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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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f r war auch in den sprachen und mathematischen wissenfchaff-ten wohl erfahren, davon seine schriften zeugen können, als daAnd : Differtatio de Cometa anni 1618.; Anti-Aristarchus sivede Orbe 'ferne immobil! contra Philippum Lansbergium; Ve-fta sive And-Aristarchi VIndex; Meteorologicorum lib. V; Aua-tomia Hominis ; Commentar. in Acta Apostol. &c. Andr. bibl.Eelg. Mtraut, de script. ikc. XVII. Vojs, de scient. Math. &c.

FRONDEURS, oderSchleuderer, wurden in Franck-reich diejenige genennet, welche ein öffentliches Mißvergnügenüber das Staats-Ministcrium des Cardinals Mazartn blickenliessen, und zwar rührte dieser nähme daher, daß man meynte,es würde dieselbe mißvergnügte Partie mit eben so gutem glückdiesen Premier-Minister stürtzen, als David vermittelst seinerschleuder den Goliath überwunden. Diejenige Räthe des Par-jements, welche an. 1648., in abwesenheit der Printzen vomaeblüte, wider das damalige Ministerium ihre stimmen ga-ben , empfiengen am ersten diesen nahmen, und Menage sagt,daß Mons. de Bachaumont, einer von besagten Räthen, diesebenennung zuerst aufgebracht. Der Cardinal de Rctz aus demHause Gondy und damaliger Verwalter des Ertz-Bißthums Pa­ ris , so einer der ersten Urheber der sogenannten Fronde gewesen,und also von dieser fache den besten bericht gehabt,meldet, es wä-re damals oft geschehen, daß junge knabcn und laqueyen ausmuthwillen sich in den stadt-gräben von Paris mit einander her-um geschmissen, und mit schleudern geworffen; sie wären abervon den Archer», (welche dergleichen Unordnungen zu verhütenbefehl hatten) oft aus einander gejagt worden; so daß es gemei-niglich von beyden theilen der schleuderer an ein heftiges fliehengegangen, wann sie einige Archer» von weitem erblicket. Da-von Hatte nun Bachaumont, welcher den feinden des Car-dmals Mazarin nicht allzu viel Hertz und standhafftig-keil zugetraut, den anlas genommen , sie mit diesen schleude-renden laqueyen und buben zu vergleichen, und zu sagen, daßsie eben so leicht konnten bey erbliekung des starcken gegen-ge-walts den reiß-aus nehmen, als es diese forchtsame Frondeur»auf ersehen der bewafneten Archer» zu thun pflegten. Mim.

du Card. de Retz.

Fronhoven, siehe Frauenhofen.

* Fronius, (Matthias) ein Siebenbürger , lebte als Nota-rius pubiicu» zu Cronstadt, und trug Statuta SaxonumTranüvlvaniam incolentium zusammen, welche svwol V 0 NSteph'ano Bathori, als auch von dem Kayser Leopolds eon-firmiret worden, da man sich sonst in Siebenbürgen einesmanuseripts Legum Norimberg. bedienet. CtzTeittmgeri Hun-gar. litterata.

Aronsac, lat. Franciacum, Francianum , Francicum, einestadt in Guienne, welche den titul eines Hertzogthums führt,und am flusse Dordogne unter Libourne , oder 6. meilen vonBourdeaur lieget. An. 1598. ist sie von Henrico IV. zu einemHertzvgthnm und Paine erhoben worden. Nach diesem isssiean dw Candalische familie durch hrurath gekommen.

Fronsberg, siehe Frundsberg.

* Front , lat. Frontensi» villa, eine stadt und schloß in derSavoyischen provintz Canavese, nicht weit von Turin gegennorden.

* Frontac, (Pierre de) war anfänglich zu den zeiten Kö-nigs Johannis II. Parlements-Advocat zu Paris und Canoni-cu». Weil er die rechte der kirche mit ernst vertheidigte, machteer sich so verdient, daß ihm der Papst Clemens VII . den Cardi-nais-Hut gab. Er starb den 4. nov. an. 1392. zu Avignon .

Vigneil Marville , melanges vol. I. p. 201.

Fronteau» (Johannes) Canonicu» regularis der Congrega-tion der heil. Genevieve und Cantzler der Universität zu Paris ,erwarb sich durch seine wissenschafft und frömmigkeit grossenrühm. Man nahm ihn an. 1639. unter die Canonico» regulä-res St. Augustini auf. Er studirte die Philosophie in dem Col-legio zu Fleche, allwo er an. 1636. einige thescs vertheidigte,dieer dem Carolo Faure, Abt von St. Genevieve und SuperioriGenerali der Congregation, dedieiret, welcher sich die gelehrsam-keit des Fronteau so wohl gefallen lassen, daß er ihn zu sich nachParis beruffen, und ihm die Philosophie zu lehren aufgetragen.Hierauf studirte er auch die Theologie, welche er xr. jähr mitgrossem nchme der jugenb vorgetragen. Im übrigen verstunder nicht allein die Lateinifche, Griechische, Hebräische, Syrischeund Chaldäische spräche, sondern konnte auch die besten in Eu­ ropa zierlich reden. An. 1648. wurde er Cantzler der Universität,und nachgehends Prior zu Benets in Anjou. Endlich wurdeihm an. 1662. eine Pfarrey zu Montargis anvertrauet, welcherer mit so grossem eifer vorstund, daß er darüber noch das besag-te jähr das leben enden muste. Unter seinen gedruckten schriftensind : Refutatio eorum, quse contra Th. Kempensis vindiciasicripscre Robertus (Miatremairo & Johannes de Launoy; Vo-lumen Epistolarum Theologicarum, &c. P. LaOemant , dan*labrege de la vie du P. Fronteau.

* Fronteira , eine kleine stadt in der provintz Alentejo inPortugall am fluß Avis. Sie hat ein altes berg-eastell , undliegt nicht weil von Estremus gegen norden.

Frontenac, oder das kort Frontenac, eine citadelle inNeu-Franckreich, welche an. 1673. von dem Grafen von Fronte,nac,Gouverneur des laudes, wider die einfalle der Jroquots auf«

grbauet worden. Sie liegt an einer sie gleiches nahmens in de»gegend, da der fluß ct. Laurence heraus kommt. Baudmnd.

Frontenhausen , ein feiner Bayerischer marck-ßecken tmBiytyum Reqcnsvurg und dem Pfleg-Gerichte Trißbach, nichtweit von Dingrifingen an der Witz gelegen, hat einen gutengetreyd-boden. Vor zeiten war es eine Grafschafft, und nann-len sich deren besitzer zugleich von den Herrschafften Medling,Rod und wasserburq ; sie waren aber von den Grafen vonWasserburg m Ober-Bayern unterschieden. Sie sollen von denWelphen abgestammet, und von dem Kayser Fridcrico II.,weil sie die Päpstliche partey wider ihn gehalten, vertrieben wor-den seyn, nachdem kurtz vorher Frontenhausen den Hertzvgen inBayern verkauft gewesen. Hunds Bayr. stamb. Lazius , d«migr. gent. Spangenb. Adelfp. P. I. Lhur-Bayern, p. 293.

FRONFIRUS , (Gottofridus von) voctor Venerabilis ju*genannt, war ein Franciseaner-Mönch in Engclland, man weißaber nicht, wenn er eigentlich gelebet. Man hat von ihm: InMagiitrum Sententiarum; Quodlibeta; de lnfantia S. hdmun-di; &c. Willot, in Ath. Franc. Pitfius, &c.

Frontignan , lat. Frontinianum , eine kleine stadt in Nieder-Languedoc , an der see Magueüone zwischen Agde und Mvntpel.lier, so wegen ihres muscaten-weins berühmt ist. An. 1632. be-lagerten sie die sogenannten Hugonotten, aber vergeblich. An.1710. den 26. jul. ward sie von den Engelländern und Hollän-dern eingenommen, aber bald wieder verlassen. Es ist diestr ortneben dem guten wein auch wegen dem Eau de Cette, und denmeer-trauben bekannt, welche daselbst an lange stanzen gebun-den, vom obern boden bis auf eine manns-höhe von der gaffengehängt, und also an der sonnen getrocknet, hernach in kistengepackt und verschickt werden. Das Rathhaus ist das merck,würdigste gebäu der stadt. Thuan. lib. XXXII. hist. deia Force , nouv. descr. de la France, tom. IV. p. 382. *

Frontinus , (Septus Julius) wird nach dem titul einigerM§or. Vir Consularis genannt, als ob er die Bürgermeister-würde getragen hätte, so aber aus vielerley gründen verworf-sen wird; weil ihn Nerva an. Chr. 98. zu einem aussehet überdie Wasser zu Rom gemacht, so ist es wahrscheinlicher, er habeden titul Consularis aquarum getragen, als welcher dem vonihm würcklich gehabten amte schon seit den zeiten August! ist zu-gelegt worden; dessentwegen aber wird niemand nach der altenund gewöhnlichen redens-art zu einem Viro Conkulari gemacht.Er hat währender solcher eharge ein buch von den wasierleitlin-gen , so in diese stadt geführet werden, geschrieben. Er war zu-vor schon Prastor Urbanus , in welchem amt er in abwesenhellder Bürgermeister ums jähr Chr. 73. diese ihre gemaltwürcklich verträte. Hierauf hat er in Britannien eommaudi-ret, und die Silures, eine streitbare und mächtige nation, über-wunden. Er ist auch Augur gewesen, in welchem amte ihmArrianus sueeebiret. Seine angenehinste retraite war zu Ter-raeina. ßv ist in der kriegs-kunst wohl erfahren gewesen, undhat 4. bücher Stratagematum geschrieben, (wiewol er in dervorrede selbst nur von 3. büchern Meldung thut,) auch nochviele andere wercke, als de Limitibus Agrorum , und anderemehr verfertiget, wovon aber nur die kurve schriften de Agro-rum Qualitatibus und de Limitibus übrig sind; über das erste-re hat schon vormals Aggenus Urbieus eine erklärung gemacht,so auch noch vorhanden. Er ist auch ein grosser Rechtsgelehr-ter gewesen, und als er sterben sollen, hat er verboten, ihmein grabmahl ZU setzen. ALlmnui, de acieb. praef. ad Hadrian.&c. Tacitus , hist. lib. IV. & in Agricola . Plimus , lib. IV.epist. 8- lib. V. ep. x. lib. IX. ep. 19. Martial. lib. X epigr.59. Vegetius , de re milit. lib.II. c. 3. & Stevsech. ad h. 1 . C*·tanaus, Comment, in epist. Plin. lib. IV. ep. 3. *

Fronte», (M. Cornelius) ein berühmter Redner, weichermseiner kunst die beyden Kayser, M. Aurelium und Lueium Ve-rum, unterrichtet, und dem erstern auch in der sitten-lehre gu-te anleitung gegeben. M. Aurelius ließ ihm dannenhero nach-gehends, zum zeichen seiner erkenntlichkeit, eine säule aufrichten,und brachte ihm die Bürgermeister-würde zuwege, welche eraber nur 2. mvnat führte. Er hatte eine vollkommene erkennt-nts der Lateinischen spräche, und in der wohlrebenheit zeigte ereine sonderbare gravität. Seine Nachfolger, welche sich chnzum Muster in der beredtsamkeit vorgestellet, nennete manFrontonianer. Man glaubet, daß diejenigen RechtsLelehrten,so unter dem nahmen Fronto in den Pandeeten angeführet wer-werden, aus seinem stamme gewesen. Einige halten ihn auchvor den Frontonem Catinum, dessen Plinius in seinen epistelngedencket, und vor denjenigen, von welchein AkartialiS Meldungthut. Gleichwie aber diests schwer zu beweisen, also ist noch vielweniger zuzugeben, daß man ihn mit dem Frontone,einem Bür-germeister zu Rom unter dem Kayser Nerva, vermische. Einigemachen auch den Frontonem, dessen zuerst erwehnung gesche-hen , zum auctore eines gesprachs Wider die Christen, welchesvon Minutio Feliee unter dem nahmen eines Fronto angezogeawird. Jul, Capitoli». in M. Aurelio c. 2. & in L. Vero c. 2Aufmt. in gratiar. actione. Aul. GeO. lib. II. c. 26. lib. XIXc. 8. Pti»· lib. II. ep.XI. Martial . epigr. 56. lib. I. Apollinar.epist. 1. lib. I. Xipbilin. in Nerva . Mimt. Felix. Balduin. inprolegom. ad Miaut. Felic. Bayle. *

Froschauer , (Christoph) von Oetingen, ward an.iziy.bür»ger zu Zürtch, allwo er eine so fürtrefliche duchdruckerey aufge-richtet,