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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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lung ist, und an. 1124. gebauel worden. Pierre 6« Courtenaythäte derselben viel gutes, ehe er in das gelobte land gereiset.Einige Printzen aus dem geschlechte dieser Cvurtenay haben indieser Abtey ihre arab-stätte gewehlet, und sind ihre gewölbe nochdorten zu sehen. Diese Abtey ward an. 1562. unter dem AdmiralColigni geplündert und verbrannt. Morin, hist. du Gätinois.

* Fontaines, lat. Fontes, eine stadt in Burgund auf ei-nem kleinen Hügel, eine mcile von Dijon gelegen. Sie wirdvor das vatterland des H. Bernhardt angegeben, und das hausnoch bis auf diese stunde gezeiqet, darinnen er gebohren worden,und sein vatter als Herr dieses orts gewohnt haben soll; obwoleinige ein ander Fontaines, in Champagne an dem fluß Aube

elegen, davor gehalten wissen wollen. Bailiet , topogr. des

aints, p. 59?. Mar timere.

Fontana , (Franciseus) von Neapolis , war ein geschickterMathematicus, und gab an. 1646. einen tractat, unter dem ti-tul: Novae coelestium & terrestrium Rerum Observationes,heraus. Er starb an. I6;6. an der pest. Crajso, elog. P. II.

Fontana , (Publius) war von Polucio, so nahe bey Ber­ gamo liegt, gebürtig, und lebte im XVI. feculo. Er hat ver-schiedene Lateinische gekichte und andere wercke mehr geschrieben,welche Marcus Antonius Foppa zusammen getragen, und her-aus gegeben. Es befinden sich darunter diese tractate : Le ve-glie Brefciane; dei proprio & ultimo Fine dei Poeta; Delphi-nis Carmina lib. III.; Damon sive Virgini Matri sacrum; Ima-go sive de D. Magdalena a Titiano depicta &c. Miraus , descript. saec. XVI. Gbilmi, theatr. Erytbraus, pin. I. c. 4;.

* Fontana, eine vornehme Gräfliche familte in Italien ,daraus nicht allein viele in dem orden der Maltheser-Ritter ge-wesen, sondern auch nicht weniger sich mit schriften hervor ge-than. Ausser denen, die in nachstehenden artickuln vorkommen,sind hier noch folgende anzumercken: Augustinus , der eine liniedieser familie nach Parma gebracht, und sie dafelbst fortgepflan-zet , ein gelehrter Jurist, und anfangs Rath des Hertzogs vonMantua , nachgehends Richter in bürgerlichen fachen zu Pia-cenza. Von ihm hat man Bibliothecam Legalem in 7. Folianten.Sem bruder Johannes, Bischoffzu Cesena, ist hieunten in ei,nem befondern art. zu finden. Fulvius dessen bruder, einMilsionarius der Jesuiter-Societat, hat folgende wercke ge-schrieben : Giesu Moribondo in Croce, Vero Maestro ä ben mo-rste , Mayland; II Padre e la Madre in famiglia, ibid. J Pre-gii della Toscana nelle Imprese piu Segnalate de Cavalieri diSanto Stefano, Flvrentz; La Nobilita Inftruita, Mayland;tznaresirnale dei P. Fulvio Fontana , Venedig ; Prediche per1 'Avvento , Mayland; Prediche dette nel Corso delle Mislio-ni, Bonomen; Pratica per ben disporsi ad una bona confes-sione si generale , comme particulare , e ad una santa com-munione, Mayland. Maria Polyxena Fontana, der vorigenschwester, eine Nonne in dem kloster St. Ursulä zu Parma , Hatihrer muhme Mariä Theodorä Fontanä leben zu Urbino her-aus gegeben. Aldigherius, des oben erwehnten Augustinisöhn, J. U. D. und Canonicus der Cathedral-kirche zu Parma ,Papsts Clementis XI. und Kaysers Jofephigeheimer Rath, hatLa Religiosa Santamente occupata , bände zu Venedig ; IILoldato instruito , zu Bvnvnien; Le Glorie della Religionedi 8. Stefano nelle Armi e Lettere , zu Mayland 1706. m 4.II Cortigiano instruito ; lOrigine della sacra & eminentiisimaReligione di Malta , zu BvNONien ; II Confessor delle Mo-nache instruito , zu Mayland ; Figlii instruit, ; la Servita in-ftruita ; und la Donzella inftruita , eben daselbst drucken lassen.La GaOeria di Minerva ,, tom. VII. P. VII.

* Fontana , (Aegidius) der erste Venetianische gefetz-geber,war em bruder Galliani Fontanä, aus Padua gebürtig. Erlebte gegen die mitte des V. saeculi , und wurde, nachdem sichwegen des Attilä verübender grausamkeit vieles volck aus denunhaltbaren städten in Italien auf die um Rivalto gelegene in-strln retiriret, und solche zu bebauen angefangen hatte, vonder regierung zu Padua dorthin geschickt, die neue colvniendurch die einiakeit der gefetze, deren einrichtung seinem gutbe-finden überlassen worden, in desto stärckerer Verknüpfung zu er-halten. Es geschahe solches mit erwünschtem succeß, und sei-ne abgefaßte statuten, welche die religion und qerechtigkeit zumgründe hatten, wurden mit allgemeiner bewilligung aufgenom-men. Die neu angelegte stadt ist nach der zeit Venedig genen-net worden, und wird dafelbst noch heut zu tage die Lex /Egi-diana in grossem werth gehalten. Von diesem Fontana ist dasberühmte und reiche gefchlecht Cummena, so noch hin und wie-der und sonderlich zu Padua floriret , entstanden. Er scheineteben derjenige Aegidius zu seyn, von welchem einige geschicht-schreiber, aber ohne gründ, erzehlen, daß er König zu Padua gewesen, und nachdem er von Attila in die flucht geschlagenworden, nach Rimini gekommen sey, allwo er von dem zu-künftigen zustande von Padua eine offenbarung gehabt habe.Scardeonius , de dar. Patav. III. p. 268.

* Fontana , (Carolns Josephus) ein Mitglied der AcademiedegiErranti zu Brescia , wie auch der Academie degli Fati-cosi zu Mayland, lebte in der letzten helfte des XVII. sieculi.Er hat in dem gefangnisse, darein er gewisser umstände wegengerathen, Le Bellezze diformi osia la Venere sinasheraca, Ri-tratto morale efpresso in duo coloriti geschrieben, auch unterdem nahmen Flaminii Lampugnani, le Pazzic del lusso herausgegeben. Giornak di formst.

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* Fontana, (Franchinus, oder Franciseus) aus Parma ge-bürtig , war Ertz-Bischoff zu Meßina , und AdministratorsBißthums Nola, als ihn Bonifacius VIII . an. 1296. mit derErtz-Bifthösslichen würde zu Mayland versähe. Ob er gleichdafelbst für einen ausländer gehalten wurde, setzte er sich dochdurch seine aufrichtigkeit, die er in allen seinen Verrichtungenhervor blicken ließ, in so grosses ansehen, daß er allezeit imstände war, der mächtigsten familie der Vice-Cornstum daselbstgewachsen zu seyn. Er hat den ersten grund-stein zur H. Geist-kirche geleget, welche an. 1296. von der stadt Mayland zu bauenangefangen worden, und ist an. 1308. zu Anghiera gestorben,aber nach Mayland in die Metropolitan-kirche begraben wor-den. UgheBus , Ital. sacr. tom. IV. pag. 200. VI. p. 257.

* Fontana, (Johannes) aus dem Modenesifchen gebürtig,war anfangs Archipresbyter zu Mayland, und des CaroliBor-romäi Vicarius, wurde darauf an. 1^89. Coadjutor zu Ferra-ra, und bekam indessen das Titular-Bißthum zu Tripoli, bis eran. 1590. zu bemeldtem Ferrara nach des Bischoffs tobe denverledigten sitz einnehmen konnte. Als Alphonfus II., Hertzvgvon Ferrara, mit tode abgegangen, weyhete er dessen Nachfol-ger, Cäsarem von Este, ein, that ihn aber kurtz hernach in dann.Sein Bißthum hat er gantz löblich geführet, und ob er gleichviele feinde gehabt, sind sie doch nicht vermögend gewesen, sei,nem wohl erworbenen rühm einigen abbruch zu thun. Er starbendlich den 6. julii an. 1611, in seinem 71. jähre. UgbeBut, ital.sacr. tom. II. p. ;;8.

* Fontana, (Johannes) ein Bischoff zu Cesena im Kir-chen-Staat, wurde den 3. jun. an. 16 97. dazu erwehlet, nach-dem er zuvor das Gouvernement zu Jmola und andere wichti-ge bedienungen verwaltet. Er hielte sich auch eine zeitlang inWien auf, allwo er in die Kayserl. Rilter-Academie aufgenom.men worden. Endlich starb er den 2. mertz an. ,716., und hatunter dem titul: la Sandra & la Pietä trionfante , lebens-be-schreibungen der Heiligen in 2. quart-bänden; ingleichen ilDio-cefano instruito; le Conferenze spirituali, und il Vescovo inVisita heraus gegeben. UgheBus, Ital. sacr. tom. II. p. 467.

* Fontana, (Philippus) ward an. 124;. Bischoff in seinervatter-stadt Ferrara , nahm in dem folgenden jähre die Franci.scaner in die stadt ein, und verrichtete an. ,246. die Legationvon Teutschland, wurde darauf an. 1250. Bischoff zu Flvrentz,aber in dem nächsten jähre hernach zum Ertz-Bischoss von Ra-venna ernennet. Er besaß einen so durchdringenden verstand,daß er gleichsam vor ein Oracul seinerzeit gehalten wurde. Jadas vertrauen in seine geschicklichkeit war so groß, daß manihm die Legation an den Ezelinum, der ein abgefagter feintvon der Römischen kirche war, und von dem er sich einst ansseiner gefangenschafft mit vielem gelde loskauffen müssen, an-vertraute. Endlich starb er, nachdem er ein Provincial-Lonci.lium gehalten, an. 1274. und wurde von jederman sehr betrau-ret. Superbus , de viris illustr. Ferrar. P. I. p. 14. Ugbetiui ,Ital. sacr. tom. II. p. 380. & 542. seqq. tom. III. p. 119.

* Fontana , oder Aqua di Trevi, eine grosse quelle in Cam.pania di Roma , zwischen Frescati und Rom , drey stunden vondieser letzter», welche zu Rom die meisten brunn-wcrcke speiset.

Baudrand.

Fontänen, oder Fortaneri, (Scrtorius) Cardinal, Ertz-Bischoff von Ravenna , wie auch nachgehends Patriarch vonGrado , war aus der provintz Guienne in Franckreich gebürtig,wiewol andere ihn für einen Engeüänder ausgeben. Er brach-te sich durch seine wissenschafften so empor, daß ihm die vor-nehmsten stellen seines vrdens aufgetragen wurden. Clemens VI. , oder vielmehr Jnnocentius VI., machte ihn anfänglichzum Ertz-Bischoff von Ravenna , hierauf zum Patriarchen vonGrado , und hätte ihm auch den Cardinals-Hut zugedacht, woer nicht an. r 3 62. gestorben wäre. Man hat von ihm anmer-ckungen über Augustini tractat, de Civitate Dei , desgleichen überverschiedene bücher der heil. Schrift, rc. Wiüot, Athen . Franc.Trübem, de script. eccl. Pitfius , dc Angl. script. &c.

* Fontaneto, lat. Fontanetum, und Fontes, ein flecken imMayiändifchen am fluß Goni, 2. meilen von Arona. Unter derregierung Kaysers Henrici IV. wurde ein Synodus von den Geist-lichen allhier gehalten. Arnolphi gesta Mediolanenf. III. II.apud Leibni2 , script. rer. Bruns. tom. III. p. 717.

Fontanon, (Antonius) Advocat bey dem Parlement zuParis , war aus Auvergne, und lebte in dem XVI. feailo.Man hat von ihm eine collection der edictcn, statuten und ord-nungen der Könige in Franckreich, von an. 1270., oder Ludo»vico IX. an bis fast an das ende des XVI. sieculi. Es ist einzum Französischen Jure Civili und Publico schr wichtig- undnützliches werck, wird auch deswegen sehr gesucht. DuMaine,bibl. Franq. *

* Fontange, (Maria Angeljca von Escorailles, Hertzo-gin von) war aus einem alten adclichen gefchlecht aus Au»vergne entsprossen, und eine tochler Johannis Rigaud vonEscorailles, Grafen von Roußille. Sie ward an. 1678. vonihren anverwandten, die durch ihre schönheit ihr glück zumachen suchten, an den Französischen Hof, und zu des Her,tzogö von Orleans , gemahlin als Cammer-Fräulein in dienstegebracht. Der König Ludovicus XIV. ward, nachdem ihmseine maitresse, die Marquisin von Montespan , dieselbe alseche unschuldige schönheit vorgeführet, und insonderheit lh-