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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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den r;. mertz an. IÜ80. Der fehler dieses Mannes/ der sonstviel gute eigenschafften/ sonderlich von solchen an sich hatte ,die in die äugen fallen und einen angenehm machen / bestundhauptsächlich darin»/ daß er allzu sicher und unbedachtsam war/und sich auf alle die zu viel verließ, die ihm seines glücket undVermögens wegen gute mine machten; denn eben deswegenversäumte er/ sich vor den tücken seiner widerwärtigen zu ver-wahren. Er merckte zwar zu einer gewissen zeit des Cardi-nals anschläqe/ und hielt ihm dieselben vor; weil sich aber die-ser sehr freundlich stellte, auch den Colbert nöthigte, ihm eineart von abbitte zu thun, und Fouquet wußte, was vor wichti-ge dienste er dem Cardinal zeit seines cxilii und hernach ge-leistet, so daß er ohne ihn sich fast nicht würde haben erhaltenkönnen, nahm er biß alles vor baare bezahlung an. Er hattesich zweymal verheuralhet. Aus der ersten ehe hatte er eine ei-nige lochtet, die sich mit dem Grafen von Belhune vermählte;aus der andern aber söhne, davon der älteste, Ludwig Nico-laus, Graf von Vaur und Vicomte von Melun an. 170-;. ver-storben , der mittelste Caroluö Armandus , ein Pater Orswriiworden, der jüngste Marquis de Bell'Lsle, erstlich ein Mal«theser-Ritter gewesen, hernach aber in den ehestand getreten.

Memoires du terns. Memoires dAr tagn an. Memoires duMarquis de la Fare. Limieres, histoire de Louis XIV. Recueildes dtfenses de Mr. Fouquet. *

* Fouquet, (Blasius ) Abt von Barbeaur und Cantzler derKöniglichen orden, war ein söhn Francisci Fouquet, Bicom-te von Vaux, Requetenmeisters und Staats - Raths unterLudovico XIII. der bey diesem Könige und dem Cardinal Ri­ chelieu sehr viel galt, und der Maria von Maupesu, einer we-gen ihrer frömmigkeit berühmten Dame. Ob er sich schon inseiner jugend in vielen stücken überaus unbedachtsam und un-gereimt aufführte, so gewann ihn doch der Cardinal Mazarini,dem er sich gantz ergeben hatte, so lieb, daß er ihn bey den'damaligen innerlichen unruhen zu verschiedenen geschäfften ge-brauchte, seit welcher zeit der Abt sich in alle Staats - Händel,wiewol mit geringer ehre und schlechtem danck, zu mischenanfieug. Die gewogenheit, die der Cardinal vor ihn trug, unddas geld, so er bey seinem bruder, dem Ober-Interdanten derfinanzen, bekam , brachte ihm anfangs eine art von an-sehen , und insonderheit bey dem frauenzimmer am Hof, alsder Hertzogin von Chatillon, der Mademoiselle von Chevreu-se tind verschiedenen andern, viele Vortheile zuwege, wie manaber seine schlimme eigenschafften und seine schlechte geschick-lichkeit kennen lernen, fiel er in grosse Verachtung. Durch dieschlimmen Nachrichten, die er dem Cardinal Mazarini und demKönige von der Verschwendung und üblen Haushaltung seinesbruders» den er schon längst um seinen credit zu bringen ge,sucht hatte, ertheilte, ward er eine der hauptsächlichsten Ur-sachen von dem Unglück, das demselben hernach begegnete.Er war überhaupt ein unbeständiger, zänckischer, ruhmredi-ger und dennoch forchtfamer mann, und dabey so raachgierig,daß man ihm schuld giebt, er habe aus eifersucht wegen der Cha-tillon denPrintzen von Conde durch Meuchelmörder wollen hin-richten lassen, ingleichen der KöniguiAnna vonOesterreich zu vie-len malen gerathen, den Cardinal von Retz, mit dem er wegender Chevreuse Verdrießlichkeiten gehabt, auf gleiche weise vonder welk zu schaffen; wie er denn auch beständig 50. und mehrnichts-ivürdige kerls in seinen diensten gehalten , die bereit ge-wesen die grasten übelthaten, so er von ihnen verlangt, zu be-gehen. Memoires de Chojy, toni. I. de Montpevßer , tom. III.& IV. de Retz , tom. II. & III. de Gourviüe , tom. I. Annalesde la Cour U de Paris , tom. I.

* Fouquet, (Wilhelmus) von einer bey Angers gelegenenHerrschafft, so er an sich gebracht, gemeiniglich la VarenneSgenannt, ist deswegen merckwürdig, weil er sehr viel dazu bey-getragen , daß die Jesuiten unter Henrico IV. wieder nachFranckreich kommen dörfen , und daß ihnen insonderheit zu laFleche eine ansehnliche kirchc, und andere gebäude gestiftet wor-den. Er war an. rz6o. zu Fleche gebohren, und ein söhnRenati, der bey der Königin Johanna von Navarra Küchen-meister gewesen. Wilhelmus stund anfangs bey der nachma-ligen Hertzogin von Lothringen Catharina in gleicher bedienung,und ward von derselben als ein mann, der insonderheit mit derspickung der speisen vortreflich umgehen könnte, ihrem bruderHenrico IV. recommendirt, der ihn auch erst zum Küchenmei-ster brauchte, hernach zum Schleppeu-träger, und ferner zumStaats-Rath und General-Controleur der posten ernennte.Bey diesem Herrn machte sich Fouquet , wie einige melden,durch die dienste, so er demselben bey seinen liebes-händeln er-wies » überaus gefällig, wiewol andere versichern, baß die ur-sach solcher gnaden-bezeugung diese gewesen, daß Fouquet dieheimlichen anschlüge des Hertzogs von Guise entdeckt , unddem Könige offenbart habe. An. 159z. ward er zu einer ge-heimen Unterhandlung bey Philippo II. in Spanien , bey wel-cher er sich sehr ungeschickt aufführte, auch hernach weiterbey den ^ französischen unruhen zu verschiedenen versend»»«gen an dre Gouverneurs in den provintzien und an dem En-glischen Hof gebraucht, woher ihm Henricus I V. anfangs dasGouvernement von la Fleche, so dann das von Angers aege.den. Er starb an. 1616 und hinterließ ein grosses vermögen.Seine kinder waren, i.) Renatus, Marquis von Varennes,,»vn welchem N. Fouquet, Marquis von Varennes, herstamint,

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der an. Königl. General-Lieutenant in Anjou war; - >Wilhelmus , Bischvff von Angers ; ;.) Catharina, vermählteGräfin von Verlus. Aubigne , kill. tom. III. Thuan. tom. VCajet. chron. Novenn. tom. II. Mein. de Du Rleßs , tom. IIMenagiana. Remarques für la Confeffion de Sancy.

Fouquierres, ein berühmter mahler, aus Flandern gedü».tig, lebte zu ansang des XVII. feculi. Er konnte auf eine unge-meine art die landschafften abreissen, und wurde dahero von demKönig Ludovico XIII. befehlichet, die vornehmsten ,tadle vonFranckreich abzumahlen, welche so dann als eine sonderbare zier.de in dem Königlichen pallast sollten ausgehänget werden. Imübrigen war er ein sehr ehrgeitziger mann, in welchem affecl ernicht wenig geltärcket wurde, als ihn bemeldter König in denAdelstand erhub, da er fast zu keiner arbeit mehr zu bringen war,sondern lieber in grosser durftigkeit sein leben beschlossen woll.te. Felibim , vies des Peintres.

* Four, (Thomas oder Ludovicus Thomas du) warzuFc-

camp in derNormandie an. iSiz. gebohren, er legte sich mitso grossem eifer auf die Hebräische spräche, daß er bereits im17. jähre in derselben eine öffentliche dtsvulation halten konn-te. Darauf begab er sich an. 16,7. in die Congregativn St.Mauri, und starb in der blüthe seines alters den 2. ftdr. an.1642. oder 1Ö47. wie Perezius in bibl. Bened. Mauriana mel.det. Man hat eine Hebräische Grammatick, ingleichen l'z.raphrase für le Cantique des Cantiques , und Testament Spi-rituei pour fervir de preparation ä la mort von ihm. Mauvilie, melanges tom. I. DAcbery , catal. libror. Ascetericor.Le Cerf, bibl. de S. Maur. >

* Four, (Ludovicus du) sonsten gemeiniglich nur der Abtvon tlonguerue genannt, war ein söhn Petri du Four, Herrnvon Longuerue und Goisel, Lieutenant des Königs in demGouvernement von Charleville , und wurde zu Charleville an.16; 2. gebohren. Er nahm bereits in seiner kindheit in denwtssenschaffken dermassen zu, daß auch der König LudovicusXIV. , als er durch diesen ort reifere, einen so ausservrdentlichgeschickten köpf zu sehen verlangte. Sein lehrmeister war derberühmte Richelet, wiewol auch Perrot d'Adlancourt, alssein anverwandler, nicht unterließ, das scinige mit beyzutra.gen. Nachdem er sich nun unter deren änführung in Ruma-nioribus wohl umgesehen, fieng er in seinem 14. jähre an, dieHebräische und andere Orientalische sprachen zu studiren, undlast so dann die vornehmsten Commemarios, welche stwol vonJüden als Christe» über die Bibel geschrieben worden. Aufgleiche weise verfuhr er auch in historischen dingen, da er nichtleichtlich ein buch vorbey ließ, so zu seinem zwecke dienen konn-te , welcher dem vorgeben nach aus nichts so sehr, als aufdie erklärung der H. Schrift gerichtet war. Hiernächst erlern-te er die allermeisten Europäischen sprachen, wobey ihm denn,wie auch in seinen übrigen studien, seine ungemeine gedächlnis,krafft treflich zu statten kam. Ob er nun gleich die vorzöge,welche ihm um seiner weitläufcigen wissenschafft willen gebühr,ten, wohl wußte, und von sich selber nicht wenig hielt ; so woll-te er doch an den vielen theologischen streitigkeilcn, die bey sei-nem leben geführet wurden, niemals einigen antheil nehmen;wiewol es auch seyn kan, daß er dieselbe deswegen vermieden,weil er nicht in allen stücken mit den lehrsätzen seiner kirche ei-nig gewesen. Zum wenigsten gab man ihm durchgehends schuld,daß er eine gewisse differtation, die unter dem nahmen Alliriiheraus gekommen, und worinnen von der transsubstanliationnicht nach dem sinn der Römischen kirche gehandelt wird , ver-fertiget habe ; ob er schon solches niemals gestehen wollte. Erhatte übrigens zwey Adteyen, als die von Sept - Fontaines,Prämonstratenser -ordens in der Dioeces von Rheims, und eineandere, nahmens du Iard, in bet Dioeces von Sens, welchezu dem Augustiner-orden gehöret, und starb zu Paris den ir.nov. an. 17;;. Er hat sehr vieles geschrieben, wovon aberzur zeit nur eines und das andere heraus gekommen. Unter sei,nen gedruckten wercken sind zu mercken: eine Dissertation überden Tatianum, welche in derOrfordischen ausgäbe dieses Kir.chen-lehrers an. 1700. in 8. befindlich ist; Remarques für la Viedu Cardinal Wolsey, welche in des Desinolets memoires deliterature & dhistoire tom. VIII. anzutreffen; Annales Ada·cidarum ; und Defcription Historique & Geographique de laFrance, ancienne & moderne, zwey theile in folio; welchesletztere werck aber keines »vegcs den beysaü erhalten , welchener und einige feiner freunde sich eingebildet, sondern vielmehrbald nach der ausgäbe verboten, auch nicht eher wiedrum zuverkauffeu erlaubet worden, als bis darin» viele änderungengeschehen, die aber der Verfasser nicht vor seine arbeit erkennen

wollte. Mercure de France, fevr. 1754. Mimoires manuscr.

* Four , (Philippus Sylvester du) ein Franzos, war MManosque in der Dieeces von Cisteron in Provence um da»jähr 1622. gebohren. Nachdem er in seiner mgend sowol insprachen, als auch in andern studien einen ziemlichen gründ ge.leget, lernte er die Handlung , und gab zu Lyon eine» Materia-listen ab. Wie er aber dabey das studiren niemals ganyllwbey feite gesetzet, und hiernächst durch seine nach der Levaottgepflogene correspondentz, seine erkäntnis in historia naturaiizu vermehren, gute gelegenheit anq troffen; also sammlete ersich auch ein schönes medaillen-anliquitäten-und naturalten.ca-binet, welches ihm noch ferner die freund-und bekannttchamder berühmtesten Männer, als des Präsidenten Lamoignon, m>