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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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<rregosus, (Fridericus) Cardinal, Ertz - Bifthoff zu Sa«lerno und Bifthoff zu Augubio , war em druder HertzogsOctaviani zu Genua . In seinen jungen jähren hielt er sichbey seiner mutter bruder dem Hertzoge Guidobaldo von Ur-bino auf, und bekam durch seine vermiltelung das Ertz-Btßthum von Salerno . Nachgehends gieng er als Ambas,sador der Republick Genua zu dem Papst Leone, kehrte aberan. 1515. wieder zurücke, seinem bruder Octaviano in sei-nem gefährlichen regimente mit gutem rath an die Hand zugehen. Jmmittelst fttzte der Barbarische see-räuber Cartogv-ji die Genuesische küste in grosse furcht, und rüstete man widerihn eine see-macht aus , welche der Ertz-Bifthoff Fridericusanführte, gedachten see - räubcr bey dem Hafen von Biserlaüberrumpelte, und mit grosser ehre und beute nach haustkam. Als hierauf an. 1522. die Spanier die stadt Genua einbekamen, und seinen bruder Octavianuin zu einem gefan-genen machten, suchte sich, Fridericus auf einen kahn zusalviren , und auf ein Französisch schiff zu steigen , hatte aberdas unglück , daß er darüber in die see siel, und bey nahe er,truncken wäre. Er wurde so fort nach Franckreich über ge-führel , und erhielt von dem Könige die Abtey von saintBenigne zu Diion; da er bann sein vergnügen im studiren ge-sucht , absonderlich aber die Hebräische und Griechische spräche/welche er erlernet hatte , zu erklärung der heil. Schrift undÜbung der gottseligkeit angewendet. Nach seiner zurückkunftin Italien , wurde ihm das Bißthum Augubio gegeben, wel-chem er mit grossem eifcr vorstünde, woselbst er auch an. 1541.starb, nachdem er vorhero an. 15zy. den Cardinals-Hut vonPaulo HL erhalten hatte. Fogiieta , hist. Gen. lib. XII. Bemb.in epist. Sadolet. Guicciardin. Ughel. Aubery &c.

^regosus , (Octavianus) hieng sich / nachdem die Fran­ zosen in dem treffen bey Novara waren geschlagen worden, andie Spanier/ und erhielt von denselben / weiler sichs 50000.ducalen kosten ließ , 5000, mann , mit deren hülffe er die Ador-ni verjagte, und selbst Hertzog wurde. Diß geschahe an. 151z.Aber an. 1515. schlug er sich wieder auf Französische seist / weiler sich theils vor den zurüstungen der Franzosen gegen Italien ,theils vor der anwachsenden macht seiner einheimischen feinde ,welche sich hinter die Schweitzer gesteckt hatten , fürchtete. Undwiewol ihm der Papst gegen die letzter» hülffe geschickt , mach-te er doch heimlich mtl Franckreich einen vertrag, vermöge des-sen er den Hertzoglichen titul niederzulegen, und des KönigsStatthalter lebens - lang zu seyn , auch sonst vor die stadtnoch allerhand vortheilhaffte dinge bedunge. Aber an. 1522.nahmen die Kayserlichen Genua mit stürmender Hand ein/und diesen Fregosum gefangen , da er denn nach Jschia ge-führt wurde / allwo er in der gefangenschafft nach wenigmonaten / und, wie man meynt / an beygebrachtem gifte ge-storben. Man lobt ihn wegen seiner klugen regicrung, unddaß er keine tyrannische herrfchafft über Genua gesucht/doch soll er sich auf den krieg nicht sonderlich verstanden haben.Fogiieta , hist. Gen. lib. XII. & in elogiis clarorutn Ligurum.Guicciard. lib. XI. XII. XIV.

Fregosus , (Paulus) Cardinal und Ertz - Bifthoff zu Ge­ nua , war ein bruder des Hertzogs Petri von Genua , undsowol dem ehr-geitz als der Wollust ergeben. Von der letz-ter» konnte sein natürlicher söhn, welchen die Italiäner denkleinen Fregosum nenneten , eine probe geben. Zu Vergnü-gung des erster» konnte ihm die erlangnng des Ertz - Biß-thums, worzu ihm sein bruder an. 1452. verholffen hatte /genügsame gelegenheit zeigen. Er stieß Ludovicum fregosuman. 1462. von der Hertzoglichen würde, und nahm sie selbstüber sich / wiewol er solche nach kurtzer zeit wiederum abzulegengenöthiget wurde. Allein , er riß selbige aufs neue zu sich /und führst sich nachmals so unerträglich auf, daß die Genueser/um sein loch abznwerffen, sich dem Hertzoge Francifto Sforziain Mayland ergaben , und dadurch den Ertz-Bifthoff aus derstadt sich zu retiriren zwungen. Sein ehr-geitz erlangte gleich-wol wieder , was er mit so grossem Widerwillen verlohren /und an. 1478. glückte es ihm/ daß durch seiner freunde Vor-schub sein enckel Baptist« Fregosus Doge wurde. Dieser würck-te ihm zur danckbarkeit an. 1488. den Cardinals-Hut bey Sixto IV. aus , erhielt aber von dem neuen Cardinal dieses zumzeichen der erkenntlichkeit, daß er sich seiner würde von dem-selben entsetzet/ und ihn hingegen noch in angeführtem jähredamit beehret sehen muste. Dieses war nun das dritte mal/ daßdieser Prälat das weltliche regiment zu sich gerissen hatte. Al-lein , weil er durch seine gewöhnliche grausamkeit sich darin-nen veste fetzen wollte/ wurde er gar bald wieder davon ge-stossen. Deswegen ließ er 2. schiffe mit den kostbarsten fachenangefüllet ausrüsten, um mit selbigen nach Rom zu gehen;allein er kam nur mildem einen dahin / indem das andere durchschiffbruch zu gründe gieng. Doch konnte er auch daselbst nichtruhig seyn, sondern fuchst noch immer zerrüttungen in seinemvatterlande anzurichten. Er starb an. 1498. Mneas Syivius,

in commentar. Fogiieta , in elog. & histor. Gen. Guicciar-din. lib. I. & II. Onuphrius . Aubery , &c.

* Dreher , oder Freier, (Marquardus) war aus der familievon Weisach an. 1425. gebohren, und starb an. 147;. den24. aug. als Doctor Medicin» und Practicus zu Dünckclspühl.Sein söhn gleiches nahmens gebohren zu Dünckelspühl, an.146©, war Doctor Medicin® und Physicus in seiner geburts»

stadt/ begab sich aber nachAugspurg/ und nahm die Luther,,sche religion an, worauf er an. 15,5. mit tobe abgegangenDieses letzten, enckel, gleichfalls Marquard genannt / war an'1542. zu Augspurg gebohren / studirte zu Tübingen , und pr^movirte zu Bologna in Doctorem Juris. Er war Brandendur-gischer Rath zu Anspach, wie auch Consulent zn Nürnberg ,und wurde als Abgesandter aufden Reichs-tag nach Speyer ge-schickt. Er verfertigte einige anmerckungen über die Refor.mationem Norimbergensem , starb an. 1Ü01. zu Nürnberg undhinterließ zwey söhne : u ) Marquardum / von dem derfolgende artickul handelt. 2.) Paulum , welcher an. 1571.zu Augspurg gebohren/ und den 2. febr. an. 1625. als DoctorJuris , und Advocat in Nürnberg gestorben. Witte , diar.Adami vit. Erudit.

5 r rebe ruo, (Marquardus) einer der berühmtesten Rechts-gelehrten feiner zeit/ war zu Augspurg an. 1565. aus einer al-ten und ansehnlichen familie gebohren. Nachdem er an. 1581.de Transactionibus zu Altorff öffentlich disputirt hatte / be-gab er sich nach Franckreich / und wurde daselbst von JacnboCujacio zum Doctor indem 18. jähre seines alters gemacht.Fünf jähr hernach ernennest ihn der Pfaltzgraf Johann Ca-stmir zu seinem Rathe/ und an. 1596. wurde ihm die ProfessioCodicis zu Heidelberg aufgetragen , welche er aber wegen denvielen und und wichtigen geschäfften, die ihm der ChurfürstFridericus IV. in der Pfaltz übergeben/ an. 1598.resigniret.Hierauf bekleidete er die stelle eines Vice-Präsidenten und Ge-sandten an den König in Polen / an die Ertz-Bischoffc zu Mayntzund Cöln / ingleichen an die Bifthöffe zu Spener undWorms . Unter diesen Verrichtungen unterließ er gleichwolnicht / auf beseht seines Herrn die Historie von der Pfaltz/ undandere vortrefllche schriften / die unten angeführet werden, her-aus zu geben; dahero ihn dann gemeldker Churfürst mit demdorfe Luststatt belehnte. Im übrigen war er von zugend aufein grosser liebhaber der antiquitäten und mahler-kunst, daher»man bey ihm einen kostbaren vorrath von edclgesteincn,müntzen / statue» und conlrefaiten antreffen konnte. Ausgleichem triebe hielt er gute freundschafft mit Johann Leun-clavio, Friderico Sylburgio, Hieronymo Commelino, JanoGrutero, Scipione Gentili , Jano Dousa und andern. Erstarb zu Heidelberg an. 1614. Man hat von ihm eine grossemenge schriften , darunter : de Fama publica Tractatus ; deExistimatione acquirenda, conservanda & amittenda Tract,Origines Palatin. ; Res gest» Friderici I. Elect. Palat, per Joh.jTrithem. cum notis ; Adsertio proprire Gubernationis Fride-rici IV.; Sigismundi Imper. Bulla ; de legitima Tutela Cura-que Electorali ex integro ad auream Bullam Caroli IV. Com-mentatio ; de testamentaria Tutela , Curaque Electorali inte-gra & libera ; Parergon lib. II.; Versio vetustissima Aleman -nica Orationis & Symboli Apostolorum cum notis; Verlio Sa-xoni ca vetustissima Decalogi, Orationis Dominicas, Sym-boli Apostolici cum notis; Constitutio Adolphi Rom . Regis;de Statura Caroli M. ; de Secretis Judiciis olim in West-phalia usitatis ; Rerum Bohemicarum antiqui aliquot Scri-ptores ; Corpus Histori» Francicae ; Germanicarum RerumScriptores a Carolo M. ad Frideric. III. Imperator.; An*dreae Presbyteri Chronicon de Ducib. Bavar. & HistoriaFundationum nonnullorum Monasteriorum per partes Bava-riae; Petri de Andlo Tract. de Imperio Rom. cum not. it.Lupold. de Bebenburg de Juribus Regni & Imperii Romani;Hier. Balbi liber de Coronatione ; Decisionum Areopagitica-rum Sylvula; de Numismate Census a Pharifeis in questio-nem vocato Dissertatio ; de Re Monetaria veterum Romano-rum & hodierni apud Germanos Imperii, item Nie. Oresinilib. de Monetis & Gabr.Biel Tract. de iisdem cum notis; Con-stantiotheca sive Sapphiri Constantii Imperat. Expositio ; Ce-nopistromachia sive antiquae Duelli gladiatorii scriptura inSardonyche Expositio ; Constantini Imp. Byzant. Numismatisargentei Expos, cum Jos. Scaligeri notis ; Aurea Bulla CaroliIV. Constantini, item Ottonis III. Donatio; Gregorii de Heim-burg scripta contra Pii II. excommunicationem pro Sigismun-do Archi - D. Austr.; beschreibung der Welterauischen länderunter einem fremden nahmen; Joh. Trithemii Opera hist. &c.Nach seinem tobe kam heraus : de Successione Principumin primogenitis Commentariolus ad cap.7. aure» Bullae Carol.cui accessit locus ejusdem Bull« de Principum juniorumInstitutione in Latina lingua ; de Lupoduno antiquissimoAllemanni« oppido ; in Ausonii Mosellam Commentariolus.Adam. vit. JCtor. Freher. theatr .

* Freienfeld , oder Freienfels , eine adeliche und theilsFreyherrliche familie aus Schweden , in welchem Königreichesie viel ansehnliche kriegs - bedienungen besessen. JohannesCölestinus lebte daselbst an. 1540. Sein söhn war KavserlicherOberst-Wachtmeister, und ward von Kayftr Rudolpho II.unter den Böhmischen Adel aufgenommen. Aus diesem gc-schlechle ist Franciscus, Freyherr von Freienfeld , Herr z»Wollescheck und Doltzheim , welcher unter dem Churfürstenzu Pfaltz, Johanne Wilhelms, Commendant und Oder-Amt-mann von Kayftxslautern gewesen , aber wegen emes duell»mit dem Chur - Pfaltzischen General, Fürsten von Nassau-Weilburg, flüchtig worden , und Französische dienste ange-nommen , auch in dem Spanischen succcßions - kriege, nebstdem Französischen Parteygänger ia Croix, öfters in Teullav