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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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hingen gehalten werden, und viele Türcken unter die brüder auf-genommen sind. In Italien nahmen sie nicht weniger über-hand, insonderheit zu Florentz, Livorno , Rom rc. Weil nunder Papst diese leuthe als eine listig verstellte art Epicurcer an-sähe, und deswegen glaubte, daß kein gesetz zu scharf wider siesey, ließ er den 29. may 17,8. den bann über sie publiciren.Mehrere Nachricht stndet man in Relation Apologique & Histo-tique de la Societe des Francs Maqons par J. G. D. M. F. M.ä Dublin , ches Patrice Odonoko 1758. in 8- Conltitu-tions, Histoires , Loix, Charges, Reglcinens & usages desFrancs Maqons, traduits de lAnglois , par Jean Kuenen in 8-Haye 1741. und andern dergleichen schriften ; ingleichcn inAct. Historico -Ecclefiast. Neuen Fama, Mercures Hiitoriques& Politiques, Lettres Hiitoriques &c.

* Freymonus, (Joh. Wolfganq) ein Bayerischer JCtus,studirle zu Jngolstadt, wurde daselbst an. 1573. Doctor, practi.cirte daraus wurde an. i;?;. Cammer-Gerichts-Aisessor, an.i;87. Reichs-Hof-Rath, gienq als Abgesandter zu den Chur-fürsten zu Sachsen und Brandenburg , und schrieb in seinem,7. jähre Symphoniam Juris Ghronologicarn, Franekfurt i; 84 >in fol. und Elenchum Juris scriptorum, ib. 1379. in 4. undi?8r. in 4. da er in der dedicativn von sich selbst Nachricht ge,geben, edirte auch andere bücher, welche Lippenius in bibl.Juridica anführet. TeiJJier, catal. bibl. P. I. & II. MorbosPolyhist. tom. III. & VI. sect. III. §. s.

* Freyn, ein in Ober-Oesterreich ohnweit Franckenburg in ei-ner angenehmen gegend gelegenes schloß, welches den GrafenKhevcnhüller zugehöret. An. i;s;. brachte es Hans ChristophGeymann zu Gallspach und Trelteneck käuflich an sich. Nachdemsich aber dessen nachkommen der religion wegen aus dem landewegbegebcn, hak es der Kaysec Ferdinandus II. an. 1621. den 20 .vcl. an GrafFrancisc. Christophorum Khevenhüller verkauffet.Von Hoheneck, beschr. von Ober-Oesterr. tom. I. p. 514.

Freysach, oder Friesach , tat. Frisacum, ist eine stabt in demHertzogthnm Kärndten, an den Ober- (steyerischen grentzen,dem Ery-Btßlhum Saltzburg gehörig. Ihren nahmen wolleneinige von den Friesen herleiten, andere aber sagen , daß sie ihnwegen einer grossen wilden sau, so man der orten Beern heis-sel, und die sich in dieser gegend aufgehalten, bekommen, so, daßsie anfangs Bernau genannt worden, daraus die Römer Veru-num gemacht, darzu die leuthe daherum das ach gethan, darausVirunsach, und endlich Vrisach Herfür gekommen, so aber ins-gemein Friesach geschrieben wird. Der ort liegt sehr bequemund lustig, mit anmuthigen bergen und fuchldaren feldern um-geben ; das gold-bergwerck aber, so sich vormals daselbst befun-den, ist heul zu tage eingegangen. Unter den geistlichen gedäudender stadt sind 2. klöster der Prediger-Mönche, und Kloster-FrauenSt. Benedictiner-ordens. Unter den weltlichen ist das schloß,worinnen die Lands - Haupkleuthe in Kärndten vor zeiten ihreWohnung gehabt. Sie war der botmäßigkeit der Grafen vonZellschach lange zeit unterworffen, bis aus dessen geschlecht demGrafen Wilhelms, die mit seiner gemahlin der H. Hemma er-zeugte 2, söhne von den berg-knappen zu Zeltschach ermordetworden. Hierauf wurde der Graf ein Einsiedler, die H. Hem-ma aber dauere das Golts-haus zu Gurck , und schenckte demErtz-Etifte Saltzburg die stadt Friesach . Dieses geschahe, nachMegiseri bericht, nach den jähren 107s., wiewol Lazius saget,daß der Kayser Heinrich II. diesen ort dem gedachte» Ertz-Stiftegeschencket, und Hemma die Probstcv zu Gurck um daü jährio;6. aufgerichtet. Es hat der Ertz - Bischoff nicht nur einenProbst und viaconum in den geistlichen, sondern auch in denweltlichen fachen seinen Vice-Dom allhie, welcher in dem schloßGeyersderg, so oberhalb der stadt auf einem schönen lustigenberge lieget, wohnet. Gebhardus, der -7. Bischoff zu Saltzburg,hat das schloß in der stadt erbauet. An. loyo. wurde das schloßvo» den feinden des gefangenen Ertz-Bischoffs Thyemonis bela-gert, aber tapfer wider sie behauptet, ohngeachtet der Ertz-Bi-schoff an de» ort gebunden worden, auf welchen die belagertenihre wercke gerichtet. An. 1275. wurde die stadt von des Kö-nigs Ottocari in Böhmen volck zerstöret, und an. 128?. steckteHertzog Albrecht von Oesterreich selbige an 4. orten mit feueran, daß sie vom gründ ausbrannte. Die Kärndtische chronickmeldet, daß sie an. 1481. von den Ungarn erobert, von denKärndtern aber durch kriegs-list ihnen an. 1496. wieder abge-nommen worden. Sonsten hat sie auch unterschiedene feuers-brünste erlitten, davon sie sich aber allezeit wiederum erholet.MegiJir, Kärndtische chronick. Hund. Metrop. Salisb. P. I. 8- 28. &c. Lautn, de Rep. Rom . Brunner. annal. Bojor.P- III. & lib. XV. Zeit. topogr. Aultr.

Freysingen, eine Bischöffliche residentz-stadt an der Mosach,so jich bald hernach in die Jser ergeußt, gelegen , hat;. kleineMeilen nach München , 7. nach Jngolstadt, und 9. nach Aug-sburg. Man will, daß sie von den Römern, als sie denjenigentheil deS Baverlandes, welcher sich von der Donau bis an dieAlpen erstrecket, durch ihre Landpfleger verwalten lassen, er-bauet , und Fruxinum, Fruxinium und Frixinia genennetworden sey; worzu ihnen die anmulhigkeit der gegend nicht we-nig anlas mag gegeben haben. Man findet heut zu tage da-selbst sowol an getreyde als vieh-weyde und zum jagen bequemenWaldungen allen Überfluß. Absonderlich ist die Bischöffliche re-sidentz sehr lustig angelegt, welche durch die schönsten mahler-kuyst - stücke noch grössere annehmlichkeitrn bekommen. VonHistor. Lextcon ILl. Theil.

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geistlichen gebäuden ist absonderlich die Dom-kirche, welche be-reits an. 444. zu ehren der H. Jungfrau Maria aufgerichtet,und nachgehends von dem H. Corbiniano zu ansang des VIII.liLcuIi in einen Dom verwandelt seyn soll, sehens-würdig. Siepranget mit einem ausbündigen predigk-stuhle, und einem mit klei-»odien reich-besetzten Marien-dilde, welches der H. Lucas soll ge-machj haben, wie nicht weniger mit dem künstlichen chor-altar-blat, weiches von Paul Rubens verfertiget worden. Unter denkirchen-schätzen findet sich ein weyhdrunn-kessel aus einem chryso,lith in der grosse eines tcllers, und der darz» gehörige weyh-wedel ist von purem smaragd. Ausser dem Dom lässet sich auchdie Pfarr-kirche zu St. George, nebst verschiedenen klöstern, unddarunter sonderlich das Bmedictincr-kloster Wcichen-Stephan,wohl sehen. Was die degebenheilen der stadt anlanget, so hatselbige von den Ungarn vieles erlitten. An. 1086. haben sie dieSachsen , als sie wider Kayser Heinrichen gekrieget, eingenom-men. So ist sie auch von Hertzog Heinrich XI., weil sie es mitHertzog Welchen hielte, sehr hart gezüchtiget, und an. 1159.durch einschlagung des wetters gar in die asche gelegt worden.An. 1049. wurde daselbst Bruno aus dem Teutschen Dagsbur-gischen geschlechte zu einem Papst erwehlel, welcher hieraufden nahmen Leonis IX. angenommen. In den jähren 16,2.1646. und 1648. wurde sie von den Schweden erobert, undsehr hart mitgenommen.

Freysingen, das Bißthum, gehört unter Saltzburg, an wel.ches es gegen aufqang, gleichwie an die Bißch ümmer Briren ge-gen mittag, Augsvnrg gegen abend, und Regcnspurg gegen Mit-ternacht stösset. Der Bischoff ist ein Reichs-Fürst, und gehetauch allen denjenigen Bischoffen vor, die unter Saltzburg gehö,ren. Er besitzet neben der Haupt-stadt Freysingen auch daö Amtund schloß Ißmaning, die Herrschafft Burckrain und den altenmarckt Jsen, wie nicht weniger die Grafschafft Werdtenfels zwi,schcn dem Bayerischen und Tyrolischen hoch-gebürge, als un-mittelbare gülher des Stifts. Sonsten hat er auch in Oester­ reich 4. Herrschafften, Enzersdorff, Hollnburg, Waidhofen undUlmerfeld , in Crain, die Herrschafft Lack , in Steyermarck Rot-tenfels, in Tyrol den marckt Insing, und endlich in Bayern vielhof-märckte, da er aber nur als ein anderer Land-Stand ange.sehen wird. So soll er auch in Jstrien, Dalmatien , Sclavoncenund der Treviser-Marck viel unter seiner botmäßigkeit gehabt ha-ben, welches ihm aber von den Türcken und Venetianern ent,zogen worden. Den gründ aber zu dem Bißthum hat Corbinia-nus, ein Franzose, gelcget, welcher um das lahr 716. von demPapst Gregorw II. zum Bischoff geweyhel, und nach Teutsch,land geschickt worden, daselbst die ungläubigen zu bekehren,welcher denn von dem Hertzoge Grimoaldo XII. in Bayern die stadt Frcusingen nebst der darinnen befindliche» Marien-kircheund vielen freyheilen erhalten, und dadurch gelegenheit bekom-men, gedachte kirche in einen Dom zu verwandeln. Ausser die-sem alldereitü erivehnten Bischoffe nun sind von seinen nachfol-crn berühmt, Anbo, welcher das leben des ost-gedachten Cor-iniani beschrieben; Gotscalcus, unter welchem der schluß ge-macht worden, welcher noch heul zu tage in acht genommenwird, daß keiner aus den Dom-Herren nebst seiner Pfründe auchanderswo Canonicaten geniessen darf; Otto, ein söhn MarggrafLeopoldi in Oesterreich , welcher das Stift in sehr grosses auf-nehmen gebracht, und wegen seiner Historien bekannt ist; Ni-codemus de ia Scala, ein Herr von Verona und Vicenz, wel*cher das im vorigen articknl angeführte, und durch deS H. Lu- Hand verfertigte Marien-bild zu dem Stifte gebracht; undendlich Virus Adamus, aus dem adelichen geschlechte der Ger-becken, welcher das Stift sehr verbessert, aber nachmals durchdie schädlichen einfälle der Schweden selbiges in grossem ruinsehen müssen. Otto t'nßngens lib. V. chron. cap. 24. Bru.schius, in chronol. Monast. Hund. Metrop. Salisb. Weifertet

& Brunner. in reb. Boic. Zeilerus , topogr. Bavar. p. 13. seq.& in appendic. p. 12. Ertelö Chur - Bayer. Atlas. Sagittur:antiq. p. 241. seq.

Catalogus der 23tfd)dffe:

1. St. Corbinianus, von an. 720. bis 7;o.

2. Erimbertus oder Ehrenbertus, ein bruder deS vorigen,

starb an. 7; 8. '

3. Jostphus, von Verona aus Italien , starb an. 760.

4. Arido, der von einigen Heres, ingleichen Cyrinus genen-

net wird, starb an. 760.

5. Otto, starb an. 8i°.

6. Hitto , starb an. 8 z 4.

7. Erchtenbertus, des vorigen brnders söhn , starb an. 8;4.

8 . Anno oder Hanno, von Hall aus Tyrol, starb an. 87;.

9. Arnolphus, starb an. 88;.

10. Walthon, starb an. 9°;.

11. Otto oder Utho , starb an. 907.

12. Draculphus, ertranck an. 926. in der Donau .

13. Wolffram, starb an. 938.

14. Lambertus, starb a». 9-17.

i;. Abraham, ein Pfaltzgraf aus Kärndten , starb an. 99a»

16. Gottschalck, starb an. 1004.

17. Fribericus I. hat nicht lang regieret.

18. Engelbertus, Graf von Mosburg, starb an. 1039.

19. Nicerns oder Nitgerus, bon Regcnspurg, starb an. 10;;.

20. Ellenhardus, starb an. 1078.

21. Meginwardas, starb an. 1098.

B b b » 22, Hen-