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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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ihn sein ungemeiner Helden-muth so weit, daß er sich vor demmrer - port zu Rhodis präsentirte, und die Türcken durch vielpraviren zur schlacht ausforderte; als nun 6. galeeren mit denbesten Türckischen Matrosen, soldaten und Ianitscharen besetztauf ihn losgiengen, kam es nahe an dein port zu einem über-aus hitzigen gefecht, welches bis in die finstere nacht währte,darinn dem Groß - Prior zwar auch eine galeere in den gründgebohret ward, er aber hingegen zwey der feindlichen zu gründrichtete, ein anderes eroberte, und die drey übrigen in die fluchtjagte. Nun war da freylich die eingelegte ehre sehr groß, weilaber dabey sehr viel war gewaget worden, und zwar ohne Hoff-nung etwas damit zu gewinnen, auch würcklich viel tapfereRitter und soldaten verlohren gegangen , so wollte die fach denalten Ordens - Rittern nicht in allem gefallen. Als er daraufwieder zurück nach Franckreich gekommen, wurde er zum Gene-ral der galeeren dieses Königreichs an. 15 $7. ernennet. In sol-cher würde führte er einige zeit hernach seiner schwester Mariader Königin in Schottland , hulfs - völcker zu. An. 1562.wohnte er der schlacht bey Dreux bey. Als er nun daselbst dengantzen tag gefochten, und in einen heftigen schweiß kommen ,seine bediente sich aber nach geendigter schlacht» um ihm tuekleider zu ändern, nicht finden liessen, und darneben bey an-sang der nacht die luft sehr kalt wurde, überfiel ihn ein feiten-stechen, Pwran er nach sechs Wochen seinen geist aufgeben mu-ste. Man mercket von ihm an, daß er aller orten eine grosseanzahl spionen unterhalten, und viel gelegenheiten ausgespähethabe, den feinden seines Königs und ördens auch an entferntenorten schaden zu thun; wie er dann noch an eben dem morgen,da die schlacht bey Dreux sollte gehalten werden, versicherte,daß, so fern er dabey umkommen sollte, ihn nichts mehrers ge-reuen wurde, als daß er nicht vorhrro noch einen auf Rhodisgefaßten anschlag ausführen könnte, von dessen glücklichen aus-schlag er ohne den geringsten zweifel versichert wäre. Thuan.

Bau.iouin , hist. de Malte. DAviia , Brantome &c. *

H ranciscu s II., Marggraf von Mantua , aus dem HauseGonzaqa , war Friedrichs 1 . söhn und ein berühmter kriegs-held. Die Venetianer vertrauten ihm, ungeachtet seiner jugend,ihre armee an, da er sich in dem treffen bey dem fluß Taro, , oder,wie es von den Franzosen genennet wird, bey Fornoue, sehrwohl hielt. Nachgehends hat er sowol den Venetianern als dem

t ertzoge von Mayland, und dem Könige von Neapolis gedient.

ndlich brachten ihn die Franzosen auf ihre feite, und Ludwig XII. trug ihm in dem krrege wider die Spanier um Neapolisdas commando aus. Weil er aber vorher immer wider Franck-reich gewesen war, ward ihm nicht getrauet, und gar schuld ge-geben , er wolle die feinde nicht genugsam beissen. Als er bißmerckte, stellte er sich kranck, verließ also mit Manier die armee,und zog auch die Italiänische reuterey nach sich. Hierauf ist erKaysers Maximiliani I. und des Pavsts Julii II. General, auchGonfalonier des Kirchen-Staats gewesen, da er sich denn allezeitverständig und tapfer eriviesen, und sonderlich durch seine groß-muth und sreundlichkett die soldaten zu gewinnen gewußt. Erstarb an. 15 29., und hinterließ drey söhne und drey töchter. Guic-ciardin. üb. II. seqq. Sacci hist. Mantua . Pojjitin. hist. Gonzag.Mimoims des Cours de lItalie.

Franciscus I. von Orkans , Graf von Longueville undDunois, ein sohn Johannis des ersten stamm - vattcrs des Hau-ses Longueville, war einer von den vornehmsten Partisanen desHertzogs von Orkans Ludovici, seines vettern, als solcher an.1484. unter währender Minderjährigkeit des Königs in Franck-reich Caroli VIII., wider die Regenten unruhe erweckte. Er rie-the ihm, sich an des Hertzogs von Bretagne Francisci II. favo-riten Landois zu halten, wider den der Adel des landes denFranzösischen Hof zu hülsse geruffen hatte; da er aber an demwar öffentlich zu brechen, kam der Hof dem Hertzoge von Or-leans bey zeiten auf den hals, und Graf von Dunois muste nachAsti in Italien , so dem Hause Orleans zuständig war, ins exi-lium gehen. Er brachte es aber bald wieder dahin, daß ihm er-laubt wurde nach Dauphine zu kommen; so bald er da war,fiengen die intriguen von neuem an, und ehe mans sichs versähe,kam es zu einem krieg, welcher aber vor die Hertzoge von Bre­ tagne und Orleans unglücklich lief, indem der erste fast seinesgantzen landes beraubet, der andere aber an. 1488. in der schlachtbey St. Aubin du Cormier gefangen wurde. Der Graf entsetz-te noch zu allem glück Nantes , worauf endlich ein friede zwi-schen dem Hertzog von Bretagne und König Carolo VIII. erfolg-te ; weil aber der Hertzog bald hernach starb, gieng der kriegvon neuem an, welcher aber gelegenheit gab, den Grafen nebstdem Hertzog von Orleans mit dem Hofe auszusöhnen. Dennweil der König die erbin von Bretagne , die sich schon mit demRömischen Konig Maximilian versprochen, zu heurathen such-te , böte ihm der Graf seine dienstc hierzu an, mit dem beding,daß derHertzoa von Orleans auf freyen fuß sollte gestellet wer-den. Dieses that der König , worauf der Gras gleichfalls sei-nem versprechen nachkam, und nebst dem Printzcn von OranienJohanne II. die fache zum glücklichen ende brachte; aber nochvor der völligen Unterzeichnung des heuraths - contracts an.i4yr. mit tode abgieng, zu grossem leydwescn des Hofes, we-gen seines grossen Verstandes , und feiner tapferkcit. Seinenachkommen siehe unter dem Wort Longueville. Daniel,hist.deFrancetom.il. col. 1466. 1477. 1485. 149$. i 51 >.* 55 ?-

Franciscus I, Gforza oder Gfortia, war Jacob! Ff°r-za natürlicher söhn , an. 1401. gebohren. Siehe Sforra(Jacobus) Der König Ladislaus machte ihn an. 141»Grafen von Trimacino, und nach seines vatters tobe gab ihmdie Königin Johanna, als dem ältesten von seinen söhnen,dessen güther. Er machte sich von seiner ersten jugend an, durckseine tapferkcit und kriegs - wissenschafft einen nahmen, inmas-sen ihn denn nach seines vatters tode dessen armee zum Generderwehlte. Hierauf zog ihn der Hertzog zu Mayland PhilivpusMaria an sich, und machte ihn im 2;. jähre seines alters -umHeerführer gegen die Venetianer; weil ihm aber diß unter denMayländern viel neider machte, legte er selbst das General«!nieder, und behielt blos ein unter - commando, welches er mitso vielem rühm verwaltete, daß ihn der Hertzog in die familieder Visconti aufnahm, und seine Printzeßin Blancam ihm zurgemahlin versprach. Allein es entstunden bald zwischen ihnenallerhand Mißverständnisse, die letztlich Franciscum bewogen, inVenekianische dienste zu gehen. Nun ward er zwar bey erfvla-tem frieden auch wieder ausgesöhnt, und die gedachte vermäh.lstng vollzogen, das mißtrauen aber nicht gehoben, inmassenman meynte, er habe vorgehabt Philippum vom throne zu Mfett. Über diesem starb der Hertzog an. 1447. , und weil Franci-scus, den er kurtz vorher wider die von neuem unruhige Vene-tianer zu hülsse geruffen hatte, mit einer armee im anzeige war,liessen ihm die Mayländer das commando, da er denn den kriegzwar glücklich führte, sich aber mit hülffe der zu seinem gebotstehenden armee, zuletzt selbst der stadt und des HertzogthumsMayland bemächtigte, inmassen er denn an. 1450. seinen ein,zug daselbst hielt, und zum Fürsten angenommen wurde. Erführte das regiment sehr wohl, war auch absonderlich darinnenglücklich , daß ihm die Franzosen an. 1464. die stadt Savona und alles auf Genua habende recht abtraten , worauf er sichauch dieser Republick bemächtigte. Erstarb an. 1466. anderWassersucht, nachdem er vorhero das Mayländische schloß wie.der zu stände gebracht. Er hinterließ von seiner gemahlin Ga,leacium Matiam , der ihm folgte, Philipp Mariam, Grafenvon Pavia ; Sfortiam Mariam, Hertzoge» von Bari ; Ludo-vicum Morum , nachmaligen Hertzog ; Ascanium Mariam,einen Cardinal; Octavianum, der an. 1476. ersoffen; Hippo-lytam, die dem Könige voit Neapolis ; und Elisabclham, diedem Marggraf von Montferrat vermählt worden. So hatte erauch viel natürliche kinder, von deren einem nahmens Sfor-tia die Grafen von Burgo - Novo hergekommen, imbof. hi.

stör. geneal. Ital. & Hispan. Ripumontiut , histor. Mediol.lib. IV. V. VI. Fnlieta , histor. Genuens. üb. XI. Jovius , inclog. viror. illustr.

Franciscus II., Gforza oder Gfortia, Hertzog zu May-land , war Ludovici Mori söhn , an. 1496. gebohren , undkam in seiner zarten kindheit nach Teutschland, als sein vatterdurch die Franzosen aus seinem lande getrieben ward. Daselbsthielt er sich auf, bis an. isai. der Kayser und Papst ihn wiederins Mayländische Hertzogthum einzusetzen beschlossen, so sie auchmit Vertreibung der Franzosen zu wercke richteten, wiewol nochetliche jähre hingiengen, ehe er m ruhigen besitz seiner Herrschafftkam ; denn es machten ihm nicht allein die Franzosen , die sichdas land so auf einmal nicht wollten entgehen lassen, noch vielzu schaffen, und trieben ihn zuweilen zkmlich in die enge, son-dorn auch, als deren macht durch die schlacht bey Pavia völliggedämpft war, verzögerte doch der Kayser die lehens-reichungvon einer zeit zur andern, schrieb ihm auch zu erlangung dersel-ben allerhand harte bedingnisse vor , welches alles den Her­ tzog bewog, sich in die damals odhandene Italiänische higue wi-der den Kayser einzulassen. Aber er ward durch den Marquisvon Pefcara zeitlich verrathen, angegriffen, und selbst in demschlösse zu Mayland von den Kayserlichen belagert, nachdem erihnen vorher alle andere städte und vestungen iit dem Mayländi-schen einräumen müssen. Damals stund es darauf, daß ihnder Kayfer des Hertzogthums gar verlustig erklären wollte, zu-mal als er sich an. 1526. nach einer harten belagerung zu erge-ben gezwungen ward, und gleichwol unter dem vorwand, daßihm der accord nicht gehalten worden, zu den Alliirten siehe.Endlich kam es bey der Unterredung des Kaysers mit dem Papstean. 1529. dahin , daß er von demselben wieder zu gnaden ange.nommen, und mit dem Mayländische» bestehen ward , davorer jedoch eine ziemliche summe gelbes zahlen muste. Von derzeit an hat er dem Kayser keinen verdacht mehr erwecken mögen,und ließ deswegen an. r q;4. einem seiner Unterthanen Meravi-glia genannt, der aber heimlich Französischer Abgesandter an sei-nem Hofe war, den köpf abschlagen. Er würde ohne zweistlhierüber in neue weitläuftigkeit gerathm seyn; allein er starbbald hernach an-lggy., ohne von seiner gemahlin Christina erbenzu hinterlassen, da er denn das Hertzogthum dem Kayser im te-stamente vermachte. Er war ein etwas leichtgläubiger Herr,und nicht der scharfsinnigste. Ripammt. histor. Mediolan. Ga-lea. Carella, de bello Mediol. Quicciard. Imbof. histor. geneal.Ital. & Hispan.

Aranciscus von Vendome, Hertzog von Beaufott, Pairvon Franckreich, Ritter der Königlichen orden, Groß-Hof-meister, Chef und Ober - Intendant über die fchiffahrt undcommercien von Franckreich , war ein söhn Hertzogs Cäsar»von Vendome, weichen er mit Francisca von Lothringen geieu,get hatte, und wurde an. 1616. zu Paris gebohren. An. -szo.

gieng