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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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* Griefen, (Otto Henricus, Freyherr von) Erbherr aufcRötfja, Cotta, Jefchwitz und Rüden, Königl. PolnifcherundChur-Sächstscher ältester qeheimer Rath und Cantzler, war einsodn des vorherstehcnden Caroli, Freyherr« von Friesen , vondessen gemahlin, Iustina Sophia von Raabcn, die ihn an.;4. den 8. aug. gedohren. Nachdem er sich auf der Fürsten-schule zu Meisten in den sogenannten schönen wissenschafftenveste gefctzet, begab er sich an. 1674. auf die Universttät zuFrancksurt an der Oder, und hielt daselbst zwey Dssputatio-ijes, nemlid) de Jurisdidione Principis extra territorium, linbde Foto Legatorum, welche letztere er als Prsefes vertheidigte.Hierauf wurde er von dem Churfürsten Johanne Georgio tl.an. 1677. zum Canuner-Herrn und Appellations-Rath, an.167z. aber zum Hof-Rath bestellet, und in vielen Verrichtun-gen gebrauchet. An. 1684. schickte ihn Johannes Georgius III.als Abgeftndten auf den Reichs-tag nach Regenspurg, allwoer sich bis an. 1687. aufhielt, da er nach Dreßden zurück kom-men , und die bedienung eines geheimen Raths auf sich neh-men muste. An. 1690. befand er sich als dritter Churfürstli-cher Gesandter bey der wähl des Römischen Königs Joseph» zuAugfpurg; an. 169z. aber »miste er an dem Kayserlichen Ho-fe zu Wien im nahmen Johannis Georgii IV. die lehn empfan-gen. Er kam auch bey dessen Nachfolger, Friderico August»,»n solches ansehen, daß derselbe ihn nicht nur an. 169z. beyder Landes-regierung zum Cantzler verordnete, sondern auchan. 1711. nach des Kaysers Joseph» ableben, als Principal-Gclandte» auf den wahl-tag nach Franckfurt ain May», sende-te , worauf er seinen äintern an dem Hofe zu Dreßden bestän-dig mit grosser treue vorstund, und an. 1717. den 20. aug. daszeuliche gesegnete.

* priesen, ( Christranns Augustus, Freyherr von) Königl.Polnischer und Chur -Sächsifcher General-Lieutenant , war einsöhn Christian» August» , Freyherr« von Friesen , von dessengemahlin, Christina von Offenberg, die ihn an. 1674. geboh,ren halte. Er folgte von jugend auf dem kriege, und that sichbey allen gelegenheiten dergestalt hervor, daß er schon an. 1717.da er von seines vatters brudcr, dem vorherstehenbe» OttoneHenrico, deisen lehn-güther erbte, in Königl. Polnischen undChur-Sächsisthen diensten die stelle eines Obersten von der in-fankerie bekleidete. An. i7z;.»mnov. gieng er als General -Major mit den Chur-Sächsifchen völckern nach Polen , und be-gleitete darauf die Polnische Deputation, »velche den Churfür-sten von Sachsen als neu-erwehlten König ins Reich einlud,über Petrikow nach Tarnowitz . In eben diesem jähre, undzivar den 24. dec. half er, nebst dein General-Lieutenant , Jo.hanne Adamo von Diemar, die stadk Cracau besetzen, um diewidrig-gesinnten bey der bevorstehenden crönnng August» III. imzäume zu halten. An. 17*4. «m febr. wurde er zum General-Lieutenant erkläret, und befand sich unter Johanne Adolphe,Hertzvge zuWeissenfels, beyder belagernng vonDantzig. An.17;?. übernahin er über die Sächsischen hülfs-volcker, die wi-der Franckreich an den Rheinstrom geschickt wurden, das com-mando, und »vohnte unter dein Grafen von Seckendorf deraclion an der Salm bey. An. 17*6. im octob. wurde er von. seinem Könige mit dem ne»i-gestiftcten erden St. Henric» be-ehret, und an. 17;?. mit etlichen 1000. mann »vider die Tür«cken nach Ungarn geschickt, woselbst ihn eine so heftige kranck-heit überfiel, daß er zu Belgrad , dahin er sich aus dem lagerbringen lassen, am 24. sept. in dem 6z. jähre seines altersmit lobe abgieng, worauf man seinen leichnam nach Hause brach-te , und zu Rötha beerdigte. Afla publica.

* Friesenberg, ein schloß »nderGrafschasstKyburg, welchesan. izgz.von den Bernern und Solothurnern erobert, undin die asche gelegt worden. Es hatte ein berühmtes geschlechtdavon den nahmen, »velches iin schilde einen berg von zehrnauf einander stehenden seifen , und auf dem Helme zwey düs-sels-hörner, aus deren jedem an der äusser»» feite drey spitzen,und auf jeder eine kugel stehen. Frieß von Friesenberg , einRitter, lebte an. 129). Stumpfen» Schweitzer-chronick, VII.26. pag. 226. XIII. 4. 419. Stettlers Schweitzer-chronick,III. p- 88.

* Friesenberg, war eine bürg der stadt Zürich gegen über,unter dem schloß Uetliburg, hatte seine besondern Herren, wel-che »in schilde drey sterne, und auf dem Helm einen adlers-siü,gcl, worinnen drey sterne befindlich, zum wape» führten. Die.ses geschlecht und die bürg sind Untergängen. Stumpf. Schwei-tzer-chrvmck, VI. 22. p. 168.

* Friesendorff, (Johann Fridericus, Freyherr von) wardan. ?649. von der Königin Christina in Schweden als Resi-dent nach Portugal ! geschickt, das handlungs-interesse derSchwedischen nation nach »nnhalt des an. 1641. mit den Por-tugiesen geschloisenen tractats zu befördern. An. 16z2. kam erwieder nach Schweden , und folgte hiernächst dem Könige Ca.rvlo Gustavs in dem Polnischen kriege, ward auch an. 16;^.zum Preußischen Avvellations-Rath gemacht. An. 16,7. warder durch Veranlassung des kriegs, der sich mit dem Könige Fri.dericv III. in Dänemarck angesponnen, als ausserordentlicherknvovc an den Protector Cromwel nach Engelland gesendet,befand sich auch noch in diesem Reich, als CaroluS II. denthron bestieg, mit welchem er, nebst dein Grafen Nicolao Bra-

Histor. Ltxicon in. Theil.

()c , einen tractat, der die Handlung und daS fte-wefen beydebvolcker betraf, an. ,ü6i. schloß. Das jähr darauf wardwieder nach Haufe beruffen, und that bey dem Cemmercien-LoIIegio, von welchem er ein Mitglied »var, ersprießliche dien-ste. Er starb enblich zu Stockholm an. 1669. Kayscr Leovol-dus hat ihn an. 1664. in den Freyherr»-stand erhoben , daß evsich schreiben könnte, Baron von Cronenwcrth , Freyherr ausHerdiecke und Kvrup. Von seinen nachkommen war Carl Gu-stav , Freyherr von Friesendorff, Cantzley-Rath bey dem Kö-nig in Schweden , und Gesandter am Berlinischen Hofe, starban. 171s. den 2;. sept. und Johann Friedrich, Freyherr vonFriesendorff, an. 1729. Capitain bey dem Osterbottifchen reg»,ment in Schtvedeu. Büttners geneal. practic. Lüneburg.sub Friesendorff. Pfejfinger, ad Vitriar. inftit. Jur. pubi. I. <y i§. 11. p. 771. von Henel, an. 1729. siorir. Schweden , p. 84.

Frieß, (Christian) ein berühmter Dänischer Minister,wurde an. i?<;6. gedohren. In seiner zarten jugend schickteman ihn auf die schule »ach Rolschild, und irt» 10. jähre sei,nes alterS auf die Universität Rostock . Nach dem tobe seinesvatters wurde er zwar an. 1*71. nach Dänemarck zurück ge-fordert, doch gieng er bald darauf zum andern mal nach Teutsch-land , und nachdem er sich einige zeit auf den Universitäten zitLeipzig , Jena , Tübingen und Bafel aufgehalten, that er an.1577. eine reife durch die Schweitz über Genf in Franckreich,Engelland, Holland und Italien , allwo er zu Pabua, Sre-na und Bononien, sich mit den gelehrtesten leuthen unterrede-te. Nachdem er aber Rom , Venedig und Neapel besehen,und durch Teutschland nach Dänemarck wiederum zurück ge-kommen, berief ihn der König Fridericus II. zu seinem Cam-mer-und Justitzien-Rath , und hierauf zum Präsidenten zitDrontheim in Norwegen . In solchen ansehnlichen dignitäten»vußte er sich so geschickt aufzuführen , daß »hn besagter Königzu den »vichtigsten Verrichtungen, sowol bey Hof als ausserlandes, gebrauchte. Sein söhn, König Christianus IV. »nachteihn an. izßy. zum Amtmann zu Anderskau, und schickte ihnan. 159;. nach Schweden , den Königlichen Printzen Gusta-vum Adolphum aus dcr taufe zu heben. Das jähr darauf wur-de er zu der entledigten Cantzlers-»vürde befördert, von welcherzeit keine »vichtige Ambassade noch Conferentz war, darinnensich nicht Dänemarck dieses getreuen Cantzlers rath bedienet hät-te. Endlich, alS er an. 1616. mit dem Könige Christiano lV.auf den Reichs-tag zu Aseo in Norwegen verreiset, überfielihn eine Unpäßlichkeit, dahero er sich auf ein schiff setzte,innach Dänemarck überzufahren, allein er starb gleich vor Ast»auf dem schiffe. Im übrigen »var er ein sehr gutthätiger Herr,welcher der studirenden jugend anfzuhelssen sich auf alle weiftbemühte, auch sonste» den armen wöchentlich ein ansehnlichstück gelbes austheilen ließ. A.

Frieß, lat. Friiius, (Johannes) war zu Gryffenseein deinCanton Zürich an. izoz. gedohren. Nachdem er in gesellschafftConrad» Gefner» ftivol in Teutschland als zu Paris die stu-dien fortgesetzet, wurde er an. i;;6. zu Zürich zu einem Kir-chen-diener angenommen. Allein an. 1545. that er mit eini-gen jungen Edelleuthen eine reise in Italien , und übte sich zi»Venedig in der Hebräischen spräche, die er nachgehends nebstseinem schwager Pellicano zu Zürich empor brachte. Wege»seiner treuen schul-dienste schenckte »nan ihm daö bürger-recht,und da er 27. jähr Moderator der schulen daselbst gewesen, starber an. 156^. Er hat verschiedene blicher der heiligen Schriftaus dem Hebräischen in das Teutsche übersetzet, und sonder-lich ein Hieklanarium Latinaj Linguje heraus gegeben. Er warauch ein guter MMkns und Poet, hat über die gantze Musi-cam ein kurtzes Compendium verfertiget, und des Horatii Car-mina den itudiosis zum besten in eine 4. stimmige melodeygebracht; er war in sprachen wohl erfahren, und wurdevon Gesnero wegen seiner erudition 6ermanise vecus ge-nannt. Sein sohn JacobuS war von an. i;76. bis an. 1610.Phil. und Theol. Professor , hat auch einige philvs. Philolog,und theologische schriften hinterlassen; seil» anderer söhn, sogleichfalls Johannes hieß , wurde zu Marpurg in Magllkrumcretrt, und darauf an feines vatters statt Tudimagilker der La­ teinischen schulen, ersetzte auch seinen vatter an gelehrtheit undfleiß, und starb an. i6n. an der pest. Henricus, einer seinerdesccndente» , wurde nach einer 10. jährigen der studien hal-ber gemachten schönen reise Profess. Catech. an. 1676. Pros.Eloi]. an. 1682. und Pros. I.inguar. in Collegio inferiori a».1684. Er schrieb etliche llisserrationes , als : de Sede Animairationalis; de Communione Sanctorum ·, de Unione Sancto-rum; F.xplicationem Articuli de S. Ccena; Orationem deQuietisino; Patris Mauri . genannt Heidelberger , ge»vissen-lo-se wiederkehrung zu dem Papstthum; und starb an. 1718. Sei-nes bruders söhn Henricus wurde an. 1718. Pfarrherr bey St.Peter , dcr für einen gelehrten Prediger und treflichen 8eri-pturarium pslfiiret. Johannes, von eben diesem geschlecht,ein gelehrter »nann und Jur. Licent. wurde an. 172z. Seckel-meister der stadt Zürich . Häutiger, biblioth. Tigur. Durste!.Zürich , geschlechtd. *

* Frieß, oder Frisius, (Lorentz) war zu Mergentheim inFrancken an. 14?'. gedohren, und in allen nützlichen wissen-schassten erzogen. Er kam gar bald als §ecretariu8 in die dien-ste Conrad» III. Bifchoffs zu Würtzburg, und weil ihm zugleichdas Archiv anvertrauet war, hatte er die beste gelegenheit, sichFff eins