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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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vonOrellana, und an des Königs Philippi IV. in Spanien Ho-fe sehr beliebt. Er hat anmerckungen über den Claudianum/die episteln Senecä/ den Terentium , und einen tractat von deralten mahler-kunst/ neben andern schristen verfertiget. Anton.bibi. Hisp. tom. I. p. 526.

Fonseca , (Petrus ) war ein Cardinal/ welcher von dem Ge-gen-Papst Benedicto XIII . dazu gemacht/ und hernach an. 1419.zu Florentz von Martino V. bestätiget worden. Hierauf gienger in Spanien / um dafeldst wider Benedictum das creutz zu pre-digen/ so ihm aber nicht gar wohl von statten gieng. Ta ernun wiederum nach Neapolis gekommen / um an der aussöh-nung des Königs in Äragonien, Alphonsi/ zu arbeiten, und instastest Vicovarra hinein gehen wollte/ fiel er in den graben/ undstarb an der dadurch empfangenen leibes-beschädigung an. 1422.

Spond. an. 1420. Platina , in Martino V. &c.

Fonseca / (Petrus ) ein Jesuit aus Portugall/ war von Cor-tazida oder Proenza Nova gebürtig/ und setzte sich durch feine ge-lehrfamkeit und eingezogenes leben bey Gregorio XIH. und demKönige Philippo II. in Spanien in grosse Hochachtung. Erlehrte lange zeit mit grossem rühm die Philosophie auf der Uni-versität zu Coimdra/ weswegen ihn sein orden zum General-As-sistenten zu Rom machte. Hierauf wurde er auch Viiitatorüber Portugall/ und starb zu Lifabon an. 1619. im 71. jähre fei-nes allers. Man hat von ihm anmerckungen in Isagogen Por-phyrii; Dialect. lib. VIII. ; Commentar, in Metaphysicam Ari-stotelis tom. III. TeDez, chron. prov. Portug. Soc. Jes. lib. II.c. 37. §. 9. Alegambe , bibl. Anton. bibl. Miraus , de script.saec. XVII. Ribadeneira, catal. scriptor. Soc. Jes.

* Fonseca , eine fee-küste in America in der landfchafft Gua-timala. Aegidius Gonzales ä'Avila/ der daselbst zuerst an.i322.angeländet/ hat ihr diesen nahmen von Johanne Rodriguez deFonseca , Bischoffe von Burgos , damaligen Präsidenten desIndianischen Raths/ gegeben. Der haftn unweit davon heißtApacutta. De La'et. Ind. Occid. VII. 4.

* Fonseca , (Rodericus de) ein Medicus, gebürtig aus Li­ sabon / lebte um das jähr 2390. und lehrte die Artzney - kunsterstlich zu Pisa , hernach aber zu Padua . Er hat Consultatio-nes Medicas, Venedig 1620. und Erfurt 1623. und 1632. in 8 .Commentarium in Hippocratis Prognostica, RvM 1386. inejus Aphorisinos, Venedig 2593. rc. de tuenda Valetudine,Florentz 1602. de Calculorum Remediis , qui in renibus &vesica gignuntur , libros II. RvM 1586. in 4. de Venenis eo-rumque Curatione , ib. 1387. lN 4. de Hominis Excrementis,Pisa 1616. in 4. de Febrium acutarum & pestilentium Reme-diis , Venedig 1622. in 4. und anders mehr geschrieben. Anton.bibl. Hisp.

Fontaine / (Carolus) von Paris / lebte an. 1330., und gabverschiedene schristen/ sowol in gebundener als ungebundenerart/heraus/ als da find: Fes Ruiileaux de Fontaine ; le Promp-tuaire des Medailles; le Quintii. Horacien &c. Du Maine ,bibl. Franq.

Fontaine , (Jean la) ein Französischer Poet, Philosophusund Alathematicus , war um das jähr 1413. berühmt. Erwar sehr verliebt in die Alchymie / wovon sein buch/ welches un-ter dem tilul: de la Fontaine des Amoureux de Science , her-aus gekommen/ gute proben geben kan. Du Maine , biblioth.Franq. Andrem, bibl. Belg.

Fontaine / (Johannes de la) gebohren an. 1621. zu Cha-teau Thierry, ein berühmter Französischer Poet, welcher sichdurch einige comödien und verse , vornemlich aber durch seineContes, Nouvelles und Fahles, berühmt gemacht. Seine Poe-sie war ungezwungen und lustig/ zuweilen aber in diesem letztemstück freyer/ als es der Wohlstand zuzulassen schien / und gleich-wol versichert Mons . Bayle in einem brief an Mons . Maucroyvon ihm / daß er sich öfters auf das härteste casteyet und discipli-nirtbabe. Gewiß ist/ daß er schon 2. oder 3. jähr vor seinemtobe über diese seine allzu freye verse und schristen eine grosse reuebezeuget/ und in einem an die Französische Academie abgelasse-nen schreiben künftighin seinen fehler zu verbessern versprochen ;es vermehrte sich auch seine reue gegen dem ende seines lebens,und bey ersolgter tödtlicher kranckheit, dergestalt, daß er un-ter anderm gcwünschet / daß man ihn auf einem Tombereau(ist ein karch, darauf die Übelthäter auf den richt-platz pflegengeführt zu werde») durch alle strassen von Paris ziehen möchte/um einem jeden, den er geärgert haben könnte, eine abbitte zuthun. Er hatte die ehre / ein Mitglied der Französischen Aca-deme zu sey»/ und starb den 13. apr. an. 1693. in dem74sten jähre seines alters. Sein cörper liegt in der kirchedes heiligen Eustachii zu Paris begraben. Perrauit , hom-mes illustr. *

* Fontaine / (Nicolaus de) Bischoff zu Cambray/ ein söhnGualten/ Herrn von Fontaine im Hennegauischen, wurde an.1231. zum Bsschoff geweyhet. Er hat etliche, für seine zeit sehrgelehrte, bucher geschrieben, und schöne stiftungen gemachet.Evnstcn trüge dieser Pralat grosse sorge, daß in seinem Biß-thum die gerechtigkeit recht verwaltet würde. Ferners hatte ergrossen eiftr für die religion, und liesse Wilhelmum Corneille,ocn gewesenen Canonicum zu Nütre-Vame d'Anvers , wiederhervor graben, dieweil er, so lang er gelebet, gelehret hatte,daß die funden durch die armuth gedüsset würden, und deswe,gen um arm zu werden, sein Canvnicat aufgegeben. Dieser

Histor, Lexicon III. Theil,

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Nicolaus Fontaine ließ auch das schloß zu Seiles und andereschöne gcbäude aufbauen, und starb an. 1274. Wilhelm Gazey,bist. ecclef. des Pais-bas.

* Fontaine, (Petrus de) auf lat. Fontanus genannt, inVermandois in der Picardie gebohren; er war Reqnetenmei-ster bey Ludovico Sancto, und ein Historicus im XIII. feculo,ungefehr um das jähr 1270. Fast um die nemliche zeit wird erunter die Herren und Parlements-glieder gezehlet, die dem da-maligen Parlement beygewohnet; Johannes, Herr zu Joinvil«le,,sagt, Ludwig der heilige habe sich feiner bedienet, um in deSKönigs Vorgemach die klägden anzuhören, die supplicationen ab-zunehmen, und den parteyen recht zu verschaffen. La c> * du.Maine , bibl. Franqoise. Blanchard , bist. des Maitres des Re-quetes. Choppinut. Pithaus, &c.

* FONTAINE ARDENTE, ein brunn unfern Greno-ble im Dauphine, daherum sich eine gattung fettes erd reich be-findet, woraus ftuer-stmcken springen, so man auf dasselbe miteinem stock schlägt, und fasset es auch seuer, wann man mit an-gestecktem stroh darzu nahet; ja man siehet zu zciten aus demwasser des brunnens ftlbften seuer-funcken springen, welche allesverzehren, was sie antreffen. Nahe dabey ist noch ein andererwunderbarer brunn, gleich dem in Eviro, welcher die angezün-deten fackeln, so man nahe herzu bringet, auszulöschen die kraffthat, die ausgelöschten aber anstecken soll. Andreas du o?«f,liv. IV. ch. 4. Dalechamp. in Plinium. Augußin. de civ. Dei,

Fontainebleau , lat. Föns bellaqueus , ein schöner fleckenin der Isle de France , nebst einem prächtigen Königlichen lust-schloß, welches mit einem walde umgeben. Franciscus I. hates zuerst mit vortreflichen zimmern und einer bibliotheck verse-hen, welche letztere man aber nach Paris gebracht. Die folgen-den Könige, absonderlich Hcnricus IV., haben diesen ort in ei-nen solchen stand gesetzt, daß er für einen der schönsten zu halten.An. 1600. wurde allhier in gegenwart Königs Henrici IV., zwi-schen Philippo du Pleßis Mornay und dem Cardinal du Per-ron, Bischoff von Evreux, von den meynungen der heiligen Vät-ter, wegen der wesentlichen gegenwart des leibcs und bluteS Christi im heiligen Abendmahl, oder vielmehr von gewiffenstellen und sprächen dersclbigen, ob sie Mons . du Pleßis in sei-nem buche von dieser materie recht oder unrecht angezogen hät-te, eine Unterredung gehalten. An. 1679. wurde daselbst einfriede zwischen Schweden und Dänemarck geschlossen, auchwurden dabey zugleich die strcitigkeiten des Königs in Dä-nemarck mit dem Hertzogc von Holstein-Gottorp beygeleget, derletztere wurde in seine lande restituiret, und der Rensburgischevergleich auf ewig aufgehoben, hingegen der Rothschildischeund Coppenhagische friede aufs neue bestätiget. Du an-tiq. de France. Bail. Concil. Mezeray , bist. de France, &c. *

* Fontainebourg, eine kleine stadt in der Normandie inder landfchafft Caur, an dem fluß Cmüi, 3. Meilen von Rouen ,mit dem titnl einer Baronie; gehöret mit Ober-und Unter-Ge-richten den Benedictinern von Fescamp. Mar Untere.

Fontaine LE COMTE, lat. Fontenteum Comitum, einekleine stadt in der Französischen landfchafft Poitou , zwischenMaillezais und Lusson, nordwärts, bey dem fluß Vende, gele«

en. Sie ist mit einem schloß versehen, und treibt ziemlich

arcken Handel. An. 1368. wurde sie von den Protestanten ein-genommen. An. 1370. belagerte sie Franciscus de la Noue,und nachdem derselbige gefährlich verwundet worden, kamSoubize an seine stelle, an welchen sie sich unvermuthet ergab,als dieser gleich Vorhabens war, die belagerung aufzuheben.Thuanus , hist. lib. XLIV. XLVI. XLVII. DuChine, des vil-les de France.

Fontaine lEVEQUE, lat. Föns Episcopi , ist eine kleinestadt in der Niederländischen Grafschafft Hennegau , zwischenCharleroy und Binch, nicht weit von der Sambre, und von dengrentzen der Grafschafft Namur, wie auch des Stifts Lüttich ,gelegen.

Fontaine FRANqOISE, ein kleiner ort in dem Hertzog-thum Burgund, an den grentzen der Franche-Comte , zwischenDijon und Gray gelegen, welcher sonderlich dadurch, bekanntworden, daß daselbst den 6 . jun. an. 139?· der Konig vonFranckrcich, Henricus IV., mit einem theil seiner cavallericunversehens auf den grösten theil derjenigen trouppen gestossen,die der Hertzog von Mayenne und der Connetable von Castilien wider ihn commandirten ; da er nothwendig diesen seinen fein-den entweder lebendig oder todt hätte muffen in die hande fal-len , wenn nicht seine und der seinigen tapferkeit, am meistenaber dieses, daß der Connetable den Hertzog nicht hatte secundi-ren wollen, ihn von solcher gefahr befreyet hätte. Nahe beydiesem ort entspringet ein kleiner fluß, nahmens Torselle, wel-cher hernach in die Vigenne fället. Herrera. Mezeray , hist. deFrance tom. III. p. 1140. Mtmoires de Villeroy, tom. III.

* Fontaine-Guerard, eine Abtey in der Normandie andem fluß Anbelle, 4. Meilen von Rouen , zwischen Pont St. Pier,re und Fleury gelegen. GrafAmalricus de Mculent, Herr vonBeaumont-le-Royer, soll sie an. 1187. gestiftet, und mit reicheneinkünften versehen haben. Sie wird von Bernhardiner-Mön-chen bewohnt. Darin. hist. de Rollen.

* Fontaine-Jean, eine wichtige Abtey Cistercienser - oe-dens, in dem Gatinois, sechs stunden von Montargis . Mansiehet aus verschiedenen documenten, daß sie eine Königliche stif-

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