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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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land auf partehen gezogen , und an. i?28. in Franckreich alsOberster gelebt hat. Sein söhn, Ernestus, hat gleichfalls inFranzösischen kriegs-diensten gestanden. Von den töchtern isthie älteste, Anna Eleonora , an den Chur -Pfaltzischen Cam-inec-Herrn und General Stephanum de Coppee, die jün-gere aber, Maria Catharina, an Alexandrum Antonium ,Frenherrn von Patach-ch rc. des Bannat-Raths in Dalmatien ,Crvatien und Sclavonien bcysttzer, vermahlt worden.

' Freigius , .(Niclaus) des im folgenden artickul beschriebe-nen Joy. Thomä vatter, war eines bey Basel wohnenden bau-re» söhn. Er hatte so grosse Neigung zu dem studiren, daßer endlich den Doctor-grad in den Rechten erhielte. Er ver-henrathele sich zu Freyburg in dem Breißgau , und machte sichdurch die herausgebung einiger wercke Zasii bekannt. Erwar hierauf eine Zeitlang ein Advocat zu Ensisheim , und begabsich zuletzt nach Ulm , allwo er Rathsherr worden , und an.gestorben ist. Bayle , Diction. Crit.freigius, (Johannes Thomas) ein Rechtsgelehrter, zuFreyburg im Brißgau gebohren, hörte daselbst Ulricum Zä-sium , Henricum Glareanum , und vor allen Petrum Ra-mum. Hierauf fieng er an gedachtem orte selbst an zu leh-ren , und that eben dieses nachmals zu Basel . Weil es ihmaber nicht allzuwvhl von statten gehen wollte, bekam er fasteinen abscheu vor dem studiren, und war des vesten entfchluf-ses, stlbiges^fahren zu lassen. Doch verhinderte dieses Hiero-nymus Wolstius , auf dessen einrathen der Rath zu Nürn-berg Freigium an. 1575. nach Altorff berief, und ihm alsbalddas Reclorat ertheilte, da er dann die historischen scribenten,Poeten und Institutiones Juris erklärte. Als man ihn aber da-selbst disgoustirte, danckle er an. iz«r. ab , sonderlich weiler Hoffnung hatte, an den Hof der Marggrafen von Badenzu kommen. Er gieng nach Basel , und vertrat indeß diestelle eines Correctoris ln der ossiein Seb. Heinrich Petri ; alsaber gedachte Hoffnung fehl schlug, bewarb er sich um die Pro.sessionem Ethices ; starb aber darüber den 16. jan. an. i;8j.zu Basel an der peft. Unter seinen schriften sind : Liber Tri-stium ; Paralipomena in Historiam iEmilii & Ferroni ; Quae-stiones Geometrica; , Logicae, Ethicae ; &c. Historia de Bel-lo Africano , in quo Sebaftianus Portugalli® Rex periit ; hi-storica Narratio Mart. Forbisseri Angli, de Navigatione in Oc-cidentis & Septentrionis Regiones Latine reddita; PartitionesJuris; Paratitla; Logica JCtorum ; Orationes Ciceronis Notisvariis illustratae ; Commentarius in Pandectas Juris Civilis&c. Adam. vit. JCtor. t'rtherus in theatr. Grynai epilt.adC. A. Julium n. & 26.

Freinshemius, (Johannes) Churfürstlich - PfältzischerRath Mld Professor Honorarius ZU Heidelberg , war ZU Ulm au. 1608. gebohren. In dein 14. jähre feines alters gieng erauf Universitäten, und da er sich in Marpurg und Giessen ei-nige jähre aufgehalten, begab er sich nach vtraßburg, mach-te sich Matthiam Berneggerum sehr wohl zu nutz, und warfast tag und nacht in dessen bibliotheek. Dieser gab ihmeinmals den Florum , daß er ihn durchlesen , und die obser-vationes , die er dabey hatte, bemercken möchte, um dadurchzu erfahren, wie weil er in seinen studien gekommen wäre; daer aber den Florum nur 6. stunden bey sich gehabt , hat erin solcher zeit nicht nur den grösten theil davon durchgelesen ,sonder» auch viel schöne anmerckunge» über denselben ange-zogen. Er verstund Hebräisch, Griechisch, Lateinisch, Fran-zögsch, Spanisch, Niederländisch, Italiänisch , Englisch ,Schwedisch und Dänisch. In Franckreich hat er sich 3. jährbey Mich. Marescotto aufgehalten, und als Königlicher Se-cretarius die Cantzley des Metzischen Bißthums durchgangen,kam darauf zurück nach Straßburg , von wannen er an.1642. nach Upsal zur Profession der Politlc und wohlreden-heil, nach 5, jähren aber zum Bibliothecario und KöniglichenHistoriographo nach Stockholm beruffen wurde, da ihmdie Königin Christina nebst freyer kost 2000. reichsthaler gebenließ. Bey dieser gelegenheit hielt er einsten eine wohlgesetz-te rede auf ihren geburls-tag, und bekam dafür eine r'ecom-pens von 500. duealen. Endlich gieng er seiner gesundheithalben aus Schweden zurück in Teutsthland , mit dem tituleines Königlichen Raths, er war aber kauin daselbst angelanget,st trat er mit bewilligung der Königin Christina , in Chur -Pfältzische dienste, und wurde Churfurstlicher Rath undProfessor Honorarius in Heidelberg , in welcher bedienung erauch an. 1660. gestorben. Er »var nicht allein mit gelehrtenleuthen, als Vossio, Grotio, Heinsio, Salmasio < Barläo,Böclero, Gronovio, Gothosredo, Schäffero, Loccenio undvielen andern bekannt, sondern genoß auch sonderbare gnadevon gecrönten Häuptern. Man hat von ihm den TeutschenTugend-spiegel zu ehren Hertzog Bernhards von Weimar ;Supplementa Liviana ; Supplementa & Commentarium in Cur-tium ; Panegyricum Gustavo Adolpho , Regi Suecite scri-ptum ; Notas in Florum ; de Calidae Potu Dissertationem ; Po-liticam Lipfu cum indice ; Locorum quorundam Cornei. Ta-citi Expositionem; Specimen Paraphrafeos Corneliana;; Syn-tagma de Vicariatu Palatino sub nomine Philoeci, &c. Nachseinem tode sind heraus gekommen , seine NotT in Phaedri fa.bulas; Diatribe de S. R. I. Electorum Romanae Ecdefue Car-dinalium praecedentia , Dissertatio de Comitiis , &c. Witte ,Philof. dee. VII. Freber. theatr . Hmck. de Rom. rcr.fcript.

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* Frcioleben, (Iacvbus) war von Weide gebürtig, undwurde erstlich Diaconus , hernach aber Hof-Prediger, und Con.ststorii Assessor zzv Altenburg , allwo er an. 1647. gestorben.

Er hat Disserlefconem de 70. Senioribus Israelis geschrieben.Sein söhn , Hctiricus Freisleben, gebohren zu Altendurg an.1678. war Doctor Theologie , wie auch Superintendent zuOrlamünde , und starb an. 1666. da er als Coadjuwr nachBraunschweig reisen wollte. Witte, diar.

* Freisleben, (Joh. Barthol.) ein Lutherischer Prediger,war zu Steinpleiß in dem Ainte Zwickau , woselbst ftin vatterPrediger war, den 18. mertz an. 16^4. gebohren. Nachdemer zu Altenburg auf dem Gymnasio in den gelehrten sprachenund andern Hurnanioribus einen hinlänglichen gründ gelegt,bezog er an. 1674. die Universität Leipzig, allwo er sowolin der Philosophie als Theologie verschiedener Professorum le-ctiones besuchte, und hiernächst an. 1677. den gradum einesMagistri Philosophiae erhielt , an. 1678. aber durch eine mo-ralische dlsputation , de Ludis , sich habilitirte, und an. Iö8°>.nach Ober-Kotze, in der Marggrafschafft Bareuth, zu einemHof-Prediger des Hertzogs von Schleßwig-Holstein PhilippiLudovtci, der damals an diesem ort residirte, beruffen wurde.Als er aber in diesem amt vier jähre gestanden , und mittler-weile mit diesem Printzen ausser dem Königlich-Dänischen auchdie Hessischen , Holsteinischen und verschiedene andere Höfe be-sehen , ward er an. 1684. Diaconus , an. 1686. aber Archi-diaconus zu Chemnitz , und endlich an. 1690. Chur -SächsischevHof-Prediger zu Dreßden, da/r dann auch an. 169;. seinenChurfürsten und nachmaligen König in Polen , Friderieum Au-gustum , aufdero feldzuge nach Ungarn begleitete, jedoch abernoch zu ausgang desselbigen jahrs nach Dreßden zurücke kam.Räch diesem war er fast die meiste zeit etwas kräncklich, ver-richtete aber doch, so viel ihm seine schwachheit erlaubte, seinamt mit dem gehörigen eifer, und starb den 19. sept. an. 1706.Gleich. Reformat. Historie Chur -Sächsisch. Albertinischer linie,

P. III.

Frejuls, oder Frejus , lat. Forum julH , ist eine stadt inder Französischen landschafft Provence , zwischen Anlibes undSt. Trope;, wo der fluß Argente in das Mittelländische nieerfällt. Von ihrem alterlhum zeugen unterschiedene rudera vonWasserleitungen , einem amphitheatro , und andern Römischengebauden. In den neuern zeiten ist dieser ort in ziemliches abneh-men gekommen , welches auch dem allda befindlichen kleinen Ha-fen widerfahren,als von dem das meer gantz weg gezogen,hiemitdenselben völlig unbrauchbar gemachet hat. Im übrigen ist da-selbst der sitz eines Bischoffs,welcher unter dem Ertz-Bischoff vonAix stehet. Es begreift solches Bißthum 88. Pfarreyen insich, und die Abtey von Toronet Cistercienfer - ordens. DerBischoff ist krafft einer Übergabe Grafen Jldefonsi 11 . in Pro­ vence Herr über die stadt, also daß er das Gericht und die Be-amte allda setzet; es giebt ihm auch die stadt steuer. Wanndieser Bischoff das erste mal seinen einzug hält, so gehöretsein Bischöfflich kleid (dessen werth aus 4800. pfund steiget)dem Caprtul allda. Der erste Bischoff soll Acceptus heißen ,der ;74. auf dem Concilio zu Valence gewesen ist ; der anderewar St. Leontius, der um das jähr 419. gelebet hat. Pigan .de la Force , nouv. defer. de la France tom. IV. p. 90. &17t· *

* Frejus , (N. N.) ein kaufmann aus Provence, reisttean. 1670. der Handlung wegen nach dem Königreich Fez in Afti-ca, und gab sich daselbst fälschlich vor einen Abgesandten desKönigs von Franckreich aus. Der Kayser von Fez gab ihm auchdie gewöhnliche audientz ^und ließ ihm alle ehren-dezeugungenerweisen; doch da er ein ander mal die freyheit, eine Franzö­ sische compagnie aufzurichten, auöwürcken wollte, ward ihmsolches abgeschlagen. Als Frejus nun merckte, daß sem vor-haben nicht gelingen wollte, bat er sich seinen abschied aus,und erhielt zugleich ein schreiben vom Kayser , welches erseinem Könige mitbringen sollte. Da er aber zuvor seine »paa-ren an der küfte vcrkaussen »vvllte, und darüber mit andern instreitigkeit gerieth, auch dabey die kühnheit hatte, sich desive-gen an dem Hofe zu Fez zu defchiveren; inerckte der Kayser ,daß er ein betrüger »väre, und ließ ihn zur stunde aus deinKönigreiche verbannen. Mouette , histoire du Roi de Tak-let.

* Fremincourt, lat. Fremincuria , eine kleine stadt in derIsle de France , unweit Dreux an dem flusse Eure, hatte ehe-dessen ein Königlich schloß , welches aber jetzo ruiniret ist. Indieser gegend sollen die Druiden vor alters thre opfer verrichtet

habeni Martiniere.

* Freminrt, (Martin) ein berühmter Mahler, gebürtig vonParis , begab sich im 2;. jähre seines alters zu dem MichaelAngelo nach Rom , um sich unter dessen anfuhrung in dieserkunst vollkommener zu machen. Nachdem er darauf die vor-nehmste städte in Italien besehen, und wieder nach Franckreichzurücke gekommen, nahm ihn Konig Henricus IV. sehr gnä-dig auf, und befahl ihm das schloß zu Fontainedleau mit schil-dereyen von seiner Hand zu zieren. Er fetzte auch diese arbeitunter dessen Nachfolger, Ludovico XIII., mit vielem rühm fort,welcher ihn mit dem orden St. Michael beehrete. Er starbden 18. iunii an. 1619. imjähre seines alters. Feiibie »,vies des Peinlres.

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