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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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mvnatl. Unterredung, an. 1697. 9.991. Gryphtut, von Ritter-orden, p. ?° 9 ·

Hludd, oder äs Fluctibus , (RobertuS) war an. l? 74 . zuMilgate in der provintz Kent gcbohren. Sein vatter, ThomasKludd, hatte unter der Königin Elisabeth , in Franckreich undm den Niederlanden die stelle eines Kriegs-Zahlmeisters verwal-tet. Nach gelegtem gründe seiner studieu wurde er an. 1591.in seinem 17. jähre auf die Universität Oxford geschickt. Er liesisich nächst der Philosophie auch die Medicin zu erlernen angele-gen seyn, und nachdem er darinnen glücklich avanciret, begaber sich auf die reise, und besähe Franckreich, Spanien , Italien und Teutjchland. In diesen landern, in welchen er 6 . jähr zu-gebracht , gerieth er mit verschiedenen vornehmen leuthen in be-kannlsthafft, und setzte sich bey ihnen in solches ansehen , daßeinige derftlben sich seiner information bedienten, wobey er,weil er unterschiedenes zu ihrem gebrauch zu papiere bringenmüssen, den gründ zu verschiedenen wercken gelegt, so nach derzeit von ihm herauskommen sind. Nach seiner ruckkunft, nem-lich an. 1605. , nahm er den gradum Doctoris Medicin® an ,welcher ihm um so viel weniger versagt wurde, weil er insonder-heit in Chymicis bereits in grosser reputation stunde. Um ebendiese zeit fieng er an, der praxi in Londen obzuliegen, allwo ihnbitSocietas Medicorumtn ihre zahl aufnahm. Seine wissen-schafft in der Philosophie und Medicin, insonderheit aber seintiefsinniges spcculrren in dunckeln Materien brachten ihm vielHochachtung zuwege, doch waren solches mehrentheils leuthc,die von der fache nicht hinlänglich urtheilen konnten. Er warein eifriges Mitglied der qesellschasst der Rosencreutzer , die er ineiner besondern schutz-schrift vertheidigte, ausser welcher er nochein grösser werck zu ihrer defension zu schreiben vorgehabt. Sei-ne lehr-atze sind grösten theils so dunckel und unverständlich,daß man sich keinen deutlichen und ordentlichen begriff davonmachen kan. Er wärmte nicht nur die seltsamen einfalle derRabbinen und Cabbalisten wieder auf, sondern vermehrte die-selben mit vielen neuern, nicht weniger ungereimten, specula-tionibus. Seine Philosophia Mosaica mischet das hundert inslausende. Die haupt-prmcipia , auf welche er seine gantzePhysic und Medicin bauet, sind Virtus Septentrionalis und Au.ftralis: Unter jener verstehet er Principium condensans odercontractivum , unter dieser rarekaciens oder expansivum.Lächerlich ist es , wenn er in seiner Mystica Cerebri Anatomeden Ursprung der gedancken von denjenigen theilen des gehirneS,in welchen die Anatomie! einige gleichheit mit den geburts-glie-dern beyderley geschlechtes entdecken, herleiten will.. In seinerabgedachten Philosophia Mosaica findet man vielfällttge abbilrdüngen eines Thermometri , durch welches er seine PrincipiaPhysica und Medica sorgfältig zu erweisen sucht. Er nennet esVitreum Lalendarium, und giebt vor, er habe den riß davon auseinem alten manuscript, das wenigstens yoo. jähr alt gewesen ,gezogen, welches, wo es wahr, dem Corn. Drebbelio, der eben zuderselben zeit in der Physica Experimental! berühmt gewesen,und dieses instrument erfunden haben soll, die ehre solcher er-fiudung streitig macht. In Mathematicis war er nicht uner-fahren , und hatte sich insonderheit in Mechanicis eine grosse ge-schicklichkeit zuwege gebracht; zugleich aber vertiefte er sich inden magischen künsten , welche er sämtlich durchstudirte und ingrossem werth hielt. Seine gantze Medicin läuft auf abergläu-bische einfalt und nichtswürdtge grillen hinaus. Die kranck-heiten , so er in Empyreos , JEthereos , Elementares &c. ein-theilet, zehlet er unter die Meteora , und will, daß sie von denwinden, welche er zu geistern und engeln macht, ihren Ursprunghaben, welches zu erweisen , er nicht nur des Zeugnisses Hippo-cratis und Galeni, welches noch hingienge, sondern auch sogar der Worte der heiligen Schrift mißbrauchet, als welche erzum behuf seiner ungegründeten sätze so ungereimt theils erklä-ret , theils appliciret, daß wol nicht leichtlich jemand dieselbemehr verdrehet und zerlästert hat. So verworren es aber mitseiner theorie aussähe, so verspürte er doch in praxi guten fort-gang, Massen er die Patienten durch allerhand verstiegene re-dens-arten dergestalt in Verwunderung zu setzen und einzuneh-men wußte, daß sie ein vertrauen aufihn bekamen, und durchsolches zu glücklicher würckung der verordneten artzneyen unver-merckt disponirt wurden. Seine schriften, so mit eben derglei-chen rebens-arten angefüllet sind, haben bey den ausländernmehr applausum als bey seinen lands-leuthen gefunden, indem siein Engelland von niemand, als etwa Seldeno und einigen an-dern , ästimirt worden. Seine gegner, mit welchen er in streitgerathen, waren nebst Joh. Keplero , Mar. Mersennus, der ihn

Cacomagum , Haereticomagum , fcerid® & horrid® Magi®Doctorem & Propagatorem genennet, und Gassendus , der aufMcrsenni ansuchung die feder wider ihn ergriffen. Er selbstschrieb ohne gegebene gelegenheit wider des Forsten Hoplo-crisma-spongum , worinnen dieser behauptet, die sympathetischecur, da zu Heilung einer wunde das gewehr , so dieselbe verur-sacht, mit salbe bestrichen wird , sey unzuläßlich, welches demFludd, als einem grossen freunde von dergleichen kunst-stucken,nicht anstünde. Er starb zu Londen an. 16;?. in seinem 6;.jähre. Seine opera sind in etlichen bänden zu Londen zusam,wen gedruckt worden , wiewol einige bände darunter, in wel-chen viel magica enthalten , schwerlich zu haben sind. Er hatausserdem bereits angeführten geschrieben, Tractatum Theolo-go-Philosophicum de Vita, Motte & Resurrectione ; utriusquecosroi Methaphyficam, Physicam & Technicam Hiitoriam ;

Veritatis Proscenium monochordum Mundi symphoniacum ;Anatomi ® Amphitheatrum ; Philosophiam tuet. s. Meteorolo-

f iam Cosmicam ; Sophia: cum Moria Certamen ; Summumonorum quod eil verum Magi® , Cabals &c. subjectum;Medicinam Catholicam ; integrern Morborum Mysterium;tcaSoXiKov Medicorum xdn> 7 rT^ Pulsus s. novani & arca-nam Pulsuum Hiitoriam ; Philosophiam Mofaicam und Re-sponsum ad Hoplocrisma-spongum. Atken. Oxon. AJorhtf.Rannundus.

Flüe, ist ein vestes, altes schloß, im land Wallis ob dem sie^cken Naters gelegen, dem Blschoff zu Sitten angehörig. Es wardas stamm-hauö des alten adelichen Wallischen geschlechtS vonderFlüe, aus welchem Georgius an. izoo. zu dicnste» Hcr-tzogs Ludovici Sfortia, ;ooo. Walliscr ins Mayländische gefüh«ret hat. Er kam hernach zu Freyburg und Bern ins gefängnis,und muste an. 15 29. gar aus dem lande Wallis entweichen. v,w-ler. Vales p. 14· 6. Stumpf Üb. XI. p. J44- Flüen ist auch eindorf und dad-haus im Leymenthal , unten am berg -schloßLandscron drey kleine stunden von Basel gelegen, in dle Solo-thurnische Vogtey Dornach gehörig. Es wird das bad von denBaßlern mnd benachbarten starck gebraucht. Oben auf demberge liegt das kloster Maria stein, dahin eine grosse wallfahrtgeschiehet. Urjhf. üb. i. p. 20. *

Fluentia, eine stadt, welche von den soldaten des Sylla andem ufer des flusses Arno erbauet worden , und woraus her-nach die heritige stadt Florentz entstanden seyn soll. Dein. dellta'.. I. p. 202.

Aügel, (St. Michaelis, Ritter-orden vonl wurde von demPortugiesischen Könige, Alphonso I., nachdem er durch hülffe desErtz-eimels Michael die Mohren überwunden , an. 1171. gestif-tet. (seine Nachfolger halten die oder-aufsicht darüber, bis daßer abgegangen. Äle Ritter trugen auf dem inanlel einen pur-pur-farbenen und mit strahlen umgebenen engelo-flügcl. aufder brüst aber zwischen 2. rothen lilien ein rothes creutz , in dergestalt eines schwerdts, worauf die worcc stunden : quis utDeus ? Sie folgten der Cistercienser -regul, und waren schuldig,die Christen wider die Mohren, wie auch die Wittwen und way-sen zu beschützen. Bon«nm.

Flumbs, ist ein schöner grosser flecken, in der Eydgenoßi«scheu Grafschafft Sargans , rechter hands am fluß Seetz, zwi-schen dem städtlein Sargans und Wallenstatt gelegen. KayseeCarolus Lralsus hat denselben an. 88 °. mit aller mannschafftdem BischoffRothar zu Chur tausch-wesse übergeben. Es warvor altem eine bürg allda, darinnen die Freyherren vonFlumbs (de Flumine) gewöhnet, welche Vitzthume des hohenStifts Chur gewesen, aus deren zahl Henricus an. 1249. im le-ben gewesen ist. Ulrich hat an. 1294. den flecken Flumbs vomBischoff Berchtold, Graf m Heiligenberg, pfandeS-weise einbe«kommen. Siegfried war Bischoff zu Chur , biS an. 1,21., daer das Bißthum auf-und sich in St. Lucti kloster begeben. Bu-

ctl'tn. Rh®t. S. & Pr. p. igi. 264. & 268. Stumpf, lib. Xp. J26. Guter. Rh®t. lib. XIV. p. au. b. *

* Hluvia, ehedessen Albia genannt, ein fluß in Catalonien ;es hat seine quelle in der Viguerie Campredon , durchläuft dasLampourdanische, und fällt zu Ampurias in die Mittelländischefee. Baudrimd.

Fluvianus, (Antonius 1 der ;6. Großmeister des Ioban-niter - vrdens, succedirte Philiberto von Nailliac an. 1421.,und ward bereits vorhero gran Conservatore und Groß-Coni-menthur von Cypern. An. 1428. hielt er eine general-versamm-lunq seines ordens, darinnen die aufrichtung einer Groß-Balleyin Teutschland vest gestellet wurde. An. 14z;. bekräfftigle erin einer andern versainmlung dem Groß - Prior von Castilien seine vorige freyheil, vermittelst deren alle Commenthnr, Ritterund andere kriegs-dediente in feiner Priorey verbunden waren,ihm im kriege wider die Mohren und feinde des Reichs bcysiandzu leisten. Weil er aber sahe, daß viel seines ordens ihrenordentlichen sitz nebst der nöthigen kriegs-übung verliessen, undsich in der Cardinäle zu Rom dienste begaben, um dadurch de-sto eher zu der Commenthurey zu gelangen , gab er darwiderein verbot heraus, und stiftete kurtz darauf ein wohl eingerich-tetes krancken-haus. Erstarb an. 14;7. den 29. oct., nachdemer die gemeine casse sehr bereichert hatte. Ihm folgete Johan-nes Lastic. Bnßi hist. ord. Hieros. Marcelli vit® magn. Ma.gilt. ord. Hier. &c.

* Hoburg / lat. Foburgum , eine kleine aber schöne fladt andem kleinen meer-busen der östlichen küste der insul Fühnen,der insul Arroe gegen über; sie ward an. -728. durch eine hef-tige feuers-brunst gantz in die afche gelegt.

Foburg, (Johannes) siehe Febourg.

^ocas, oder phocas, ein Grammaticus zu Rom , hat un-terschiedenes , so in seine profeßion läuft, und über dieses daSleben des Poeten Virgilii in helden-versen beschrieben; wiewolauch dieses letztere mehr eigenschafften eines Grammatici als ei-nes Poeten an ihm zu erkennen giebet. Vojjius , de Hist. Lat vlib. III. c. 11. p. 817·

«kochien, oder Fokien, ist eine Chinesische provintz an dersee zwischen den landschafften Chequian und Cantun. DieHaupt-stadt darinnen ist Focheu , allwo ein Gerichte der Man­ darins ist. Die übrigen städte sind Changchen, Ravw, Ting'«

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