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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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eilien, an dem fuß des unwegsamen berges 1a Forza, 7. meilenvon Meßina .

* Forzateuo , (M. Io. Bapt.) ein Paduaner aus vorneh-men geschlechte, und berühmter Rechtsgelehrter, gelangte an.ir;o. durch Vermittelung des Päpstl. Legaten zum Bißthum sei-ner vatter-stadt, konnte aber nicht eher als den ;. aug. an.1259. besitz davon nehmen, da der tyranne Ezelinus gestor-ben war » welcher die kichen-güther und deren jura seit 17.jähren, so lange der Bischoffliche sitz vacant gestanden, an sichgezogen hatte. Er wandte dahero allen sieiß an, den sowol inecclel>attic>8 als politicis eingerissenc» Unordnungen abzuhelf-fen, und feiner kirche aufnehmen zu fördern, brachte auch derUniversität die confirmation aller Privilegien von Urbano IV. zu-wege , und starb endlich nach vieler gulthätigkeit gegen die ar-men an. 128;. Ugheilm , Ital. sacra tom. V. p. 446.

* Forzateus, (Petrus \ Patriarch von Constantinopel undJerusalem , aus Padua gebürtig, hat zwischen dem IX. undX. ikculo florirt. Er wurde wegen seiner grossen geschicklich-keit als Paduanischer Gesandter nach Constantinopel geschickt,und vom Kayser, der ihn bey damaligen verwirrten umständenfleißig zu rathe zog, in hohem werth gehalten, auch in ver-schiedenen Gesandtschafften, und zuletzt noch an Papst Johan-nem IX. gebraucht. Nach seiner zurückkunft in Griechen­ land bekam er das indessen vacant gewordene Patriarchat,weiches er mit grossem rühm verwaltet , bis er eine zeitlangdarnach zu Cvnstaminopel mit tobe abgegangen. Scardeonim,de dar. Patavinis II. p. 126.

* Fofcarari, (Aegidius) ein berühmter Italiänischer Juri-ste, gebürtig von Bologna , starb daselbst als Professor den 9.januar. an. 1289. und hinterließ äe Oräine judiciorurn; äeOlficio Tabellionatus ; Quaestiones Juris ; &c. UoijJ'ard. icon.

Foscari , eine von den alten edlen Venetianischen familien.Sie hat sich nicht sonderlich ausgebreitet , und ist deswegennicht viel vermögend in der Repnblick. Indessen sind unterschie-dene Ambassadoren aus derselben entsprossen, ingleichen einigeProcuratöres von St. Marco, als Marcns an. 14,4., Phlljp-pus an. 1474-, Franciscus an. i;i 6 . Sie hat gleichfalls an.1341. einen Bischoff von Castello hervor gebracht, wie auch ei-nen Primicerium von St. Marco, nahmens Petrum, welchernachgehends znm Bischoff von Padua , und an. 1477. vonSixto IV. zum Cardinal gemacht worden. Den grösten glantzhat diesem geschlecht fr anciscus F oscari gegeben, welcher an.141?. zu der würde eines Procuratoris von St. Marco, undendlich an. 142;. nach Thomä Mocenigo tode, zu der würdeeines Doge gestiegen. In währender regierung machte er dasBrescianische, die landjchafft Bergamo , Crema, Ravenna , nebstandern örtern, der Repudlick unterwürfig , verrichtete auchsonst zu deren aufnehmen , beydes zu wasser und zu lande,viel rühmliche thaten. Dessen ungeachtet, nachdem er über34. jähr Hertzog gewesen, und alters halben gantz unvermö-gend worden, setzten ihn die Venetianer an. 1457. ab, underwehlten an seine statt Pascalem Mariperto , worauf jenerzwey tage hernach in dem 84. jähre seines alters mit tode ab-gieng. Amelot , hist. de Venise, tom. I. p. 147. tom. II.p. cii. sis. S4i·

Foscarini, eine von den alten edlen Venetianischen familien,die reich an Personen und vermögen ist. Bis dato hat sie nochkeinen Döge, aber doch sonst viel grosse lemhe hervor gebracht,und unter andern viel Procuratores von St. Marco, als an.i;i9. Marinum, an. i;44> Johannen,, an. 1364, einen an-dern dieses nahmens, an. 1369. Ludovicum, an. 1468. einenandern Ludovicum, (aus dessen epitaphio so viel zu ersehen,daß er vierzehen mal Ambassador, wie auch ein grosser Rechts-gelehrter und ein treflicher Redner gewesen) an. ,sf?o. Jaco-bum, (welcher an. is?2. zugleich mit Sebastiano Denier, undnachgehends abermal an. is9;. als General-Capitain die Ve-netianische flotte commandiret) an. iüss. einen Procuratorem,

( welcher gleichfalls zum General-Capitain ernennet war, abernoch das jähr starb) ungefehr ;o. jähr hernach Michaelem,an. 1701. Ludovicum, welche beyde die Procurator-würde mitgelb erkauft; zu ansang des XVI. fieculi war Ludovicus Fosca.rini Ambassador in Polen . Es sind noch viel andere dieses gc-schlechts in solcher function an ausländischen Höfen, oder inandern wichtigen ämtern der Repudlick gebraucht worden.An. isr;. hat einer, nahmens Sebastian Foscarini, zu Vene­ dig die Philosophie öffentlich gelehrt. An. ,622. kam derSenator Antonius Foscarini, welcher 6. jähr Ambassador inEngelland gewesen, durch eine falsche anklage jämmerlich umsein leben. Einer von seinen feinden hatte gemercket, daß er allenacht ein gewisses frauenzimmer zu besuchen pflegte, welchesnahe bey dem quartier des Spanischen Ambassadors wohnte.Hierauf gab derselbe ihn heimlich bey den Staals-Inguilstoribusan, daß er mit diesem Minister einer in Venedig dainals sehrverhaffeten nation in einem verdächtigen Verständnisse lebte,begehrte auch, daß man ihm gewisse spionen, ingleichen etli-che Gerichts-diener zugeben möchte, die den Foscarini, wenner aus des Ambassadors pallast käme, in verhafft nehmen könn-ten. Damit diesem Verleumder sein vorhaben recht von stattengieng , hatte er einen menschen von gleicher statur und vongleichen haaren, als der angekleidete Edelmann, bestellet, wel-cher in der gewöhnlichen kleidung eines Nobile, bey angegan-gener demmerung, alS die spionen schon aufpaffeten, in desAmbassadors Haus hinein , und zu einer Hinterthür unver-

merckt wieder hinaus gehen muste. Als den Staats - Inauii».wribus dieses hinterdracht worden, liessen sie, um besserer ac-wißheit willen, den Foscarini sowol in seinem eigene» haust,als auch an andern orten, wo er vermuthlich hätte seyn kön-nen, suchen, und weil man ihn, indem er allberttt bey seinemfrauenzimmer war, nicht antraft, so ertheilten sie befthl, jict,seiner person an dem orte, welche» der erste angcber andeutenwürde, zu bemächtigen. Dieser böswicht stellet- die Gerichts-diener, welche ohnedem wegen der prätendirten quartiers ftey-heit dem pallast des Ambassadors nicht gar zu nahe kommenwollten, aus eine solche art, daß Foscarini etwa« 2s. schrillevon des frauenzimmers Wohnung im finstern ertappet, und indas gefängnis der Staats-Jnquisitoren gebracht wurde. Dieseschickten ohne weitere formalitäten einen Beichl-vatler und ei,nen scharfrichter zu ihm. Er seines orts schrye über unrechi,mäßige gemalt, und prolestirte auf eine so nachdrückliche an,daß er sich nicht des allergeringsten Verbrechens wider denStaat bewußt wäre, daß der Beichl-vatter vor seine schuldig-keit hielt, den Inquisitoribus Nachricht davon zu ertheilen; al.lein er fand kein gehör, und der arme Foscarini, welcher sichals ein verzweifelter geberdete, auch bey der Verbitterung,worein ihn eine so unverschuldete grausamkeit stürtzete, nichtden geringsten tröst annehmen , noch sich zu einiger deicht ver.stehen wollte, muste sich ohne fernern Verzug durch den scharf-richter stranguliren lassen. Nach einiger zeit fiel der bvshajf.tige ankläger in eine tödtliche kranckheiti, und aus gewiffens-angst bekennete er kurtz vor seinem ende den gantzen verlausder fache. Wiewol nun bey solchen umständen weder der schul-dige gestraft, noch der unschuldige gerettet werden konnte, sowurde doch dem gedächtnis des Hingerichteten Foscarini einesolenne reparation gethan, und zu dessen ehren unterschiedenesvon dem Senat verordnet, auch sein söhn zum Procurator vonSt. Marco erwehlet, ingleichen die Verordnung gcmachel,daß in das künftige die Staats-Inquifiwres nicht befugt seynsollten, wegen solcher anklagen einen Nobile unverhört am le-ben zu strafen. Etliche haben vorgeben wollen , daß letzt-ge-dachter Foscarini durch seine lenthseligkeil, frömmigkeit und al.mosen bey dem volck und bey der Clerisey sich allzu sehr beliebtgemacht, und folglich bey dem Senat einen neidischen arg-wohn von seiner person erweckt habe, welches hernach die vor.nehmste ursach seines Unfalls soll gewesen seyn. An. 1671.den 4. ian. geschahe es, baß die beyden Nobili, Nicolans undSebastian Foscarini , da sie in einer loge von der Opera diSän Salvador sich befanden, durch einen andern Nobile, Jo-hann Mocenigo, mit 2. sack-pistolen gcschossrn wurden. Nico-lans muste nach verlauf etlicher tage daran sterben ; Seba-stian aber kam davon, und alle beyde erwiesen so viel groß.muth, daß sie bey dem Senat für ihren beleidiger, den ge-dachten Mocenigo, eine vorbitte einlegten. Dessenungeachtetwurde derselbe, nachdem er sich mit der flucht gerettet, desAdel-standes verlustig erklärt, und demjenigen, welcher ihn,damit er öffentlich enthauptet werden könnte, lebendig liefern,oder auch in dem Venetianischen gebieth tobten würde, 2000.ducaten, denen aber, so ihn an fremden örtern hinrichteten,4000. ducaten versprochen ; vieler andern harten clausuln, soin demselben urtheil enthalten waren, zu geschweigen. Nachverlauf einiger zeit aber wurde er nichts destoweniger resti.tuirt. Der Ritter Sebastian Foscarini, welcher auch krocu-rator von St. Marco war, starb als Ambassador der Repudlickin dem Haag, an. 1711. Amelot , hist. duGouv. de Venise,tom. I. p. 28. 194. i9S- 259. ;is- tom. II. p. 511. 542··Samt Didier, ville & Rep. de Venise, p. ;2. 2Z4.

* Foscarini, (Michael) gebohren zu Venedig an. i6;r/den 29. mertz, wurde an. 16S7. Sage des ordres, an. 1664.Gouverneur der vestung und insul Corfu, mit dem titul einesProveditors und Capitains , an. 16Ü9. Sage von Terra firma,vertheidigte an. 1670. den Morosini, der den frieden mit de»Türcken gemacht, mit solcher beredtsamkeit, daß er von dergegen ihm eingebrachten klage losgesprochen wurde, musie nebsteinigen andern an. 1672. die Plätze in Terra firma visitircn,nahm an. 1676. von der stelle eines Sage du Lonseil besitz, wur-de an. 1678. zum Historiographo der Repudlick ernennet, undstarb an. 1692. den ;i. may plötzlich ohne kinder. Erwür-be sehr jung in die Academie degli Incogniti zu Venedig auf-genommen , und verfertigte in seinem 19. jähre zwey viecen,welche in den Novelle Amorese degli Academici Incognitistehen, gab in seinem 21. jähre Honorii Dominici Camarelläsacram Purpuram & Musaeum illustriern Poetarum mit an.merckungen heraus, und verfertigte Storia della Republica diVenezia, welche nach seinem tode sein bruder, Sebastian Fo-scarini, zu Venedig heraus gab, worauf sie in die sammlungder Historien - schreiber von Venedig , so man an. 1722. gc-druckt, gebracht worden. Man findet vor dieser letzter» außagesein leben. Memoiret pour finir ä lbißoire des komme:iüuflr.

Foscaro, ( Petrus ) Bischoff zu Padua , wurde gantz heim-lich von Paulo II. zum Cardinal gemacht, weswegen die übrigenCardinäle nach dieses Papsts tode ihn nicht vor ihr mitglicd er,kennen wollten ; jedoch nahm ihn Sirlns IV. an. 1477. öffent-lich in das Cardinals-Oollegium auf. Er befand sich beyderwähl Jnnocentit VIII. und starb ,u Rom an. 148;.niut & Onupbriw , in vit. Pontific.

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