Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

foi

fo i ;o;

nach seiner zuruckkunft den Grafen Armengol von Urgel; hier-auf schlug er sich zu der Albigenfer partey, und setzte damit seinland in völligen ruin. Erstarb an. 1222., unter andern kin-dern Rogerium Bernhardum II. hinterlassend, welcher gleich-falls denAlbigensern deystunde, doch bey Konig Ludovico IX.wiederum ausgesöhnet wurde; worauf er an. 1241. gestorben,und Rogerium IV. Grafen von Foir, Herrn von Castelbon,nach sich'gelassen. Dieser verband sich anfangs mit dem Gra-fen von Toulouse wider letzt-gedachten König in Franckreich,Ludovicum IX. , trat aber bald wieder von dieser partey ab,und bekriegte den König von Aragonien , darauf er an. 1264. ge-storben. Sein söhn Rogerius Bernhardus III., welchen er nebstköchtern hinterlassen, vermählte sich mit Margaretha Mon-cada, einer erbin der Vice-Grafschafft Bearn, kam aber dadurchmit seinem schwager, dem Grafen Geraldo von Armagnac, inungelegenheit. Er wurde auch von dem Könige Philippo demkühnen, dem er ein schloß belagert hatte, zu Beaucaire an.1274. gefangen gesetzt; worauf er an. izoz. gestorben, nach-dem er von besagter gemahlin ein vatter Gastonis und unter-schiedener kinder worden. Gasto I., Graf von Foix, Vice-Grafvon Bearn, Herr von Moncada, succedirre seinem vatter, undlegte vortrefliche proben seiner tapferkeit ab. Er starb zu Pon-tosse an. i;i?., einen söhn gleiches nahmens, desgleichen nochandere, Rogerium Bernhardum, Robertum, der an. rz;8.Bischoff zu Vaur worden, und Lupum von Foix , Grafen vonRabat , wie auch endlich 2. töchter, Johannam lind Blancam,die stamm-mutter der Herren von Grcilly, hinterlassend. Allediese brüder, ausser dem Bischoff, pflantzten das geschlecht fort.Der mittlere davon, Rogerius Bernhardus I. von Foix , Vice-Graf von Castelbon, Herr von Moncada, wurde ein vatter Ro-gerii Bernhardi II. , dessen söhn Matthäus , welcher nach demlobe seines vettern Gastonis III. die Grafschafft Foix und Vice-Grafschafft Bearn mit seinem Hause verknüpfet, an. i;y8> ohnekmder von seiner gemahlin Johanna, Königs Iohannis I. vonAraqonlcn tochter, zu haben, gestorben, und seine güther seinerältesten schwester,Jjabcllä, hinterlassen, welche sie ihrem gemahl,Archambaldo von Greilly, Capital von Buch, zugebracht. Derälteste bruder, Gasto II., halte Gastonem III., welcher den zu-nahmen Phöbus wegen seiner schönheit bekommen, und seinensöhn Gastonem l V. Phöbum durch einen traurigen fall verloh-ren. Siehe Gasto.

Hierauf hat Archambaldus, Capital von Buch, Vice-Grafvon Benaugcs und Castillon, auch nachmals Herr von Greilly,welcher sich, wie gedacht, mit Jsadella , der erb-schwester Mat-thäi von Foix vermählet, den nahmen und wapen des HausesFoix angenommen, und selbigen auf seine nachkommen fortge,fuhrct. Dieser Archambaldus hatte 7. söhne, davon Gasto einstamm-vatter der Grafen von Candale und Gurson, rc. worden,wovon unter Candale erwehnung geschehen; Archambaldus,Herr von Noailles, an. 1419. umgekommen; Petrus die Car-dinals-würde erlanget; (von dem unten) Matthäus Johan-nem, einen natürlichen söhn, der Bischoff zu Cominge worden,aezeugek; Johannes ohne kinder gestorben; Aymon von Greil-ly , Herr von Ville la Grand den äst der übrigen Herren vonGreilly, Ville la Grand und Veygie in Savoyen aufgerichtet,und endlich Johannes, Graf von Foix, den stamm in Franck-reich unterhalten. Dieser letztere hatte ;. gemahlinnen, davondie erste Maria, Königs Caroli III. von Navarra tochter , an.1420. ohne erben verstorben. Die andere war Johanna vonAlbrct, und gebühr ihm Gastonem IV. und Petrum. Dieserletztere wurde ein vatter Iohannis von Foix , Vice-Grafen vonLautrec, welcher Thomam, Marschalln von Foix , Odetum,Marschalln von 'Lautrec, und Andream, Herrn von I'Esparre,gezeugt, die alle z. ansehnliche commando in Französischen dien-sten gehabt, aber auch alle;. durch gleiche fehler in ihren Ver-richtungen unglücklich gewesen, wie die besondern artickul, sonachstehen, zeigen werden. Gasto IV. war, wie gedacht, einsöhn Iohannis und bruder Petri, und zeugte mtt seiner ge-mahlin Eleonvra, Königs Iohannis II. von Navarra undAragvnien tochter, unterschiedene kinder beyderley geschlechts.Unter den söhnen ist Gasto, Petrus und Johannes zu mercken.Petrus ist in einem besondern artickul beschrieben; Johannesvon Foix, Vice-Graf von Narbonne , Graf von Estampes,starb an. i;oo., und hinterließ von seiner gemahlin Maria,Hertzogs Caroli von Orleans tochter, Gastonem von Foix ,Hertzog von Nemours, so an. 1512. in der schlacht bey Raven-na das leben eingebüsset, von dem besonders; desgleichen Ger-manam, welche an. 1506. dem König Ferdinando V. von Ara-gvmen, und nach dessen an. i?i6. erfolgtem tobe an. 1,22.dem Marggrafcn Johanni von Brandenburg , Vice-König inValencia , zuletzt aber, nachdem auch dieser an. 1526. verstor-ben , Ferdinando von Aragonien , Hertzoge von Calabrien , bey-geleget worden , und an. iz;8. gestorben. Gasto von Foix ,Fürst von Viane, war, wie bereits gedacht, der älteste söhnGastonis IV., Grafen von Foir, und zeugte mit seiner gemah-lm Magdalena, Königs Caroli VII. in Franckreich tochter,Frauciscum Phöbum, König von Navarra und Grafen vonFoix , welchem gift beygebracht worden, daran er an. 148?.w dem 16. ,ahre seines atters gestorben, wie auch Catharinam,Königin von Navarra , die sich an. 1484. mit Johanne III.,Herrn von Albret und König von Navarra , vermählet, undau. r z i?. vor traurigkett, daß ihr das Reich durch Ferdinan-Histor. Lexieon III. Theil»

dum Catholicum abgenommen worden, gestorben. De Marca,

hist. de Bearn. Perrierc, annal. de Foix . Olbagaray , hist. deFoix , Bearn & Navarre. l'avin , hist. de Navar. Eliai, hist.Fuxens. Comit. S ammarthan. hist. gencal. Oibenard. hist.Vase.üb. II. c. 19. & III. c. 12. &c. Jovius, in elog. Friztm. Gall.purpur. Aubery , Card. &c.

Foix , (Andreas von) gemeiniglich der Herr de I'Esparreoder auch Asparol genannt, war ein söhn Iohannis Vicomtevon Lautrec und bruder der beyden berühmten Marschalle vonLautrec und von Foix . Er gieng, wie seine beyde brüder, demkriege nach, und an. 1521. ward er General über die vöicker,welche im nahmen Heinrichs von Albret in das von den Spa-niern eroberte Navarra einbrachen. Im anfange war er soglücklich, daß er innert einer monats-frist gantz Navarra ero-berte; an statt aber, daß er sich veste setzen sollte, brach er auchin Castilien , und weckte dadurch die Spanier , denen der vertustvon Navarra sonst nicht sonderlich zu hertzen gieng, gleichsamaus dem schlafe, wiewol man meynt, Francifcus I., der sichdurchaus an dem Kayser reiben wollte, habe ihm zu dieser wei-tem Unternehmung auch befehl gegeben. Diß aber waren sei-ne eignen fehler, daß er nach der glücklichen eroberung von Na­ varra fast die helfte von der, armee abdanckte, damit er densoid in seinen beutel machen könnte, auch hernach, da ihn: dieSpanier aufdcn hals kamen, ohne noth und ehe seine verstär-ckung angelangt war, eine schlacht mit ihnen wagte. Denndie Franzosen wurden in derselben völlig geschlagen, daß sie inkurtzem gantz Navarra wieder räumen musten. Er selbst aberbekam so viel schlüge auf seinen Helm, daß ihm endlich das ge-sicht vergieng, und er sich gefangen geben muste, da er den»bald hernach in der gefangenschasst gestorben. Mezeray , tom.

II. p. 917. 918. Daniei, tom. III. p. 71. seq. Brantome, Ca-pit. Franq. tom. I.

Foix , (Francifcus) von Candale, Bischoff von Aire, undCommandeur der Königlichen orden, war ein söhn Grafen Gastonts von Candale, welchen er mit Martha von Astaracgezeuget hatte. Gleich in seinen jungen jähren ließ er unge-meine Neigung zu der Mathematic und andern tiefsinnigen undnützlichen willenschafften von sich spüren, worinnen er auch sowett gekommen,,daß der gemeine mann geglaubt, es giengenicht allezeit natürlich mit ihm zu. Er ließ auch noch in sei-nem tobe, so an. 1^94. in dem 9osten iahre seines alters erfol-get, unverwerfliche zeugnisse einer neigung zu der Mathematicsehen, indem er deswegen zu Bourdeaux eine Profellionem Ma-theseos aufgerichtet. Man hat von ihm den Poemandrum Her-metis Trimegisti, wie auch Euclidis Opera in das Französische übersetzt. Sammartb. elog. üb. IV. & Gall. tom. 11 . Du Vcr-dier , bibl. Franq. Thuan. lib. CIX. Teijjier, elog.

Foix , (Gaston de) Hertzog von Nemours , war ein söhn ^Iohannis de Foix, Grafen von Estampes rc. und Marien vonOrleans, einer tochter Caroli, Hertzogs von Orleans und Jsa-bellen von Franckreich, so Königs Ludovici XII. schwcster war.Eben dieser König gab ihm an. 1512. das Gouvernement vonMayland, und machte ihn zum General über die armee in Ita­ lien , ohnerachtet er noch sehr jung war, und sich eben damalsder Papst, der Kayser, Spanien und Venedig zusammen ver-bunden hatten , die Franzosen aus Italien zu jagen. Gleichwieer aber schon vorher sattsirme proben seiner tapferkeit und klug-heil abgelegt hatte, also erwies er sich gar bald dieser wichtigencharge würdig. Denn als gleich im ansang derselben dieSchweitzer mit einer armee von 16000. mann in das Manlän-dische eingebrochen waren, zog er seine wenige mannfchasst indie stadt Mayland zusammen , strickte ihnen den Proviant ab,welches ihm um so viel leichter war, weil er mit reuterey nochziemlich versehen war, die Schweitzer aber dergleichen nichtbey sich hatten , und die von obgemeldten verbündeten ihnen zu-gesagte hüiffe niemals erschiene, so daß , weil noch der wintordarzu kam, der feind, so schon bis gen Galeron, nur 4. stun-den von Mayland durchgedrungen war, nach Verbrennung ei-niger örter wieder »»verrichteter fachen nach Hause zog. DieSpanier und der Papst belagerten hierauf Bononien, er kamaber durch einen starcken marsch in einer nacht unter favor ei-nes schnce-wetters unvermuthet dahin, und warf sich in diestadt, ohne daß es die Svanier merckten, welche hierauf abzo-gen. Er war willens, sie zu einer schlacht zu nöthigen , weiler aber erfahren, daß an eben dem tage, da er in Bologna an,gekommen, der Venetianische General Gritti die stadt Brescinüberrumpelt, und ein anderer General Baglione das schloß;u belagern im anzuge begriffen, kam er diesem ort, der nachMayland der wichtigste war, so eilend zu hülffe, daß er in ei-nem tage mit einer bereits durch den marsch nach Bologna ab-gematteten armee zo. Italiänische meilcn marsthirte, und ohn-erachtet der vielen flüffe, die ihn hätten aufhalten können, eherals Baglione zu Brescia ankam. Wett aber die Venetianer inder stadt sich sehr veste vcrschantzct hatten, brauchte es unge,meine tapferkeit, sie daraus zu vertreiben, welches aber dochdurch die gute ordre Gastonis bewerckstclligel wurde, und zwarmit solchem Vortheil, daß der Franzosen gar eine geringe an-zahl, der Jtaliäner aber ihrem eigenen geständnis nach 8000.,oder wie die Französische scribenten melden, bey 20000. blieben.Alle nahe liegende stadte, die sich seit der einnähme dieser stadt

U u vor