530 fra
Minorisserin / eingeschlossene schwestern, arm« stauen, ge-nennet werden, insgemein aber heissen sie Clarisserin, und ge-hören zu ihrem orden auch die Conceptionistin, so von Beatricede Sylvia in Portugal ! gestiftet worden.
Der dritte ist der orden der Büsser undBüsserin, und be-greift unterschiedene art teuthe beyderley geschlechts in sich, alsi.) alle diejenige manns - und weibs - Personen,, welche in ih-ren Häusern wohnen, und die dritte rege! der büsser und busse-rin, von dem heiligen Francisco verfaßt , halten, wie Ludovi-cus der heilige, König in Franckreich, Jvo, Conradus undElzearius, so hernach canonisirt worden , gethan. 2.) AlleVersammlungen, welche in rechten klostern unter den drey or-dens-gelübden leben, als da sind die Fratres tertii OrdinisSt. Francisci in Franckreich, Spanien , rc. die Elisabethanerinund alle Tertiarin klöster in Teutschland , Welschland rc.
Die Tertiarios, welche in der mindern bruder klostern oderin den clausen wohnen, und mit dem Franciscanerchabit, dochohne kappen rechtmäßiger weise, und von einem Ordens-Obernseyn bekleidet worden. Hierzu gehören auch einiger Massen dieCordigeri. welche den gürte! St. Francisci tragen, und unter densatzungen der Ertz-Brüberschafft St. Francisci Seraphici leben.Wadmg. in annal . Sannigs chronick der drey orden St.Fran-
cifci. Hiß. des Ordres Monaßiq.
francisci , (Erasmus) war zu Lübeck an. 1627. gebohren,dahin sich lein vatter, Franciscus Fix, Braunschweigisch - undLüneburgischer Rath, der kriegs-unruhe wegen begeben hatte.Nachdem er in der schule zu Lüneburg und einigen andernGymnasiis guten gründ gelegt, besuchte er unterschiedliche Uni-versitäten , und übte sich sowol in der Redekunst als Rechtsge-lehrsamkeit. Hierauf wurden ihm einige von Adel anvertrauet,um mit ihnen zu reisen, weil er aber auf der reise in eine schwe-re kranckheit fiel, kehrte er nach erlangter gesundheit wiedernach Teutschland , verfiel aber zu Nürnberg aufs neue in grosseleibs-schmertzen, welche ein gantzes jähr anhielten. Hier ver-fertigte er unterschiedliche bücher, und weil solche wohl abgien-gen, entschloß er sich daselbst zu bleiben, wie er denn wegen ei-nes doppelten beinbruchs sich nicht geschickt befand, den vonden grösten Fürsten ihm angetragenen bedienungen vorzustehen ;doch endlich nahm er an. 1688. bey dem Grafen von Hohenlohe,Henrico Friderico, die stelle eines Raths an, blieb dem ohn-äeachtet zu Nürnberg , und starb daselbst an. 1694. Seineschriften sind: die geistliche golb-kammer der bußfertigen GOttverlangenden und in JEsu verliebten seelen; erinnerung derMorgenröthe oder geistliches hahnen-geschrey an die vertiefteHeryen im schatten des todes; drey theil der seel-labenden ruhe-stunden nebst einem dreyfachen anhange; die brennende lam-pen der klugen jungfrauen; das unfehlbare weh der ewigkeitfür die verächrer der gnaden-zeit; das ehr-und freuden-reichewohl der ewigkeit für die Verächter der eitelkeit; Widerlegungder Verleumdungen, welche der sogenannte Magister JohannMalthäi in seiner Ortbodoxia Bcehmiana wider ihn ausgeworf-fen , allwo zu ansang ein catalogus seiner schriften ,zu finden;neu-aufgerichtete liebes-kammer; die lustige fchau-bühne aller-ley curiositälen in drey theilen; die heran dringende Türcken-gefahr; Türckische Staats-und Regiments-befchreibung; neueund kurtze befchreibung des Königreichs Ungarn unter den nah-mens-buchstaben L. M.; Türckisches städte-büchlein unter demnahmen Theophili Urbini; der hohe trauer-saal in vier theilen ;neuer politischer Florus ; schauplatz denckwürdiger geschichte;Ost-Wcst-Jndianifcher und Sineflscher lust-und Staats-gartenin zwey theilen; historisches räuchfaß in drey theilen, nebst ei-nem fupplemcnw ; das eröfnete lust - Haus der obern Welt;der dir erd umgebende luft-kreis; verwerffung des cometen-ge-spötts; der Ottomanmsche welt-hammer; schau-und ehren-platz Christlicher tapferkeit; die ehre des Hertzogthums Crain,welches er aus dem manuscript des Freyherrn von Valvaforin reines Teutsch gebracht, und mit anmerckungen vermehret;der höllische Proteus, &c. Pippwg. memor. Theol. p. 1078.
* Francisci , (Martinus) war in dem Peitzischen districtvon sehr armen eitern gebohren, und wurde anfänglich nachMosca als Diaconus beruffen, allwo er mit einem menschen,der zu Flißingen in Seeland von Manichäischen eltern gebohrenwar, und in Franckreich mit dem teufe! ein pactum wollte ge-troffen haben, zu thun bekam, und davon an. 1Ü78. einentractat zu Budißin in 8. unter dem titul: bekehrter Mani-chäer, heraus gab. In eben diefem jähre wurde er zumDiaconat bey der Haupt-kirche in Bautzen vocirt; er bliebaber nicht lange daselbst, sondern gieng wieder nach Mosca,als man ihm die stelle eines Superintendenten antrug. Erstarb an. 1698. und hinterließ himmlisches Jerusalem , ausden sonntäglichen Evangelien, Leipzig 163;. Grössere Laußn.mrrckw. th. II. p. 42. 86. seqq.
Röntge und printzen von Franckreich :
Franciscus I. , Königin Franckreich, war ein söhn CarlSvon Orleans und Louise von Savoyen. Er verlohr seinenvatter sehr jung , für den sich aber König Ludwig XII. ,seiner als des nächsten Cron - folgers, im fall er selbst kei-ne linder bekäme , annahm, und ihn durch Artum Gouf-fier de Boisy erziehen ließ. Er gab ihm auch das Hervog,thum Dalois, davon er sich nennte, da er vorher nur Graf
f r a
von Angoulerne geheißen. An. 1512. machte erihnzumm.,neralißlmo der armee, welche Navarra wieder einnehmen &«.te, es ward aber auf diesem zuge nichts ausgerichtet W1514. gab er ihm seine Printzeßin Claudie zurgemahlin: undmit ihr das Herbogthum Bretagne , wiewol Franciscus balddarauf von dem Könige wegen dieser Verbindung nicht zum de«sten angesehen ward, weil sich derselbe selbst wieder vermähl-te und noch erben hoffte. Als er die neue Königin empfan-gen sollte, verliebte er sich in dieselbe , und weil sich auchdiese zur belvhnung sehr geneigt gegen ihm erzeigte, entstündeschon bey seinen geheimsten freunden eine grosse sorge, rr mv».te sich hierdurch den weg zu der Cron versperren , als ihmaber du Prat vor andern diese Vorstellungen machte, ließ ersich bey zeiten auf andere gedancken bringen; wie nun mitdem ansang des jahrs izr;. Ludwig XII. ohne erben mittobe abgieng, folgte ihm Franciscus auf dem throne, undnahm gleich den titul eines Hertzogs von Mayland an, mit demschlussc, ehestens in Italien einzubrechen, welches er auch nochselbiges jähr in person verrichtete, und die grosse schlackt bevMarignan wider die Schweitzer gewann, in welcher er person,lich mit grosser tapferkeit föchte, und weil das treffen mildemersten tage nicht geendigt ward, des nachts über sich an einemstück lehnend ruhte, auch den durst mit morastigem wasser zu Ifcschen gezwungen ward. Nach dem siege ließ er sich, der dama,ligen gewohnheit zu folge, durch den bekannten Peter Bajacdzum Ritter schlagen. Es ward hierauf Mayland vollends ero-bert , Franciscus traf mit den Italiänischen Fürsten , so sichgegen ihn verbunden hatten, einen vergleich, und richtete mitdem Papst anstatt der 8an«stionis Pragmatik das sogenannteConcordat auf, darauf zog er wieder nach Hause, und brachtedie folgende jähre bis an. 1521. ruhig zu, machte sich indessendie Schweitzer durch geld wieder zu freunden, und löste vonden Engellandern Tournai wieder ein. Ader an. 1519., daFrancisco sein bemühen um die Kayserliche würde fehl geschla-gen war, entstund deöhalben zwischen ihm und Kayser Carl» V.eine verbitterunn , wodurch unterschiedene forderungen, so siegegen einander yattcn, ob sie gleich in dem zu Nojon an. izis.gemachten vergleich beygelegt heissen sollten, wieder auf die bahnkamen, und weil es auf beyden seilen nicht viel gelinde rath.schlüge geben konnte, brach es endlich in öffentlichen krieg aus,der an. 1521. zugleich in Navarra , in den Niederlanden undin Italien angieng. Im ansang nahmen die Franzosen Navar-ra in wenig tagen ein, verlohren es aber gleich wieder, ob siewol schon bis in Castilien gedrungen waren. Jedoch nahmensie darauf Fontarabien weg, welcher ort hernach den schon aufgutem fusse stehenden vergleich hinderte. In den Niederlanden ,allwo der krieg deswegen angegangen war, weil sich FranciscusRoberti von der Marck angenommen hatte, mit welchem derKayser anfänglich kriegte, ward ihnen Tournai weggenommen,jedoch überrumpelten und plünderten sie Hesdin. In Italien gieng es am allerschlechtesten. Denn weil die Königliche mut,ter aus haß gegen den daselbst commandirenden General Lau-trer , das dahin beorderte geld zurück hielt, und den Schatz-meister Semblanqai wider dessen willen zwange, solches ihrozu bezahlung dessen, so sie auf dem schatz-amt auszustehen zuhaben behauptete, auf einmal herzugeben, die Französischearmee auch eben, wegen diesem ermangelnden gelbe zur schlachtbey Bicoque genöthiget wurde, und allda an. 1522. einen ziem«lichen streich bekam , gieng das Mayländische und Genua ver»lohren, welche stadt an. i?i;. Französische befatzung ringe,nommen hatte. An. 1522. kündigte Francisco auch der Königin Engelland krieg an , mit dem er doch einige jähre vorher,als sie zwischen Ardrcs und Guines eine prächtige zusammen»kunft hielten, veste freundschafft gemacht zu haben schiene.Aedvch thaten sie ihm keinen sonderlichen schaden, wie dennÜberhaupt der krieg auf der Niederländischen feite gar schläfriggeführet ward. An. 152z. wollte der König selbst nach Ita lien gehen , allein der abfall des Connetable von Bourbon, (andessen Mißvergnügen der König selbst einige schuld hattel welcherzum Kayser ubergieng, hielt ihn zurücke, und warb Bonnivctmit einer armee dahin geschickt, der aber durch seine üble auf«führung selbige mehrentheils verlohr, und gezwungen wardMit dem rcste nach Hause zu gehen. So nahmen auch dieSpanier Fontarabien wieder weg, und die Engelländer nebstden Flämischen streiften, nachdem sie Mondidier besetzt, biseilf meilen von Paris . Im folgenden jähre 1524. brachen dieKayserliche» in Provence ein, und belagerten Marseille , müßenaber mit grossem Verlust abziehen, und der König Franciscusfolgte ihnen wider alles cinrathen und bitten seiner mutter undder meisten Ministers nach Italien . Brantome meldet hier»,der diesen merckwürdigen umstand, es habe den König zu ei.nem so gefährlichen zuge nichts so starck bewogen, als die ihmvon dem Admiral Bonnivet überbrachte zeirung der sonderbarenschönheit einer gewissen Mayländerin vom Adel, nahmen»Signora Clerice, welche er der Admiral bey seinem vorigenzuge wohl gekannt, und deswegen wiederum zu sehen wünscbi-tc, auch dem Könige zu solchem ende von ihro die allerlusseßkHoffnung machte. Also werden oft die wichtigste dinge aus denallerschlcchtest-und liederlichsten Ursachen unternommen; jedochbey diesem allen ließ sich für Franciscum im ansang allesziemlich wohl an , indem er die stadt Mayland ohne wi-derstand einnahm, auch den Papst bewog mit ihm in büod«nis zu trtten. Wein, weil er sein glück nicht recht verfolgte.