. Ins. I.welches nicht wahrscheinlich ist, weil L. Annäus Florus ausdem Annäischen geschlechte herstammet, daher ihn auch einigeLucium Annäum Senecam genennet. VoJJius , de HistorienLatinis 1 .50. Ob es aber der sey, dessen Tacitus annal. III. 40.gedencket, ist ungewiß. Unter Julii Flori nahmen hat LabbsIn bgbl. nov. libr. tom. II. p. 190. einen Prologuni de Historiis,five de aetatibus feculi heraus gegeben, welcher aber von die-sem nicht seyn kan, welches die schlechte schreib -art genugsamzeiget. Burmann. ad Quintilian. inst. orator. X. 5. 1 . c.

* Flotz , oder Floc, eine kleine stadt in der Europäischen Türckey, und zwar in der Wallachey gelegen, aiif dem fluueJaunissa, ohnfern seinem einflnß in die Donau , gegen der padtDapivpolis Über. Baudrand.

Fluchen, orten oder brüderschafft darwider, wurde an. 159°.den 11. um. von den Hertzogen zu Saschen, Wilhelmo und Jo-hanne, zu Weimar angeordnet. Die Mitglieder trugen einengüldenen groschen des rages über an dem halse, welcher sie er-innern sollte, sich des ffnchens so wol als aller schandbaren Wor-te zu enthalten. Man mcynt, daß er noch in dem gedachtenjähre wiederum erloschen sey. Mulitri annal. Sax. Tenyeis

monatl.