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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Carole VIT. von Franckrcich, und nach dessen tod an. i4st. Lu,dovico XI. die gewöhnliche Huldigung. Weil aber dieser Königsich vorsetzte, die macht der Grossen seines Reichs, und sonder-lich der beyden Hcrtzoge von Bretagne und Burgund zu unter-drücken , stifteten diese die bekannte Ligue du bien Public wi-der denselben; und als der König an. 1464. wegen der formulder lehns-pflicht und andern fachen mit Francisco einen streit an-fieng , auch auf dessen ausbleibung nach erfolgtcr Citation widerihn zu selbe zog, hielt dieser auf einrathen seines getreuen Mi-nisters Tannegun du Chatel, den König durch gute erbietungso lang aus bis die übrigen von der Ligue mit den kriegs-rustun-qen fertig waren, und nach Paris giengen, worauf endlichFranciscus II. nach der schlacht bey Monlleheri zu dem Grafenvon Charolois stieß, und sich von Pontoise meister machte. Eswurde aber an. 1465. im oct. friede gemacht, und trafst dessel-ben unter anderm des Königs druder Carolo, der das Haupt derL>g»e gewesen, die Normandie gegeben. Der Hertzvg FranciscusII. galt den diesem Carolo so viel, daß er in der that die gantze re-giernng im lande führte, welches aber endlich die Unterthanenso mißvergnügt machte, daß, nachdem der König mit seinenheimlichen sollicitationen darzu gekommen, gantz Normandie re-bellirte, und Hertzvg Carolus nebst Francisco Is. nach Bretagne fliehen, beyde aber an. 1468. mit deni Könige einen neuen frie-den zu Ancenis eingehen musten, trafst dessen Franciscus allenbündnissen mit dem Hertzvg von Burgund und andern widerden König absagte, Carolus aber anstatt der Normandie Guien-ne bekam. Nichts destowrnigcr unterliessen d,e Printzen, undinsonderheit Franciscus II. und Carolus von Burgund niemals,mit einander im Verständnis zu leben, und als der König an.14S9. jenen in den neu aufgerichteten orden St.Michael aufneh-men wollte, schlug er es aus, theils weil er den orden des gül-denen Vliesses von demHertzoge von Burgund bereits angenom-men hatte, theils weil einige Puncten in den ordens-statute» sei-nen Verzügen nachtheilig waren. Es brachte aber der Königden Hertzvg nachmals an. 1472. doch wieder von Carolo ab,worzu die bestechung Lescun, seines vornehmsten Ministers, dasmeiste beygetragen. AIs aber Carolus an. 1477. gestorben, hat-te Franciscus II. grosse ursach auf seiner Hut zustehen, undschloß daher mit Engeüand ein bündnts , welches doch KönigLudwig XI. bald durch dessen bediente, die er bestochen , erfah-ren, wiewol er aus furcht vor Engelland den Hertzvg ruhig ließ,und sich vielmehr um dessen freundschafft bewarb. Nach Ludo-vici XI. tobe an. 148z. hleng sich der gröste theil des Adels ,weil er über des Hertzogs favoriten Landois mißvergnügt war,an den Französischen Hof, und hingegen der Hertzvg mit seinenfavoriten an den Hertzvg von Orleans Ludovieüm; zog sichaber dadurch einen krieg auf den hals, welcher dergestalt un-glücklich ablief, daß Franciscus II. nachdem er die schlacht zuSt. Aubin du Cormier eingebüßt, fast sein gantzes land verlohr,und endlich an. 1488. den 28. aug. zu Säble einen friedenschliessen muste, worinn er versprach, daß er seine töchter nichtohne des Königs einwrüigung verheurathen, und dem KönigeSt. Malo , St. Aubin, Dinan , Fougeres nnd andere Plätze,so derselbe weggenommen, lassen wollte. ES ward aber dieserfriede nicht erfüllt, denn Franciscus II. starb gleich 11. tage her-nach, 2. töchter hinterlassend, davon die eine wenig Wochen nachihm gestorben, die andere aber, nahmens Anna, (von derenein besonderer artickul,) das Hcrtzogthum Bretagne König Ca-rolo VIII. ihrem gemahl zugebracht, bwchard. Argentrt , hist.sie Bretagne .

Franciscus von Este, Hertzvg von Modena und Correggio ,war ein söhn Alphonsi und Elisabethä von Savoyen, gedohrenan. 1610. Seinem vatter, welcher sich in den Capuciner-ordenbegeben, folgte er an. 1629. in der regicrung, und führte dieselbemit grosser klugheit. Er erhielt von dem Kayser an. 16;;. dasFürstenlhum Correggio zu lehen, worauf er nach Spanien gieng,und daselbst von Philippo III. zum Vice - König in Catalonien und General des Oceani ernennet wurde. Nachmals schlug ersich zu den feinden des Hauses Oesterreich, und bekam erstlich die. chargc eines Generals über die trouppen der in Italien wider ge-' dachtes Haus vereinigten Fürsten,und nach diesem das comman-do über die Französische armee; da dann unter ihm an. 1690.

^Valenza erobert worden. Er starb den iz. oct. an.1698., vonseiner ersten gemahlin Maria, Hertzogs Rainutii von Parmatöchter, Alphonsum, Almericum, Isabellam und Eleonoram,chnd von seiner dritten gemahlin Lucretia , Fürstin von Palestri-na, Rainaldum hinterlassend. Seine zweyte gemahlin war Vi-ctoria , der erster» schwester, und starb ein jähr nach dem bey-lager an. 1649.

Franciscus von Lothringen, Hertzvg von Guise und Auma- le, Printz von Joinville , Marquis von Mayenne rc. Ritter desKöniglichen ordens, Pair, Groß-Hofmeister, rc. von Franck-reich, General-Lieutenant, Gouverneur von Champagne undBric, war der älteste söhn Claudii von Lothringen, welchen ermit Antonia von Bourbon gezeuget hatte, und wurde an. 1919.den 17. febr. gebohren. Er ließ bey verschiedenen gelegenheiten, eine sonderbare tapferfett sehen, und machte den ansang dazubey der erobcrung der vestung Montmedy an. 1942. Gleicheproben bewies er auch bey dem entsatz der stadt Landrecy an.iS44., und in Vertheidigung des Platzes St. Dizier an. 194z."Das jähr hernach befand er sich bey der bclagcrung Boulogne,und wirrde auch daselbst verwundet. An. 1547. war er bey der

crönung Königs Henrici II. Derselbe war ihm auf eine sonder-bare art gnädig, und machte ihn in dem gedachten jähre zumHcrtzoge von Äumale, Gouverneur von Dauphine und Groß-Iägermeister, richtete auch das land Joinville zu einem Fürsten-thum auf. Franciscus machte sich dieser gnade durch seine gros,se Verdienste fähig; er beschützte die stadt Metz wider Kayser Ca«rolum V. , und nöthigte ihn die belagerung aufzuheben; Calais riß er den Engelländern, und Diedenhvsen den Spaniern ausden Händen, und dirigirte nach Henrici II. tode unter Franci-sci II. regierung, nebjt seinem bruder dem Cardinal, dem gan-tzen Staat von Franckrcich, welches »hm aber der Grossen neidund feindschafft auf den hals zog,und nicht wenig zu der conspi-ration zu Amboise an. 1960. wider ihn beygetragen. Er fchlugdie Kayserlichen an. 1994. in der schlacht bey Renty, und nö-thigte z. jähr hernach die Spanier, daß sie mit Paulo IV. ftie,de machen musten. Aus Italien wurde er zurück geruffen, alsdie Franzosen an. 1997. in der schlacht bey St. Quiutin denkürtzcrn gezogen, da er dann durch seine kluge aufführung undmuntern seist alles wieder aufgerichtet. Man berathschlagtesich hierauf, ihm den titul eines Vice-Könlgs zu geben; alleinweil derselbige ein zeichen eines allzugrossen ehr-geitzes zu seynschiene, wurde er zum General-Lieutenant über des Königs ar-meen beydes inn-und ausserhalb des Reichs gemacht, welcheehrenstelle ihm von König Henrico II. und Francisco«!!., wieauch allen Parlementcn bestätiget wurde. Als aber CarolusIX. zu ansang seiner reLierung sich aus antrieb seiner muller,(welche wegen der grogen macht des Hauses Guise in sorgen zustehen anfienge,! nicht so gnädig gegen ihm bezeugt, schlug ersich zu dem Connetable von Montmorency und Marschall vonSt. Andre, richtete mit beyden den sogenannten Triumviratauf, verließ auch, unter dem vorwande der religion, indem derberühmte Admiral Coligni alles zu sprechen statte, den Hof.Als er hernach an. 1961. wiederum nach Paris kam, gerrethenseine leuthc unterwegs mit den Protestanten zu Vassy, allwo die-se ihren gottesdienst verrichteten , in einen streit, oder griffensie vielmehr nach gesuchtem anlas unter Haltung ihres gvttes.diensts an, tödteten derselben 60. und verwundeten 200., wel-ches unternehmen beyden parteyen die Waffen zu ergrcissen an-las gegeben. Der Hectzog nahm so fort Rouen und Bonrgcsein , und nachdem er zu dem sieg des treffens bey Dreux eingrosses beygetragen, belagerte er an. 196,. Orleans, wurdeaber daselbst von Jean Poltrot meuchcl-mörderischer weise vonhinten in die schütter geschossen, woran er 6. tage hernach ge-storben , welchen tod seine kindcr auf eine barbarische weise andem Admiral und seiner pariey, unter dem vorwande, daßPoltrot in der Marter auf ihn bekennet, gerochen. Er vermähl-te sich an. 1949. mit Anna von Este, Hertzogs Hcrculis vonEste töchter, die ihm Henricum, Carolum, Ludovicum Cardinalund Ertz-Bischoff, nebst Antonio, Francisco und Maximilia-no, welcheletztem in ihren jungen jähren gestorben, wie aucheine töchter Catharinam, so an Ludovicum von Bourbon Hcr-tzog von Montpensier verinählt worden , gebohren. Tkuanus ,hist. lib. I. & XXXIV. Bellay. Rabutm. Caßeinau. Mauvis-fierc. Davila. Matthäus. Mezeray &c. *

Franciscus von Lothringen, Graf von Daudemont, warder jüngste söhn Hertzogs Caroli II. zu Lothringen und Bar,welchen ihm Claudia, Königs Henrici II. in Franckrcich töchter,an. 1972. den 27. febr. gebohren hatte, wiewol andere das jähr1971. angeben wollen. An. 1991. begab er sich, mit einwilli«gung seines vatters, nach Franckrcich zu der Ligistischcn partey,wobey er 600. Lothringische küraßirer commandirte. An. 1999.verließ er Franckrcich wieder, und begab sich auf 7. jähr in Vene-tianische kriegS-dienste, da er dann die charge eines Generals,nebst einer jährlichen pension von 12200. cronen erhielte. Alshierauf an. 1606. sich ein krieg zwischen Paulo V. und gedachterRepublick entsponnen, wollte er sich zwar wider den Papst ge-brauchen lassen, wurde aber davon durch seinen vatter, aus chr-erbietung gegen den Päpstlichen stuhl, verhindert. Weil er nunglaubte, daß dieses seiner ehre zu nahe gienge, fiel er aus gram ineine gefährliche kranckheit, davon er aber wiederum genesen, alSdas jähr hernach zwischen beyden parteyen friede geschlossen wur-de. Hieraufzerfiel er an. 1621. mit seinem bruder dem HertzvgHenrico, so seine töchter Nicoleam an Ludwig von Lothringen,Printzen zu Psaltzburg, vermählte, und dadurch zugleich die suc-ceßion in dem Hcrtzogthum Lothringen auf ihn bringen wollte,in grosse Uneinigkeit, darüber Franciscus in Bayern entfliehenmuste; doch wurde die fache endlich wieder in der gute beygelegt,da Heuricus des Francisci söhn, Carolo seine töchter verspro-chen ; hingegen Franciscus seine töchter Henriettam, dem obge,dachten Lüdövico von Lothringen , Printzen von Psaltzburg, bey-legen lassen. Er starb an. 1692., von seiner gemahlin Christina,GrafPauli zu Solms erb-tochter, bereits angeführte kinder hin-terlassend. Loyens synopfis rerum gestarum ä Lotharingiae, &c.Ducibus.

Franciscus von Lothringen, Ritter von Malta, Groß-Priorund General der Französischen galeeren, ein söhn Claudii vonLothringen, und Antoniä von Bourbon, wurde an. 19,4. deni«. april gebohren. Er ließ gleich seinem bruder grosse tapfor-keit in beschützung der stadt Metz und in der schlacht bey Rentysehen. Nachdem er zu Malta zum General der galeeren erwehltworden, lief er für den ansang nur mit 4. galeeren aus, undrttö er einige zeit vergeblich auf die Türcken gekreutzct, trieb