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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Nach diesem so rühmlichen siege eroberte er die MarggrafschafftSalnzzo, zernichtete auch der Italiänischen Fürsten bündnis,u»d zahlte seine soldaten, welchen man 2. monat sold schuldigwar , von seinem eigenen gelde, damit sie desto mulhiger fechtenmöchten. Wodurch denn selbiger zeit würcklich die stadt May-lanb erhallen, vdschon sie von aussen her mit einer feindlichenarinee umgeben war, auch darneben feindliche bcsatzung imim schloß läge, und die bürger der stadt selbsten gar nichtsguts wider dft Kayserlichen im sinne hatten. Der Kayscr wolltedeswegen seine erkennllichkeit zeigen, und schenckte ihm eineMavländische Grafschafft, die er aber an den vorigen Eigen-thums-Herrn, nachdem er von der Kayserlichen acht de-fteyet worden, überliesse, und davor die stadt und das landMonza, wie auch andere städte und Herrschafften in derLom-bardie, bekam. Das jähr vorhero, nemlich an. 1527.,schlug er allein mit seinem volcke der Venetianer und desFrancisci Sfortiä völcker bey Marignano, und bald daraufden Johann Jacob von Medicis, welcher mit einigen, ausder Schweitz und anderswoher zusammen gerafften volck bisgen Carrara angezogen war. An. ,;zo. commandirte er inder belagerung der stadt Florentz; allein, weil inzwischen derReichs-tag zu Augspurg vor sich gieng, trug er das commandoeinem andern auf, und reisete über Jnspruck nach Augspurg.Doch, als nach absterben des gedachten Hertzogs FrancisciEkorliä von Mayland an. ins. König Franciscus I. ausFranckreich dieses Hertzogthum auss neue einzunehmen suchte,machte ihn der Kayscr, nebst Francisco von Hemdstein, zumGeneral über das Teutsche fuß-volck, welches durch Italien in Provence einbrechen sollte. Allein FrundSberg siel auf derreist in eine kranckheit, und wurde genöthigel, sich nachhaust bringen zu lassen, da er denn wenig tage nach feinerankunft in dem ;6. jähre feines alters gestorben, und zu Min-delheim bey seinen vor-eltern beygesetzet worden. Georg undCaspar von Frundsberg kriegs-thaten. SpangenvergsAdels-spiegel 2. theil. *

Frusino, lat. krullno ober Frusmum, ist ein kleiner ort inLampagna di Koma, zwischen Verölt und Piperno, dessenStrado, Ptolemäus , Livins und andere alte fcridenten ge-dencken.

Fruterius, (Lucas) war von Brügge in Flandern , undkam mit Jano Douza, Oberto Giphanio und Iano Lernulio»ach Paris . Als er sich einmal im ball-schlagen allzu starck be-weget hatte, und darauf einen kalken trunck that, fiel er dar-über in eine kranckheit, daran er.an. i;66., da er kaum 25.jähr alt worden, gestorben. Im übrigen war er in Humanio.ribus vortrestich erfahren, wie davon seine schriften, die erauf seinem tod - bethe dem Giphanio anvertrauet, zeugen kön-nen , als da sind: Veristrnilium com. II.; Julii Severiani Sym-ptomata Rhetorices ; Versus Miscell. &c. Man meynk, Gi-phanius hab? sich Fruterii arbeit über den Gellium und Lucre-tium als seiner eigenen bedient, welches ihm sonderlich Dousaschuld giebt. Tbuan. hist. lib. XXXVIII. Miraus , in elog.Belg. Andr. bibl. Gruter. Douza. See.

Frutingen, ist ein thal in dem Bernerischen ober - lande'welches sich von der Walliser - Alp Gemmi, der Kander nach,biS an den Thuner - see in 6 . stunden lang hinunter ziehet; derhaupdflecken ist Frutingen, von welchem daS thal den nahmenhat; die übrigen sind Kandelsteg, Kandelbruck, Erlibach rc.Es ward vor alters von seinen eigenen Freyherren beherrschet,welche einen schwartzen adler im weissen fchild geführet haben.Nach deren abgang fiel es durch Heurath an die Freyherren vonThurn in Wallis , aus denen Antonius an. 1,65. gelebt, undder stadt Bern viel ungelegenheit gemacht; er gab aber zu an-sang des folgenden üeculi der stadt das gantze thal um 6200.gülden zu kauffen, welches den einwohnern so lieb gewesen,daß sie sich selbsten geschätzet und den kauf- schiüing erlegt ha-ben. Von dieser zeit an setzet die stadt einen Castellan in dasschloß Tellendurg bey Frutingen, der solcher residentz nicht län-ger als 6. jähr zu geniessen hat. Das land hat noch schönesreyheiten, und ihr eigen lands-panner. Es waren vor diesemin dieser Frey-Herrschafft 4. alte Edle sogenannte steur-freye ge«schlechter, als Scharnachthall, Stambach, Utendorff undMooß. Das schloß oder der alte thurn, darin» die Freyherrenvon Thurn ehemals gewohnt hatten , stehet noch aufrecht,und wird von den land-leuthen Felscnburg genannt, stumpf.lib. VIII. p. 247. b. Simltr. lib. II. p. z;i. ibique. Jac. Lrw.in annot . *

* Fryth, oder Frith, C Johannes) gebürtig aus Kentwar erstlich Canonicus im Collegio des Cardinals Wolsey,bekannre sich aber öffentlich zur Lutherischen lehre, und wurdedeswegen an. in;. den 22. julii im 16. jähre seines alters beyLonden verbrannt. Er hak einen tractat von dem segfeuer, undandere bücher in seiner mutter-sprache geschrieben, welche an.IS 7 ?. zusammen gedruckt worden. Baiaus, de script. Angl. cent. Vlll. p. 657. Wood, Athen . Oxon.

Fuchs, ein adeliches und zum theil Freyherrliches geschlechtin Francken, welches von einem in dem Fürstenthum Schwar-tzenderg, nicht wett von Hohenlandsberg, gelegenen stamm-guche den beynahmen von Dornheim führet, und schon an.11,9. dem turmer zu Oettingen mit deyqewohnet hat. Zuansang des XVI. feculi waren Iacvdus und Apollinariü durch

ryre Meyrsamkeit bekannt. An. 1622. erhielt Johann Georgdas Blßthum Bamberg , und an. ,71z. bekleidete ChristophCc»st, Zreyherr ,yuchü von Bimbach, die stelle eines Kayftrli-chen Reichs-Hof-Ralhs und Würtzburgischen Oder - Cammer-Hern,, ward mdm Grafen -stand erhoben, und an. ,716. alsKayjerlicher klenipocenriarius im Nieder-Sächsischen kreisenach Hamburg abgeschicket. Pastor. Franc, rediv. Müllen annal.Sax ; Gpangenb. Adelsp. F. II.

Fuchs, eine «beliebe familie in dem Fürstenthum Anhalt,welche mit denen von Fuchs in Francken, rc. einerley wapen, undin demselben einen fuchs zu führen pfleget. Zu ihrem Ahn-herrn setzet man Nicolaum, der an. 1S79. als Städtmeister zuStraßburg , allwo diese stelle eine der vornehmsten adelichen be,dienungen ist, mit tode abgegangen. Sein mit einer von Wil-dern erzeugter söhn , Hans Nicol, starb an. 1644. als Statt-halter und Graf des landes Hadeln in Nieder-Sachsen, und hin.terließ von seiner gemahlin, einer Freyin von Putlitz, 4. söhne;der älteste starb als Wolffenbüttelischer Stallmeister auf derreise in Franckreich; der andere wurde Cammer - Iuncker audem Ost-Friesischen Hofe, und hatte einen söhn, welcher an.1709. unter der Dänischen Granadier-garde als Capitain stund;der dritte war Schwedischer Lieutenant, und starb ohne er-ben ; der vierte, Nicolaus Christoph, war Stall - und Jäger-meister bey dem Fürsten zu Zerbst , und gesegnete an. 168).das zeitliche. Ihm succedirte in den gedachten chargen seineinziger söhn, Hans Christoph auf Lidingerwort, welcher sei-nen stamm mit zwey söhnen, Carolo Wilhelms und FridericoLudovico, fortgepflantzet hat. Beckm. Anh. hist. lib. VII.

Fuchs von Fuchsberg , eine Gräfliche familie in Tyrol,welche von dem schlösse Fuchsberg, nahe bey St. Paul gelegen,den nahmen führet, und an. i;8;. den titul von Iauffendurgund Passeyer angenommen, weil Christoph die letzte von Paftseyer, Bardaram, zur ehe gehabt. Georg hat an. i,6;. zuZürich , Wolf an. 1197. zu Nürnberg, Siegfried und Hein-rich aber an. 12;;. zu Würtzburg dem turnier deygewohnet.An. 1421. bekam Wolf das fchloß Lebenberg mit feiner ge-mahlin Dorothea, der letzten dieses geschlechts. An. 148;.war Diego Landes-Hauptmann an der Etsch . Christoph ver-trat anfangs die stelle eines Commendanten zu Kusstein,wurde aber nach seiner gemahlin tode Oanonicus, und an. i;;y.Bischoff zu Briren, woselbst er an. 1542. sein leben geendi.get. Leonhard ist bey dem Kayscr Leopolds Cammer-Herr ge-wesen. BLaNdtS, Tyr. ehrenkr. Spe». hist. insign. Bucel.stemm. P. I.

Fuchs, ( Paulus, Freyherr von) Königlicher Preußischergeyenner Staats - und Kriegs-Rath, Erb - Herr auf Mal.chau, Fuchshofen, rc. wurde zu Stettin , allwo sein vatterPastor Primarius und Superintendent war, an. 1640. den15. dec. gebohren. Nachdem er sich zu Gryphswalde, Helm-städt und Jena in der RechtSgelehrsamkeit vest gesetzet, besäheer die Niederlande , Engelland und Franckreich, worauf er ei-ne zeitlang beyder Iustitzien-Cammer zu Berlin einen Advo-caten abgab, bis er an. 1667. zu Duisburg Professor.Juriswurde. Nach drey jähren ernennte ihn der Churfürst FriedrichWilhelm zu seinem geheimen Cammer - Seorerario, und trugihm nicht allein die Preußische und nachqehends an deren stattdie Clevische, Märckische und Halberstadtische, ingleichen dieLateinische und Französische erpeditionen auf, sondern zog ihnauch zu den geheimesten staats-geschäfften, und hatte ihn m sei,nen feldzügen von an. 1672. bis 1679. stets um sich. An.167z. wurde er geheimer Staats-8ecrecarius, an. 1674. würck-licher Hof-Rath, und an. 1682. geheimer Rarh und Staats-Mmister. Hierauf ward ihm an. 1686. nebst der charge einesKriegs-Raths das I)irect»rium der lehn-sachen der Chur>Marckund an. 169s. die Präsidenten - stelle in dem Lonststorio nebstder aufsicht über die Reformirten gemeinden, an. 170;. aberdie Cantzler-würde in Hinter-Pommern aufgetragen. An. lüg;,gieng er an den Chur - Cölnischen, ingleichen an den Braun-schweigischen und Lnneburgischen Hof, wie nicht weniger zudem Bischoffe zu Paderdor», zu dem Printzen von Oranien undzu ander», die vertrauliche zusammensetzung mit den benachbar-ten Mit-Ständcn entweder zu erhalten oder zu befördern; undan. 168s. gieng er abermals als Abgesandter zu dem Printzenvon Oranien und zu den Staaten der vereinigten Niederlande,einige Mißverständnisse beyzulegen. Zu gleicher zeit bemühete ersich nicht allein in den nahe gelegenen, sondern auch in entfern-ten landen, die commercien auszurichten; wie ihm denn sowoldie Africanische als Americanische handels-compagnie ihr auf-nehmen vor andern zu dancken hat. Hierauf entstund zwischendem Könige in Dänemarck und der stadt Hamburg an. iüg6.eine kriegs - flamme, die aber durch seine wohlredenheit wie-derum gestillet wurde. So legte er auch an. 1686. zwischenDänemarck und Holstein-Gottorff, gleichwie an. 169z. zwi-schen Dänemarck und dem Hause Lüneburg die entstandenenweitläufllgkeiten den. Ja an. 1702. hat er bey letztgedachiem

t auft es dahin gebracht, daß nicht eine innerliche Unruheeutschlands verderben vermehret. Der Kanftr Leopold fandsich durch rühmliche Verrichtungen dieses Ministers bewogen,ihn an. 1700. in den Freyherr» - stand zu erheben. Im übri-gen suchte er die gelchrsamkcit auf alle weift zu befördern;wie er denn , da er noch zu Jena studiret, Fabellas ad Insti-tutiones Juris mit schönen anmcrckungen, und nachgchends ztt

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