,<md, Engelland und Franckreich, auch Italien besuchet, wardrr zu Leipzig Doctor, hernach Phyhologie, und darauf Pa-thologie Professor, ingleichen Decanus seiner Facultät undLcademie Decemvir. Er starb den 14. aug. an. 1700. Manhat verschiedene medicinische disputalionen von ihm. VogelsLeipziger annales.
Griefen. Das vornehme gefthlecht der Grafen und Freyher-ren von Friesen, hat seinen Ursprung «is derSchweitz, undIst nachmals in Meissen und Voiqtland gekommen, allwo eSsich vor mehr als 400. jähren bekannt gemacht. Denn an.1271. lebte Heinrich von Friesen an dem Marggräflich-Bran-denburgischen Hofe, und in den folgenden zelten haben sich ei-nige aus diesem geschlechte bey Marggraf Friedrichen zu Mis-sen, dem freudigen beygenannt, durch ihre tapferkeit sehrverdient gemacht. In den jüngern zeilen hat sich Carolus vonFriesen, Sachsen-Altenburgtscher geheimer Rath und Hof-Marschall , auch Amts-Hauptmann zu Altenburg , Eistnbergund Ronneburq, in Hochachtung gesetzet. Sein söhn Henri-cuS, Freyherr von Friesen, Churfürstlich-Sächsischer gehei-mer Rath, Canbler und Präsident im Appellations-Gerichte,auch Dom-Prodst der Stifts-kirche zu Merseburg , zeugte mitCatharina von Einsiede! aus dem Hause Schweinsburg Henri-cum und Carolum. Von jenem, nebst seine» gcmahlinnen undkindern handelt der folgende arttckul; dieser aber, nemlichCarolus, Freyherr von Friesen, (von dem auch besonders)wurde an. 1619. gebohren, und starb an. 1636., nachdemihm seine gemahlin, Iustina Sophia von Raben, verschie-dene kinder gebohren. Unter denselben hat sich ChristianusAugustus, Graf von Friesen, Chur - Sächsischer geheimerRath, Canonicus zu Magdeburg und Dom-Probst zu Mas-sen , mit Christiana von Offenberg, Carolus, Graf von Frie-sen, mit Anna Beata Elisabetha von Ahlefeld; und OttoHenricus, Graf von Friesen, ( der gleichfalls in einem eige-nen artickul beschrieben wird ) mit Anna Genefieva, Frey-herr» Wvlfgangi Helmhardi von Hohberg tochter an. r68r.,und zum zweyten mal an. 1698. mtt Louise Henriette , Freyinvon Canstein, vermählet, und starb an. 1717. den 20. aug. ohnemännliche erben zu hinterlassen. Von den töchtern wurde Hen riette Catharina , eine gemahlin Nicolai, Freyherr» von Gers-dorff, Königl. Poln. und Chur-Sächsischen geheimen Raths-vi-reüorl8; Rahel Sophia, wurde Johann« Georgio von Schlei-nitz ; und Magdalena Sibylla, erstlich Bernharde Hildebran-do von Burqsdorff, und nach dessen tobe dem Chur - Bran-denburgischen geheimen Rathe, Baron von Schweinitz, bey-geleget. Charlotta Iustina hatte bereits in ihrer zarten lü-gend den rühm, daß sie sehr nett Französisch und gut Latei-nisch reden können. An. «718. florirte ClaS, Freyherr vonFriesen, Königlich-Polnischer und Chur-Sächsischer Hof-Rath,und N. N. Königlich-Polnisch-und Chur-Sächsischer Obrister.Aufdes ersten damaligem Ritter-guth Alt-Ranstadt unwcitLeip-zig nahm der König in Schweden an. 1706. sein Haupt-quartier. Scburtzfleisch. in panegyrico, quem dixit Henri-co L. Bar. a Friesen, & in epist. ad eundem , ejusque fi-Iiam. Knautb. prodr. Misn. Müllerus , annal. Sax. SOU»verain. von Europ. Jancker, de sein. erudit.
Friesen , (Heinrich, Freyherr von) Chur -Sächsischer ge-heimer Raths-vireHor, wurde an. 1610. gebohren, und giengim 19. iahre seines alters mit einem geschickten Hofmeisterauf die Universität Leiden, allwo er über 2. jähr dem studi«ren mit grossem fleiß obgelegen, und sich durch seine guteaufführung bey Heinsio, ,Voßio, Cunäo und andern in grosseHochachtung gesetzet. Hierauf begab er sich nach Franckreich,und hielt sich sonderlich zu Paris auf, allwo er gelegenheithatte , fich mit Grotio, den Puteanis und andern öfters zuunterreden. Seinen rück-wcg nahin er durch die SpanischenNiederlande, und kam endlich zu Wittenberg an, allwo sichseine eitern wegen der damaligen kriegs - unruhe aufhielten.Er blieb daselbst, wegen des gelehrten Büchner«, eine zeitlang,und schrieb einen Panegyricum, dem Hertzoge Bernhards vonSachsen-Weimar zu ehren. Nachgehends begab er sich auchnach Leipzig , und an. 1634. begleitete er den Sächsisch-Al-tenburgischen Gesandten von Brandt auf den Convent zuFrancksurt am Mayn. Nach seiner zurückkunst gieng er an.16,8. mit der Chur-Sächsischen Gesandtschafft nach Prag ,allwo sie die lehn empfangen sollte, da er dann im nahmender Allenburgischen und Wcimarischen Höfe dem lehns-aKuibeygewohnt. In dem folgenden jähre wurde er zum Chur-Sächsischen Hof-Rath ernennet, nachdem er die ihm aufge-tragene Gesandtschafft nebst dem geheimen Rath, Friedrichenvon Mensch, auf dem Churfürstlichen Collegial-tage zu Regen-
Ö abgeleget. An. 1645. resignirte er die Churfürstlichene, reisete nach gebrauchter saur-brunnen-cur zu Egerwiederum nach Franckreich, und blieb zu Paris in die 6. mo-uate. Hierauf gieng er nach Teutschland zurück, mit demVorsätze, nach Italien zu gehen. Doch änderte er solchen wie-derum auf zureden des Chur-Sächsischen geheimen Raths,Adolphi vonHaugwitz, und hatten«,«, vor, aufs ne««e Franck-reich zu besehen. Dre darzwischen gekommene andere Ver-mahlung aber hinderte ihn hieran, und kam er an. 1647.wieder nach Dreßden. Drey jähr darauf wurde er zum ge,heünen Rath ernennet, und an. 1631. von seinem Churfür-sten mit nach Prag gmommen; gleichwie er folgends alS
dessen Prineipal-Gestmdtet auf den Reichs-tag nach-Reg«.spurg abgefertiget worden. Er vertrat daselbst die hohe Cbm-fürstliche stelle bey der damaligen wähl des Römischen Königsund andern wichtigen Reichs-geschäfften im ChurfürstlichenLollegio zu sonderbarem vergnügen seines Principalen; undbey dem Kayser selbst brachte er sich in solches ansehen, da»ihn dieser aus eigener bewegnis samt seiner gantzcn familiein den Freyhcrrn-stand erhoben. An. 1637. wurde er in son-derbaren geheimen angelegenheiten an den Kayserlichen Hosnach Prag geschickt, und an. 1638. begleitete er seinen Herrnauf den wahl-tag nach Francksurt, allwo er seinen rühm sehrvermehrte. An. 1664. gieng er mit ihm auf den Reichs-ta»nach Regenspurg , und in dem folgenden jähre trug ihm daChurfürst das Directorium des geheimen Raths - Collegii ineigener Person auf. Jmmittelst continuirte er noch „n.ter den wichtigsten angelegenheiten sein studiren, und samm-lete eine schöne bibliotheck, in welcher man nach seinem to,de, der an. 1680. den 14. may erfolget, sehr viel bücher,u««d fast eben so viel eigenhändige proben seines fleisses ge-funden. Rächst dem war er ein sonderbarer liebhaber vonallerhand raren natürlichen fachen, deren er eine grosse men.ge zusammen gebracht. Im übrigen hat er sich zu zweyenmalen vermählet, erstlich mit Ursula von Löß, Joachims vonLöß, Churfürstlich-Sächsischen geheimen Raths, jüngsten toch-ter, die ihm zwey söhne gebohren, so aber in einem zarten al-ter wiederum verschieden, gleichwie ihnen die Mutter selbst an.1644. in der sterblichkeil aefolget. Drey jähr darauf legteer sich Mariam Margaretham, WeigandS von Lützelburg, ge-wesenen Spanischen Obristens über ein regiment küraßierer,mittlere tochter bey, und zeugte mit ihr verschiedene kinder,unter welchen zu mercken: 1.) Henricus, Graf von Friesen,Erb-Herr zu Schönfeld, Putzgau, Iessen, Kraupa und Prasch,witz, ehemals Oberster bey den General -Staaten, hernach Kö-niglich Polnisch-und Chur-Sächsischer geheimer Rath und ge.heimer Kriegs-Präsident, nachmals Kayserlicher General-Feld-Marschaü-Lieutenant, Commendant in Landau , und Gene ral -Feld-Zeugmeister, welcher an. 1706. den 25. aug. zu Ra-statt gestorben, nachdem er vorhero durch die tapfere Verthei-digung gedachter vestung seinen nahmen verewiget. Seinegemahlin, die er sich an. 168«. beygelegt, war Amalia Catha-rina, Graf Friderici von Dohna tochter; r.) Maria Sophia,Freyherr,, Henrici von Reichenbach gemahlin; 3.) CatharinaSophia, wurde an Johannem Henricum, Freyherr« vonMaltzau; 4.) Johanna Margaretha, an Freyherr» Marimi.lianum von Schellendorff; 3.) Ursula Regina, eine in der La.teinisch-und Französischen spräche, wie auch in den theolv.zischen streitigkeiten wohl-erfahrne Dame, an Graf Conra,dum Reineccium von Calenberg; 6.) Christiana Eleonora,an Graf Friedrich Wilhelmen von Stollberg ; 7.) HenriettaAmalia, an Graf Henricum VI. der ältern linie der Reus-srn ; und 8.) Johanna Christina, an Graf Heinrich Wilhcl.men von Solms-Sonnenwalde, vermählet.
"Friesen, (Carolus, Freyherr von) Herr auf Rötha , Cot,1 a, Ieschwitz und Rüben, Chur-Sächsischer würcklicher gehei-mer Rath, Ober Consistorial-Prasident und Ober-Hof-Richterzu Leipzig , war Henrici jüngerer brlider, und wurde an.-s,-.den 13. may zu Rötha gebohren. Nachdem rr von an. ,««4.bis 1637. zu Wittenberg dem studiren obgelegen, gieng er an.1638. mit der Chur-Sächsischen Gesandtschafft zu dem Kaysernach Prag , trat von dar seine reise nach Italien an , und kaman. 1640. nach Regenspurg zurück, woselbst damals sein brnderals Chur -Sächsischer Gesandter zugegen war. Nach etlichenmonaten langte er bey seinem valter in Dreßden an, besah«aber an. 1642. Holland und Franckreich, und verfügte sich amdem rückwege nach Gottorf , da ihn der Hertzog Fridcricusan. 1643. zum Rath und zum Hofmeister über seine Printzenbestellete. An. 1644. nahm er die bedienung eines Raths beydem Pfaltzgrafen Christiano Augusto zu Sultzbach an, wel-cher ihn folglich zum geheimen Rath, Hof-Marschall, Cantz-ler und Cammer-Virector erklärte, auch als Abgesandten nachOsnabrück schickte. An. 1649. legte er die Pfaltzgrässiche dien«ste nieder, und wurde von dem Churfürsten zu Sachsen ,Johanne Georgio I., an. 1630. zum Cammer-Rath, an.1633. zum Ober-Aufseher der gefürsteten Grafschafft Hen-neberg , und an. 16335. zum geheimen Rath verordnet. An.1638. reisete er mit dem Churfürsten Johanne Georgio 1 Lauf den wahl-tag nach Francksurt , allwo er nicht nur z»den wichtigsten Handlungen, sondern auch, nebst dem Chur »Mayntzischen Minister von Wallendorf, zu beylegung derzwischen Pfaltz und Bayern entstandenen irrungen gebrauchtwurde. An. i6üo. gab er das Steuer - vireewrium , demer einige iahre vorgestanden, auf, und wurde dagegen Obev-Consistorial-Präsident. An. «663. muste er als Abgesandternach Coppenhagen, um die Vermahlung mit der Konigl. Dannschen Printzcßin und dem Chur - Printzen richtig zu mache»,auch nachgehendö an unterschiedliche andere Höfe gehen.An. 1676. übernahm er auch die stelle eines Ober-Hof-Rismters zu Leipzig , und starb endlich an. «68«. den ry, >w.Von seiner gemahlin und den mit ihr gezeugten kinoemsiehe den gefchlechts - artickul. Johann, t'ridir·
VaL Silberti & CbriJHani Gottlob Wiikii auf «hn gehauene