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gantz was neues aufbrachten, sonderlich aber mit einem hauf-ftn selbst wunderlich ausgcdachter Teutschen Wörter sich beyandern lächerlich machten. Wie denn bis dato sich niemandmehr finden wollen , der dieser anfangs so berühmten und starckzugenoinmenen, nun aber sehr herunter gekommenen und fastvergessenen Gesellschafft sich als Hanpt und Schutz - Herr an-nehmen wollen. Neumarck, im neu - sprossenden TeutschenPalm - bäum. Rurtzer bericht von der fruchtbringenden Ge-sellschafft vorhaben, auch dero nahmen, gemählde und Wör-ter , in achkzei/ige reim - gesetzt verfasset. Neu - sprossenderTeutscher palm-baum. von Htlle, Teutscher palm-baum.l'eüeri differtat. de Fratribus Kalendariis cum notis Christian!Francisci Paulini p. 5. 6 . 7.
Frumarius, ein König der 8uevorum in Gallicien, wel-cher an. 460. dem Maldra in derregiernng gefolget, und nochi» dem besagten jähre den thron zu verlassen genöthiget worden.Ihm succedirte Remismundus. Idac. inchron.
* FRUMENTARII, hiessen zu Rom nicht allein die korn-wessE", welche aus den öffentlichen korn-böden einem jeglichenso viel getreyde, als ihm von den Curaeoribus srumenti aufseiner ressera und zettuk angewiesen war, zu geben pflegten ;sondern auch die Proviant-verwalter bey den legionen; «nglei-chen die, so in den Römischen provintzen, und in den Häusernherum liefen, um einen vorrath an getreyde aufzubringen.Wie aber diese letzter» alles ausspürten, wo nur etwas anzutref-fen möglich war; also gab man diesen nahmen nach der Handauch den spionen, welche von den Kaysern ausgeschicket und ge-halten wurden, damit sie alles, was in den provintzen, und ei-nes leben Hause vorgieng, einberichten sollten. Diocletianusschaffte sie zwar endlich ab; welches aber dem volcke wenig half,indem an deren statt die sogenannten Curioli aufgekommen, wel-che eben dieses handwerck trieben, ups. elect. üb. VIII. Laurent.de conv. c. 7. Tiüemont , hilt. des Emper. Pitifeus.
Frumentius, Abyßinifch Abba Salama , ist der AethiopierApostel, welcher sie um das jähr Christi rzo. zum Christlichen glauben bekehret. Er kam nebst einem andern jungen menschen,nahmens Aedesio, und mit einem Lyrischen kaufmann Mcropio,welchen andere für einen Philolopbum ausgeben, und welcherdaselbst starb, diese zwey jünqlinge nach sich lassend, nach Ae-thiopien. Die Barbarn, welche Ruffenus für die Mörder Me-ropii ausgicbt, führten sie gefangen zu dem Könige, welchersolches vergnügen an ihrer geschicklichkeit hatte, daß er sie mitder sreyheil deschenckete, und zu bedienten in der Cantzeley undRent-Cammer machte. Diese aufgetragene chargen verrichtetensie nach des Königs rode, wie vor, mit grosser treue, und mach-ten sich dadurch sowol als ihrer religion wegen beliebt. Fru-mentius wollte diese gelegenheil nicht vorbey lassen, sondern rei-sete zu dem heiligen Athanasio, welcher ihn zum ersten Bischoffvon Aethiopien machte, worauf Frumentius zum andern maledahin ressete, und einen glückseligen ansang zu bekehrung die-ser Heydnischen götzen-diener zum Christlichen glauben machte.Ruffin. H. E. üb. I. c. Socrates , H. E. lib. I. c. 1;. Theo-dor et H. E. lib. I. c. 22. So2 mtn. üb. II. c. 2;. B»ron. an. 527.Ludoljf. hist. JEthiop. üb. III. c. 2. & alibi.
Frundsberg , Fronsberg, oder Freundsberg ein sehraltes berühmtes Tyrollsches oder auch Schweitzerisches ge-schlecht. Für die erste dieser Meynungen wird angezogen, daßdieses geschlecht ehedessen das schloß Freundsberg, so nachge-hends Sigmundsfreud genennet worden , besessen, solches aberbald darnach an das Haus Oesterreich um die Herrschafft Per-tersberq und Stertzling verwechselt. Die andere hingegengründet sich aus ein schloß, und vormals auf demselben seßhafftgewesenes geschlecht dieses nahmens , welches ohne Veränderungeiniges buchstabens Frundsperg geschrieben worden. Das Burg-stal ist noch zu sehen, ohnfern Raperschweil am Zürich-see ,oberhalb dem sogenannten Hittcnderg. Nach dieser zeit hat esan. 1487. Mindelheim in Schwaben an sich gebracht, daheroes aus den turnieren zu den Schwäbischen Rittern gesetzt wird.Sonstcn hat sich bereits an. 968. Ulricus von Frundsberg aufdem turnier zu Merseburg befunden. Ein anderer dieses nah-mens hat an. 1267. das Frauen - kloster Prediger-ordens zuMarienthal, genannt Voldepp, erbauet. Und endlich hat Ul,-ricus, welcher um das jähr 1492. geledet, und Hauptmannder Gesellschaft St. Georgen Schilds, des theils an der Do nau , gewesen, auch vor den Urheber des Schwäbischen bundesangegeben wird, sein geschlecht durch seinen söhn Georgiumund enckel Caspar, von welchen beyden nachgehends mehr soll
S * ,t werden, in den höchsten flor gebracht. Stumpfensweitzer-chron. üb. VI. c. 8. Hund, Bayerisch , stamm-buchP. II. p. 104. seq. Bueelin. stemmat. P. II. Beschreibungvon Tyrol. Brandts, ehren - kräntzlein des Tyrol. adlersP. II. p. zz. seq. *
Frundsberg , (Georg) Herr von Mindelheim in Schwa ben , war ein söhn Ulrichs von Frundsberg , welchen ihm seinegemahlt» Barbara von Rechberg an. 147;. gcbobren hatte.Gleich in seinen jungen jähren wurde er zu dem krieg ange.wohnt,, dann er schon an. 1492. den zug deS Kayfers undSchwäbischen bundeS beygewohnt, durch welchen Hertzog Al-brecht in Bayern , Regenspurg dem Reich wiederum einzuräu-men, gezwungen worden. In dem 24. jähre seines alters begaber sich in den L-chweitzer-krieg, und an. 1504. erwies er sich in
der schlacht bey Regenspurg, welche Kayser Maximilian mitdem Pfaltzgraf Ruprecht am Rhein gehalten, so tapfer, mihn der Kayser zum Ritter schlagen ließ. Worauf dieser demKayser in den mit dem Hertzoge zu Geldern, den Venelianerndem Papst Iuliv II. und den Franzosen geführten kriegen, un,gemeine proben seiner treue und tapferkeic abgelegt. Bey ervbe-rung des Hertzvgthums Würtemberg commandirte er im nah,men des Schwäbischen bundes 20000. mann zu fuß. KayserCarolus V. ernennte ihn §u Worms an. 1521. z„ seinem Raihund Feldherrn in der Fürstlichen Graffchafft Tyrol, übergabihm auch das schloß Rungelstein samt der Burgbut. Solchegute meynung nun von sich zu erhalten, gieng er bey angehen-dem Französischen kriege in die Kayserlichen erb-Iande, Flandern und Hennegau , solche wider den besorgenden einfall zu verwah,ren, allwo er auch bey dem starcken anzug der feindlichenmacht seine schwache mannschafft mit grosser klugheit abae.führet. Aus den Niederlanden begab er sich nach Italien ,und hatte an den daselbst vorfallenden schlachten und ervbcrun-gen immerdar grossen antheil; wie den» ihm sonderlich wegendem bey Bicoque erhaltenen siege das gröste lob ertheilt wurdeAls Genua mit stürm an die Kayserlichen übergieng, bekamFrundsberg das silberne scepter, die silbernen schlüffel, dieHaupt - sahne des meers und einen kostbaren compaß für seinenantheil, da er im übrigen seine Teutsche armee nach möglich,kcit vom rauben und plündern abgehalten. Im treffen beyPavia umringte er die auf Französischer feite hartnäckig sich,tenden Teutschen, welche man die schwartzen sahnen nennte,neben Marx Sittichen von allen feiten, daß durch deren nieder,läge ein grosses zu dem Kayserlichen siege beygetragen wurde,wovor er Königs Francisci schwerdt kriegte, so demselben seinMarschall Galeacms von Sanseverino nach gewohnheir solltevorgetragen haben, und welcher wenigst nächst bey des Kö.nigs person in der schlacht umkommen , solches nahm er auchmit nach Tentschland. Daselbst stillete er den gefährlichendauern - aufstand im Algöw, ohn einiges blut - vergießen.Doch konnte er nicht lang in Teutschland bleiben; denn weilder Papst Clemens VII . dem Kayser an. izrs. den krieg an.gekündiget, auch mit seinen Alliirten bereits wider die Kay-serlichen anrückte, warb er in grosser eil von seinen eigenenMitteln, die er aus Versetzung seiner Herrschafft und sei-ner gemahlin kleinodien gelöset, 12000. mann zu fuß, wo,von er einem jeglichen einen gold-gülden auf die Hand gab,und mit ihnen ohne geld, geschütz und Magazinen, theils austreue gegen dem Kayser, theils jernem söhne zu liebe, der sichbey der Kayserlichen armee in Italien befand, den beschwer,Uchen marsch antrat, und unterwegens den Päpstlichen Ge-neral Johann de Medicis zu weichen nöthigte. Dabey hatteer einen solchen zorn gegen den Papst gefaßt, baß er einenstrick im busen getragen, und gedroht haben soll, ihn damitzu erhencken. Wiewol er auch dabey das absehen mag gehabthaben, den soldaten dadurch einen bessern mulh und grössereHoffnung des sieges zu machen. Jedoch hatte er kaum feineTeutschen zu dem Hertzog von Bourbon burchgcbracht, als un-ter denselben wegen geld - und vorrath-mangel ein auffuhr enüstund, darüber sich Frundsberg also erzürnte, daß ihn der schlagrührte, und er also zum commando forthin untüchtig wurde,inmassen er sich denn nach Ferrara , und von dar einige zeitdarauf nach Teutschland muste bringen lassen, woselbst er an.1528. gestorben. Seine güther waren noch alle versetzt, undkonnte er sie nicht wieder einlösen, weil er alles vermögen andiesen krieg gewendet, und gleichwol nichts zur erkenntlichkeikdavor bekommen. Man beschreibt ihn nicht allein als einentapfern, sondern auch als einen sehr starcken mann, inmassener denn ungemein groß gewesen, und mit dem mittelsten fing»der rechten Hand den starcksten mann, so vest als er immer ge-standen , bewegen , ein pferd in vollem lauf erhalten, und einschwer stück geschütz mit unterlegten achseln nach belieben bewe.gen können, jovius, in elog. hist. Herrn Georgen und
t errn Lasparn von Frundsberg ritterliche kriegs-thaten.
UNd, Bayer, stamm-buch P. II. p. 106. Pantaleo », proso-pogr. P. III. p. 84. *
Frundsberg , (Caspar von) ein berühmter kriegs,Held,war ein söhn des vorhergehenden, welchen er mit seiner gemah,Un Catharina von Schrovenstein erzeuget hatte. Er wurdegleich in seinen jungen jähren zu den ritterlichen Übungen ange,halten, deren er sich nachgehends in den kreegen glücklich bedie-nen konnte. An. 1,24. wohnte er dem kriegs - zuge Caroli vonBourbon bey, welcher mit der Kayserlichen armee einen einfallin Provence gethan hatte, ob gleich darinnen nichts sonderlichesausgerichtet wurde. Aber da gleich darauf der König Fran,ciscus I. sich selbst für Pavia legte, worinnen Caspar von Frunds,berg mit noch andern Teutschen Befehlshabern und soldaten inbesatzung war, legte er von ansang bis zu ende der belagerungviel ehre ein; «nassen er nicht allein das furchtsame und rebeüi-rende kriegs-volck zu Pavia «viederuin muthig gemacht und be.ianftiger, sondern auch durch einen tapfern ausfall in da»Franzölische lager dem von der andern feite angreiffendmKayscrltchcn Heer mit Nachdruck lufl machen helffen, welchesdenn in der that auch nicht wenig zu dem allda erlangten volbkommenen siege beygetragen. Dahero er auch bald darauszu einem Hauptmann, und nicht lange hernach zu einemObersten über das gantze Teutsche fuß - volck gesctzet worden.
Nach